Mit der Kirche ums Dorf

Mit der Kirche ums Dorf
Es gibt viele Berufstätige aus Stetten, die mit dem Fahrrad zur
„Haldschdell“ (S-Bahn Station Stetten-Beinstein) fahren. Je nachdem, wo
mensch wohnt, dauert das 5-7 Min. und ist die schnellste Verbindung von
Stetten zur S-Bahn. Mit dem X20 nach Waiblingen dauert es 10 Min., mit
dem Linienbus 211 sind es 17 (von Haltestelle „Diakonie“).
Keine Alternative ist leider der Bus 119, da dieser in Endersbach in der
Stettener Straße hält und nicht in der Nähe des Bahnhofs (so wie früher
der Bus 116 von Esslingen mit Haltestelle „Waiblinger Straße“). Bei
einer Ankunft des 119ers in der Stettener Straße um 7:16 Uhr müssten die
300 Meter Fußmarsch bis zur S-Bahn (Abfahrt 7:19 Uhr) im Sprint
zurückgelegt werden. Sehr Sportlich.
Der Einstieg in die S-Bahn auf der „Haldschdell“ hat den Vorteil, dass
dort in der Hauptverkehrszeit in Richtung Stuttgart noch ein Sitzplatz
zu ergattern ist. Außerdem gibt es inzwischen überdachte
Fahrradabstellplätze.
Normalerweise fahren die Stettener RadlerInnen auf dem Radweg entlang
der L1199, überqueren die L1201 (wo von Strümpfelbach her kommt) und
fahren geradeaus (am Hayler vorbei) zum Bahnhof.
Nun plant Weinstadt einen neuen Radweg entlang der Rommelshäuser Str.
bis zur ampelgesteuerten Landhauskreuzung. (Mit kräftigem Zuschuss von
Kernen). Nun wollen die dortigen PlanerInnen (mit Zustimmung Kernens),
dass die Stettener RadlerInnen nicht am Hayler vorbei, sondern über
diese Landhauskreuzung (mit 2 Ampelüberquerungen und Wartezeiten bis zu
4 Minuten!) bis zum Bahnhof fahren. Also mit der Kirche ums Dorf, fern
jeder Fahrradwirklichkeit.
Hier findet hoffentlich noch ein Umdenken statt.
Wahlpodium zur Bundestagswahl
„Klimagerechte Mobilitätswende“. MIt allen Bundestagskandidaten. Mi,
22.9., 19 Uhr, Manufaktur Schorndorf. Wir sind Mitveranstalter. Auch
online unter www.club-manufaktur.de

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Nachruf Irmela

Zur Erinnerung an Irmela Grämkow
Am 16. August 2021 verstarb unser Gründungsmitglied Irmela Grämkow aus der Hartstraße.
Schon im November 2009 gehörte sie zu den ersten TeilnehmerInnen der Montagsdemos gegen Stuttgart 21, die seit dem 26. Oktober 2009 vor dem Hauptbahnhof stattfanden, um gegen das „unsinnigste Projekt in der Geschichte des Eisenbahnbaus“ zu protestieren.
So war es nur folgerichtig, dass sie im Februar 2011 zu den Gründungsmitgliedern von Kernen21 gehörte, unserem „Verein zur Förderung eines zukunftsfähigen öffentlichen Personennahverkehrs“.
Sie kam nicht nur regelmäßig zu unseren Sitzungen, sondern beteiligte sich auch an unseren Aktionen, Ausflügen und Festen. Und sie hatte eine große Sensitivität für ihre Mitmenschen, die Natur und alles Lebendige.
Irmela wurde 79 Jahre alt. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.

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10 Jahre Stresstest (2)

Im November 2010 fand in Stuttgart die sog. „Schlichtung“ zu Stuttgart
21 statt, live übertragen im SWR-Fernsehen ins ganze Land. Auch in
unserer Gemeinde saßen Hunderte von Interessierten vor den Bildschirmen,
nicht nur die vielen Kernener Aktiven, die zuvor zu den großen
Demonstrationen am Bahnhof mit bis zu 150.000 TeilnehmerInnen nach
Stuttgart gefahren waren.
Am Ende stand der mit großem Trara verkündete „Schlichterspruch“ des
alten CDU-Politfuchses Heiner Geißler, der einen „Stresstest“ über die
Leistungsfähigkeit des Bahnhofs vorschlug. Das Ergebnis dieses
Stresstestes wurde vor 10 Jahren, am 29.7.2011, der Öffentlichkeit
präsentiert. Geißler schlug einen Kombibahnhof aus unter- und
oberirdischen Gleisen vor.
Der Knackpunkt dieser S21-Schlichtung bestand darin, dass gar nicht um
die Sinnhaftigkeit des Baus von S21 gestritten wurde, sondern nur darum,
ob der neue Tiefbahnhof mit 8 Gleisen leistungsfähiger sei wie der
bestehende Kopfbahnhof mit 16 Gleisen.
Unsere Bürgerbewegung war angetreten, um den alten Bonatz-Bahnhof zu
erhalten und S21 zu verhindern. Und hätte deshalb an dieser (nach außen
gut verkauften) „Bürgerbeteiligung-Schau“ nicht mitmachen dürfen. So wie
es damals die „Parkschützer“ forderten, die aber von den Politprofis aus
Grünen und einzelnen Sozialdemokraten im S21-Aktionsbündnis an den Rand
gedrängt wurden. Ja, die Grünen waren damals noch gegen S21 und drehten
sich erst um 180 Grad, als sie 2011 an die Macht kamen.
Unsere Protestbewegung wurde in den Planungsprozess des umstrittenen
Projekts hineingezogen – ohne tatsächlich etwas entscheiden zu können.
Zusammen mit dem brutalen Polizeieinsatz am 30.9.2010 führte diese
Umarmungstaktik dazu, dass die große Dynamik des Widerstand gegen S21
gebrochen wurde.
Aber wir sind nach wie vor jeden Montag auf der Straße, auch 10 Jahre
später.

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10 Jahre Stresstest

Weitgehend unbeachtet von den Medien jährt sich dieser Tage das
zehnjährige Jubiläum des sogenannten „Stresstests“ zu Stuttgart 21.
Diese von Heiner Geissler moderierte Gegenüberstellung von Vertretern
der Deutschen Bahn (DB) und unserer BürgerInnenbewegung war das Ergebnis
der damals massenhaften Proteste gegen den Tiefbahnhof. Die
Auseinandersetzung, die nicht auf Augenhöhe stattfand, weil die Bahn
wesentliche Informationen unter Verschluss hielt, wurde live im SWR
übertragen. Hunderttausende verfolgten die Wortgefechte live an den
Bildschirmen.
Am 29. Juli 2011 wurde das Ergebnis der Öffentlichkeit präsentiert. Und
– oh Wunder – die Vertreter der Bahn sprachen von einer 30prozentigen
Erhöhung der Leistungsfähigkeit des neuen Bahnhofs, die GegnerInnen
widerlegten dies. Ohne Erfolg, Schlichter Heiner Geißler verkündete
einen „Kompromiss“ – der mit unseren VertreterInnen nicht abgesprochen
war: Neubau im Untergrund, aber teilweise Erhalt des alten Kopfbahnhofs.
Aber bei diesem Vorschlag handelte es sich um Nebelkerzen, ein Erhalt
des Kopfbahnhofs war nie vorgesehen – schließlich wollte die Stadt
Stuttgart die oberirdischen Gleisanlagen für die Entwicklung von
milliardenschweren Immobilienprojekten. Darum ging es im Grunde genommen
von Anfang an. (Ob diese Projekte tatsächlich verwirklicht werden
können, steht allerdings noch in den Sternen).
Einer, der damals die Gutachten der Bahn mit akribischem Fleiß
studierte, war Dr. Christoph Engelhardt aus München. [Siehe dazu auch
seine Webseite wikireal.info]. Er war dann im Juli 2012 bei Kernen21 zu
Gast und konnte damals detailliert nachweisen, dass die Bahn-Gutachter
die Leistungsfähigkeit des Kopfbahnhofs systematischer heruntergerechnet
und die des Tiefbahnhofs geschönt hatten. Erst vor kurzem zerpflückte er
auch das Brandschutzgutachten der DB. (Forts. folgt)

