Mobilitätsstation

Die neue Mobilitätsstation Diakonie
Unser Foto zeigt die neue Mobilitätsstation an der Bushaltestelle
„Diakonie Stetten“. Der farbig umrandete Bildschirm ist Ihnen vielleicht
beim Vorbeifahren oder beim Einsteigen in den Bus schon aufgefallen.
Diese elektronische Fahrplananzeige steht seit einigen Wochen an der
Haltestelle Diakonie in Fahrtrichtung Waiblingen, als eine der ersten im
Verkehrsverbund Stuttgart an einer Bushaltestelle.
Das freut uns sehr, denn Kernen21 (bzw. das PFB im Gemeinderat) hat
schon vor mehreren Jahren das Anbringen dieser Anzeigen vorgeschlagen.
Dort finden Sie zuerst mal auf Kopfhöhe einen Bildschirm, auf dem die
Abfahrtszeiten der nächsten 8 Busse angezeigt werden. Und zwar sowohl in
Fahrtrichtung WN/Fellbach wie auch in Richtung Kelter bzw. Esslingen.
Das Gute ist, dass es sich um eine Echtzeitanzeige handelt, d.h. es wird
auch angezeigt, um wie viele Minuten ein Bus eventuell Verspätung hat.
Des weiteren finden Sie in Hüfthöhe einen Berührungsbildschirm, der mit
der Fingerspitze bedient werden kann. Auf dem Schirm befindet sich eine
Karte und rechts ein Menü für die Fahrplanauskunft. Sie können Ihren
Abfahrtsort und das Endziel bzw. ihre Ankunfts- und Abfahrtszeiten
eingeben (wie unter www.vvs.de) und erhalten dann eine detaillierte
Aufstellung Ihrer Verbindung und der Umsteigemöglichkeiten. Daneben gibt
es noch Infos zu touristischen Zielen und zu Veranstaltungen. (Forts.
folgt)

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Paketzustellung mit Lastenfahrrad

ie kennen sicherlich das Phänomen: täglich sehen Sie farblich
unterschiedliche Lieferwagen, die durch unsere Gemeinde fahren und
Pakete ausliefern. Es sind fast 10 verschiedene Firmen. Die 5 größten
sind der Marktführer DHL (eine Tochter der Deutschen Post) über Hermes,
DPD, GLS bis zu UPS.
Da diese Diesel-Lieferwagen mehr oder weniger alle die gleiche Route
durchs Dorf nehmen und das Paketaufkommen ständig zunimmt (vor allem
auch durch Corona), ist mit diesen Fahrten eine nicht geringe
C0²-Belastung verbunden.
Schon des längeren gibt es Überlegungen, die Auslieferung bis zu den
EndkundInnen (die sog. „letzte Meile“) mit dem Fahrrad zu erledigen. Vor
2 Jahren hat das Bundesumweltministerium dazu in Berlin einen
Modellversuch gestartet. Die oben erwähnten 5 Paket- und Kurierdienste
testen den Einsatz von elektrischen Lastenrädern (auf neudeutsch
„Cargo-Bikes“) in der Berliner Innenstadt. Die Räder stoßen keine
Schadstoffe aus und verursachen kaum Störungen im Verkehr. (Siehe dazu
www.bmu.de/media/letzte-meile-lastenrad).
Bei der letzten Gemeinderatssitzung vor der Weihnachtspause haben wir in
der Bürgerfragestunde den Vorschlag gemacht, dies als Modell für eine
dörfliche Struktur wie in Stetten auszuprobieren. Und zwar nicht mit
Lastenrädern von 5 verschiedenen Firmen, sondern mit einem Depot z.B. in
der ehem. Kreissparkasse (wo ja die Post reinkommen soll), wo alle
Paketdienste anliefern und von wo dann die Pakete mit einem einzigen
Lastenrad im ganzen Dorf verteilt werden. Dies hätte auch den Vorteil,
dass diese Aufgabe jemand übernehmen könnte, wo sich im Dorf auskennt
(und dann auch weiß, wo Pakete deponiert bzw. bei welchen NachbarInnen
abgegeben werden könnten) bzw. sogar Pakete bei Menschen abholen
könnten, die nicht mehr so mobil sind und für die der Weg zur
Paketstation zu weit wäre.

