Sondersitzung des S21-Lenkungskreises zum Gäubahndrama

Pressemitteilung des Aktionsbündnisses gegen S21

Schildbürgerstreich als Klimaverbrechen

„Heillos verfangen haben sich die Verantwortlichen im Gestrüpp der chaotischen S21-Planungen, so Bündnissprecher Dieter Reicherter vor der Sondersitzung des S21-Lenkungskreises zur drohenden Stilllegung des Panoramaabschnitts der Gäubahn. Seit gut 20 Jahren scheitern die Bahn und die „S21-Verbesserungspolitiker*innen“ daran, eine genehmigungsfähige Planung für die Gäubahnanbindung des Flughafens vorzulegen. Nun warten die Verantwortlichen mit zwei neuen Zumutungen auf

Als neue rettende Idee zaubert die Politik jetzt den „Pfaffensteigtunnel“ aus dem Hut. Zwei Röhren mit jeweils ca. 11,5 km Länge sollen die Gäubahn an Böblingen vorbei unterirdisch zum Flughafen führen.

·         Während die öffentlichen Haushalte aus allen Nähten platzen, sollen dafür weitere gutachterlich bestätigte 2,7 Mrd.€ ausgegeben werden

·         Während die Welt sich immer mehr dem Klimakollaps nähert, soll hier erneut die Emission Hunderttausender Tonnen Treibhausgase in Kauf genommen werden für den CO2-intensiven Tunnelbau und z.B. für errechnete 266 000 zusätzlicher LKW-Fahren für Tunnelaushub

·         Während die Klimapolitik auf die Reduzierung des Flugreisens drängt, soll mit der Bahnanbindung des
 Stuttgarter Flughafens das Fliegen attraktiver gemacht werden

·         Während weltweit immer mehr Menschen verhungern, würden auf den Fildern 30 ha fruchtbarster Ackerböden allein für die Baustelleneinrichtung nördlich des Flughafens geopfert.

„Das ist nicht nur ein Schildbürgerstreich, das ist ein Klimaverbrechen“, so Reicherter.

Die zweite Zumutung folgt aus der ersten. Weil die Flughafenanbindung bis auf Weiteres gescheitert ist, Stuttgart21 aber Ende 2025 teileröffnet werden soll, plant die Bahn die Kappung der Gäubahnzufahrt zum Bahnknoten Stuttgart bis eine S21-kompatible Lösung für die Flughafenanbindung gefunden sei, also eher bis zum St.-Nimmerleinstag. Pendler*innen und Fahrgäste auf der Fernverbindung von Zürich über Stuttgart nach Norden müssten irgendwo im Vorfeld umsteigen, um zum Hauptbahnhof zu gelangen. Viele Reisende würden auf das Auto umsteigen. Verkehrswende rückwärts! Die wichtigste Ausweichstrecke bei den häufigen Störungen auf der S-Bahn-Stammstrecke wäre blockiert. Nach Ansicht der Verantwortlichen sei die direkte Zufahrt nicht mehr möglich, weil sie den geplanten Städtebau auf dem Gleisvorfeld, der wichtigsten Stuttgarter Frischluftschneise, behindere – ein weiterer klimapolitischer Frevel!

Während die S21-Planerei immer neue Blüten treibt, nehmen Unpünktlichkeit, Fahrlässigkeiten und Beinahe-Katastrophen fast täglich zu. Es ist Zeit, sich mit dem Gedanken des endgültigen Scheiterns des Projekts anzufreunden und das Nachdenken über klimagerechte Alternativen zuzulassen. Dies fordert das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 als Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung. Ein sofortiger Planungsstopp für den Pfaffensteigtunnel sowie umgehende Schritte zum Erhalt der oberirdischen Zuführung zum Stuttgarter Hauptbahnhof sind das Mindeste, was der Lenkungskreis am Montag beschließen sollte.

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Kinder-Fahrrad-Demo

Kinder-Fahrrad-Demo am Sonntag, 23. Juli
Anfang März 2021 gründete sich der Verein Nachhaltiges Kernen. Seine Ziele: Förderung von Klima- und Umweltschutz sowie Umweltbildung. Innerhalb des Vereins gibt es die Gruppe ProRad zur Förderung des Radverkehrs. Diese veranstaltet nun am 23.7. eine Fahrrad-Kinder-Demo, unter dem Motto „Platz da für die nächste Generation“. Die Initiative hat dafür (etwas unglücklich) den englischen Titel „Kidical Mass“ gewählt. Das ist eine Verballhornung aus zwei englischen Wörtern: Zum einen „Critical Mass“ [= kritische Masse]. Damit werden weltweit Fahrraddemos bezeichnet, mit denen Fahrradfahrende ihr Recht als gleichberechtigte VerkehrsteilnehmerInnern einfordern. In Stuttgart gibt es diese Art von Demos schon seit vielen Jahren. Das zweite im Titel enthaltene Wort ist „kids“, engl. für „Kinder“.
Es handelt sich also um eine Fahrrad-Demo für Kinder. Bei dieser Fahrt sollen folglich auch möglichst viele Kinder und Jugendliche mitfahren, entweder mit eigenem Rad, Laufrad oder Roller, aber auch als Passagiere in Fahrradanhängern und Lastenrädern. Damit soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass Kinder gerne Fahrrad fahren, aber im Straßenverkehr besonders gefährdet sind und deshalb sichere Wege brauchen.
Die Demonstration startet am Samstag, den 23. Juli um 11 Uhr beim Rathaus in Rom und führt dann auf einer gesicherten (und von der Polizei begleiteten) Route durchs Dorf. Es besteht also keine Gefahr für mitradelnde Kinder.
Weitere Infos unter https://nachhaltiges-kernen.de/prorad-kernen.
K21 Kernen unterstützt diese Demo, genauso wie wir die Initiative „Sicherer Schulweg L1201“ unterstützt haben, die erreichte, dass es jetzt auf dem Weg von der Seemühle nach Endersbach eine Druckknopfampel gibt, die Kindern (und auch älteren) einen sicheren Überweg über diese vielbefahrene Landesstraße ermöglicht.