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Radschnellweg – die Nordvariante

m vergangenen Donnerstag diskutierte und entschied der Gemeinderat,
über welche Trasse der zukünftige Radschnellweg RS5 Schorndorf-Stuttgart
über die Gemarkung Rommelshausen geführt werden soll.
Der Tagesordnungspunkt wurde eingeleitet mit einer Präsentation von
Stefan Hein, Dezernent für Bauen, Umwelt und Infrastruktur beim
Landratsamt und zuständig für die zukünftige Planung des RS5. Sein
Vortrag war allerdings eine Werbeveranstaltung für die auch von unserer
Verwaltung favorisierte Südvariante, die von Endersbach her südlich der
S-Bahn und dann durch die Max-Eyth- und Willy Rüsch-Straße (mit der
problematischen Überquerung der Waiblinger Str.) und über die Äcker des
Schmidener Feldes Richtung Fellbach geführt werden sollte.
Die Nordvariante führt von Endersbach bis zur Kläranlage Fellbach
entlang von B14/B29, z.T. durch noch unerschlossenes Gelände. Es müsste
allerdings ca. 1 Hektar bisher weitgehend unberührte Natur überbaut
werden, so Herr Hein.
Gegen die Südvariante durchs Gewerbegebiet hatten sich viele dort
ansässige Gewerbetreibende ausgesprochen, auch die Schutzgemeinschaft
Schmidener Feld äußerte Bedenken gegen einen (natürlich geteerten)
Schnellweg über die Äcker.
Leider wurde unser mehrfach vorgebrachter Vorschlag einer anderen
Trassenführung nicht im GR vorgestellt: unsere Idee war, den RS5,
nachdem er südlich der Bahntrasse von Endersbach her kommt, über die
Brücke Beinsteiner Straße auf die nördliche Seite der Bahn und dann mit
einer Brücke an der Krättenbach-Kläranlage vorbei zu führen. Diese
Trasse würde die Nachteile der beiden anderen Vorschläge vermeiden.
Dasselbe Schicksal ereilte auch unsere Idee einer Brücke über die
Waiblinger Straße.
Die Entscheidung fiel unerwartet deutlich aus: 11:7 Stimmen gegen die
Südvariante, 12:5 Stimmen für die Nordvariante.

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RSS – und Lenk mal weg

Entscheidung über Radschnellweg im GR
Am Do 15.7. trifft der GR die Entscheidung über die Trassenführung für
den geplanten Radschnellweg RS5 Schorndorf-Fellbach auf der Gemarkung
Rommelshausen. (Sitzung beginnt 19 Uhr im Bürgerhaus, TOP 8). Kernen21
hat sich in den letzten Monaten intensiv mit den beiden Alternativen
befasst, eine Rundfahrt organisiert, an der BürgerInnen-Anhörung
teilgenommen und den verantwortlichen PlanerInnen mehrere Vorschläge für
eine veränderte bzw. verbesserte Trassenführung unterbreitet (z.B.
Fahrradbrücke am Bahnhof Rom über die Waiblinger Str. und Brücke über
das Krättenbach-Tal bei der Kläranlage). Leider ohne Resonanz.
Wie die geplante Südtrasse des RS5 entlang der Bahn gerade aussieht,
zeigt das letzte Woche aufgenommene Foto. Nicht so ganz ernst gemeint –
der RS5 ist dann 6 Meter breit und asphaltiert.
Lenk-Mal ist weg
Schon mehrere Male berichteten wir über das Stuttgart21-Denkmal „Chronik
einer grotesken Entgleisung“, das der Künstler Peter Lenk vor dem
Stuttgarter Stadtpalais vor einigen Monaten aufstellen ließ. Auch
zahlreiche Menschen aus Kernen hatten dafür gespendet bzw. es
besichtigt.
Einflussreichen Kreisen in Stuttgart war das Monument von Anfang an ein
Dorn im Auge und diese schlugen eine Verlegung an den Pariser Platz vor.
Sozusagen weitab vom Schuss. Der Künstler lehnte ab und baute das
Denkmal wieder ab. Es steht jetzt in seinem Garten in Bodman am Bodensee
und kann dort besichtigt werden.

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Ein Düker – was ist denn das?

Bei den schweren Regenfällen der letzten Wochen blieb Kernen weitgehend
verschont. Andere Kommunen nicht, z.B. Stuttgart. Dort war die
Schillerstraße, die direkt vorm Hauptbahnhof vorbeiführt, überflutet.
Nun hieß es in offiziellen Verlautbarungen, es wären „verstopfte Gullys“
[Ablauf auf der Straße zur Abführung des Regenwassers] gewesen, die zu
diesen Überflutungen geführt hätten.
Nicht erwähnt wurde, dass die Planung bzw. die Bauausführung für
Stuttgart 21 mitverantwortlich für diese Verstopfungen war. Auf der 568.
Montagsdemo am 28.6.21 hielt der Ingenieur Hans Heydemann unter dem
Titel „Starkregenereignisse und das Stuttgarter Wassersperrwerk S21“
eine Rede dazu. Heydemann war schon am 23.5.2013 in Stetten zu Gast,
damals sprach er zum Brandschutz im Tiefbahnhof.
Vergangene Woche führte der erfahrene Ingenieur nun aus, dass nicht die
verstopften Gullys hauptursächlich waren für die Überflutungen, sondern
der S21-„Düker“ am Hauptbahnhof. Ein Düker ist eine Druckleitung zur
Unterquerung einer Straße, eines Tunnels, eines Flusses oder von
Bahngleisen. Bzw. in unserem Fall zur Unterquerung des unterirdischen
S-21 Bahnhoftroges. Weil der Trog so tief liegt, dass er dem seither
dort verlaufenden Stuttgarter Haupt-Abwasserkanals des unterirdischen
Nesenbachs (Stuttgart liegt ja bekanntlich am Nesenbach, nicht am
Neckar!) im Weg ist, musste (für sehr viel Geld) dieser Nesenbachdüker
gebaut werden.
Allerdings wurde der Nesenbachkanal bzw. -düker als größter
Abwasserkanal unter dem Tiefbahnhof für eine maximale Abflussleistung
von 100 m³/s [Kubikmeter pro Sekunde] ausgelegt. Der ursprüngliche
Nesenbachkanal konnte jedoch 126 m³/s abführen, womit er den bisherigen
Anforderungen ohne Rückstau standhalten konnte.
Der S21-Düker ist eine technische Meisterleistung, wird aber weiterhin
zu Problemen führen.