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Jahresrückblick

Licht und Schatten
Unser Verein entstand vor 10 Jahren aus dem Widerstand gegen das
Immobilienprojekt Stuttgart 21. (Dazu später mehr). Wir beschäftigen uns
aber auch mit allen anderen Verkehrs- und Mobilitätsfragen, insbesondere
mit Verbesserungen für FußgängerInnen, Radfahrende und für den
Öffentlichen Personennahverkehr ÖPNV.
So blicken wir auf ein Jahr mit Licht und Schatten zurück.
Grundsätzlich war die Corona-Krise eine Katastrophe für Busse und
S-Bahnen, mit stark zurückgehenden NutzerInnen-Zahlen. Inzwischen ist
der Rückgang gestoppt, aber es wird Jahre dauern (wenn überhaupt), bis
der Vor-Corona-Stand wieder erreicht sein wird. Durch den Rückgang
gefährdet sind „unsere“ seit 5 Jahren existierende Expressbuslinie X20
und der Bus 219 Stetten-Endersbach. (Letzterer allerdings auch wegen
einer falschen Linienführung). Andererseits fährt die S2 jetzt
durchgängig im Viertelstundentakt, der Bahnsteig in Rom soll 2022 erhöht
werden, bei den örtlichen Bussen wurden Fahrplanlücken geschlossen und
ein günstiger Kernen-Fahrschein wurde eingeführt. (Neudeutsch als
„Ticket“ bezeichnet).
Der Fahrradverkehr stand ganz im Zeichen der Diskussionen um den
geplanten Schnellweg Schorndorf-Stuttgart. Begrüßenswert. Leider fanden
unsere Vorschläge für eine veränderte Linienführung kein Gehör. Die
Durchfahrt durch Fellbach ist noch gänzlich ungelöst.
Stagniert hat der Bereich Barrierefreiheit. Hoffentlich geht es hier
2022 wieder voran.
Ein vom Kopf her kranker Patient bleibt der Bahnverkehr. Ständig
steigende Schulden bei der Deutschen Bahn, Manager, wo keine Eisenbahn
können, explodierende Kosten bei S21, ein Kellerbahnhof, der so nie
funktionieren wird und schon vor Fertigstellung milliardenschwere
Nachbesserungen braucht. Und Korruption im dreistelligen
Millionenbereich.
Es bleibt für uns jede Menge zu tun. Auf ein Neues in 2022.

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Volksabstimmung 10 Jahre

Vor 10 Jahren: Volksabstimmung zu Stuttgart 21 (2)
Letzte Woche berichteten wir über die Hintergründe der Volksabstimmung über S21, die am 27.11.2011. in ganz Ba-Wü stattfand. Eigentlich eine Abstimmung über den Ausstieg aus der Projektfinanzierung. So mussten die BefürworterInnen eines Weiterbaus mit „Nein“ stimmen, die GegnerInnen mit „Ja“. (s. Foto Plakat in Endersbacherstr.)
Bei einer Wahlbeteiligung von 48,3% gab es eine Mehrheit von 58,9 zu 41,1% der gültigen Stimmen für den Weiterbau.
In Kernen sah es ähnlich aus, mit interessanten Abweichungen: Es stimmten 60,06% mit Nein, 39,94 mit Ja. Auf Ortsteile runtergebrochen: In Rom 62,06% für Weiterbau (bis zu 66% in einzelnen Wahllokalen), 37,94% für Stopp.
In Stetten sah es a bissle anders aus: 57,52 zu 42,48%. Interessant die Ergebnisse in den Wahllokalen HHO-Heim (52,24 zu 47,76%) + Kindergarten Grüntorstr. (54,08 zu 45,92%) aus. Aber in keinem Wahllokal gab es Mehrheiten für die GegnerInnen.
Diese beiden Lokale hatten auch die besten Ergebnisse der GegnerInnen im ganzen Rems-Murr-Kreis.
„Gewonnen“ wurde allerdings mit der Behauptung, die S21-Gesamtkosten betrügen max. 4,1 Mrd €. Inzwischen sind wir bei 10 Mrd € (Bundesrechnungshof). MP Kretschmann dazu: „Mehrheit schlägt Wahrheit“. Von den damaligen engagierten Befürwortern ist niemand mehr im Amt (MdB Pfeiffer, MdL Paal, OBs Schuster + Hesky, Landrat Fuchs).
Wir sind noch da. Wenn auch weniger geworden.
Wir machen weiter.

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Volksabstimmung 10 Jahre

Vor 10 Jahren: Volksabstimmung zu Stuttgart 21 (1)
Am Sonntag, 27. November 2011 fand in ganz Baden-Württemberg eine
umstrittene „Volksabstimmung“ über das Projekt Stuttgart 21 statt, die
die im März 2011 neu gewählte rot-grüne Regierung auf den Weg gebracht
hatte. Umstritten deshalb, weil es einiger juristischer Winkelzüge bei
der Formulierung bedurfte und deshalb eigentlich nicht über das Projekt
abgestimmt wurde, sondern über den Ausstieg aus der Finanzierung durch
das Land. Rechtlich sind die Deutsche Bahn und der Bund Bauträger. Das
Land (übrigens auch Kernen mit 600.000 €) gibt nur einen Zuschuss. Alle,
die für den Weiterbau waren, mussten mit „NEIN“ stimmen, die GegnerInnen
stimmten mit „JA“, siehe Foto Plakat in Endersbacherstraße.
Innerhalb der Bewegung war die Teilnahme an der Abstimmung umstritten.
Zum einen wegen des hohen Quorums: eine Mehrheit der am Wahlsonntag
abgegebenen Stimmen reichte nicht zum Erfolg bei der Abstimmung, sondern
es mussten außerdem insgesamt 33,3% aller Wahlberechtigten mit JA oder
NEIN stimmen. Dann die Tatsache, dass landesweit abgestimmt wurde,
obwohl die meisten BürgerInnen nur indirekt vom Projekt betroffen waren.
Und nicht zuletzt die Ungleichheit der zur Verfügung stehenden Mittel.
Wir hatten weder die personellen, noch die finanziellen und
publizistischen Mittel, z.B. die Menschen am Bodensee oder im
Schwarzwald zu erreichen. Trotzdem entschied sich eine Mehrheit fürs
Teilnehmen. (Forts. folgt)

