Wohlfühlbahnhöfe für die Interkommunale Gartenschau

Am 23.9. fand in Stuttgart ein Gespräch zwischen VertreterInnen der „Initiative barrierefreier Öffentlicher Personennahverkehr“ (wo auch K21 Kernen mitarbeitet) und Herrn Hantel von der Deutschen Bahn statt. Dieser ist Leiter des Bereichs Personenbahnhöfe und verantwortlich für 700 Bahnhöfe in Baden-Württemberg, darunter auch die S-Bahn Stationen Rom und Stetten-Beinstein. Bei diesem Treffen wurde u.a. angesprochen, wie es denn nun auf der Remsbahn weitergeht mit dem barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe. Bekanntlich soll bei uns 2019 eine Interkommunale Gartenschau aller Gemeinden an der Rems stattfinden und in Vorbereitung dieses Großereignisses sollen alle 20 Remstal-Stationen zu „Wohlfühlbahnhöfen“ ausgebaut werden. Dafür gibt es ein Papier der DB Netze „Übersicht der Stationen“, in dem die Maßnahmen aufgelistet werden. So sollen für Stetten und Rom Blindenleitstreifen angebracht werden, für Stetten-Beinstein ist ein Aufzug vorgesehen, der 2016 fertig sein soll. Und das wars. Keine Hoffnung machen konnte Herr Hantel, was die Einstiegssituation anbetrifft (Höhenunterschied und zu großer Spalt zwischen Bahnsteig und Zug). Da auf der Remsstrecke nach wie vor Güterzüge fahren (die sind breiter wie die S-Bahnen), kann die Einstiegshöhe von derzeit 76 Zentimeter nicht auf die notwendigen 96 Zentimeter erhöht werden. Auch die Einführung der neuen S-Bahn E 430 bringt keine Verbesserung. Die hat zwar eine ausfahrbare Spaltüberbrückung. Die funktioniert aber nicht richtig und kann zwar einen Spalt, aber keine Höhenunterschiede überbrücken. Wollen wir uns damit zufriedengeben?

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Stuttgart 21 in Myanmar

Myanmar, das frühere Birma, eines der ärmsten Länder der Welt, früher eine Militärdiktatur, die sich nun langsam dem Demokratisierungsprozess öffnet, war im September Ziel einer Reise der Welthungerhilfe, bei der ein Reporter der Schwäbischen Zeitung dabei war. Er schreibt am 28.9. darüber: „Damit hat in der bergigen Gegend mitten in Myanmar nun wirklich niemand gerechnet. ‘Wie halten Sie es denn mit Stuttgart 21?‘, will Adi Christina Win wissen. Wir stehen am National Highway 3 außerhalb von Lashio im nördlichen Shan Staat, die Grenze zu China ist nicht weit. Und in einer solchen Region fragt Adi Christina Win, wie wir es denn mit der württembergischen Verkehrspolitik halten. Die junge Frau aus Myanamars Metropole Rangun begleitet uns als Dolmetscherin und Fotografin und ihr gelingt die Überraschung. Wir stammeln, denn gerade eben haben wir noch mit Bauern gesprochen, die wie ihre Urgroßeltern die kargen Böden beackern. Die Fragestellerin bemerkt die Verblüffung und schiebt nach: ‚Ich gar nichts. Ein reines Prestigeobjekt und was für eine schlechte Planung …. Kommunikationsmängel, wohin man schaut‘, meint sie abschließend“. Fazit: Das Planungschaos der Deutschen Bahn hat es zu weltweiter Bekanntheit gebracht.

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SPD-Innenminister lässt S21-Widerstand bespitzeln – auch in Kernen

150 Jahre alt wurde die SPD in diesem Jahr und schreibt auf ihrer Webseite www.spd.de zum Jubiläum: „Seit 150 Jahren kämpft die SPD erfolgreich für Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit.“ Seit 2½ Jahren gibt es im Ländle einen SPD-Innenminister, der den S21-Widerstand, also auch uns Aktive in Kernen, von seiner Polizei und seinem Verfassungsschutz wie Staatsfeinde bespitzeln lässt. Grundlage dieser Überwachung ist der sog. „Rahmenbefehl“, der einst unter CDU-Innenminister Rech im Juli 2010 eingeführt wurde. Im Dezember 2011 wurde er von Rot-Grün unter Innenminister Gall fortgeschrieben. Da heißt es: „Die Landespolizeidirektionen betreiben offene sowie verdeckte Aufklärung … um ein Gesamtgefährdungslagebild zum Bauprojekt S21 zu erstellen“.Was heißt das konkret? Nun, das geht von der systematischen Medienauswertung (z.B. Erfassen unserer Leserbriefe) über das ständige (und rechtswidrige) Filmen unserer Demos bis zur Überwachung einzelner Personen, ihres Schriftverkehrs und ihrer Telefonate. Und nicht zuletzt zum Einsatz verdeckter Ermittler bei Demos und bei unseren Treffen. Also Herr Gall, vielleicht haben wir im Politikunterricht nicht richtig aufgepasst und verstehen deshalb unter Freiheit und Demokratie was anderes? Oder Sie sollten sich mal mit der Geschichte ihrer Partei beschäftigen? Oder Sie sehen sich gar in einer würdigen Tradition?
Unsere Forderung an Rot-Grün lautet: Der Rahmenbefehl muss aufgehoben werden!