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Thema S21 – Bahn hat Rechtsbruch begangen

Stadt Stuttgart hat berechtigte Kündigung des S21-Finanzierungsvertrags verhindert„

Bahn hat Rechtsbruch begangen

“Gemeinderat und Regierungspräsidium haben die Entscheidung über das Bürgerbegehren „Storno 21“ über sechs Jahre hinweg verschleppt. Sie erreichten so, dass die mit dem Bürgerbegehren angestrebte Ausübung eines außerordentlichenKündigungsrechts der Landeshauptstadt wegen Zeitablaufs verwirkt ist. Rechtsanwalt und Sprecher des Aktionsbündnisses gegen S21 Eisenhart von Loeper:

„Einmal mehr ist es den Verantwortlichen damit gelungen, eine Abstimmung im Sinne gelebter Demokratie zu vereiteln.“Im Verlauf der gestrigen Verhandlung vor der 7. Kammer des Verwaltungsgerichts Stuttgart wurde vom Gericht deutlich gemacht, dass sich die Bahn-Verantwortlichen gegenüber der Stadt Stuttgart durch das im Dezember 2012 eingestandene mehrjährige Vertuschen der Kostenexplosion der Täuschung ihrer Vertragspartner schuldig gemacht haben. Die Möglichkeit, aufgrund dieses Rechtsbruchs den Finanzierungsvertrag mit der Bahn zu kündigen, hat die Stadt allerdings durch kollusives Zusammenwirken mit der Bahn –insbesondere durch die jahrelange Fortsetzung ihrer Zahlungen an sie trotz Kenntnis aller Umstände –verwirkt. Dies ist umso schwerwiegender als der Gemeinderat bereits 2009 mit Zweidrittelmehrheit beschlossen hatte, im Fall einer Kostenerhöhung Bürgerinnen und Bürger darüber abstimmen zu lassen. Dieser Beschluss wurde aber nie umgesetzt.Ausführlich kam ferner das Gutachten von Professor Dr. Urs Kramer von 2019 zur Sprache: Hiernach ist die Vertragsbasis für Stuttgart 21 durch die nach Überschreiten des Kostendeckels ge-scheiterten Verhandlungen –nach der sogenannten „Sprechklausel“ –entfallen, der Finanzie-rungsvertrag also ohnehin „ausgelaufen“, sodass die Bahn seither „auf eigenes Risiko“ baut.Bereits 2007 hatte OB Schuster durch eine eilig geleistete Unterschrift unter den von den Projektpartnern erst zwei Jahre später unterzeichneten Finanzierungsvertrag dem dagegen gerichteten damaligen Bürgerbegehren den Boden entzogen und so auch damals eine Bürgerbeteiligung verhindert.

Vorsitzender Richter am Landgericht a.D. Dieter Reicherter: „Hier verhindern genau diejenigen fortgesetzt die demokratische Mitwirkung der Bevölkerung, die nicht müde werden zu betonen, wie das Projekt auf allen Ebenen demokratisch legitimiert sei.

“Kontakt:Eisenhart von Loeper,07452 4995 Dieter Reicherter, 07192 930522…

Pressemitteilung vom 02.07.2021 des Aktionsbündnisses gegen S21

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Radschnellweg Wegführung

Entscheidung zum Radschnellweg im Juli
Wir haben schon mehrere Male über den geplanten Radschnellweg RS5
Schorndorf-Fellbach berichtet und die Problematik der Wegeführung auf
der Gemarkung Rom. Entweder (von Endersbach her) unterhalb der
Kläranlage Krättenbach (entlang der Bundesstraße), oder aber entlang der
S-Bahn-Linie und dann in Rommelshausen durch die Max-Eyth- und
Willy-Rüsch-Straße und über die Äcker des Schmidener Feldes Richtung
Fellbach.
Beide Linienführungen haben Vor- und Nachteile, die wir an dieser Stelle
schon beschrieben haben.
Bei der Wegeführung durch die Römer Gewerbegebiete und weiter Richtung
Fellbach gibt es einen Gesichtspunkt, der bisher in der Diskussion noch
keine Rolle gespielt hat. Da ein Radschnellweg mindestens 6 Meter breit
ist, würde bei einer Führung in der Verlängerung der Willy-Rüsch-Straße
weiteres wertvolles Ackerland des Schmidener Feldes verloren gehen. Es
sei denn, die Trasse verliefe nördlich der Gewerbegebäude auf der
Nordseite der Willy-Rüsch-Straße. Hier käme wieder die von uns bereits
vorgeschlagene Fahrradbrücke am Bahnhof in Rom wieder ins Spiel, die
hinter der Fa. Kälte-Fischer die Waiblinger Straße überquerte.
Die Entscheidung darüber soll in der Juli-Sitzung des Gemeinderats
fallen. Gerne sind wir bereit, für interessierte GemeinderätInnen und
BürgerInnen eine nochmal Fahrradrundfahrt zu den beiden Trassen zu
organisieren. Unser Foto wurde bei der 1. Rundfahrt im März 2021
aufgenommen.

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Gesehen in der Esslinger Straße?

Nein, das hier abgedruckte Foto wurde nicht in der Esslinger Straße in Stetten aufgenommen, sondern an der Costa Brava. Genauer gesagt in Cadaques, in der Nähe des ehemaligen Wohnortes des weltberühmten Malers Salvador Dali. Eigentlich ein ruhiges Fischerdorf, aber durch seinen berühmten Bewohner auch Ziel zahlreicher TouristInnen, viele davon auf dem Motorrad.

Und was haben die Verantwortlichen dort gemacht? Sie haben Schwellen auf der Fahrbahn befestigt – und zwar auf freier Strecke. Diese Schwellen sind ein wirksames Mittel zur Verringerung der Geschwindigkeit von Fahrzeugen. Und damit auch ein Mittel zur Verringerung der Lärmbelästigung für die AnwohnerInnen.

Wenn Sie in Europa unterwegs sind, werden Sie bemerkt haben, dass diese Schwellen auf der Fahrbahn in allen europäischen Ländern gang und gäbe sind. Sowohl inner- wie auch außerorts. Zugelassen von den jeweils dort zuständigen Straßenverkehrsbehörden. Und auch vom Großteil der Bevölkerung akzeptiert.

Was aber in ganz Europa inzwischen als probates Mittel zur Verkehrslenkung und Lärmverringerung anerkannt und erprobt ist – im Rems-Murr-Kreis ist es verboten. Verstehen Sie das?

Unsere Webseite
Alle unsere Beiträge im Mitteilungsblatt finden Sie auf unserer Webseite www.kernen21.de. Kontaktadresse: juergenhoran@web.de.
Wir hoffen, auch bald wieder unsere monatlichen Treffen abhalten zu können.