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Thema Motorradlärm: Knieschleifen

Kennen Sie „Knieschleifen“?
Bei unserem letzten Arbeitstreffen am vergangenen Samstag – wir saßen wegen des schönen Wetters auf der Terrasse – steigerte sich der ständige Motorradlärm, der von der Esslinger Straße zu uns rüberschallte, so gegen 20 Uhr zu einem Höhepunkt. Wir beschlossen daraufhin, uns die Sache vor Ort genauer anzugucken. Und tatsächlich: Dort waren ca. 10 Motorradfahrer zu Gange, die mit ihren Maschinen die Esslinger Straße ständig rauf und runter fuhren, um den sog. Knieschleifer zu praktizieren.
Dabei wird in der Kurve das innenliegende Knie ausgestellt und das Motorrad in ca. 45 Grad Schräglage gebracht. Vorne auf der Kniescheibe ist ein Hartplastikteil befestigt, das bei Berührung mit dem Straßenbelag Funken schlägt.
Spektakulär ist die langgestreckte Kurve bei der Abzweigung zum Schützenhaus. Siehe unser Foto (allerdings ohne Funken, hat nicht ganz geklappt). Während der halben Stunde, wo wir oben waren, fuhren die Motorräder Dutzende Mal hoch und runter. Vom „Tor zum Remstal“ kommend mit ca. 100 km/h – 40 km/h Geschwindigkeitsbeschränkung, wen interessierts? – um dann mit 70 – 80 km/h in die Kurve zu liegen. Wir sahen eine Frau im Auto Richtung ES, die total erschrak, als ihr plötzlich ein Motorrad in Schräglage entgegenkam. Die Ausfahrt aus der Straße zum Schützenhaus ist gefährlich, weil die Motorräder so schnell daherkommen, dass sie (trotz Spiegel) erst sehr spät wahrgenommen werden. (Forts. folgt)

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Brief eines besorgten Bürgers an den Bundesverkehrsminister Wissing zu Zukunft der Deutschen Bahn

Sehr geehrter Herr Dr. Wissing, 

mit großem Interesse habe ich in den letzten Tagen verfolgt, mit welchen Maßnahmen Bahn und Politik die Bahn attraktiver und leistungsfähiger machen wollen.Falls man es damit wirklich ernst meint, dann fehlt allerdings ein ganz wichtiger Punkt:Seit Jahren investiert die DB AG horrende Summen in windige, meist verlustreiche Auslandsgeschäfte (Busverkehr auf Malta, Tren Maya in Mexiko, …). Da die Bahn selbst hoch verschuldet ist und keine Gewinne erwirtschaftet, zahlt diese Geschäfte der Staat und damit auch ich als Steuerzahler.Weder die Aufsichtsräte, noch die Politik unternehmen etwas gegen diese Verschwendung von Steuergeldern.Selbst innerhalb von Deutschland zahlt die DB für Leistungen, die nicht zu ihren Aufgaben gehören. Warum zum Beispiel muss ein Bus (IC-Bus) von Berlin nach Hamburg fahren und warum ist Prag von Nürnberg aus nicht direkt mit der Bahn erreichbar? Auch hier muss ich mich in einen von der DB betriebenen Reisebus quetschen, obwohl eine Bahnfahrt viel angenehmer und kundenfreundlicher wäre.Und warum verkehren auf der „Sachsen-Magistrale“ über die Großstadt Chemnitz keine Fernzüge mehr? Chemnitz ist übrigens 2025 Kulturhauptstadt Europas und bis dahin hoffentlich wieder ans Fernverkehrsnetz angeschlossen.Die Probleme der Deutschen Bahn AG hat man offensichtlich zumindest teilweise erkannt. Was ich vermisse sind allerdings Aussagen zu geplanten und derzeit im Bau befindlichen Großprojekten, die Milliarden Euro binden, die anderswo dringend gebraucht würden. Allein STUTTGART 21 wird am Ende wohl 15 Mrd. € oder mehr kosten und dennoch zu einem Engpass im Südwesten führen. Französische TGV können den Tiefbahnhof aus technischen Gründen nicht anfahren und werden daher wohl über Würzburg nach München fahren. Die SBB ist gerade dabei, ihre Fahrten nach Stuttgart dauerhaft einzustellen.Außerdem ist noch nicht geklärt, ob STUTTGART 21 nach seiner Fertigstellung (wann auch immer!) eine Betriebserlaubnis erhält. Ich erinnere nur an den BER, der erst 7 Jahre nach dem ursprünglich geplanten Eröffnungstermin seinen Betrieb aufnehmen konnte. Dort allerdings waren Nachbesserungen möglich. In Stuttgart dürfte es jedoch weitaus schwieriger werden, zum Beispiel breitere Fluchtwege in den Tunneln anzulegen. Hierfür müsste man im Prinzip alle Tunnel neu und damit größer bauen. Finanziell hieße das, nochmals mindestens 15 MRD. € in das Projekt fließen zu lassen.Aber auch das würde die Leistungsfähigkeit von S21 nicht erhöhen. Wärend die SBB zum Beispiel den Bahnhof erweitert und mehr Gleise anlegt, wird die Zahl der Gleise in Stuttgart dauerhaft um mehr als die Hälfte reduziert.“Der Fisch stinkt vom Kopf her“ heißt ein altes Sprichwort. Dies trifft auch auf die Probleme der DB AG zu. Es ist schwer zu glauben, dass die gleichen Personen im Vorstand und Aufsichtsrat die Bahn retten sollen, die sie jahrelang gegen die Wand gefahren haben.Auch unter Bahnchef Richard Lutz wurde das Schienenetz der DB AG weiter zurückgebaut und somit anfälliger gemacht. Noch 2021 wurden Strecken stillgelegt und Weichen demontiert.Wie soll man dann glauben, dass Richard Lutz, Berthold Huber, Martin Seiler und all die anderen, die Ihnen ja bestens bekannt sein sollten, ausgerechnet jetzt die Bahn retten könnten?Wenn man diesen Leuten Geld in die Hand gibt, so besteht die große Gefahr, dass sie es wieder im Ausland anlegen, anstatt das deutsche Schienenetz zu sanieren und auszubauen.Es geht also weniger darum, wieviel Geld die Bahn vom Bund bekommt sondern darum, was sie mit dem Geld macht.Zum Abschluss möchte ich noch einige Zugbegleiter zitieren, die ihren Unmut über die Verhältnisse bei der DB nicht verschweigen:“Heute geht es wieder drunter und drüber, fragen sie uns deshalb lieber nicht. Wir haben auch nicht mehr Infos als sie.““Das Chaos-Team der Deutschen Bahn verabschiedet sich. Wir hoffen, wir konnten den schlechten Eindruck festigen, den sie von uns haben.“Mit derartigen Zugdurchsagen wurden mittlerweile ganze Bücher gefüllt, die im Handel erhältlich sind.Wenn sich daran etwas ändern soll, dann brauchen wir Eisenbahner mit Sachverstand im Vorstand der Bahn.Allein, dass die Vorgänder von Herrn Lutz alle aus dem Hause Daimler kamen, lässt tief blicken. Auch dass Ex-Bahnchef Rüdiger Grube heute einen hoch bezahlten Beratervertrag bei Herrenknecht hat, hat ein „G’schmäckle“, wie der Schwabe sagt. Von Roland Pofalla möchte ich erst gar nicht sprechen.Zusammenfassend möchte ich erhebliche Zweifel darüber äußern, dass derzeit tätige Bahnvorstände und Politiker die Lage der DB in den Griff bekommen. Solange Bahnvorstände ihre Bonuszahlungen (wofür eigentlich?) mehr interessieren als ein intaktes und leistungsfähiges Schienenetz, habe ich keine Hoffnung auf Verbesserungen.Vielleicht überzeugen Sie mich vom Gegenteil?