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K21 Kernen Pressesprecher spricht bei der 197. Montagsdemo in Stuttgart

Am Montag, 11. November 2013 findet um 18 Uhr vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof die 197. Montagsdemo der Widerstandsbewegung gegen den Tunnelbahnhof Stuttgart 21 statt. Sie steht zum Beginn der närrischen Zeit unter dem Motto „Keine Narrenfreiheit für die Bahn“.RednerInnen sind Nina Picasso, eine der Angeklagten im Prozess gegen die BesetzerInnen des Südflügels-Dach am Hauptbahnhof, Joris Schoeller, Vertrauensperson des Bürgerbegehrens „Leistungsrückbau S21“ sowie Ebbe Kögel, Pressesprecher von K21 Kernen – Verein zur Förderung eines zukunftsfähigen Öffentlichen Personennahverkehrs und aktiv bei den AnStiftern Stuttgart. Er wird in seinem Beitrag (natürlich in Schwäbisch!) unter dem Obertitel „Luagabeidl“ insbesondere darauf eingehen, wie die Deutsche Bahn nach wie vor die Öffentlichkeit über die wahren Kosten und die technischen Probleme des Projektes täuscht und wie die BefürworterInnen Phalanx aus CDUSPDFDPGRÜNIHK wie Lemminge dem neuen Gott „Fortschritt“ hinterherhecheln, unter kompletter Ausschaltung von gesundem Menschenverstand und von kaufmännischer Vernunft der vielzitierten Schwäbischen Hausfrau.Die Musik zur Kundgebung steuert die Gruppe DIE ELF bei, im Anschluss daran gibt es einen Demozug zum Marktplatz.Für alle, die nicht zur Kundgebung kommen können, kann der Beitrag nachträglich auf www.fluegel.tv angeguckt werden.

Am Donnerstag, 14.11. ab 15.30 Uhr ist K21 Kernen mit einer Flugblattaktion und einem „Klischee-Test“ am Eingang des Martinimarktes in Stetten vertreten.

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Bilder vom K21 Sommerfest 2013

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Flugblattaktion am Bahnhof Stetten-Beinstein

Am vergangenen Montag verteilte der Rems-Murr Widerstand gegen S21 einen Sonderdruck der Eisenbahn Revue 6/2013 zum S-Bahn Chaos in der Region Stuttgart an verschiedenen Bahnhöfen. Wir waren von 6 bis 7.30 Uhr in Stetten-Beinstein aktiv. Hier unsere Erfahrungen: 1 Fahrkartenautomat funktionierte nicht, die Unterführung war total versifft. Immerhin waren die Bahnsteige frisch gekehrt und die Papierkörbe geleert. Die wartenden Fahrgäste waren sehr aufgeschlossen und wir hatten gute Diskussionen. Da mehrere Bahnen bis zu 10 Min. verspätet waren, gab es genug Zeit zum Reden: die Wut und Enttäuschung der Menschen (zum größten Teil tägliche NutzerInnen) über das S-Bahn Chaos ist groß. Viele nehmen inzwischen eine Bahn früher. Recht heftig wurde die mangelnde Informationspolitik der Bahn kritisiert, andererseits aber geduldig ertragen. Was können wir tun? Wir sollten Druck ausüben auf den Verband Region Stuttgart, in dessen Auftrag die Bahn das S-Bahn-Netz betreibt: wenn sich nicht grundlegend was verändert, wird einfach die nächste Rate nicht bezahlt. Diese Sprache müssten die Bahnmanager verstehen. Es kann doch nicht sein, dass die DB mit diesem Chaos auf unserem Rücken weitermacht. Und mit dem Fortschreiten der Bauarbeiten für S21 wird es noch schlimmer werden.

Ein ausführlicher Bericht hiervon kann auch über Twitter gelesen werden

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Die Hybris – eine gefährliche Krankheit der Mächtigen

Das aus dem Griechischen stammende Wort Hybris bezeichnet die Selbstüberhebung von Menschen, die in ihrer Überheblichkeit Befehle und Gesetze der Götter missachten. Dies führt unweigerlich zu ihrem Fall und Tod. In einem Interview mit dem Kolumnisten der Stuttgarter Nachrichten, Joe Bauer, spricht der in Endersbach aufgewachsene Kabarettist Mathias Richling über die neuen Informationsmöglichkeiten des Internets und über die Hybris der Mächtigen im Zusammenhang mit Stuttgart21: „S21 ist ein Paradebeispiel dafür [wie das Internet das gesellschaftliche Bewusstsein gegenüber der Politik verändert hat]. Auslöser hätte auch etwas anderes sein können, eine ähnliche Sache, bei der die Leute merken: Hier werden Unsummen von Steuergeld verschleudert. Da mache ich nicht mehr mit. Die Menschen konnten innerhalb kürzester Zeit andere aktivieren und mobilisieren. Das Internet hat insofern das politische Bewusstsein belebt, als die Leute gemerkt haben: Wir können etwas tun … Ich finde es unglaublich, was da passiert. Ununterbrochen werden neue Pannen des Projekts aufgedeckt. Egal, ob Kostensteigerung, fehlender Brandschutz, gefährliche Bahnsteige. Die Leute, die das Projekt betreiben, machen ungerührt weiter, der gesunde Menschenverstand spielt überhaupt keine Rolle mehr. Wozu braucht eine Stadt wie Stuttgart ein Bahnhofsprojekt, das zehnmal so teuer ist wie der neue Berliner Bahnhof? Ein Projekt, für das man 60 Kilometer Tunnel graben muss, ein Eingriff, der die ganze Stadt verändert. Das zeugt von einer unfassbaren Hybris der Verantwortlichen“.
Das ausführliche Interview finden Sie hier im Internet