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Aufzug an der „Haldschtell“ ist fertig

Lange hat es gedauert. Aber nun ist es tatsächlich Wirklichkeit
geworden. Nach über 2 Jahren Bauzeit ist die neue Aufzuganlage an der
„Haldschdell“, dem S-Bahnhof Stetten-Beinstein, endlich fertiggestellt.
Und sie funktioniert. (Leider keine Selbstverständlichkeit bei der
Deutschen Bahn).
Nun ist es auch für Rollstuhl-/RollatorfahrerInnen bzw. Menschen mit
schwerem Gepäck ohne Probleme möglich, auf den gegenüberliegenden
Bahnsteig zu kommen.
Welche enorme Verbesserung das für die oben beschriebenen
Personengruppen bedeutet, ist auf unserem historischen Foto aus dem
Jahre 2015 zu sehen, als der Bahnsteig-Zugang für Menschen mit
Einschränkungen noch mühsam über die Treppen der Unterführung „erkämpft“
werden musste.
Neben dem Aufzug wurden auch schöne Fahrradabstellmöglichkeiten
geschaffen, sogar überdacht.
Wir hoffen, dass es bald eine offizielle Einweihungsfeier geben wird, zu
der auch VertreterInnen unserer Gemeinde eingeladen werden. Schließlich
wird dieser Bahnhof von vielen Fahrgästen aus Stetten benutzt.
Leider gibt es wenig Hoffnung, dass dort in absehbarer Zeit eine
Bahnsteigerhöhung kommt, um den gefährlichen Spalt zwischen Bahnsteig
und Zug zu beseitigen. Das hätte bei diesem Millionenprojekt doch gleich
mitgemacht werden können.
… und Rommelshausen?
Interessant wäre in diesem Zusammenhang auch, zu erfahren, bis wann denn
die versprochene Bahnsteigerhöhung in Rom in Angriff genommen wird.

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Ein Leserbrief zum Artikel „Mehr als nur ein Stück Metall“ in der StZ vom 4.6.21.

Wie schlecht muss es um das Projekt S21 stehen, wenn die Bahn nun schon einzelne Oberleitungsmasten der Neubaustrecke als Durchbruch feiern muss – wo es noch nicht einmal Gleise gibt? Offensichtlich hofft man, dass auch solch kleine Fortschrittchen bei der Neubaustrecke zwischen Stuttgart und Ulm abfärben auf das eigentliche Projekt S21. Denn das steckt ja in größten Schwierigkeiten:

Die Planungen auf den Fildern sind vor wenigen Wochen faktisch im Papierkorb gelandet, weil die Politik jüngst erst erkannt hat, dass sie den Bahnverkehr auf den Fildern zu sehr einschränken – deshalb soll ein „Gäubahntunnel“ gebaut werden, der aber noch fünf bis zehn Jahre braucht. In Obertürkheim weiß die Bahn bis heute nicht, wie sie mit ihren Tunnels unter den befahrenen Gleisen durchkommen soll, ohne im instabilen Neckarkies eine Havarie wie in Rastatt zu riskieren. Und beim Brandschutz weiß die Bahn sehr genau, dass sie lediglich eine Baugenehmigung für ihre Tunnels hat aber noch lange keine Betriebsgenehmigung – und die wird sehr eingeschränkt ausfallen. Denn die Tunnel bieten in sämtlichen Sicherheits-Parametern (Rettungswegbreite, Abstand der Rettungsstollen, Querschnitt der Tunnelröhren, Steigung) jeweils die schlechtesten, gerade noch erlaubten Werte und sind damit die unsichersten Bahntunnel Europas. Wenn aber die Tunnel nur mit einer eingeschränkten Zahl von Zügen betrieben werden dürfen, wird ein Großteil der Züge von und nach Ulm nicht unter dem nun gefeierten Oberleitungsmasten fahren können, sondern über Plochingen und Esslingen in den Kopfbahnhof – wie bisher auch.

Deshalb: Lasst am Denkendorfer Oberleitungsmasten die S-Bahn von den Fildern ins Neckartal fahren, in den brandgefährlichen Tunnels nicht Menschen, sondern Waren für die City – und den Personenverkehr der Bahn im modernisierten Kopfbahnhof!

Martin Poguntke

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Gradaus odr Ommweg?

Vor dieser Entscheidung stehen Sie, wenn Sie mit dem Fahrrad von Stetten
zur „Haldschdell“, der S-Bahn-Haltestelle Stetten-Beinstein, fahren
wollen.
Nach der Endersbacher Straße geht es auf dem linksseitigen Fahrradweg
entlang der Landesstraße 1199 Richtung Bahnhof. Der Radweg hat schon
einige Jahrzehnte auf dem Buckel und ist für einen „Zweirichtungsradweg“
eigentlich zu schmal. Er müsste 3 m breit sein.
Dann erreichen Sie die alte Landhauskreuzung, siehe Foto. Dort kommt von
rechts die L 1201 von Strümpfelbach her, geradeaus geht es schnurstracks
(an der Gärtnerei Hayler vorbei) zum Bahnhof. Dafür müssen Sie jedoch
sowohl die Abbiegespur nach Stetten und anschließend die Landstraße
überqueren. Nicht ganz ungefährlich, da dort recht schnell gefahren
wird.
Der Radweg geht links weiter und führt zur großen, ampelgesteuerten
neuen Landhauskreuzung. Wenn Sie über diesen Umweg zum Bahnhof wollen,
müssen Sie zwei Zufahrtsstraßen zur Kreuzung mit einer Ampel überqueren.
An jeder Ampel warten Sie mindestens 1 Minute.
Danach geht es auf einem schmalen Radweg entland der Rommelshäuser Str.
weiter. Dieser Weg soll auf 2,50 m Breite ausgebaut werden. Kernen gibt
dafür einen Zuschuss an Weinstadt von 33.000 €.
Wenn Sie nun morgens eilig zur S-Bahn wollen, wie würden Sie sich
entscheiden? Gradaus oder Ommweg? Die gegenwärtigen Weinstädter Pläne
(mit Zustimmung von Kernen) sehen vor, dass Sie den Umweg fahren sollen.
(Forts. folgt)

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Applauskurve?

Der Mai ist gekommen …
… und es geht wieder los mit dem Motorradlärm an der Esslinger Straße.
Nicht nur für die AnwohnerInnen, sondern auch für viele Menschen in
anderen Teilen des Dorfes, deren Häuser sich auf gleicher Höhe wie die
Esslinger Straße befinden, ist das eine erhebliche Belästigung.
Die in der Esslinger Straße angebrachten Lärmmessgeräte können dagegen
wenig ausrichten.
Wir hatten schon verschiedene Male vorgeschlagen, Schwellen oder
Rüttelstreifen auf der Fahrbahn aufzubringen, die aufgrund ihrer
Bauweise Motorräder zum Langsamfahren zwingen.
Hier wurde immer argumentiert, dass dies in Deutschland nicht erlaubt
sei. Das stimmt so nicht. Ein befreundeter Motorradfahrer hat uns das
hier abgedruckte Foto zugeschickt.
Es wurde an der sog. „Applauskurve“ im Taunus aufgenommen. Diese
befindet sich an der Landesstraße 3004 (die „Kanonenstraße“) zwischen
Oberursel und dem „Sandplacken“-Abzweig zum Feldberg. „Applauskurve“
deshalb, weil sich auf dem nahe gelegenen Parkplatz (inzwischen
gesperrt) immer Motorradfahrer versammelten, um besonders waghalsigen
Kurvenfahrern zu applaudieren. Die Strecke war sehr unfallträchtig.
(Übrigens: am Tor zum Remstal gab es vorletzte Woche auch einen schweren
Motorradunfall).
Ober- und unterhalb der „Applauskurve“ bremsen nun 7 bzw. 5 rote
Rüttelstreifen den Verkehr. Sie sind aus Kunststoff, jeweils 50 cm breit
und nicht mehr als 1,5 cm hoch. Und sehr wirkungsvoll. Warum nicht auch
bei uns?