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Bahnsteigerhöhung

Bahnsteigerhöhung in Rom kommt!
K21 Kernen gibt es nun seit über 10 Jahren. Und fast von Anbeginn an
berichteten wir über die mangelnde Barrierefreiheit am Bahnhof in Rom
und bei weiteren Stationen Richtung Schorndorf. Vor allem die
Einstiegshöhe und der Spalt zwischen Bahnsteigkante und Zug von bis zu
30 cm erschweren die Fahrt von Menschen mit Gehbehinderungen, mit
Rollatoren, Rollstühlen, Kinderwägen. Dies führte auch zu zahlreichen
Unfällen und Verletzungen von Fahrgästen, die wir seit 2013
dokumentierten und über Zeitungsartikel bzw. Radio- und Fernsehberichte
an die Öffentlichkeit brachten und skandalisierten. Zusammen mit
Betroffenen und Unterstützung aus der Politik (insbesondere unser MdL
Jochen Haußmann) und Kernener Gemeindeverwaltung wurde nach 7 Jahren
erreicht, dass die S-Bahnsteige in Rom nun umgebaut werden.
Rom ist erst der zweite (!) von insgesamt 30 Bahnhöfen in der Region,
deren Bahnsteige noch so ähnlich aussehen wie bei uns und erhöht werden
müssten. Andere Kommunen, die keine entsprechende Öffentlichkeits- bzw.
Lobbyarbeit gemacht haben, werden noch Jahre oder Jahrzehnte darauf
warten, dass dort was passiert. Leider gehört dazu auch die
„Haldschdell“, der Bahnhof Stetten-Beinstein, Gemarkung Weinstadt.
Vergangene Woche haben 2 VertreterInnen der Deutschen Bahn im
Gemeinderat die Umbaupläne vorgestellt. Beide Bahnsteige werden um 20 cm
erhöht, außerdem wird die Neigung (= Gleisüberhöhung) der in der Kurve
liegenden Schienen verringert. Wegen dieser Kurvenlage wird leider kein
ganz ebener Einstieg möglich sein (vor allem Richtung Schorndorf), aber
es ist eine ganz erhebliche Verbesserung. Außerdem kommen neue
Aufzuganlagen und Wartehäuschen. Nach dem Ende der Umbaumaßnahmen im Mai
2023 wird Rom den schönsten S-Bahn-Halt in der Region haben und eine
lange Geschichte fände einen befriedigenden Abschluss.

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Lärmbelastung in der Esslingerstraße (1)

Lärmbelastung in der Esslingerstraße (1)
Vor kurzem fand in unserer Gemeinde das Herbsttreffen der landesweiten
„Initiative Motorradlärm“ statt. Dies ist ein Zusammenschluss von
inzwischen über 160 Gemeinden in Baden-Württemberg, auf deren Gemarkung
sich Straßen befinden, die besonders stark von MotorradfahrerInnen
befahren werden und wo die AnwohnerInnen z.T. extrem unter der damit
verbundenen Lärmbelästigung leiden.
Bei diesem Treffen war auch die zuständige Staatssekretärin Elke Zimmer
dabei. Bei einem Termin vor Ort in der Esslingerstraße – am Ortsausgang
Stetten Richtung Esslingen, wo sich das sog. „Lärmdisplay“ befindet – zu
dem auch die Presse eingeladen war, hieß es, dass diese elektronische
Anzeige gewisse positive Effekte habe, da sie zu rücksichtsvollerem
Fahren auffordere.
K21 berichtet schon mehrere Jahre über diese Problematik, hat die Klagen
der AnwohnerInnen gesammelt und darüber u.a. in den MB 21-23/2020
berichtet. Wir können diese positiven Effekte so nicht bestätigen. Gut,
diesen Sommer gab es tatsächlich weniger Motorrad-Ausflugsverkehr.
(Wegen verregnetem Sommer oder andere Strecken waren „in Mode).
Was aber zugenommen hat, ist der „Spaßverkehr“ von Motorrad- und vor
allem AutofahrerInnen, die die Esslinger Straße als Rennstrecke oder zum
Ausprobieren ihrer aufgemotzten Fahrzeuge benutzen. Und das oft bis spät
in der Nacht. Denen ist das Display sowas von egal. Anrufe bei der
Polizei oder die direkte Ansprache der „Rennfahrer“ durch die
AnwohnerInnen blieben wirkungslos.
Dies wurde in der Berichterstattung nicht erwähnt. Es ist schade, dass
K21 bzw. die AnwohnerInnen zu diesem Treffen nicht eingeladen wurden,
damit sie dieses neue Phänomen hätten beschreiben können. Und ihre
Lösungsvorschläge für dieses Problem hätten vorbringen können.
Was meinen Sie? Schreiben Sie uns: juergenhoran@web.de. (Forts. folgt)

