Die Zukunft unserer S-Bahn (Teil 2)

Im Mai veröffentlichte die WKZ eine Serie über die Geschichte unserer S-Bahn. Als letzter Artikel unter dem Titel „Man wird ja wohl mal träumen dürfen“ am 10.6. ein Gespräch mit Bahnexperten aus dem S21-Widerstand. Zur Vorbereitung des Treffens hatten wir ein Positionspapier erarbeitet, aus dem wir heute den 2. Auszug veröffentlichen, zu regionalen Verkehrsfragen:
1.Güterverkehr: In den letzten Jahren wurde von der Bahn systematisch der Güterverkehr im Rems-Murr-Kreis (wie in der ganzen BRD) an die Wand gefahren. Im Remstal wurden die Expressgutbahnhöfe Endersbach, Grunbach, Fellbach und WN nach und nach aufgelöst und die Gelände an den Meistbietenden verscherbelt, so dass es hier keinen einzigen Güterzuganschluss mehr gibt! Der Gipfel ist sicherlich die Tatsache, dass das hochmoderne Briefverteilzentrum der Deutschen Post beim Bahnhof WN keinen Industriegleisanschluss mehr hat. Das Abbauprogramm hieß MORA = Marktorientiertes Angebot Cargo C und wurde 2001 unter Bahn-Chef Mehdorn (einem Flugverkehr-Manager) begonnen. Kern des Programms war die Kündigung aller Gleisanschlüsse (insg. 1000 von 2100), deren Bedienung höhere Kosten als Einnahmen verursachte. Betroffen waren dadurch insbesondere kleinere Kunden mit einem geringen Verkehrsaufkommen.
2.S-Bahnen: Kapazitätsgrenze erreicht
Bei Wahlen hören wir immer dieselben Fensterreden der Politik: der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) soll ausgebaut werden. Aber unsere S-Bahnen fahren bereits mit 95% ihrer Kapazität, insbesondere in den wichtigen Hauptverkehrszeiten. Eine wesentliche Steigerung ist nicht möglich. Hinzu kommt die Unfähigkeit der DB als Betreiber, wg. der Bauarbeiten für S21, das System anständig am Laufen zu halten. (Forts. folgt)

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