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Koalitionsvertrag – oje!

Mit großem werbetechnischen Aufwand wurde der neue Koalitionsvertrag von
Grünen und CDU letzte Woche der Öffentlichkeit präsentiert. Und als
großer Schritt im Kampf gegen die Klimaerwärmung.
Schauen wir uns die Vereinbarungen zu Stuttgart21 an, dann ergibt sich
ein anderes Bild. Der Verkehrsexperte Winfried Wolf, schon mehrere Male
bei uns zu Gast, schreibt dazu auf heise.de am 11.5.:
„Die Grünen – von 1995 bis 2011 Teil des Widerstands gegen Stuttgart 21
– haben eine erstaunliche Umwandlung vollzogen: Die alte und neue
Landesregierung will nicht nur S 21 mit all seinen Absurditäten,
Abnormitäten und Auswüchsen weiter bauen. Grün-Schwarz plant noch ein
zweites Stuttgart 21.
Im Koalitionsvertrag ist auf S. 124 ist zu lesen: Für einen nun so
genannten ‚Eisenbahnknoten Stuttgart 2040‘ sollen weitere 50 km Tunnel
gebaut werden. Nämlich ein unterirdischer Ergänzungsbahnhof mit
entsprechenden Zuläufen und die Tunnel-Führung der Gäubahn zum
Flughafen. Das bedeutete weitere Milliarden an Kosten und eine
Verlängerung der Bauzeit des Gesamtprojektes bis mindestens 2040.
Jahrzehntelang behaupteten die Tunnelparteien CDUSPDFDP [und ab 2011
auch die Grünen] durch den S21-Durchgangsbahnhof käme es zu einer
Vergrößerung der Schienenkapazität, im Vergleich zum bestehenden
Kopfbahnhof mit 16 Gleisen. Jetzt gibt es den doppelten spektakulären
Offenbarungseid: Stuttgart 21 ist zu klein – nach mehr als 10 Jahren
Bauzeit wird erkannt: man braucht sechs weitere Gleise. Und: Die
„Erweiterungsstation“ soll ein unterirdischer Kopfbahnhof sein.
Tunnelbauten aus Beton und Stahl sind ein aktiver Beitrag zur
Klimazerstörung. Die Treibhausgas-Emissionen je Tunnel-Kilometer werden
auf 15.000 Tonnen geschätzt. Für den Bau von S21 + Ergänzungen wird mit
insg. 3 Mio Tonnen Treibhausgasen gerechnet.“
Klimaschutz? Wen interessierts?

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Nachtrag zum Bericht Stuttgart21 – Fildererörterung im Mai 2021 – Abschlußrede von Steffen Siegel

Steffen Siegel

Die Bahn geht skandalös mit uns um: Der ehemalige S21-Chef Leger sagte dieser Tage: Wir S21-Gegner be-trieben Panikmache und seien für vier Jahre Zeitverzug verantwortlich! Und das, nachdem die Bahn in 19 Jahren beim Filderabschnitt 1.3b noch nicht einmal den Beginn eines Planfeststellungsverfahrens schaffte. Das heißt, die Unfähigen suchen auf unerträgliche Art Schuldige für ihr eigenes Versagen. Parallel zum Erörte-rungsverfahren formulierte soeben das Bundesverfassungsgericht einen aufsehenerregenden Beschluss, nach dem der Klimaschutz jetzt Verfassungsrang hat. Das bedeutet, die Politik muss jetzt zwingend für eine stär-kere Reduktion der CO2-Emissionen sorgen. Und was macht genau parallel zur Erörterung unsere neue grün-schwarze Koalition? Sie beschließt einen gigantischen zweiröhrigen Zusatztunnel (2 x 12 km Bilgertunnel) und in Stuttgart einen unterirdischen (Hermann-) Kopfbahnhof mit zusätzlich 6 Gleisen. Wie muss denen die Angst im Nacken sitzen, wenn sie die lächerlichen 8 Gleise im Schief-Tiefbahnhof um 75% auf 14 Gleise er-weitern müssen, um wenigstens die krassesten bahnbetrieblichen Mängel zu kaschieren. Beim Bau aller jetzt neu angedachten Ergänzungstunnel bei S21 käme es zusätzlich zu ca. 730.000 t Treibhausgasen, weiteren 5,2 Mrd. Euro Kosten und weiteren 10 bis 20 Jahren Bauzeit. Hier wird Wahnsinn mit Wahnsinn bekämpft! Und dann noch dies: Die Region kippte gerade die S-Bahn-Ringschlusspläne von den Fildern bis ins Neckartal. Ich frage: Was ist eigentlich die Steigerung von Wahnsinn?

Die Frage bei der Erörterung, ob die Antragstrasse besser sei als der Bilgertunnel, ist einfach zu entscheiden: Unter Klimagesichtspunkten ist das eine so idiotisch wie das andere. Für beide Vorschläge gilt das gleiche wie für die von der Bahn immer wieder als großartig beschworene Verkehrsdrehscheibe auf den Fildern. Das alles hieße nämlich, mehr Verbrauch von unersetzlichen, fruchtbaren Böden. Die sagen sich, was soll ́s, Klimaschutz hin oder her, Ernährungssicherheit unserer Enkel hin oder her, und die Bahn prostituiert sich auch noch als Zubringer zum klimaschädlichen Fliegen.

Ich habe den Eindruck, die Koalition einigte sich nicht etwa auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, nein, sie einigte sich eher auf den dümmsten gemeinsamen Nenner.Zusammengefasst:

Die Bahn verlangt ein Planfeststellungsverfahren nur zur Antragstrasse. Das Regierungs-präsidium macht zähneknirschend mit. Und jetzt kommt ́s: Zeitgleich zur Erörterung beschließen Grüne und CDU: „Wir wollen diese Antragstrasse nicht“. Daraufhin hätte das Erörterungsverfahren zwingend sofort eingestellt werden müssen.

Aber die lassen uns alle auflaufen und sie selbst halten sich raus. Weder Land noch Stadt, Region, Flughafen oder gar EBA sind beim Erörterungsverfahren anwesend. Haben die uns bewusst in die Falle gelockt und ergötzen sich am makabren Theater in der Messe, wo wir uns verkämpfen für Dinge, die sie hinter verschlossenen Türen längst anders entschieden haben?

Dabei liegt die Lösung doch wirklich so nahe: Stellt den S21-Bau sofort ein – und mit dem Geld, das ja an-scheinend für die Ergänzungsbauwerke vorgesehen ist, modernisieren wir den immer noch gut funktionie-renden bestehenden Kopfbahnhof und die Panoramastrecke und bauen endlich den S-Bahn-Ringschluss und nutzen die bereits bestehenden Tunnel sinnvoll zum Warentransport von der Peripherie in die Stadt (Güter-logistiksystem)! Schaut euch doch dazu unser großartiges Umstiegskonzept an.

Sagen wir dem Wahnsinn ade!