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Nachruf für Raimund Thum

Am 28. Oktober verstarb unser K21-Aktiver Raimund Thum.
Raimund war seit vielen Jahren Mitglied von Kernen21 und nahm jede Woche
an den Montagsdemos gegen den geplanten Tiefbahnhof Stuttgart21 teil.
Er wuchs in Waiblingen auf. Nach einer Lehre als Elektromechaniker bei
Höfliger & Karg und anschließendem Elektrotechnikstudium zog er Mitte
der 1970er Jahre nach Stetten in den Römmelesweg. Bis zur Rente
arbeitete er als Handelsvertreter für elektronische Bauteile.
Neben den Montagsdemos besuchte er regelmäßig die Vortrags- und
Diskussionsveranstaltungen der Allmende und des PFB. Er hatte
vielseitige politische, literarische und kulturelle Interessen.
Der passionierte Radler und Ducati-Motorradfahrer war regelmäßig zum
Mittagessen im „Burgstüble“ anzutreffen.
Raimund wurde 72 Jahre alt.
Die Trauerfeier am Wiesengrab findet am Dienstag, 16. November 2021 um
13:30 Uhr auf dem Alten Friedhof in Stetten statt.

Ich habe dem Bruder von Raimund, Ludwig, übrigens angeboten, dass er
sich an uns wenden kann, wenn er Hilfe braucht. Z.B. beim Ausräumen der
Wohnung oder so. Ich hoffe, das ist in eurem Sinne.

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5 Jahre Expressbus X20 (4)

Vor 5 Jahren wurde 3 Expressbuslinien in der Region eingeführt, darunter
„unser“ X20. Hier der letzte Teil unseres Rückblicks.
Nach seinem Start im Dezember 2016 tat sich der X20 schwer. Wie bei der
Einführung neuer Linien üblich, dauerte es Jahre, bis die seine
möglichen NutzerInnen die neue Linie und ihre Vorteile für sich entdeckt
hatten. (Wir haben damals mit Fahrplantipps kräftig die Werbetrommel
gerührt). Erschwerend kam hinzu, dass die Stadt Esslingen (und ihre
Verkehrsbetriebe) den Expressbus als ungeliebtes Kind anguckten und
wenig bis gar nicht machten, um ihn zu fördern. Beispiel gefällig?
Schauen Sie sich mal die Bushaltestellen in der Flandernstraße in ES an.
Bis heute, nach 5 Jahren, haben die immer noch keinen Hochbord (zum
barrierefreien Einsteigen) und die Haltestellen sind sehr schlecht
ausgeleuchtet. Auch am Busbahnhof in ES ist die Verkehrsführung für den
ausfahrenden Bus suboptimal. In Kernen war es besser, da wurde vor 2
Jahren die Haltestelle Karlstraße ausgebaut.
Trotz dieser Widrigkeiten verzeichnete der X20 dann nach dem 1. Jahr
ständig steigende Fahrgastzahlen, belegte gar den ersten Platz im
Vergleich mit den beiden anderen neu eingeführten Linien von Leonberg
bzw. von Kirchheim zum Flughafen.
K21 hat sich auch viele Gedanken gemacht, wie die Expressbusse weiter
ausgebaut werden könnten. Z.B. mit einer durchgehenden Linie von
Ludwigsburg über WN und ES bis zum Flughafen. (Bisher leider ohne
Erfolg).
Und dann kam die ÖPNV-Katastrophe Corona. Die Fahrgastzahlen fielen im
letzten Jahr fast auf Null. Jetzt erholen sie sich langsam wieder, aber
in den Randzeiten kann mensch doch des öfteren leere Busse beobachten.
Der Expressbus-Betrieb ist für weitere 2 Jahre gewährleistet. Aber was
dann? Um seinen Fortbestand zu sichern, braucht es eine konzertierte
Aktion und intensive Anstrengungen aller Beteiligten.

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5 Jahre Expressbus X20 (3)

Vor 5 Jahren wurde 3 Expressbuslinien in der Region eingeführt, darunter
„unser“ X20. Hier die Fortsetzung unseres Rückblicks.
Nach dem Beschluss des Verkehrsausschusses des Verbands Region Stuttgart
(zuständig für den Expressbus-Betrieb) im Nov. 2014 wurde der Betrieb
der 3 Linien Anfang 2015 europaweit und für einen eigenwirtschaftlichen
Betrieb ausgeschrieben. (Dieses Verfahren wurde von den Marktradikalen
in der EU vor einigen Jahren für alle öffentlichen Vergaben eingeführt).
Niemand meldet sich.
In Kernen werden Fahrtroute und Haltestellen festgelegt. Ein Problem
dabei stellen die vielen Parkplätze in der Langestraße in Stetten dar.
Einige werden wegfallen. Ein Antrag von PFB + OGL für Werbemaßnahmen
nach Einführung des X20 und für einen Umbau der Haltestelle „Diakonie“
in eine Mobilitätsstation wird von der GR-Mehrheit abgelehnt. Diese
Mehrheit beschließt ebenfalls die Einstellung der Buslinie 116
(ES-Stetten-Endersbach).
Die Firma Schlienz in Kernen gewinnt im Sommer 2016 die Ausschreibung
für alle 3 Expressbuslinien.
Eine Einladung von K21 an die OBs von ES, WN und den BM von Kernen auf
eine gemeinsame Premierenfahrt wird von diesen aus zeitlichen Gründen
abgelehnt. Daraufhin organisiert K21 am 11. Dezember 2016 eine
Premierenfahrt mit dem X20 zum Weihnachtsmarkt in ES, in Zusammenarbeit
mit der Ortsgruppe ES des VCD (Verkehrsclub Deutschl.). (Siehe Foto).
120 Personen fahren mit. (Forts. folgt).