 Mit besorgten GrüßenPeter Müller (begeisterter Bahnfahrer – wenn sie denn fährt) ________________________

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Neun-Euro-Ticket: Erste Erfahrungen (3)

Bei unserem letzten Mitgliedertreff sprachen wir u.a. über das im Juni
erstmals verkaufte 9-Euro-Ticket. Inzwischen sind neue Erfahrungen
dazugekommen. Und zwar ist zu sehen, dass vor allem an den Wochenenden
die Fahrgastzahlen im ganzen Land zunehmen. Was aber oft bedeutet, dass
die Züge übervoll sind und leider immer öfter Verspätung haben. So
berichtet unser Mitglied Michael Becker, ein Bahn-Vielfahrer, dass er
allein in den letzten 2 Monaten sechs Mal über eine Stunde Verspätung
hatte, so dass er eine Entschädigung der Deutschen Bahn in Anspruch
nehmen konnte. (Das „lohnt“ sich allerdings nur, wenn Sie mit IC/ICE
fahren, für die das 9 € Ticket nicht gilt). Falls Ihnen das auch mal
passiert: Generell erhalten Sie ab einer Verspätung von 60 Minuten am
Zielbahnhof eine Entschädigung von 25% des gezahlten Fahrpreises
(einfache Fahrt), ab 120 Minuten sind es 50%. Weitere Infos und
Formulare auf der Webseite https://fahrkartenerstattung.de
Innerorts Busverkehr mit 9-Euro-Ticket
Eine interessante Sache beobachten wir zur Zeit im innerörtlichen
Busverkehr. Immer mehr Einheimische benutzen die Buslinien 211/212 und
219 innerörtlich. Mit dem 9 €-Ticket (einmalig beim Fahrer kaufen, noch
für Juli + August) steigen Sie einfach ein und fahren z.B. von der
Kelter zum Freibad, von der Endersbacherstraße zum Einkaufen ins
Ortszentrum, vom Bahnhof oder Fellbacher Straße ins Römer Ortszentrum
oder ins Haus Edelberg. Oder mit dem X20 von Karlstraße bis Diakonie und
dann zu Fuß ins Freibad. Also Abfahrtszeiten nachschauen + merken und
einfach einsteigen!
Nächster Mitgliedertreff
Sa, 2.7., 15 Uhr. Info: Tel. 43606. Wir wollen uns wieder mit dem
Problem Motorradlärm Esslinger Straße beschäftigen
Montagsdemo
Bei der 618. Mo-Demo am 4.7. spielt die Remstäler Gruppe „Chain of
Fools“. 18 Uhr Schlossplatz

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Neun-Euroticket: erste Erfahrungen (2)

Bei unserem Mitgliedertreff vorletzte Woche sprachen wir u.a. über das
im Juni neu eingeführte 9-Euro-Ticket, nachdem einige unserer Aktiven
schon weitere Erfahrungen damit gesammelt haben.
Wir haben mit einigen BusfahrerInnen der Linien 211/212 und des X20
gesprochen. Sie beobachten schon eine Zunahme der Fahrgastzahlen. Im
Berufsverkehr, aber auch im Freizeitverkehr am Wochenende. (Wenn Sie 2x
nach Stuttgart und zurück fahren, haben Sie die 9 € schon wieder
„drin“). Aber während unsere Busse den Zuwachs locker verkraften, sieht
es auf besonders nachgefragten Bahn-Strecken, z.B. im Wochenendverkehr,
leider anders an. Stehen wie Sardinen in Büchsen oder auch, vor allem,
wenn mensch ein Fahrrad dabei hat, passiert es leider öfters, dass Sie
wegen Überfüllung der Zuges an der Haltestelle stehen bleiben und auf
den nächsten (oder übernächsten!) Zug warten müssen. Die Bahn (sowieso
schon sehr schlecht organisiert bzw. geführt) kann ihre Kapazitäten
leider nicht erhöhen, sie hat kein Material und kein Personal.
Problematisch ist eine soziale Folge des 9-Euro-Tickets. Wenn nämlich
Hartz-IV-EmpfängerInnen vom Job-Center eine Monatskarte bezahlt
bekommen, um zur Arbeit zu fahren, wird ihnen nun der Differenzbetrag
zwischen 9 € und dem Preis des Monatsabos von ihrer „Stütze“ abgezogen.
Eine Lösung dieser (und vieler anderer Verkehrsprobleme) wäre die
Einführung des Nulltarifs für Busse und Bahnen. Für alle.
Seither hieß es bei dieser Diskussion immer, für den Nulltarif sei kein
Geld vorhanden. Aber oh Wunder (oder dank des Ukraine-Krieges): das
9€-Ticket beweist, dass ein kostenloser ÖPNV keine Frage der
Finanzierung ist, sondern eine politische Entscheidung für mehr
Klimagerechtigkeit. (Forts. folgt)
Mehr dazu auf unserer Webseite www.kernen21.de