Rufen wir gemeinsam:OBEN BLEIBEN!

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Stuttgart21 – Fildererörterung

Beitrag der Schutzgemeinschaft Filder e.V. zur Fildererörterung im Mai 2021

Das Regierungspräsidium lässt sich bei der Fildererörterung durch Bahn und Politik missbrauchen, und die grün-schwarze Koalition fährt mit ih-rer Tunnelmanie die eigenen Klimaziele an die WandSteffen Siegel: Heute treten wir, das sind Frank Distel und Steffen Siegel, mal zu zweit auf. Einer allein könnte das absurde Theater um die Erörterung des Filderabschnitts von S21 gar nicht ertragen.

Wir vertreten die Bürgerinitiative„Schutzgemeinschaft Filder“ (SGF).

Wir haben in den über 50 Jahren des Bestehens unserer BI schon viel Schlimmes erlebt, u.a. die brutale Zerstörung einzigartig fruchtbarer Böden durch den Flughafenausbau, dieMesse, die Bundesautobahn, krebsartige Erweiterungen der Kommunen und vieles mehr. Doch S21 erweist sich zunehmend als noch irrsinniger als alles bisher Erlebte. Vor nunmehr 27 Jahren, im Jahr 1994 wurden die Stuttgart-21-Pläne der Öffentlichkeit präsentiert, mit dem Bonbon, dass S21 nichts, gar nichts koste, da man ganz S21 durch die dann zu verkaufenden darüber liegen-den Gleisflächen finanzieren könne. Jeder wusste, dass das völliger Quatsch war! Erst 8 Jahre später, im Jahre 2002, also vor 19 Jahren,stellte die Bahn einen Antrag auf Planfeststellung des Filderabschnitts 1.3, worauf das Eisenbahnbundesamt (EBA) immer wieder sagte, dies sei so nicht genehmigungsfähig. Gemeint war vor allem der Mischverkehr – Regionalzüge, Schnellzüge und S-Bahnen – auf der S-Bahnstrecke von Rohr zum Flughafen. Um zu erkennen, dass dieser Mischverkehr nicht geht, weil er sowohl den S-Bahn-Betrieb als auch den Betrieb der Gäubahnen massiv beeinträchtigt, genügen eigentlich die vier Grundrechenarten. Ja und? Die machen trotzdem weiter. Und dann passiert wieder 8 Jahre nichts! Schließlich, im Jahr 2010sprachVerkehrsminister Ramsauer (CSU) eine windige, jeder geltenden gesetzlichen Vorgabe widersprechende, befristete Ausnahmegenehmigung aus. Wir dachten: Jetzt geht’s richtig los mit dem Planfeststellungsverfahren. Aber, bis heute, 2021 – also weitere 11 Jahre lang – nichts, nichts, nichts! Inzwischen sagte die Bahn (Grube), ab 4,7 Mrd. Euro wird das Gesamtprojekt unwirtschaftlich. Und obwohl man heute bei der Bahn alles mit weit über 8 Mrd. schönrechnet, baut und trickst man hemmungslos weiter.Jahrzehntelang wurden Fakten ignoriert, aber eben auch Fachleute wie Steinborn, Hohnecker, ja sogar Hei-merl wurden ignoriert, und intelligente Ideen von uns machte man arrogant nieder. Die Ergebnisse der Schlichtung und des Filderdialogs, nämlich die Gäubahnen weiterhin über die Panoramastrecke nach Stuttgart fahren zu lassen, wurden zugunsten des bescheuerten Mischverkehrs beiseite gewischt. Es wurden erfolglos Planverfahren eingeleitet, Gerichte bemüht und das Jahrhundertprojekt S21 verherrlicht. Also immer weiter so! Seitvielen Jahren wird die Eröffnung des Erörterungsverfahrens für 1.3b in Halbjahresabständen bis heute immer wieder angekündigt und weiterverschoben – aus unerfindlichen Gründen. Doch vor kurzem dämmerte den Machern in Berlin, dass Stuttgart 21 niemals funktionieren würde, und so kamen sie darauf, eine ganz neue Trasse auf den Fildern vorzustellen, den Bilgertunnel. Dazu fehlen noch alle entscheidenden Daten, und da fragt man sich: Warum musste man gerade jetzt plötzlich hektisch diese Erörterung durchführen? In einer Messehalle, vier lange Tage und das zu Coronazeiten? Mehrere Gruppen und wichtige Persönlichkeiten – so auch die großartigen Juristen Dieter Reicherter und Dr. Lieber – hatten ihre Teilnahme vorzeitig abgesagt und in eindrücklichen Briefen die Veranstalter (das Regierungspräsidium) 1 ab 21.12.2020 wegen Corona-Pandemie jeweils Montags, 18 Uhr, wieder online: dringend ersucht, das Verfahren aus Gesundheitsgründen zu verschieben. Als Antwort kam nur eine klare Ablehnung.Bei der Erörterung sollte drei Tage über die seit vielen Jahren verschleppte, untragbare „Antragstrasse“ gesprochen werden und dann nur einen Tag über unvollständige „Varianten zur Antragsplanung (u.a. Gäubahntunnel), großräumige Varianten und Planrechtfertigung“, nicht aber über die naheliegende Lösung, die Führung über die Panoramastrecke.Dagegen haben wir von der Schutzgemeinschaft Filder im Vorfeld schriftlich protestiert und wenigstens das Vorziehen der Alternativen und prüfbare Pläne zum Bilgertunnel eingefordert. Das wurde am ersten Verhandlungstag klar abgelehnt. Daraufhin und wegen der Coronagefahren verließen die meisten Umweltgruppen unter Protest die Veranstaltung. Erst am vierten Tag kamen einige trotz Gesundheitsbedenken zurück, um nicht den lobbyhörigen Tunnelfetischisten alleine das Feld zu überlassen. Doch nun Frank zu den mehr inhaltlichen Fragen.

Frank Distel: AntragstrasseSteffen hat es angedeutet: Die Führung der Gäubahn über die S-Bahn-Strecke ist an Murks und Problempunkten kaum mehr zu toppen:

•An der Rohrer Kurve kommt es durch die knappen Zeitfenster von nur 2 Minuten bei der Zusammenführung von Gäubahnen aus Süden und den S-Bahnen aus Stuttgart zu häufigen, verspätungsaufbauenden Konflikten, namentlich bei den regelmäßigen Verspätungen.•Der Mischverkehrsstrecke fehlt jede Zukunftsfähigkeit bei der politisch gewollten Steigerung der Bahn-nachfrage. Sie ist schon beim beschlossenen 15-Minuten-Takt der S-Bahn überlastet. Mit der vorgesehenen Taktverdoppelung des Zürich-IC ist die Mischverkehrsstrecke vollends störanfällig. Überall im deutschen Bahnnetz beseitigt man Mischverkehrsstrecken; hier schafft man eine neue – auf einer wichtigen Strecke des Transeuropäischen Bahnverkehrs:

Schwachsinn Nr. 1!