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5 Jahre Expressbus X20 (2)

8 Jahre ist es nun her, dass erstmals über Expressbusse in der Region
diskutiert wurde, vor 5 Jahren wurden sie eingeführt. Hier die
Fortsetzung unseres Rückblicks.
Die entscheidende Sitzung des Verkehrsausschusses des Verbands Region
Stuttgart (zuständig für den Betrieb der Expressbusse) war am 19.11.14.
Hier gelang es tatsächlich (durch unsere vorherige Lobbyarbeit), die
Verbindung WN-ES auf den 3. Platz der neu einzuführenden Linien zu
bringen. „In Anbetracht der starken Unterstützung der Lokalpolitik“, wie
es in der Vorlage heißt. Ursprünglich war „unser“ Expressbus nur unter
„ferner liefen“ aufgeführt.
Die weiteren neu zu schaffenden Linien waren Kirchheim – Flughafen und
Leonberg – Flughafen.
Wir bemühten uns auch intensiv (und vergeblich) darum, die geplante
Linienführung von Waiblingen nach Esslingen zu verändern. So machten wir
den Vorschlag, den X20 vom Bahnhof WN aus nicht über Rommelshausen,
sondern über Stetten-Beinstein zu führen und dort an die S-Bahn
anzubinden. Das hätte 2 Vorteile gehabt: zum einen hätten wir eine
schnelle Verbindung von Stetten zur S-Bahn gehabt (auch eine alte
Forderung von K21). Zum anderen wäre so eine schnelle Verbindung von der
S2 aus Richtung Schorndorf nach Esslingen geschaffen worden. (Und
umgekehrt). Vor der X20-Einführung mussten Fahrgäste aus dem Remstal,
die nach Esslingen wollten, mit der S2 bis Cannstatt fahren und dort in
die S1 Richtung Plochingen umsteigen. Oder, wie es bei der jetzigen
Linienführung ist, bis zum Bahnhof in Waiblingen fahren und dann in den
X20 umsteigen. Das ist zwar bequemer (und eine schönere Strecke), aber
nur unwesentlich schneller.
Außer für die Remstäler Studierenden der Hochschule Esslingen in der
Flandernstraße. Die sparen tatsächlich Zeit, da sie nicht mehr den Umweg
über den Bahnhof in ES fahren müssen. (Forts. folgt)

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5 Jahre Expressbus (1)

8 Jahre ist es nun her, dass erstmals über Expressbusse in der Region
diskutiert wurde, vor 5 Jahren wurden sie eingeführt. Wir wollen deshalb
daran erinnern, wie diese Verbindung zustande gekommen sind.
Schon 2007 stellt die Allmende in ihrem Papier „Stetten 2020“ die Idee
vor, um Stuttgart herum einen S-Bahn-Ring LB-WN-ES-Flughafen-LEO zu
bauen, zur Entlastung der S-Bahn-Stammstrecke im Hbf Stuttgart.
Ersatzweise durch die Einführung von Bussen. Der Vorschlag verpufft
wirkungslos.
Im Juni 2013 stellen Grüne, SPD und FDP im Verkehrsausschuss (VA) des
Verbands Region Stuttgart (VRS) erstmals Anträge für die Einführung
regionaler Expressbuslinien.
Im Mai 2014 werden im VA 11 mögliche Expressbuslinien in der Region
vorgestellt, vorgeschlagen wird die Einführung von erstmal nur 5 Linien.
Waiblingen-Esslingen ist allerdings nicht mit dabei.
Kurz danach, im Juni 2014 schreibt K21 Kernen einen Offenen Brief an
Bürgermeister, Gemeinderat und Landtagsabgeordnete, mit der
Aufforderung, sich mit aller Kraft für eine Expressbuslinie WN-ES
einzusetzen. Diese Lobby-Arbeit wird in den darauffolgenden zwei Jahren
fortgesetzt, mit Briefen und Telefonaten mit den Mitgliedern des
Verkehrsausschusses. Immer mehr AkteurInnen beteiligen sich daran. Die
Diakonie Stetten schildert in einem Brief an den VRS die Vorteile der
Linie für BewohnerInnen und Beschäftigte. Ebenso das Ordnungsamt Kernen
(zuständig für den ÖPNV) und unsere örtlichen Kreistagsabgeordneten von
CDU und SPD.
Sehr verhalten reagieren anfangs Bürgermeister und Landrat. Das ändert
sich erst vor der entscheidenden Sitzung des VA am 19.11.2014, wo es
tatsächlich gelingt, die Verbindung WN-ES auf den 3. Platz der neu
einzuführenden Linien zu bringen. „In Anbetracht der starken
Unterstützung der Lokalpolitik“, wie es in der Vorlage heißt. (Forts.
folgt).