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Politik bei Linsen und Spätzla

Bericht über Wahlkampfveranstaltung mit Joachim Pfeiffer (CDU) in der Linde in Stetten
Mittwoch, 28. August 2013

Das Format funktioniert so, dass die Linsen und Spätzla von der CDU bezahlt werden (Spenden sind erwünscht, so Pfeiffer in der Einleitung), die Getränke müssen selbst bezahlt werden.
Als ich um 12 Uhr ankomme, ist der Saal schon gerammelt voll, ca. 120 Leute, meistens ältere, gesetzte Herrschaften und ein paar Wahlkampfhelfer von der Jungen Union. Alle werden von Dr. Kohl, dem Ortsvereinsvorsitzenden der CDU und später von Pfeiffer mit Handschlag begrüßt.

Dann hält Pfeiffer einen anderthalbstündigen Power-Point Vortrag mit sage und schreibe 50 Folien zur Wirtschaftsentwicklung, Arbeitslosen- und Beschäftigtenzahlen usw., sozusagen die Erfolgsbilanz der jetzigen Regierung. Die Folien sind aber so klein auf der Leinwand, dass überhaupt nichts zu erkennen ist. Für die hinteren Reihen gibt es allerdings Fotokopien der Folien, so dass es nachvollziehbar wäre, wenn mensch denn mit dem Redetempo von Pfeiffer beim Lesen mithalten könnte.
Während der Rede wird dann das Essen serviert.

Kurz vor halb zwei Uhr wird er dann schließlich von einem 81 Jahre alten Mann aus Grunbach unterbrochen, der ehrenamtlich im Pflegeheim schafft. Er steht einfach auf und fängt an zu reden bzw. halb zu schreien, weil anders kann mensch sich so weit hinten nicht bemerkbar machen.
Er erzählt, dass er ehrenamtlich im Pflegeheim arbeitet und dass die Situation dort immer schlimmer wird, weil sie zu wenig Personal haben und die Leute nicht ausreichend bezahlt werden. (Pfeiffer hatte sich in seiner Rede ausdrücklich gegen einen gesetzlichen Mindestlohn ausgesprochen). Außerdem erzählt der Mann von einer Bekannten, die in einer Maschinenbaufirma geschafft hat. Dort wurde sie entlassen und kam kurz darauf über eine Zeitarbeitsfirma an denselben Arbeitsplatz zurück, für die Hälfte des Lohnes, den sie früher hatte. Das könne doch nicht sein.
Während vorne schon die ersten „Aufhören“-Rufe von irgendwelchen Idioten kommen, reagiert Pfeiffer sehr routiniert auf den Einwurf und bietet dem Mann auch ein Gespräch bzw. einen Besuch in seinem Pflegeheim an bzw. dass er sich um den Fall mit der Frau kümmert, wenn er ihm weitere Details liefert.
Ich nehme den Faden dann auf und zitiere aus einer Untersuchung von VERDI, dass im Rems-Murr-Kreis fast 41.000 Beschäftigte unter 8,50 Euro verdienen. Das reicht nicht zum Leben und um eine Familie zu ernähren. Viele von denen erhalten Hartz IV Aufstockung, weil der Lohn nicht reicht. (Pfeiffer hatte davor in seiner Rede dieses Modell unter dem Stichwort „Kombilohn“ als vorbildhaft dargestellt.) Ich werfe ihm vor, dass er damit ein sozialistisches Modell propagiere: den Unternehmen bleiben die Gewinne durch die niederen Löhne, die gesellschaftlichen Folgen dieser Entwicklung (keine ausreichenden Zahlungen in die Sozialsysteme – der Aufstockungsbetrag ist nämlich nicht sozialversicherungspflichtig. Hinzu kommt die zu erwartende Altersarmut dieser „Kombilohn-Beschäftigten) werden sozialisiert.
Des weiteren weise ich darauf hin, dass die Lohn-Spirale immer weiter nach unten geht und empfehle ihm, doch mal auf die Baustelle vom Bürgerhaus in Rommelshausen zu gehen, wo polnische, litauische und russische Arbeiter von Sub-Sub-Unternehmen für 3 bis 4 Euro in der Stunde arbeiten müssen. (Zwischenruf von vorne, vermutlich von einem CDU-Gemeinderat: „Stimmt nicht“.) Und als letzten Punkt: wenn immer mehr junge Leute nur noch Werk- und Zeitverträge kriegen, können die keine Zukunftsplanung machen und keine Familie gründen.

Auf den Punkt Löhne auf dem Bau geht er gar nicht ein. Er betont noch mal, dass er ganz und gar gegen den Mindestlohn ist. Und bei der Zeitarbeit sei es so, dass von 42 Millionen Beschäftigten nur 1 Million Zeitarbeiter seien (da hat er auch wieder eine Statistik parat) und dass 40% der Zeitarbeiter nach 1 Jahr einen festen Job bekämen. Und die Zahl der Zeitarbeiter würde auch nicht zunehmen.
Und er hätte damals als Berufsanfänger auch zuerst einen befristeten Vertrag gehabt und der sei nach 1 Jahr in einen unbefristeten umgewandelt worden.
Und was den Vorwurf des „Sozialismus“ beträfe, der ginge ganz daneben, weil er habe den Kommunismus seit seiner Jugend immer bekämpft, zu Wasser, zu Lande und in der Luft.