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Neun-Euroticket: erste Erfahrungen

Bei unserem Mitgliedertreff letzte Woche sprachen wir u.a. über das im
Juni neu eingeführte 9-Euro-Ticket, nachdem einige unserer Aktiven schon
erste Erfahrungen damit gesammelt haben.
Das Ticket wurde im Rahmen eines Entlastungspaketes wegen der
gestiegenen Energiekosten nach Beginn des Ukraine-Krieges durch die
Ampelkoalition beschlossen. Dem Vernehmen entstand die Idee am frühen
Morgen des 24. März um 5 Uhr morgens, nach einer Nachtsitzung!
Das Ticket gilt jeweils für einen Monat zwischen dem 1.6. und dem
31.8.22. Es kann übers Internet unter vvs.de, aber auch an jedem
Fahrkartenautomaten und in den Linienbussen 211/212 + X20 gekauft
werden.
Die Fahrkarte gilt für den gesamten Nahverkehr mit Bussen und Bahnen
sowie für alle Regionalzüge in ganz Deutschland. (Nicht für IC und ICE).
Theoretisch ist es so möglich, mit Regionalzügen in 14 Stunden und 5x
umsteigen von hier nach Sylt fahren! Übrigens: Wenn Sie 2x von Stetten
nach ES mit dem X20 fahren, haben Sie die 9 Euro wieder „drin“.
Auch Fahrradmitnahme ist möglich. Allerdings: nur soweit dafür Platz
vorhanden ist! Auf besonders gefragten Strecken kann das schwierig
werden.
Die Überlastung bestimmter Strecken führte dazu, dass Verkehrsminister
Hermann inzwischen empfiehlt, nicht zu Hauptverkehrszeit und auf
Nebenstrecken zu fahren. Das ist nicht im Sinne der Erfinder: es ging ja
darum, für die tägliche Fahrt zur Arbeit auf den ÖPNV umzusteigen.
Außerdem ist dieses Geschenk „vergiftet“, da es nur bis Ende August 2022
gültig ist. Und danach? Hat der VVS schon massive Preiserhöhungen
angekündigt.
Wenn wir den ÖPNV tatsächlich fördern wollen, bräuchten wir im Grunde
den Nulltarif und eine bessere Vernetzung aller Verkehrsträger. Oder
zumindest – wie seit 2012 in Wien – ein 365-Euro-Jahresticket bzw. ein
Sozialticket für einkommensarme Menschen.

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K21 Mitgliedertreff

Mitgliedertreff am Sa, 11. Juni
Wir laden ein zu unserem nächsten Mitgliedertreff am Samstag, 11. Juni
um 15 Uhr. Der genaue Ort steht noch nicht fest, kann aber unter Tel.
43606 erfragt werden.
Folgende Tagesordnung ist vorgesehen:
1. Barrierefreiheit – weitere Verbesserungsvorschläge
2. Umbau S-Bahn Station Rommelshausen
3. 40er Geschwindigkeitsbeschränkung in der Esslinger Straße – Erste
Erfahrungen
4. Paris-Stuttgart-Stetten im Remstal: Über Sinn und Nutzen von
Parkleitsystemen
5. Mitteilungsblatt, Öffentlichkeitsarbeit.
6. Radschnellweg Schorndorf-Stuttgart
7. Jahresplanung
8. Sonstiges
Interessierte sind dazu herzlich eingeladen. Weitere Vorschläge zur
Tagesordnung willkommen.

Webseite
Eine Übersicht über alle unsere Aktivitäten und die vergangenen
Veröffentlichungen im Mitteilungsblatt finden Sie auf unserer Webseite
www.kernen21.de.
Für Rückmeldungen, Anregungen und Kritik sind wir immer dankbar,
juergenhoran@web.de

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Lärm in Esslinger Str. – Es tut sich was

„Hinweis: Dieser Beitrag von K21 Kernen für das Mitteilungsblatt der Gemeinde Kernen (Ausgabe Nr. 22-2022 vom 1.6.2022) wurde von der Gemeindeverwaltung Kernen komplett zensiert“


Schon des öfteren berichteten wir über das Problem der Lärmbelästigung in der Esslinger Straße durch Motorräder und aufgemotzte Autos.
Vor 2 Jahren wurde am Ortsausgang eine elektronische Tafel aufgestellt, die den Lärmausstoß vorbeifahrender Fahrzeuge misst und die Einhaltung bestimmter Grenzwerte mit einem (elektronischen) Lächeln quittiert. Eine – unserer Meinung nach – weitgehend nutzlose Einrichtung.
Nun wurde eine weitere Maßnahme ergriffen: Letzte Woche wurde 500 Meter nach dem Ortsausgang ein 40er-Schild aufgestellt. (Siehe Foto). Diese Beschränkung gilt für 500 Meter, also für die nachfolgenden zwei Kurven, die Spitzkehre und die Rechtskurve am „Tor zum Remstal“. Von Esslingen her kommend beginnt diese neue 40er-Zone ca. 100 Meter nach der Einfahrt zum Schützenhaus.
Begründung für diese überraschende Maßnahme waren einige (auch schwerere) Unfälle mit Motorrädern in den letzten Monaten in dem nun beschränkten Bereich.
Geschwindigkeitsbeschränkungen waren ja vom Landratsamt ursprünglich immer abgelehnt worden. Es ist zu begrüßen, dass sich die Behörde nun bewegt hat.
Erfahrungsgemäß zeitigen Geschwindigkeitsbegrenzungen aber nur dann einen Effekt, wenn sie regelmäßig kontrolliert und Überschreitungen sanktioniert werden.
Ob das Ganze dann auch für die lärmgeplagten AnwohnerInnen etwas bringt, wird sich weisen. Was meinen Sie dazu? Bitte Email an juergenhoran@web.de

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Neue Aufzüge Bahnhof Rom (2)