•Der Tunnel vor dem Flughafen ist ausschließlich für S-Bahn-Verkehr ausgelegt. Nach 8-jährigem, entlarvend peinlichem Streit zwischen Bahn und Bundesverkehrsministern hat 2010 Minister Ramsauer ohne sachliche und fachliche Grundlage unter politischem Druck eine bis 2035 befristete Ausnahmere-gelung für die Nutzung auch durch Regio- und Fernzüge erlassen. Wir nannten das damals eine Ram-sauerei, weil das allen Regelwerken der Bahn widerspricht. Verkehrsminister Scheuer hat dann im Handstreichverfahren (anstatt in einer Planfeststellung) die Ausnahme entfristet und durch einen Widerrufsvorbehalt ersetzt. Dagegen klagen wir zurzeit!•Nun ist am Flughafen die Neubaustrecke und der „Bergbauschachtbahnhof“ unter der Messe im Bau. Extrem unkomfortabel, 200 m von den Terminals und der S-Bahn entfernt, 27 m unter Tage, ohne eine Rolltreppe, nur mit lahmen Aufzügen und einem 10-stöckigen Treppenhaus:

Schwachsinn Nr. 2!

•Der „Bahnhof 3. Gleis“,der das Bahnchaos retten sollte, ist nur eingleisig und daher im Gegenverkehrs-betrieb extrem störanfällig bei den alltäglichen Verspätungen, weil beim zeitnahen Zusammentreffen auch Gegenzüge viele Minuten lang anhalten müssen. Gefährlich bei Versagen von Stoppsignalen, was im deutschen Eisenbahnnetz auch täglich vorkommt. Im Notfall, so die Bahn „fährt man eben in einer Richtung durch das S-Bahn-Terminal.“ An diesem Unsinn ist übrigens schon die erste Planfeststellung 2014 gescheitert:

Schwachsinn Nr. 3!

Dieses krachende Scheitern der Antragstrasse hat nun auch der Bund bemerkt und Staatssekretär Steffen Bilger präsentiert der staunenden Öffentlichkeit – den Tunnellobbyisten wunschgemäß folgend – den Gäubahntunnel („Bilgertunnel“): Immerhin beweist die schiere Existenz dieser Planungsidee nachdrücklich, welcher 20jährige Krampf hier wider besseres Wissen zur Planfeststellung vorgelegt wurde. Der „Bilgertunnel“ löst zwar die meisten Probleme der Antragstrasse, lässt aber entscheidende Mängel ungelöst und fügt dramatisch neue hinzu: •So fahren die Gäubahnen weiterhin durch den brandgefährlichen Fildertunnel und den erwiesenermaßen unterdimensionierten Tiefbahnhof, der mit täglich ca. 120 gleichzeitig doppelt belegten Bahnsteigenden angestrebten Deutschlandtakt bei Verspätungen endgültig zerschießt.Neu hinzu kommt, dass die Gäubahnfahrgäste jetzt auch noch in den beim Umsteigen extrem unkom-fortablen Bahnhof unter der Messe gezwungen werden. Dessen Kapazität ist mit nur zwei Gleisen durch das Hinzukommen der Gäubahnen verkehrlich nicht mehr ausreichend und schon gar nicht zukunftstauglich:

Schwachsinn Nr. 4!

•Der Bau weiterer zurzeit diskutierten Tunnelröhren bei S21 verursacht ¾ Mio. Tonnen klimaschädliches CO2,eine unerträgliche Größenordnung im Lichte der längst heraufgezogenen Klimakrise! Damit wird der vielbeschworene Klimaschutz der Koalitionäre erneut zu einer leeren Worthülse!•Die Unterbrechung der Gäubahnzwischen Vaihingen und Stuttgart Hbf. würde sich auf mindestens 12, wahrscheinlich sogar auf 15 Jahre erstrecken; das ist unzumutbar für Schweizer Fahrgäste und Gäubahnanrainer:

Schwachsinn Nr. 5!

•Die Nutzen-Kosten-Rechnung von Bilger ist in empörender Weise schöngerechnet, u.a. wieder mit dort nie fahrenden Güterzügen. Bei tatsächlich über 2 Mrd. € Kosten seines Tunnels liegt der Nutzen-Kosten-Faktor meilenweit unter „1“ und müsste daher durch den Rost fallen.•Das Abhängen von Böblingen und vor allem von Singen und damit des gesamten westlichen Boden-

seeraums vom Fernverkehr nach Stuttgart ist eine inakzeptable Verschlechterung des Bahnangebots: Schwachsinn Nr. 6!Solch eine milliardenteure Schnapsidee soll nun die Filderprobleme lösen und den versprochenen Deutsch-landtakt gewährleisten?

Schwachsinn Nr. 7!

Einzig wirklich vorzugswürdige Lösung, den verfahrenen Karren aus dem Dreck zu ziehen, ist der Erhalt der Gäubahn auf der Panoramastrecke:•am schnellsten realisierbar; •mit Abstand am kostengünstigsten!•Mit Neigetechnikzügen genauso schnell von Böblingen am Hbf wie beim Gäubahntunnel und schneller als bei der Mischverkehrstrasse!•Das so wichtige S-Bahn-Notfallkonzept ist weiterhin möglich, und es besteht die Chance einer Express-S-Bahn in 19 Minuten vom Hbf. zum Flughafen.•Unsere Lösung ermöglicht vor allem eine viel schnellere Realisierung von Wohnbauquartieren schon Ende der 20er Jahre mit städtebaulich verträglichem Abstand zum teilweise bleibenden Gleisvorfeld. Anders bei S21, wo man frühestens ab 2035 an Baubeginn denken kann. Niemand kann heute vorher-sagen, ob man in den 40er Jahren noch die geplanten 10.000 Wohnungen benötigt. Damit ist das Fest-halten der Stadt an der Bebauung des gesamten Gleisvorfelds ein nicht kalkulierbares finanzielles Ri-siko und daher ein Verstoß gegen die Regeln verantwortungsvoller Haushaltsführung!•UND: nur mit weiteren Kopfgleisen nähert sich der Tiefbahnhof wenigstens annähernd einem taugli-chen Taktfahrplan.Dies alles durch die Politik fortwährend zu ignorieren ist – Ihr ahnt es schon –

Schwachsinn Nr. 8!

„Brandschutz“des Gesamtprojekts: S21 hat im Gegensatz zu den vielen Eisenbahntunneln in Deutschland ein brandgefährliches Alleinstellungsmerkmal. Mit dem 11-km-Bilgertunnel und dem 10-km-Nordzulauftun-nel besteht das bahnbetrieblich unterdimensionierte Bahnknötchen Stuttgart aus über 100 km eingleisigen Tunnelröhren. Wehe, wenn in einem der Tunnel ein Zug in Brand gerät – Zugbrände passieren mehrmals im Jahr in Deutschland! Und die Bahn wendet hier nur die Mindeststandards ihrer Regelwerke an, wo vorsor-gend weitaus mehr geboten wäre!Weitere Sonderstellung: Bei S21 folgt ein Tunnel direkt dem nächsten oder mündet in einem Tiefbahnhof, nach dem sich wieder direkt ein Tunnel anschließt! Ziemlich ausgeschlossen, dass ein brennender Zug aus dieser Tunnelorgie aus eigener Kraft ins Freie kommt! Laut Auswertung der per Klage durch die Ingenieure22 erstrittenen Dokumente der Bahn wurde bei Zugbrand im Tunnel zwar die Rauchausbreitung simuliert, die Evakuierung von 1.750 Fahrgästen in angeblich 15 Minuten (!) aber für ein Kaltereignis– ohne Berücksichti-gung von Panik und Mobilitätseingeschränkten! Damit ist bei dieser extremen Tunneldichte das Rettungskonzept im Brandfall untauglich – und verstößt,obwohl laut Bahn den Regelwerken entsprechend, menschenverachtend gegen das Grundrecht auf Schutz des Lebens vor Schaden und Gefahr!Mein Fazit: Das ganze Stuttgart 21 ist von vorne bis hinten und von unten bis oben SCHWACHSINN!Es wäre die allerhöchste Zeit, aus schierer Vernunft die Notbremse zu betätigen, mindestens aber ein Moratorium zu beschließen.