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Druckknopfampel L2021 – eine Chronologie (4 – Schluß)

Der Schluss unseres Berichtes über die neue Druckknopfampel an der L1201:
Im Herbst 2019 lief die Genehmigungsmaschinerie für die Ampel an, zahlreiche Behörden waren daran beteiligt. Diese entschieden schließlich, 200 Meter weiter Richtung Westen zu bauen, nähe Haldenbach. (Dort war früher schon der Übergang).
Grund: die Stromzuleitung. Sie war ursprünglich von der Seemühle her geplant, wurde dann aber im Durchschussverfahren unter dem Haldenbach vom Aussiedlerhof her verlegt, von dem dort befindlichen Trafo (Mittel- auf Niederspannung). Die Bürgerinitiave (BI) wurde zu dieser Änderung übrigens nicht gehört.
Es entstanden Gesamtkosten von 112.000 €, davon entfielen allein 78.000 € auf die Stromzuleitung.
Nach einer einjährigen, corona-bedingten Verzögerung wurde die Druckknopfampel schließlich am 9. September 21 offiziell eingeweiht. Mit dabei: Tanya Kasa von der BI, Herr Hein von Landratsamt, der Weinstädter OB Scharmann, zahlreiche Mitarbeiter der beteiligten Technikfirmen und die Presse. Die BI organisierte für den 11.9. schließlich eine Fahrrad-Einweihungsfahrt, siehe Foto.
Glückwunsch an Tanya Kasa und ihre MitstreiterInnen. In erstaunlich kurzer Zeit haben sie ihr Ziel erreicht. Auch dank des engagierten Einsatzes der beteiligten Behördenmitarbeiter.
Nun gilt es, Erfahrungen zu sammeln, wie die Ampel funktioniert. Schreiben Sie an: sichererschulweg-kernen@gmx.de

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Druckknopfampel L2021 – eine Chronologie (3)

Die Fortsetzung unseres Berichtes über die Geschichte der
Druckknopfampel an der L1201:
Am Samstag, 14. September 2019 trat die Bürgerinitiative Sicherer
Schulweg L1201 mit einem Infostand mit Unterschriftensammlung gegenüber
vom REWE zum ersten Mal öffentlich in Erscheinung. Der Zuspruch war sehr
groß, mehrere Hunderte Unterschriften kamen zusammen. Sie wurden an die
Verantwortlichen weitergeleitet.
Am 21. September 2019 fand eine Fahrraddemonstration von der Seemühle
zum betroffenen Überweg statt, organisiert von Tanya Kasa und Corinna
Appenowitz. 70 Erwachsene und Kinder nahmen daran teil, die Zeitungen
berichteten ausführlich. Sie demonstrierten mit den Parolen „Sicherheit
beim Queren“ und „Ampel statt Angst“. (Siehe Foto)
Immer wieder fanden (nichtöffentlich) Gespräche mit den betroffenen
Behörden statt.
Im September 2019 erhielt die BI (nach einigem Hin und Her) das
offizielle Veröffentlichungsrecht im Mitteilungsblatt der Gemeinde
Kernen.
Im Herbst 2019 schwenkte das Regierungspräsidium überraschend auf den
Vorschlag der BI ein und befürwortete den Bau einer Druckknopfampel zur
Überquerung. Im Januar 2020 kam dazu die offizielle Pressemitteilung.
Die Genehmigungsmaschinerie lief an, zahlreiche Behörden waren daran
beteiligt. Diese entschieden schließlich, die Ampel nicht an der
ursprünglich geplanten Stelle zu errichten, sondern 200 Meter weiter
Richtung Westen. (Forts. folgt)

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Druckknopfampel L2021 – eine Chronologie (2)

Die Fortsetzung unseres Berichtes über die Geschichte der
Druckknopfampel an der L1201.
Die ursprüngliche Überquerungsstelle für Radfahrende aus Stetten
Richtung Endersbach lag in der Nähe des Haldenbachs. (Da, wo jetzt die
Ampel ist). Sehr unübersichtlich. Die Überquerung wurde also um 100 m
Richtung Seemühle verlegt. An dieser Stelle wird sehr schnell gefahren,
insb. für Kinder und SeniorInnen war die Überquerung gefährlich.
Nach ersten Hinweisen von Eltern, die zu einem Zeitungsartikel führten,
und auf Initiative von Tanya Kasa, einer betroffenen Mutter, traf sie
sich im Herbst 2018 mit Vertretern von Regierungspräsidiums, Landratsamt
und Weinstadt.
Daraufhin wurde die bereits geltende 50 km/h-Geschwindigkeitsbegrenzung
räumlich verlängert. Ohne Effekt.
Am 9.4.2019 gründeten 15 betroffene Eltern daraufhin die BI „Sicherer
Schulweg L 1201“. Sie trat mit vielen Aktionen an die Öffentlichkeit.
Forderung: Errichtung einer Druckknopfampel.
Von offizieller Seite wurde argumentiert, der Bedarf für eine Ampel sei
nicht gegeben. Deshalb wurde von der BI am So, 30.6. und Mo, 1.7.19 eine
ganztägige Fußgänger- und Verkehrszählung am Übergang durchgeführt. Sie
ergab, dass alle 5 Sek. ein Auto vorbeifuhr und pro Std.
durchschnittlich 15 Personen die Fahrbahn überquerten (Fuß + Rad).
Am Samstag, 14.9.19 trat die BI mit einem Infostand zum ersten Mal
öffentlich in Erscheinung. (Siehe Foto). Forts. folgt.