Wir berichteten letzte Woche über den Neubau der beiden Aufzüge am
Bahnhof in Rom. Sie waren in die Jahre gekommen und des öfteren kaputt,
so dass sie nun erneuert werden.
Wir geben ehrlich zu, dass wir misstrauisch waren, ob der Umbau, so wie
von der Deutschen Bahn (DB) angekündigt, tatsächlich Anfang Mai 2022
begonnen wurde. Denn schon oft haben wir erlebt, dass den Ankündigungen
der DB keine Taten folgten. Deshalb haben wir das letzte Woche
kontrolliert. Und tatsächlich – wie das Foto zeigt – haben die
Bauarbeiten begonnen. Bis Anfang Oktober 2022 sollen sie fertig sein.
Das wird spannend. Denn im Oktober 2022 sollen auch die Bauarbeiten für
die Erhöhung der Bahnsteigs 1 (Richtung Schorndorf) am Bahnhof in Rom
starten, wie die DB in einer Gemeinderatssitzung im Dezember 2021
angekündigt hat. Damit sollen die die Einstiegshöhe und der Spalt
zwischen Bahnsteig und S-Bahn-Waggon, die jetzt bis zu 30 cm betragen,
verringert werden. Ganz verschwinden werden sie leider nicht.
Unverständlich bleibt allerdings, warum die Erneuerung der Aufzüge und
die Arbeiten zur Bahnsteigerhöhung nicht in einem Zug durchgeführt
werden können. Aber wahrscheinlich sind für diese beiden Maßnahmen
unterschiedliche Sparten innerhalb des Bahnkonzerns zuständig. Die
vielleicht gar nichts voneinander wissen?!
Zur Erinnerung: unter www.vvs.de/verkehrsmeldungen/aufzuege ist
aufgelistet, welche Aufzüge im VVS-Netz gerade kaputt sind.

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Neue Aufzüge am Bahnhof Rom

Die Aufzüge am Bahnhof Rom werden erneuert. Eigentlich eine erfreuliche
Nachricht. Leider auch immer wieder ein Ärgernis, weil es öfter
vorkommt, dass die Aufzüge an den Bahnhöfen der DB z.T. monatelang außer
Betrieb sind.
Unter der Adresse www.vvs.de/verkehrsmeldungen/aufzuege kann
nachgeschaut werden, wo es gerade hapert. Bei insg. 9 „Kaputt“-Meldungen
heißt es: „Am Bahnhof Rommelshausen werden ab kommenden Mo, 09.5.22,
beide Aufzüge bis voraussichtlich Anfang Oktober 2022 neu gebaut. Die
Bahn erneuert die zwei Anlagen an Gleis 1 und Gleis 2 gleichzeitig, um
die Einschränkungen für Fahrgäste so gering wie möglich zu halten. Die
Bauzeit ist bedingt durch den komplexen Neubau der Aufzüge inklusive der
Schachtgerüste während des laufenden Bahnbetriebs. Während der Arbeiten
stehen die Aufzüge nicht zur Verfügung. Die DB empfiehlt allen
mobilitätseingeschränkten Reisenden während der Bauarbeiten ihre Reise
vorher (spätestens einen Werktag) bei der DB Mobilitätsservice-Zentrale
anzumelden oder auf die stufenfreien Bahnhöfe Stetten-Beinstein und
Waiblingen auszuweichen. Informationen zur DB-Mobilitätsservice-Zentrale
unter: www.bahn.de/p/view/service/barrierefrei/uebersicht.shtml. Die DB
bittet für die Arbeiten um Verständnis. Stand 06.05.2022 17:11 Uhr.“
Falls Sie diesen Mobilitätsservice der DB mal in Anspruch nehmen, dürfen
Sie uns gerne über Ihre Erfahrungen berichten, juergenhoran@web.de.
Die Empfehlung an mobilitätseingeschränkte Personen, Stetten-Beinstein
zu benutzen, hat leider auch ihre Tücken. An der „Haldschdell“ gibt es
seit 2021 zwar neue Aufzüge, aber leider keinen erhöhten Bahnsteig.
Deshalb müssen dort RollstuhlfahrerInnen auf Höhe der Fahrerkabine
warten, so dass der Zugführer eine Rampe auslegen kann, um die 30 cm
Höhenunterschied zwischen Bahnsteig und S-Bahn-Waggon überwinden zu
können.

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Bericht vom Mitgliedertreff (2)

Die Fortsetzung des Berichts von unserem Mitgliedertreff in der
vorletzten Woche:
Da drei unserer Aktiven in der Langestraße bzw. in deren Nähe wohnen,
kam natürlich bei unserem Treffen auch das Thema Motorradlärm zur
Sprache. Mit Beginn des Frühjahrs und den wärmeren Tagen hat auch die
Belastung durch laute Motorräder und aufgemotzte Autos auf der beliebten
„Rennstrecke“ hoch zum Katzenbühl wieder zugenommen. Die nach dem
Ortsausgang aufgestellten Lärmmessgeräte wurden von allen Betroffenen
als weitgehend nutzlos bezeichnet.
In einem Artikel in der WKZ vom 19. April 2022 unter der Überschrift
„Nicht alle über einen Kamm scheren“ sagte BM Paulowitsch, dass er sich
vorstellen könne, sowohl mit den betroffenen AnwohnerInnen, den
MotorradfahrerInnen und unserem Verein K21 Kernen ein Gespräch zur
Problematik zu führen. (Wir dokumentieren ja seit einigen Jahren die
Beschwerden der AnwohnerInnen). Dazu sind wir gerne bereit.
Bahnkonferenz
Mehrere Mitglieder werden am kommenden Wochenende 14./15. Mai an der
großen KlimaBahn Konferenz in Stuttgart teilnehmen. Neben S21-Aktiven
werden Gäste aus ganz Europa erwartet: vom Aktionsbündnis gegen eine
feste Fehmarnbeltquerung, der Initiative Prellbock Altona, dem
Brennerdialog Rosenheim sowie AktivistInnen von der NoTAV-Bewegung aus
dem norditalienischen Susa-Tal {TAV = ital. Hochgeschwindigkeitszug].
Weitere Infos und Anmeldung unter https://klimabahn-initiative.de.
Unsere Webseite
Einen Bericht über die Konferenz sowie über unsere Aktivitäten der
letzten Wochen gibt es auf unserer Webseite www.kernen21.de. Dort finden
Sie auch alle unseren bisherigen Artikel für das Mitteilungsblatt der
Gemeinde Kernen.