Dann fährt er fort mit seinen Folien und ich gehe, weil ich das Freibad aufmachen muss.
Die anderen von mir vorbereiteten Themenbereiche (Atomkraft, Stuttgart21) kommen dann nicht mehr zur Sprache.

Fazit: Es ist sehr problematisch, inhaltlich kontroverse Geschichten bei einer derartigen Veranstaltung zu diskutieren. Von daher ist es schon die Frage, ob es etwas bringt, da überhaupt hinzugehen. Oder halt mit einer Aktion, an der mehrere Leute beteiligt sind. Na ja, schwierig.

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Die Zukunft unserer S-Bahn (Teil 7 und Schluss)

Im Mai veröffentlichte die WKZ eine Serie über die Geschichte und Zukunft unserer S-Bahn, u.a. auch über ein Gespräch mit Bahnexperten aus dem S21-Widerstand. Zur Vorbereitung des Treffens hatten wir ein Positionspapier erarbeitet, aus dem wir heute den 7. und letzten Auszug veröffentlichen:
Barrierefreiheit von Bahnhöfen und Zügen
Die Situation für Menschen mit Behinderungen beim Zugang zu den Bahnhöfen und beim Ein- und Ausstieg in die S-Bahnen ist katastrophal (Über die Situation an den S-Bahn-Halten Rom und Stetten-Beinstein haben wir ja schon mehrmals berichtet). Dies gilt nicht nur für RollstuhlfahrerInnen oder Blinde, sondern ebenso für Menschen mit Rollator, Kinderwagen, Gepäck, Fahrräder. Doch Barrierefreiheit bedeutet noch mehr: das sind auch komfortable und saubere Züge, verständliche Durchsagen, elektronische Anzeigen auf dem Gleis und im Zug und ein einfaches und verständliches Tarifsystem samt der dazugehörigen Automaten.
Taktung mit Busverkehr
Um mehr Menschen vom Pkw zum ÖPNV zu bringen, bräuchten wir im Grunde genommen ein System, bei dem die S-Bahn einfährt und der Bus abfahrtsbereit direkt vor dem Bahnhof wartet. (So wie am S-Bahnhof Endersbach für die Busverbindung nach Strümpfelbach – leider nur in den Hauptverkehrszeiten). Und eine Kommunikation zwischen S-Bahn und Omnibus bei Verspätungen und Unfällen. Davon sind wir leider noch weit entfernt.

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Klassenkämpfer Brüderle

Leserbrief zum Bericht über Rainer Brüderle „Die Welt beneidet Deutschland“
WKZ vom 15. August 2013

„Erfolge, Erfolge, Erfolge“ meldet Rainer Brüderle von der FDP bei einer Wahlkampfveranstaltung für den Mittelstand in Grunbach. In der Tat sind die Erfolge schwarz-gelber Regierungspolitik enorm – alle Landes- und Bundesämter für Statistik melden es gebetsmühlenartig jedes Jahr aufs Neue: die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer, in einem gewaltigen Umverteilungsprozess von unten nach oben. Dass er dafür Beifall von den von ihm als vorbildlich gepriesenen Mittelständlern bekommt, spricht nicht unbedingt für die Anwesenden. Wo bleibt denn deren sozialen Verantwortung für den ärmeren Teil der Bevölkerung, der durch Niedriglöhne und 400-Euro-Jobs in die (Alters-)Armut getrieben wird? Und dass er nun auf Bahnchef Grube einhaut wegen dessen Missmanagement im Mainzer Bahnhof (und übrigens auch bei Stuttgart 21, das Brüderle ja vehement befürwortet) kann nur als Schaumschlägerei bezeichnet werden. War doch die FDP mitverantwortlich für die Privatisierung der Bundesbahn, die Entlassung Zehntausender MitarbeiterInnen (die jetzt fehlen) und die Einsetzung gewissenloser und unfähiger Auto- und Flugzeugmanager bei der Deutschen Bahn, alles ursächlich für die gegenwärtige Misere. Übrigens: im Aufsichtsrat der DB sitzen auch zwei FDPler: der von Brüderle ins Wirtschaftsministerium geholte Bernhard Heitzer sowie FDP-Generalsekretär Patrik Döring. Sind das dieselben Schnarchzapfen wie die von Brüderle als „Lachsbrötchenesser“ verunglimpften Aufsichtsratsvertreter der Gewerkschaften? Wie gesagt – er mag Beifall bekommen haben in Grunbach – ich find es zum Kotzen, diesen Klassenkampf von oben.