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Mit der Kirche ums Dorf

Mit der Kirche ums Dorf
Es gibt viele Berufstätige aus Stetten, die mit dem Fahrrad zur
„Haldschdell“ (S-Bahn Station Stetten-Beinstein) fahren. Je nachdem, wo
mensch wohnt, dauert das 5-7 Min. und ist die schnellste Verbindung von
Stetten zur S-Bahn. Mit dem X20 nach Waiblingen dauert es 10 Min., mit
dem Linienbus 211 sind es 17 (von Haltestelle „Diakonie“).
Keine Alternative ist leider der Bus 119, da dieser in Endersbach in der
Stettener Straße hält und nicht in der Nähe des Bahnhofs (so wie früher
der Bus 116 von Esslingen mit Haltestelle „Waiblinger Straße“). Bei
einer Ankunft des 119ers in der Stettener Straße um 7:16 Uhr müssten die
300 Meter Fußmarsch bis zur S-Bahn (Abfahrt 7:19 Uhr) im Sprint
zurückgelegt werden. Sehr Sportlich.
Der Einstieg in die S-Bahn auf der „Haldschdell“ hat den Vorteil, dass
dort in der Hauptverkehrszeit in Richtung Stuttgart noch ein Sitzplatz
zu ergattern ist. Außerdem gibt es inzwischen überdachte
Fahrradabstellplätze.
Normalerweise fahren die Stettener RadlerInnen auf dem Radweg entlang
der L1199, überqueren die L1201 (wo von Strümpfelbach her kommt) und
fahren geradeaus (am Hayler vorbei) zum Bahnhof.
Nun plant Weinstadt einen neuen Radweg entlang der Rommelshäuser Str.
bis zur ampelgesteuerten Landhauskreuzung. (Mit kräftigem Zuschuss von
Kernen). Nun wollen die dortigen PlanerInnen (mit Zustimmung Kernens),
dass die Stettener RadlerInnen nicht am Hayler vorbei, sondern über
diese Landhauskreuzung (mit 2 Ampelüberquerungen und Wartezeiten bis zu
4 Minuten!) bis zum Bahnhof fahren. Also mit der Kirche ums Dorf, fern
jeder Fahrradwirklichkeit.
Hier findet hoffentlich noch ein Umdenken statt.
Wahlpodium zur Bundestagswahl
„Klimagerechte Mobilitätswende“. MIt allen Bundestagskandidaten. Mi,
22.9., 19 Uhr, Manufaktur Schorndorf. Wir sind Mitveranstalter. Auch
online unter www.club-manufaktur.de

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Nachruf Irmela

Zur Erinnerung an Irmela Grämkow
Am 16. August 2021 verstarb unser Gründungsmitglied Irmela Grämkow aus der Hartstraße.
Schon im November 2009 gehörte sie zu den ersten TeilnehmerInnen der Montagsdemos gegen Stuttgart 21, die seit dem 26. Oktober 2009 vor dem Hauptbahnhof stattfanden, um gegen das „unsinnigste Projekt in der Geschichte des Eisenbahnbaus“ zu protestieren.
So war es nur folgerichtig, dass sie im Februar 2011 zu den Gründungsmitgliedern von Kernen21 gehörte, unserem „Verein zur Förderung eines zukunftsfähigen öffentlichen Personennahverkehrs“.
Sie kam nicht nur regelmäßig zu unseren Sitzungen, sondern beteiligte sich auch an unseren Aktionen, Ausflügen und Festen. Und sie hatte eine große Sensitivität für ihre Mitmenschen, die Natur und alles Lebendige.
Irmela wurde 79 Jahre alt. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.

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10 Jahre Stresstest (2)

Im November 2010 fand in Stuttgart die sog. „Schlichtung“ zu Stuttgart
21 statt, live übertragen im SWR-Fernsehen ins ganze Land. Auch in
unserer Gemeinde saßen Hunderte von Interessierten vor den Bildschirmen,
nicht nur die vielen Kernener Aktiven, die zuvor zu den großen
Demonstrationen am Bahnhof mit bis zu 150.000 TeilnehmerInnen nach
Stuttgart gefahren waren.
Am Ende stand der mit großem Trara verkündete „Schlichterspruch“ des
alten CDU-Politfuchses Heiner Geißler, der einen „Stresstest“ über die
Leistungsfähigkeit des Bahnhofs vorschlug. Das Ergebnis dieses
Stresstestes wurde vor 10 Jahren, am 29.7.2011, der Öffentlichkeit
präsentiert. Geißler schlug einen Kombibahnhof aus unter- und
oberirdischen Gleisen vor.
Der Knackpunkt dieser S21-Schlichtung bestand darin, dass gar nicht um
die Sinnhaftigkeit des Baus von S21 gestritten wurde, sondern nur darum,
ob der neue Tiefbahnhof mit 8 Gleisen leistungsfähiger sei wie der
bestehende Kopfbahnhof mit 16 Gleisen.
Unsere Bürgerbewegung war angetreten, um den alten Bonatz-Bahnhof zu
erhalten und S21 zu verhindern. Und hätte deshalb an dieser (nach außen
gut verkauften) „Bürgerbeteiligung-Schau“ nicht mitmachen dürfen. So wie
es damals die „Parkschützer“ forderten, die aber von den Politprofis aus
Grünen und einzelnen Sozialdemokraten im S21-Aktionsbündnis an den Rand
gedrängt wurden. Ja, die Grünen waren damals noch gegen S21 und drehten
sich erst um 180 Grad, als sie 2011 an die Macht kamen.
Unsere Protestbewegung wurde in den Planungsprozess des umstrittenen
Projekts hineingezogen – ohne tatsächlich etwas entscheiden zu können.
Zusammen mit dem brutalen Polizeieinsatz am 30.9.2010 führte diese
Umarmungstaktik dazu, dass die große Dynamik des Widerstand gegen S21
gebrochen wurde.
Aber wir sind nach wie vor jeden Montag auf der Straße, auch 10 Jahre
später.