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Bericht Mitgliedertreffen Kernen21

Für Mitteilungsblatt 18 Kernen i.R

Der folgende Beitrag wurde vom Rathaus zensiert.

Nach eine langen Corona-Pause konnten wir letzte Woche endlich wieder
ein Mitgliedertreffen in Präsenz durchführen, was von allen Anwesenden
begrüßt wurde.
Unser Vorsitzender Jürgen Horan berichtete über die Ereignisse der
jüngsten Zeit: Im März nahmen wir am Rundgang des Arbeitskreises
Barrierefreiheit in Stetten teil. Es ging darum, im Dorfzentrum die Wege
abzugehen, die von Menschen mit Einschränkungen hauptsächlich benutzt
werden, insbesondere, wenn sie auf Rollstuhl und Rollator angewiesen
sind. Hier hat sich in den letzten Jahren viel getan. Wir besichtigten
beim Rundgang auch den neuen Mobilitätspunkt (mit großem Bildschirm) an
der Bushaltestelle „Diakonie“. Wie es der Zufall so wollte, war er grad
an diesem Tag kaputt. Inzwischen funktioniert er wieder. Unsere
Verbesserungsvorschläge für die Bedienung haben wir an den VVS
übermittelt.
Unsere Aktiven gehören zu den regelmäßigen Benutzern des ÖPNV, also von
Bussen und Bahnen. Vor allem der Busverkehr hat durch Corona viele
Fahrgäste verloren. Es wurde die Befürchtung geäußert, dass insb. der
Expressbus X20 und der 219er nach Endersbach eingestellt werden, weil
sie nicht genügend Fahrgäste haben. Hier sind dringend Werbe- und
Unterstützungsmaßnahmen notwendig. Es steht allerdings zu befürchten,
dass dafür keine öffentlichen Gelder mehr zur Verfügung stehen, weil
mögliche Zuschüsse durch die ständig steigenden Kosten von Stuttgart21
kannibalisiert werden.
Bei S21 wurde von den Mitgliedern eine weitere große Sorge angesprochen:
der mangelnde Brandschutz in den Tunneln, die ja auch von allen
Fahrgästen aus Kernen in Zukunft benutzt werden müssten. Dazu haben wir
einen Offenen Brief an den Gemeinderat geschrieben. (Brief und
Hintergrundinfos finden Sie auf unserer Webseite www.kernen21.de).
Forts. Bericht Mitgliedertreffen im nächsten MB.

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Betr. Offener Brief an den Gemeinderat

Der folgende Beitrag für das Mitteilungsblatt Kernen i.R. Nr. 17

wurde vom Rathaus zensiert.

Letzte Woche wollten wir im Mitteilunsblatt einen Offenen Brief
veröffentlichen, den Kernen21 an den Bürgermeister und Gemeinderat
geschrieben hat. Er befasste sich mit dem mangelnden Brandschutz in den
geplanten Tunneln von Stuttgart21, die ja auch von Fahrgästen aus
unserer Gemeinde benutzt werden sollen, und dem finanziellen Beitrag,
den unsere Gemeinde (über die Kreisumlage) an S21 bezahlen muss.
Dieser Beitrag wurde aber nicht zur Veröffentlichung zugelassen.
Begründung: „Vereine [dürfen sich] im Sinne des Redaktionsstatuts nicht
politisch äußern (dies bleibt den Fraktionen/Parteien im MB
vorbehalten). Und dem Beitrag fehle zudem der Lokalbezug.“
Wir haben deshalb den Offenen Brief auf unsere Webseite www.kernen21.de
gestellt. Dort können Sie auch mehr zu den Hintergründen und unsere
Antwort auf die Ablehnung des Abdrucks lesen.
Auf dieser Webseite finden Sie auch alle unsere früheren Beiträge für
das Mitteilungsblatt.
Motorradlärm in der Esslinger Straße
Schon verschiedene Male haben wir an dieser Stelle auf die
Lärmbelästigung durch Motorräder und aufgemotzte Autos für die
AnwohnerInnen der Esslinger Straße in Stetten hingewiesen. (Teilweise
auch an anderen Stellen im Dorf zu hören, wenn diese auf gleicher Höhe
wie die Esslinger Straße liegen). Während diese Belästigung während der
Wintermonate zurückging, geht es nun mit Beginn der wärmeren Tage wieder
so richtig los.
Wir haben im letzten Jahr darauf hingewiesen, dass es in der
Zwischenzeit Lärm-Radargeräte gibt, die ähnlich wie die Blitzer für
Geschwindigkeitsüberschreitungen funktionieren. Vielleicht brächten sie
eine Verbesserung. Die seit 2 Jahren aufgestellten „Danke“-Anzeigen bei
Einhaltung bestimmter Lärmwerte beim Rausfahren aus dem Dorf bringen so
gut wie gar nichts.

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Zensur im Mitteilungsblatt Kernen?

Der unten eingestellte Beitrag von Kernen21 für das Mitteilungsblatt Nr. 16-2022 der Gemeinde Kernen wurde von der Gemeindeverwaltung nicht zur Veröffentlichung zugelassen.
Begründung:

„Vereine [dürfen sich] im Sinne des Redaktionsstatuts nicht politisch äußern (dies bleibt den Fraktionen/Parteien im MB vorbehalten).

Nicht nur, dass der Beitrag ein politisches Statement ist, ihm fehlt zudem der Lokalbezug. (Diesen anhand der Kreisumlage herzustellen, reicht nicht aus.)“

Wir haben der Verwaltung folgende Antwort geschickt (in Ausschnitten):

„Bei dem Beitrag von Kernen21 handelt es sich um einen Offenen Brief an den Gemeinderat Kernen, mit dem Kernen21 auf die Gefahren aufmerksam macht, die zukünftigen Fahrgästen in den Tunneln von S21 droht. Verbunden mit der Bitte, eine dementsprechende Resolution zu verfassen.

Dieser Brief wurde dem Bürgermeister und dem Gemeinderat zugeleitet.