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Einsatz für Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen

Anfang 2012 gründete sich auf Initiative des Vorstandsvorsitzenden der Diakonie Stetten, Rainer Hinzen und des Bereichspsychologen im Wohnbereich, Herrmann Kolbe,  die Initiative für einen barrierefreien öffentlichen Personennahverkehr im Rems-Murr-Kreis. Der Initiativkreis, der sowohl aus Menschen mit Behinderungen, als auch aus  Vertreterinnen und Vertretern von „K21 Kernen – Verein zur Förderung eines zukunftsfähigen Öffentlichen Personennahverkehrs“ besteht,  setzt sich seither dafür ein, dass konkrete Verbesserungen der Zugangsmöglichkeiten für Busse und Bahnen geschaffen werden, um eine Teilhabe am Alltagsleben zu ermöglichen. So sollen für Menschen mit Behinderungen und Mobilitätseinschränkungen die Wege zur Arbeit, zum Einkaufen oder für Aktivitäten in der Freizeit erleichtert werden.

Der Initiativkreis trifft sich regelmäßig alle vier bis sechs Wochen und hat in der kurzen Zeit seines Bestehens bereits einige Aktivitäten gestartet: So fand 2012 ein Gespräch mit dem örtlichen Busunternehmer statt und im Januar 2013 eine Testfahrt mit der S-Bahn von Grunbach nach Schorndorf mit einem blinden Mann und zwei Rollstuhlfahrern. „Das Testergebnis war niederschmetternd: Weder die Zugänge zu den meisten Bahnhöfen noch die Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten der S-Bahn sind behindertengerecht“, erzählt Ebbe Kögel, der sich beim Initiativkreis und bei K21 engagiert.  Insgesamt entstanden bei dem Test fünf Minuten Verspätung.

Bei einer weiteren Aktion organisierte die Initiative einen Ortsrundgang in Stetten, bei dem auch Vertreter des Seniorenrates und ein Gemeinderatsmitglied der OGL (Offenen Grünen Liste) teilnahmen. „Dabei ging es darum zu erkunden, ob in Stetten die Fußgängerüberwege und Zugänge zu öffentlichen Gebäuden und Einkaufsmöglichkeiten barrierefrei bzw. der Übergang vom Gehweg zur Straße plangleich ist, wie es im Fachjargon heißt“, sagt Ebbe Kögel. Insgesamt wurden 25 Punkte (Übergänge von Gehweg zur Straße, Fußgängerüberwege, Eingänge zu Geschäften und öffentlichen Gebäuden) fotografisch und mit detaillierten Beschreibungen dokumentiert. Das Ergebnis der Ortsbegehung war eher niederschmetternd. Daher schlug die Initiative bei einem gemeinsamen Gespräch mit dem Bauamtsleiter der Gemeinde Kernen, Horst Schaal, vor, dass „zumindest im Rahmen laufender Baumaßnahmen konkrete Verbesserungen eingeplant werden“, so Herrmann Kolbe, und dass bei zukünftigen (Straßen-)Baumaßnahmen die Bedürfnisse von RollstuhlfahrerInnen und Menschen mit Gehbehinderungen mit einbezogen werden.
Eine deutliche Absenkung des Randsteins wird es am Ausgang der Diakonie Stetten zur Tannäckerstraße (Ausgang Rosenstraße) und am Zebrastreifen in der Frauenländerstraße zur Kirchstraße hin geben. Leider keine Plangleichheit. Behindertengerecht soll auch der Umbau der Klosterstraße ausfallen. „Die Verwaltung und die Fraktionen sind jetzt für das Thema sensibilisiert, aber unser ständiges Nachfragen wird weiterhin nötig sein“, betont Ebbe Kögel. So sei der Weg zu einer wirklichen Barrierefreiheit immer noch lang.

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Die Zukunft unserer S-Bahn (Teil 6)

Im Mai veröffentlichte die WKZ eine Serie über die Geschichte und Zukunft unserer S-Bahn, u.a. auch über ein Gespräch mit Bahnexperten aus dem S21-Widerstand. Zur Vorbereitung des Treffens hatten wir ein Positionspapier erarbeitet, aus dem wir heute den 6. Auszug veröffentlichen:
Wohlfühlbahnhöfe im Remstal?
Für das  2019 geplante „Grünprojekt Remstal“ hat die Deutsche Bahn (DB) den beteiligten Kommunen sog. „Wohlfühlbahnhöfe“ versprochen. Wer die heutige Situation an den Bahnhöfen kennt, kann über diesen Ausdruck nur bitter lachen oder den beliebten schwäbischen Ausdruck „Luagabeidl“ gebrauchen. Die Bahnhöfe im Rems-Murr-Kreis sind zu reinen Haltepunkten verkommen. Keine Orte mehr zum Sich Treffen, Aufhalten, Kommunizieren. Dreckig und ungepflegt, keine Orte mit einem Willkommenssignal. Ein katastrophaler Eindruck auch für BesucherInnen des Remstals, die als TagestouristInnen zu uns kommen. Der Gipfel der Unverschämtheit der DB ist aber, dass sie nun für ihre verkommenen Bahnhöfe (z.B. in Rom) auch noch Bahnhofspaten aus der Bevölkerung sucht, die ehrenamtlich den Dreck wegmachen sollen, für dessen Beseitigung wir eigentlich mit unseren Fahrkarten und Steuergeldern bezahlen.
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Die Zukunft unserer S-Bahn (Teil 5)

Im Mai veröffentlichte die WKZ eine Serie über die Geschichte und Zukunft unserer S-Bahn, u.a. auch über ein Gespräch mit Bahnexperten aus dem S21-Widerstand. Zur Vorbereitung des Treffens hatten wir ein Positionspapier erarbeitet, aus dem wir heute den 5. Auszug veröffentlichen:

Ringbahn um Stuttgart
Wie bereits dargestellt, fährt unser S-Bahn System an seiner Kapazitätsgrenze. Das hat viel mit dem Nadelöhr Hauptbahnhof Tief zu tun, wo alle 6 Linien durch einen Tunnel durch müssen. Was wäre die Lösung? Weitere Tunnel bauen? Wie wir alle wissen, wäre das zu teuer und zu riskant. Aber – viele Metropolregionen dieser Welt haben eine Ringbahn, um das Nadelöhr Zentralbahnhof zu umfahren. Warum also keine Ringbahn um Stuttgart? Z.B. für den östlichen Teil eine Bahn Ludwigsburg-Waiblingen-Esslingen-Flughafen? Eine mögliche Stadtbahnverbindung von Ludwigsburg nach Waiblingen wurde ja schon verschiedentlich untersucht. Als Zwischenlösung wäre durchaus denkbar, die sehr erfolgreiche Schnellbuslinie LB-WN über Esslingen zum Flughafen fortzuführen. Relativ schnell zu verwirklichen wäre auch ein Halbringschluss (Tangentiallinie) in Fortsetzung der Gäubahn über den Flughafen nach ES. Und von dort weiter mit dem Schnellbus nach WN und LB. Eine weitere Möglichkeit wäre der Ausbau der sog. „Schusterbahn“ von Kornwestheim nach Cannstatt bzw. Plochingen, von dem auch der Rems-Murr-Kreis profitieren könnte. Eine Ringbahn wäre sicher ein utopisches Projekt, das vielleicht 25 Jahre bis zu seiner Verwirklichung bräuchte. Aber wenn es nicht Menschen gegeben hätte, die vor 35 Jahren eine „utopische“ S-Bahn gedacht hätten, dann hätten wir heute keine!

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Frust ablassen…

Übernommen von Parkschützer.de http://www.parkschuetzer.de/statements/159481 
Text von Daniel Sissenich
 

Die Gegner von S21 haben jahrelang vorausgesagt „Es wird teurer!“ – sie wurden ausgelacht, als irre und paranoid hingestellt. HEUTE ist es teurer – und es kommt der Satz, „Wer glaubt, man könne so ein Projekt ohne Verteuerungen bauen, ist naiv“.

Die Gegner von S21 haben jahrelang vorausgesagt „Es wird später!“ – sie wurden ausgelacht, als irre und paranoid hingestellt. HEUTE gibt auch die DB Verspätungen zu – und es kommt der Satz, „Da sind nur die Gegner und die Grünen dran schuld“. Die Gegner wegen Sachen wie Schlichtung und Co – Sachen die vor zwei bis drei Jahren stattgefunden haben (also hätte man wohl doch schon vor zwei Jahren sagen können, es wird später, wenns WIRKLICH daran gelegen hätte?) – die Grünen wegen… Weiß keiner so genau, aber schuld sind sie auf jeden Fall. Dass die DB jedes mal ihre Unterlagen nicht rechtzeitig vorlegt, dass sie für wichtige Maßnahmen noch keine Genehmigung (GWM), keine eingereichten Pläne (Düker) oder überhaupt keine Idee (Leitungen) hat – wurscht.

Die Gegner von S21 haben jahrelang vorausgesagt „Es wird währed des Baus massive Probleme bei der S-Bahn geben!“ – sie wurden ausgelacht, als irre und paranoid hingestellt. HEUTE gibt es die Probleme jeden Tag – und es kommt der Satz, „Da muss man Verständnis haben, so ein Umbau macht natürlich bissl Sand im Getriebe“.

Alles wird schlussendlich damit gerechtfertigt, dass das bei K21 auch so wäre. Jungs, darum geht es nicht. Sondern darum, dass jahrelang bei drei wesentlichen Punkten immer was andres versprochen wurde, aufgrund dieser Versprechen sogar eine VA statgefunden hat – und die Gegner heute dafür ausgelacht werden, dass sie drauf wert legen, dass diese Versprechen bitte auch eingehalten werden. Und wehe, man sagt „Lügenpack“.

S21 wird derzeit irgendwie sowas ähnliches wie ein bisschen gebaut – sich darüber aufregen, ist müßig.

Aber über die Ignoranz, Blödheit und Bösartigkeit von manchen Genossen, darüber sollte man sich aufregen.

Jeden Tag.

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#Aufschrei21

Was haben wir? Den Zeit-Artikel, der endlich die grösste Blamage der deutschen Baugeschichte sieht. http://mobil.zeit.de/2013/31/stuttgart-21-gutachten Die Bahn hat nicht mal die Leitungsverlegungen vor Aushub der Baugruben im Griff. Sie hat nicht nur technisch keine Lösungen, sie hat auch Zeit und Kosten dafür nicht kalkuliert. Sie hat weiterhin die Aufträge so kalkuliert und vergeben, dass die Firmen für jedes unerwartete und ungeplante Geschehen Nachträge stellen können. Zeit und Kosten dafür hat sie nicht kalkuliert. Was das bedeutet, sieht man an der Elbphilharmonie. Das alles bedeutet, dass wir uns bei Bauzeit und Kosten der Wahrheit noch lange nicht nahegekommen sind. Und auch die jetzt noch gering angegebenen Kosten sind nicht finanziert und laufen auf einen Rechtsstreit um Milliarden zwischen Bahn, Land und Stadt hinaus.