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10 Jahre Stresstest

Weitgehend unbeachtet von den Medien jährt sich dieser Tage das
zehnjährige Jubiläum des sogenannten „Stresstests“ zu Stuttgart 21.
Diese von Heiner Geissler moderierte Gegenüberstellung von Vertretern
der Deutschen Bahn (DB) und unserer BürgerInnenbewegung war das Ergebnis
der damals massenhaften Proteste gegen den Tiefbahnhof. Die
Auseinandersetzung, die nicht auf Augenhöhe stattfand, weil die Bahn
wesentliche Informationen unter Verschluss hielt, wurde live im SWR
übertragen. Hunderttausende verfolgten die Wortgefechte live an den
Bildschirmen.
Am 29. Juli 2011 wurde das Ergebnis der Öffentlichkeit präsentiert. Und
– oh Wunder – die Vertreter der Bahn sprachen von einer 30prozentigen
Erhöhung der Leistungsfähigkeit des neuen Bahnhofs, die GegnerInnen
widerlegten dies. Ohne Erfolg, Schlichter Heiner Geißler verkündete
einen „Kompromiss“ – der mit unseren VertreterInnen nicht abgesprochen
war: Neubau im Untergrund, aber teilweise Erhalt des alten Kopfbahnhofs.
Aber bei diesem Vorschlag handelte es sich um Nebelkerzen, ein Erhalt
des Kopfbahnhofs war nie vorgesehen – schließlich wollte die Stadt
Stuttgart die oberirdischen Gleisanlagen für die Entwicklung von
milliardenschweren Immobilienprojekten. Darum ging es im Grunde genommen
von Anfang an. (Ob diese Projekte tatsächlich verwirklicht werden
können, steht allerdings noch in den Sternen).
Einer, der damals die Gutachten der Bahn mit akribischem Fleiß
studierte, war Dr. Christoph Engelhardt aus München. [Siehe dazu auch
seine Webseite wikireal.info]. Er war dann im Juli 2012 bei Kernen21 zu
Gast und konnte damals detailliert nachweisen, dass die Bahn-Gutachter
die Leistungsfähigkeit des Kopfbahnhofs systematischer heruntergerechnet
und die des Tiefbahnhofs geschönt hatten. Erst vor kurzem zerpflückte er
auch das Brandschutzgutachten der DB. (Forts. folgt)

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Radschnellweg – die Nordvariante

m vergangenen Donnerstag diskutierte und entschied der Gemeinderat,
über welche Trasse der zukünftige Radschnellweg RS5 Schorndorf-Stuttgart
über die Gemarkung Rommelshausen geführt werden soll.
Der Tagesordnungspunkt wurde eingeleitet mit einer Präsentation von
Stefan Hein, Dezernent für Bauen, Umwelt und Infrastruktur beim
Landratsamt und zuständig für die zukünftige Planung des RS5. Sein
Vortrag war allerdings eine Werbeveranstaltung für die auch von unserer
Verwaltung favorisierte Südvariante, die von Endersbach her südlich der
S-Bahn und dann durch die Max-Eyth- und Willy Rüsch-Straße (mit der
problematischen Überquerung der Waiblinger Str.) und über die Äcker des
Schmidener Feldes Richtung Fellbach geführt werden sollte.
Die Nordvariante führt von Endersbach bis zur Kläranlage Fellbach
entlang von B14/B29, z.T. durch noch unerschlossenes Gelände. Es müsste
allerdings ca. 1 Hektar bisher weitgehend unberührte Natur überbaut
werden, so Herr Hein.
Gegen die Südvariante durchs Gewerbegebiet hatten sich viele dort
ansässige Gewerbetreibende ausgesprochen, auch die Schutzgemeinschaft
Schmidener Feld äußerte Bedenken gegen einen (natürlich geteerten)
Schnellweg über die Äcker.
Leider wurde unser mehrfach vorgebrachter Vorschlag einer anderen
Trassenführung nicht im GR vorgestellt: unsere Idee war, den RS5,
nachdem er südlich der Bahntrasse von Endersbach her kommt, über die
Brücke Beinsteiner Straße auf die nördliche Seite der Bahn und dann mit
einer Brücke an der Krättenbach-Kläranlage vorbei zu führen. Diese
Trasse würde die Nachteile der beiden anderen Vorschläge vermeiden.
Dasselbe Schicksal ereilte auch unsere Idee einer Brücke über die
Waiblinger Straße.
Die Entscheidung fiel unerwartet deutlich aus: 11:7 Stimmen gegen die
Südvariante, 12:5 Stimmen für die Nordvariante.

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