Dies ist sehr wohl ein Thema mit Lokalbezug. Und es ist in dem Sinne auch keine „politische“ Äußerung, sondern es geht eher um (Sicherheits-)technische Fragen. Wie z.B. die Barrierefreiheit/Nullabsenkung. Oder die Erhöhung der Bahnsteige am S-Bahnhof in Rom.
Nach der von [der Verwaltung] angeführten Argumentationslinie dürfte Kernen21 ja auch nicht mit der Forderung an die Deutsche Bahn herantreten (bzw. diese Forderung veröffentlichen), dass nun endlich die Bahnsteige erhöht werden sollen. Oder kaputte Aufzüge repariert werden müssten. Was Kernen21 ja in der Vergangenheit immer gemacht hat – ohne Veröffentlichungsprobleme im Mitteilungsblatt. Dass nun der „Tatort“ vom Bahnhof Rommelshausen 20 km weiter westlich in die geplanten Tunnel des Tiefbahnhofs „verlegt“ wird, spielt für die Passagiere, die von Stetten-Beinstein oder von Rom aus nach Stuttgart fahren, eigentlich keine Rolle. Das ist derselbe Zug, in den sie in Stetten-Beinstein oder Rom eingestiegen sind.“

Wir werden an dieser Stelle weiter über den Fortgang der Ereignisse informieren.

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Brandschutz S21

Mangelnder Brandschutz in neuen S-21 Tunneln
Diese Woche schrieben wir einen Offenen Brief an BM Paulowitsch und den
GR. Darin heißt es:
„Die schlechten Nachrichten über das Milliardenprojekt Stuttgart 21
reißen nicht ab: die Kosten steigen ständig und das Fertigstellungsdatum
wird immer weiter nach hinten geschoben.
Weitgehend unter dem Radar der Öffentlichkeit bleibt aber ein
hochgefährliches Problem: das S21-Tunnelsystem mit insgesamt 57 km
Länge. Dieser Tunnel sind nach dem veralteten 2-Röhren-Prinzip gebaut.
Rettung im Brand- oder Havariefall für die im Zug befindlichen
Passagiere (bis zu 1.757 Menschen) kann nur über den Gegentunnel
erfolgen. (Stand der Technik sind inzwischen 3 Tunnelröhren, siehe neue
Münchner S-Bahn Stammstrecke).
Im Falle eines Brandes müssen Passagiere aus dem Zug aussteigen (90 cm
Höhenunterschied). Vom Tiefbahnhof aus wird im Brandfall Luft in den
Tunnel geblasen, damit die Gase nach oben steigen. Die Passagiere können
dann aber nicht nach oben, sondern nur nach unten fliehen. Und zwar zum
nächsten „Querschlag“ (Verbindung zum Gegentunnel), der bis zu 500 m
entfernt sein kann. Und das innerhalb von nur 10 Minuten. Danach ist mit
Erstickungstod durch Rauchgase zu rechnen.
Die Gemeinde Kernen hat bisher (über die Kreisumlage) schon 730.000 € an
den Baukosten von S21 bezahlt. (Auf der Grundlage von 4,5 Mrd. €
Kostenschätzung). Ein mindestens gleich großer Betrag wird
wahrscheinlich hinzukommen.
Aus Verantwortung für unsere Finanzen und vor allem aus Sorge um die
Gesundheit zukünftiger Passagiere bitten wir Sie dringend, die
angehängten Dokumente [zum Brandschutz im Tunnel] sorgfältig zu lesen
und eine Resolution an die Verantwortlichen zu verfassen, dass S21 wegen
mangelndem Brandschutz nicht weitergebaut bzw. in Betrieb gehen darf.
Für Alternativen verweisen wir auf unser Konzept www.umstieg-21.de.“

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Übernachtungsmöglichkeiten gesucht für Teilnehmer am Bahnkongress „Klimabahn statt Betonbahn“

Am Wochenende 13./15. Mai 2022 findet in Stuttgart ein großer
Bahnkongress statt, der von unserem Verein mitunterstützt wird. Das
Oberthema heißt: „Klimabahn statt Betonbahn“. Das ist die aktuelle
Frage, über die in den nächsten Monaten in und mit der Ampel-Koalition
heftig gestritten und gerungen werden wird. Hierbei geht es um eine
tiefgreifende klimapolitische und verkehrspolitische Entscheidung.
Zu diesem Kongress kommen Bahninteressierte und Verkehrsfachleute aus
der ganzen Bundesrepublik und dem benachbarten Ausland.
Für die TeilnehmerInnen dieses Kongresses suchen wir
Übernachtungsmöglichkeiten. Wenn Sie an diesem Mai-Wochenende jemand
beherbergen können, bitten wir Sie, sich bei unserem Vorsitzenden Jürgen
Horan zu melden, juergenhoran@web.de
Zu den folgenden Themen sind Vorträge und Arbeitsgruppen geplant::
– Was soll Vorrang haben beim Bahn-Verkehr: Takt oder Tempo?
– Beton-/Großprojekte – wie grundsätzlich sind sie vermeidbar?
– Brauchen wir Tunnelbauten für attraktiven Bahn-Verkehr?
– Brauchen wir Hochgeschwindigkeits-Züge, um den Flugverkehr zu
reduzieren?
– Mehr oder weniger Güterzüge – was ist klimafreundlicher?
– Zerschlagung, integrierter Konzern, Konkurrenz – was dient der
Klima-Bahn am besten?
Wir werden versuchen, den einen oder die andere Interessante ReferentIn
dann auch zu uns nach Kernen zu holen.
Weitere Infos und Anmeldung unter https://klimabahn-initiative.de
Alternativer Geschäftsbericht Deutsche Bahn
Vorletzte Woche sind wir ja nach Berlin gefahren, um vor dem Hochhaus
der DB für unser Umstieg-Konzept für Stuttgart21 zu demonstrieren. Bei
dieser Gelegenheit wurde auch der Alternative Geschäftsbericht zur
Deutschen Bahn vorgestellt. Nachzuschauen unter
www.youtube.com/watch?v=-px6CHLZzB4

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Rundgang zur Barrierefreiheit