Was haben wir noch? Ramsauer wusste schon zur Schlichtung, dass S21 deutlich mehr als 4,5 Mrd. kostet. Geißler wusste es auch. Das beweist das FAZ-Interview http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/teures-bahnhofsprojekt-geissler-stellt-stuttgart-21-in-zweifel-11992085.html mit dem Satz „Die Bahn hätte über die Kosten schon bei der Schlichtung offen reden müssen, das hat aber Verkehrsminister Ramsauer vom Tisch gewischt.“ Schlichtung und Volksabstimmung, das Heiligtum der baden-württembergischen Koalition, basieren auf absichtlichen Wählertäuschungen.

Was haben wir noch? S21 bringt keinen nennenswerten Vorteil gegenüber K21, worunter „die zweigleisige Anbindung der Neckartalroute über die Wendlinger Kurve an die Schnellbahnstrecke nach Ulm und Spuroptimierungen in den Bahnhöfen“ verstanden wird. http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-gutachten-k-21-schneidet-bei-reisezeit-gut-ab.49ea5c25-f48e-4992-b974-656877ee9f11.html Auch dieses Gutachten wurde von den Projektbefürwortern bei der Schlichtung und vor der VA unter Verschluss gehalten. Das Ergebnis erstaunt keinen, der sich auskennt. S21 ist kein Infrastrukturprojekt. S21 ist kein Bahnprojekt.

Was haben wir noch? Wir wissen inzwischen, dass das Regierungspräsidium keine neutrale Behörde ist. Wen’s gewundert hat, wie die Abwägung öffentlicher Interessen wie Schutz der Natur- und Baudenkmäler und des Mineralwassers und der bahntechnischen Lösungsvarianten in der Planfeststellung stets zugunsten des gewünschten Projekts ausgehen konnte, dem klärt sich alles auf, wenn er erfährt, dass der als nicht neutral erkannte Joachim Henrichsmeyer schon an den Planfeststellungsbeschlüssen beteiligt war.

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Die Zukunft unserer S-Bahn (Teil 4)

Im Mai veröffentlichte die WKZ eine Serie über die Geschichte unserer S-Bahn. Als letzter Artikel am 10.6.: „Man wird ja wohl mal träumen dürfen“, ein Gespräch mit Bahnexperten aus dem S21-Widerstand zur Zukunft der S-Bahn. Zur Vorbereitung des Treffens hatten wir ein Positionspapier erarbeitet, aus dem wir heute den 4. Auszug veröffentlichen:Überlastung der Rems-BahnFür einen leistungsfähigeren Nahverkehr bräuchten wir für die S-Bahn den Viertelstunden- und für Regionalzüge grundsätzlich einen Halbstundentakt, nicht nur in der Hauptverkehrszeit. Das geht aber nicht auf der Rems-Bahn, da sie bereits zu 70% ausgelastet ist (ohne Güterverkehr!). Das Problem hier ist der sog. Mischverkehr, d.h. S-Bahn, Fern- und Güterverkehr fahren auf demselben Gleis. Eine Lösung wäre die Schaffung von zusätzlichen Überholmöglichkeiten bzw. der Bau eines 3. bzw. 4. Gleises. Aber: die DB hat in den letzten Jahrzehnten aus Kostengründen Weichen und Überholmöglichkeiten abgebaut und die Flächen, die für ein 3. Gleis benötigt würden, wurden verscherbelt und zugebaut. Ein weiteres Problem der Remsstrecke: ab Aalen-Goldshöfe wird sie eingleisig. Deshalb hülfe eine Beschleunigung bis Schorndorf nur bedingt, da es regelmäßig vor Aalen zum Zugstau käme. (Fortsetzung folgt).

Termine

Do, 25.7., 20 Uhr, Kulturhaus Schwanen WN: SPD-Streitgespräch zwischen dem S21-Gegner Frank Distel von den Fildern und dem S21-Hardliner Harald Raß aus Fellbach. Das wird sicher spannend! Mo, 29.7., 18 Uhr, Kulturhaus Schwanen, WN: Vortrag von Prof. Heiner Monheim – Verkehrswende in Stadt und Land (zu den Themen aus dem o.a. Positionspapier).

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Edward Snowden

Snowden

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Die Zukunft unserer S-Bahn (Teil 3)