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Kernen-Stetten Mobilitätsstation (2)

Letzte Woche berichteten wir über den bereits 2015 eingebrachten
Vorschlag von Kernen21 und Parteifreiem Bündnis PFB, an der Haltestelle
Diakonie eine Mobilitätsstation einzurichten. An dieser Haltestelle
kamen damals 5 verschiedene Buslinien zusammen.
Die Idee umfasste die Einrichtung einer verlängerten Haltestelle (damit
2 Busse hintereinander halten können) bzw. die Errichtung eines zweiten
Bus-Hochbords (fürs bequeme Umsteigen). Des weiteren Fahrradparkplätze,
Ladestation fürs Elektroauto, einen Parkplatz für ein Stadtmobil und die
erweiterte Nutzung der Fahrradreparaturwerkstatt der Diakonie.
Damit wäre die Mobilitätsstation Diakonie Stetten ein Modellprojekt für
den ländlichen Raum (und für die Zukunft des ÖPNV) gewesen, für das mit
großer Wahrscheinlichkeit Zuschüsse von Land und Bund hätten beantragt
werden können. Auch andere Zuschussquellen wären wohl möglich geworden.
Gut, der Verband Region Stuttgart hat damals gesagt, dass nur
Mobilitätsstationen bezuschusst werden, die einen Übergang vom Bus zur
S-Bahn ermöglichen. Deshalb wurde dann für mehrere hunderttausend Euro
der Bahnhof in Rommelshausen umgebaut, obwohl dieser keine große
Umsteigebedeutung hat. Die meisten BusfahrerInnen Richtung
Stuttgart/Backnang steigen nicht in Rom um, sondern am Bahnhof in
Waiblingen, weil dort ein wesentlich besseres Weiterfahr-Angebot
vorhanden ist (zwei S-Bahn-Linien, zwei Mal Regionalexpress).
Wir denken, dass die PlanerInnen vom Modellprojekt „Diakonie“ hätten
überzeugt werden können. Vielleicht wird noch was draus, wenn es eines
Tages eine durchgängige Expressbusverbindung von Ludwigsburg über
Waiblingen nach Esslingen und zum Flughafen gibt. Und der Bus 219 die
S-Bahn-FahrerInnen von Schorndorf über Stetten-Beinstein an den
Expressbus anbindet. Mensch soll ja die Hoffnung nicht aufgeben.

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Mobilitätsstation Haltestelle Diakonie

Vor kurzem wurden an der Bushaltestelle „Diakonie“ in Stetten in
Fahrtrichtung ES fünf abschließbare Fahrradboxen aufgestellt. Inzwischen
steht dort auch eine Wartehäuschen mit einer Bank, s. Foto. Ein Lob
dafür an die Verantwortlichen.
Schon 2015 wurde von K21 und PFB jedoch ein viel weitergehender
Vorschlag gemacht: der Bau einer Mobilitätsstation an dieser Stelle.
Zitat aus dem damaligen Vorschlag: „Die Diakonie Stetten ist der
zentrale ÖPNV-Umschlagplatz in unserer Gemeinde. Ab Dez. 2016 laufen
dort 4 Buslinien zusammen: Bus 211 Stetten-WN, mit Anschluss zu S2, S3,
Regionalzügen und allen weiterführenden Buslinien. Bus 212
Stetten-Fellbach mit Anschluss zu U1, S2 + S3 und SSB-Bus 60 nach UT.
Bus 116 ES-Endersbach, mit Anschluss zur S1 Richtung
Plochingen/Cannstatt und allen weiterführenden Buslinien Richtung
Fildern und Flughafen und S2 Richtung Schorndorf/Stuttgart. Sowie der
Expressbus X20 WN-ES, mit allen oben bereits angeführten
Weiterverbindungen in WN und ES in alle Richtungen. [Nachbemerkung: Der
Bus 116 fuhr damals 2x am Tag von Esslingen nach Stetten-Beinstein bzw.
Endersbach. Er wurde vor 2 Jahren durch den Bus 219 ersetzt, der aber
leider – trotz aller unserer Bemühungen – die Haltestellen „Diakonie“
und „Stetten-Beinstein“ nicht mehr anfährt. Mit diesen beiden
Haltestellen wäre der 219er eine ideale Verbindung von der S2 aus
Richtung Schorndorf zum X20 nach ES]. Forts. folgt.

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Schaden an der Oberleitung (2)

Die Fortsetzung unseres Berichts über das neue Buch von Arno Luik, der
im Sept. 2019 bei uns zu Gast war.
In seiner Analyse der Zustände im Bahnverkehr kommt Luik zu dem Schluss,
dass der Fehler im System besteht: unfähige Manager, die vom Bahnfahren
nichts verstehen, so wie z.B. der aus der Politik in den Vorstand der
Deutschen Bahn (DB) gewechselte ehemalige Kanzleramtsminister Ronald
Pofalla. Eine DB, die Firmen in 140 Ländern dieser Welt zusammengekauft
hat (nicht nur im Eisenbahnsektor), um zum weltweiten „Spieler“ zu
werden. Obwohl sie nicht in der Lage ist, in ihrem Stammland einen
zuverlässigen Bahnverkehr zu gewährleisten. Im November 2020 meldet die
Agentur Reuters, dass die DB bis 2023 einen Schuldenstand von über 32,3
Milliarden Euro aufweisen wird. Fast so viel wie 1994, als sie von den
Steuerzahlenden entschuldet wurde und bei Null anfing.
Die Tragik dieser Situationsbeschreibung besteht darin, dass sowohl Luik
wie auch wir begeisterte BahnfahrerInnen sind, die eigentlich wollen,
dass der Bahnverkehr ausgebaut wird und gut funktioniert. Das Gegenteil
ist leider der Fall, sehr zur Freude der Autoindustrie.
Unser großes Vorbild: die Schweiz, wo ein staatliches (!)
Bahnunternehmen einen beispielhaften Bahnverkehr hinkriegt: Taktverkehr
(Anschluss alle Stunde) bis in das hinterste Schweizer Gebirgstal.
Laokoon soll bleiben
Schon öfters berichteten wir über die Skulptur „S21 – Chronik einer
grotesken Entgleisung“ des Konstanzer Künstlers Peter Lenk, auch als
„schwäbischer Laokoon“ bezeichnet. Sie wurde am 25.10.20 – auch mithilfe
von vielen Spenden aus Kernen – vor dem Stadtmuseum in Stuttgart
aufgestellt und ist seither ein Publikumsmagnet. Nach den Plänen von OB
Nopper soll sie von dort wieder verschwinden. Wir unterstützen eine
Kampagne für ihren Verbleib, siehe www.lenk-in-stuttgart.de

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