Seit 7 Jahren existiert in Kernen ein Arbeitskreis Barrierefreiheit. Er
wurde damals auf Anregung des PFB eingerichtet und umfasst – neben der
Gemeindeverwaltung – VertreterInnen der GR-Fraktionen sowie
Organisationen wie VdK, AMSEL, SeniorInnenrat und K21 Kernen.
Letzte Woche traf sich dieser AK zu einem Rundgang in Stetten. Ziel:
Erstellung eines barrierefreien Wegeplans zwischen Diakonie,
Klosterstraße und ev. Kirche. Dabei wurden Überwege und Zugänge zu
öffentlichen Einrichtungen, Arztpraxen und Geschäften angeschaut. Diese
sollen von allen Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen
(Sehbeeinträchtigung, Rollstuhl und Rollator) bzw. Kinderwagen
barrierefrei benutzt werden können.
Der Verantwortliche des Bauamts, Ralf Bulling, hatte einen Ortsplan
dabei, der zeigte, dass inzwischen insg. 35 Überwege in Stetten mit
Nullabsenkungen versehen wurden. Weitere werden folgen.
Ähnliches gilt für Rom, wo gerade der Weg vom Bahnhof ins Zentrum
barrierefrei gestaltet wird. Dafür gab es von den TeilnehmerInnen viel
Lob für Herrn Bulling bzw. die gesamte Gemeindeverwaltung. Kernen ist
hier vorbildlich. Wie sagte doch ein früherer Gemeinderat immer gerne:
„Wo mir senn, isch vornå“.
Unser Foto zeigt den 2021 barrierefreie gestalteten Zugang zur
Verwaltungsstelle Stetten. Vorher war der Treppenabsatz so hoch, dass er
für Rollstühle nicht zu bewältigen war. (Nach wie vor jedoch
problematisch: das Kopfsteinpflaster).

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Abschied des Herrn Pofalla DB-Vorstandmitglied

Auf der 603. Montagsdemo am 6.3.22 hielt unser Mitglied Michael Becker
eine Rede, die sich mit dem Abschied von Ronald Pofalla aus dem
Aufsichtsrat der Deutschen Bahn (DB) beschäftigte. Wir dokumentieren
Auszüge: „Am 30.4.22 wird Ronald Pofalla auf eigenen Wunsch und ohne
Abfindung als Vorstand der Bahn von Bord gehen. Eigentlich ein Grund zum
Feiern, doch der Schaden, den er bei der Bahn anrichtete, ist immens und
ein Paradebeispiel für das unheilvolle Wechselspiel zwischen Politik und
Wirtschaft.
Als Kanzleramtsminister bei Angela Merkel setzte er – als 2013 das
Projekt auf der Kippe stand – die Staatssekretäre im Aufsichtsrat der
DB im Auftrag der Kanzlerin so unter Druck, dass sie für den Weiterbau
stimmten.
Fachlich war der 2017 zum Bahninfrastruktur-Vorstand aufgestiegene,
gelernte Sozialpädagoge und Jurist stets überfordert. So ließ er
verspätete Züge einfach unterwegs anhalten, damit sie wenigstens für die
Rückfahrt wieder pünktlich waren und nicht in die mit Strafzahlungen
bewehrte Verspätungsstatistik fielen. Auf der S2 nach Schorndorf wurde
die später so genannte „Pofalla-Wende“ in Grunbach jahrelang
praktiziert.
Seine Inkompetenz hätte ihn wohl kaum daran gehindert, seinen Vertrag
bis 2025 zu erfüllen oder sogar noch selbst Bahnchef zu werden. Wäre da
nicht der Regierungswechsel gewesen. Und vor allem die erneuten
Preissteigerungen bei S21, die jetzt wohl die Grenze von 10 Mrd.€
überschreiten werden. 2021 verkündete Pofalla noch: Kosten bleiben im
Rahmen und Eröffnungstermin Ende 2025 wird gehalten. Bevor er nun für
die Falschaussagen zur Rechenschaft gezogen werden kann, wird er bei der
Aufsichtsratssitzung der DB am 31.3. „in den Ruhestand“ entlassen.
Wir fahren dafür wieder nach Berlin und bereiten ihm einen gebührenden
Abschied. Und fordern einen (immer noch möglichen) Ausstieg aus S21.

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Treffen mit Polizeipräsident Züfle (4)

Heute der letzte Teil unseres Rückblicks auf die Ereignisse um Stuttgart
21 vor 10 Jahren, speziell das Treffen unsere Initiative mit dem
damaligen Stuttgarter Polizeipräsidenten Thomas Züfle im Nov. 2011 im
Waiblinger „Schwanen“.
Das Gespräch mit dem Stuttgarter Chefpolizisten dauerte insgesamt
anderthalb Stunden und war aus unserer Sicht unbefriedigend. Er wies
alle Verantwortung der Polizei für die von uns angesprochenen Maßnahmen
bzw. vorgebrachten Forderungen zurück und verwies auf Politik und
Staatsanwaltschaft. Dementsprechend sah er auch keinen Anlass für eine
Entschuldigung der Polizei bei dem am 30.9.2010 schwerverletzten
Dietrich Wagner (Fast-Verlust des Augenlichts durch Wasserwerfereinsatz)
und weiteren Opfern.
Aber das Gespräch war immerhin ein Anfang.
Nachbemerkung: Am 16.6.2013 kam Thomas Züfle bei einem Motorradunfall
ums Leben.
Amnestie für Demonstrationsdelikte
Da zum Zeitpunkt des Züfle-Treffens ungefähr 4.000 Strafverfahren gegen
S21-DemonstrantInnen anhängig waren, bemühten wir uns auch in einem
Gespräch mit dem Obmann des Innenausschusses des Landtags, MdL Uli
Sckerl, eine Amnestie (Straferlass) für alle im S21-Zusammenhang
erhobenen Anklagen und Strafverfahren auf den Weg zu bringen. Eine
derartige Amnestie hatte es z.B. im Jahre 1970 für alle Delikte im
Zusammenhang mit den 1968er-Demonstrationen und nach den
Auseinandersetzungen 1975 um das KKW Wyhl gegeben.
Dafür trafen wir uns im Nov. 2012 mit Sckerl im Stuttgarter Landtag.
Leider ohne greifbares Ergebnis. Die Grünen waren ja, seit sie an der
Regierung waren, ins Lager der S21-Befürworter umgeschwenkt. Außerdem
war der damalige SPD-Innenminister Gall ein „Hardliner“ (Vertreter einer
harten Linie) im Zusammenhang mit S21-Delikten.
Nachbemerkung: Sckerl starb im Februar 2022 im Alter von 70 Jahren.

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