Im Mai veröffentlichte die WKZ eine Serie über die Geschichte unserer S-Bahn. Als letzter Artikel am 10.6.: „Man wird ja wohl mal träumen dürfen“, ein Gespräch mit Bahnexperten aus dem S21-Widerstand zur Zukunft der S-Bahn. Zur Vorbereitung des Treffens hatten wir ein Positionspapier erarbeitet, aus dem wir heute den 3. Auszug veröffentlichen:
Verkürzung Zugfrequenz im Hauptbahnhof
Der wichtigste Hinderungsgrund für eine Taktverkürzung bei der S-Bahn (z.B. durchgehender 15-Minuten Takt auf allen Linien) ist das Nadelöhr Hauptbahnhof tief. Mit der gegenwärtigen Signaltechnik schafft der VVS eine Taktfrequenz von 2,5 Minuten. Die S-Bahn in München schafft eine Taktfrequenz von 2 Minuten (also 30 Züge pro Stunde statt nur 24 wie in Stuttgart). Voraussetzung für eine geringere Taktfrequenz wäre die Einführung des ETCS [European Train Control System – eigentlich seit 2001 für neue Strecken vorgeschrieben, bisher aber nur in CH und I in Betrieb]. Allerdings würde dieses neue System 100-200 Mio Euro für die Umrüstung kosten, pro Zug liefen Kosten von ca. 300.000 Euro auf. Es ist weitgehend unbekannt, dass viele neue Züge das ETCS schon haben, aber es nicht einsetzen, weil die Strecken nicht darauf ausgerichtet sind. Hinzu kommen die Probleme mit dem störanfälligen Türsystem der neuen Züge vom Typ ET 430, die nun alle wieder aus dem Verkehr gezogen wurden. Im Grunde können wir nur voller Verzweiflung sagen: die Bahn kriegt es nicht auf die Reihe, egal, was sie macht. (Fortsetzung folgt).
Termine
Fr, 19.7., 19.30 Uhr, Stadtwerke Fellbach: Prof. Bodack – was ändert sich im Rems-Murr Bahnverkehr durch S21? Mi, 31.7., 20.30 Uhr: unsere nächste Sitzung, TV-Heim

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Die Zukunft unserer S-Bahn (Teil 2)

Im Mai veröffentlichte die WKZ eine Serie über die Geschichte unserer S-Bahn. Als letzter Artikel unter dem Titel „Man wird ja wohl mal träumen dürfen“ am 10.6. ein Gespräch mit Bahnexperten aus dem S21-Widerstand. Zur Vorbereitung des Treffens hatten wir ein Positionspapier erarbeitet, aus dem wir heute den 2. Auszug veröffentlichen, zu regionalen Verkehrsfragen:
1.Güterverkehr: In den letzten Jahren wurde von der Bahn systematisch der Güterverkehr im Rems-Murr-Kreis (wie in der ganzen BRD) an die Wand gefahren. Im Remstal wurden die Expressgutbahnhöfe Endersbach, Grunbach, Fellbach und WN nach und nach aufgelöst und die Gelände an den Meistbietenden verscherbelt, so dass es hier keinen einzigen Güterzuganschluss mehr gibt! Der Gipfel ist sicherlich die Tatsache, dass das hochmoderne Briefverteilzentrum der Deutschen Post beim Bahnhof WN keinen Industriegleisanschluss mehr hat. Das Abbauprogramm hieß MORA = Marktorientiertes Angebot Cargo C und wurde 2001 unter Bahn-Chef Mehdorn (einem Flugverkehr-Manager) begonnen. Kern des Programms war die Kündigung aller Gleisanschlüsse (insg. 1000 von 2100), deren Bedienung höhere Kosten als Einnahmen verursachte. Betroffen waren dadurch insbesondere kleinere Kunden mit einem geringen Verkehrsaufkommen.
2.S-Bahnen: Kapazitätsgrenze erreicht
Bei Wahlen hören wir immer dieselben Fensterreden der Politik: der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) soll ausgebaut werden. Aber unsere S-Bahnen fahren bereits mit 95% ihrer Kapazität, insbesondere in den wichtigen Hauptverkehrszeiten. Eine wesentliche Steigerung ist nicht möglich. Hinzu kommt die Unfähigkeit der DB als Betreiber, wg. der Bauarbeiten für S21, das System anständig am Laufen zu halten. (Forts. folgt)

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Jakarta – Alaska – Rommelshausen

Wussten Sie schon, dass die Deutsche Bahn (DB) unter ihren letzten 4 Oberbossen, von denen 3 aus der Auto- oder Flugzeugindustrie kamen (Dürr, Mehdorn, Grube), auf der ganzen Welt Beteiligungen an Transportunternehmen zusammengekauft hat? Merkwürdigerweise nicht nur bei Bahnen, sondern auch im Flugzeug- und Lkw-Transportsektor. So hat sie u.a. Beteiligungen und Büros in Alaska, Jakarta und Vietnam. Diese Beteiligungsfirmen, deren Bosse völlig überzogene Vergütungen beziehen, erarbeiten vor allem Verluste. Diese Verluste werden ausgeglichen durch hohe Gewinne, die die DB Netze Personenbahnhöfe (eine Unterfirma der DB) erwirtschaftet. Wie das? Jeder Zug, der einen Bahnhof benutzt, muss eine Gebühr zahlen. Wenn die S-Bahn, die vom Verband Region Stuttgart (also von unseren Steuergeldern) und durch unsere Fahrscheine finanziert wird, in Rom oder Stetten-Beinstein hält, muss der VVS dafür an die DB eine Gebühr entrichten. Aus all diesen Gebühren erwirtschaftete die Bahn von 2003 bis 2012 einen Gewinn von über 1 Milliarde (!) Euro. Gleichzeitig lässt sie aber diese Bahnhöfe seit Jahren verkommen und sucht nun – als Gipfel der Unverschämtheit – per Zeitungsartikel „Bahnhofspaten“ aus der Bevölkerung, die sich um diese verkommenen Bahnhöfe kümmern sollen. Das ist Bahnpolitik heute – der Fahrkomfort für Millionen von PendlerInnen, die täglich die Bahn benutzen müssen, ist ihnen sch…egal, Hauptsache, die Gehälter der Manager stimmen.

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