Junggebliebene Rocker Stones

Rolling Stones + S 21
Vergangenen Samstag spielten die Rolling Stones im „Neckarstadion/Daimler-Stadion/Mercedes-Benz-Arena“. So eine lustige Bemerkung von Mick Jagger, darauf anspielend, dass sie zum 3. Mal hier spielten und das Stadion jedes Mal anders hieße. Doch nicht nur das. Jagger sagte auch: „Ich liebe diese Stadt, ich wünschte, ich wäre im Baugewerbe“. Die Stones logierten nämlich im Hotel Le Meridien, direkt neben der Riesen-Baugrube. Und, selber ein gewiefter Unternehmer, weiß Jagger natürlich, wieviel Reibach bei einem so riesigen Projekt für die beteiligte Baubranche zu machen ist.
Großdemo am 7. Juli
Wie der Spruch von Jagger zeigt, ist S 21 und seine Skandale inzwischen weltweit bekannt. Damit dies so bleibt, findet am Sa, 7.7. um 14 Uhr vor dem Hbf in Stuttgart die nächste Großdemo statt. Es sprechen u.a. Joe Bauer, Volker Lösch und Herta Däubler-Gmelin. Und es spielt die Remstäler Gruppe „Chain of Fools“. Ein weiterer Grund, zur Demo zu gehen.
Buswartehäuschen
In Kernen sollen in den nächsten Jahren einheitliche Buswartehäuschen aufgestellt werden. Wir finden, dass diese nicht nur schön aussehen, sondern auch praktisch sein sollten. Z.B. durch einen ausreichenden Wetterschutz an den Seitenwänden. Wer schon mal bei Schnee und Regen auf den Bus gewartet hat, weiß, wovon wir reden. Des weiteren sollten die Fahrpläne so angebracht sein, dass sie auch von Menschen im Rollstuhl gelesen werden könnte. Wichtig wäre auch eine Beleuchtung der Fahrpläne. Dies könnte über Photovoltaik-Kollektoren auf dem Dach gewährleistet werden. Wichtig fänden wir auch eine akustische Ansage für Sehbehinderte. So wie am Bushalt Lutherkirche in Fellbach. (Endhaltestelle U1). Dort befindet sich ein blaues Gehäuse. Wenn Sie da drauf drücken, werden Ihnen die Abfahrtszeiten der nächsten Busse angesagt. Probieren Sie es mal aus, eine tolle Sache.
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Barrierefreiheit

Leichte Sprache – Teil der Barrierefreiheit
Wenn wir seither über die Barrierefreiheit berichtet haben, dann bezog sich dies auf Nullabsenkungen und der der Beseitigung von Hindernissen für Rollstuhl- und RollatorfahrerInnen. Oder auf ebene Einstiegmöglichkeiten in Busse und Bahnen. Es gibt aber noch einen weiteren Gesichtspunkt der Barrierefreiheit: die Leichte Sprache.
Gemeint ist damit eine Sprache, die komplizierte Ausdrücke und Schachtelsätze vermeidet. So ist sie auch für Menschen mit Lernbehinderungen verständlich. Oder für Menschen, die noch nicht so gut Deutsch können.
Auf der Webseite diakonie-stetten.de/leichte-sprache wird dies so erklärt: „Leichte Sprache heißt: Wir benutzen kurze Wörter. Wir benutzen einfache Wörter. Wir benutzen keine Abkürzungen. Wir erklären schwere Wörter. Wir benutzen kurze Sätze. Woher kommt der Name Diakonie Stetten? Das Wort Di-a-ko-nie kommt aus der griechischen Sprache. Das Wort Diakonie bedeutet: Dienst. Dienst für hilfe-bedürftige Menschen. Das Wort bedeutet auch: Nächsten-Liebe. Stetten ist ein Ort. Stetten gehört zur Gemeinde Kernen. Was macht die Diakonie Stetten? In der Diakonie Stetten arbeiten viele Menschen. Diese Menschen helfen anderen Menschen.“
Nach diesem Vorbild könnten auch auf der Webseite der Gemeinde Kernen die wichtigsten Informationen über den Ort und die Kommunalpolitik in einfacher Sprache angeboten werden. Auch amtliche Formulare sollten in Leichter Sprache gestaltet sein. Oder ist es Ihnen nicht mal schon so gegangen, dass Sie ein Formular 3 Mal lesen mussten, bis Sie verstanden haben, was gemeint ist. Grundsätzlich sollte gelten: „Wenn Sie etwas nicht verstehen, dann ist der Text nicht gut.“
Wir wollen auf der nächsten Sitzung des „Arbeitskreises Barrierefreiheit“ der Gemeinde auch diesen Gesichtspunkt zur Sprache bringen.
K21 Sitzung
Heute, Mi, 27.6., 20 Uhr, TV-Heim
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Neues zum X20

Mit dem X20 zum Flughafen?
Am Wochenende erhielten wir die Zuschrift eines regelmäßigen ÖPNV-Nutzers aus Stetten, der sich darüber beklagt, dass der VVS auf seiner Webseite (www.vvs.de) nicht angibt, dass es eine Busverbindung von Stetten Diakonie zum Flughafen gibt. Auf dieser Webseite würde nur die Busverbindung angezeigt: Bus 211 o. 212 nach WN oder Fellbach, anschließend mit S2 oder S3 zum Flughafen. Fahrzeit 65 Minuten für 5,30 €.
Dazu gibt es allerdings eine Alternative. Zumindest wenn Sie in der Nähe der beiden X20 Haltestellen Rom Karlstraße und Stetten Diakonie wohnen: nämlich mit dem X20 nach ES und von dort weiter mit dem Bus 122 zum Flughafen. Der Umstieg in ES erfolgt an demselben Bahnsteig 2. Durchaus ein Vorteil, wenn mensch viel Gepäck hat. (Es kann auch sein, dass der Bus 122 am Flughafen direkt bei den Terminals hält und dass der Weg nicht so weit und umständlich ist wie von der S-Bahn Station Flughafen tief. Das haben wir jedoch nicht nachgeprüft. Gerne nehmen wir Hinweise entgegen, Email an ebbe.kogel@talk21.com). Allerdings beträgt die Umsteigewartezeit in ES 21 Min., so dass sich eine Gesamtfahrzeit von 84 Min. ergibt.
Die Busverbindung mit dem X20 über ES wird auf der VVS-Webseite nur angezeigt, wenn bei der Suche nach der Verbindung ein kleiner +-Knopf angeklickt und als Zwischenhalt „Esslingen“ angegeben wird. Außerdem ist der Fahrpreis nicht ersichtlich. Wir haben uns mit dem VVS in Verbindung gesetzt, um zu fragen, ob dies geändert werden könne. Mehr dazu im nächsten MB. Übrigens: im April 2019 kommt eine große Fahrpreisreform. Dann wird die Fahrt von Kernen zum Flughafen (über ES) wesentlich billiger, da dann nur noch 1 Zone bezahlt werden muss. Wir hoffen, dass dann auch die Verbindung ES-Flughafen verbessert wird, vielleicht ebenfalls als Expressbus.
Unsere nächste Sitzung
Mi, 27.6., 20 Uhr, TV-Heim
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Feuerwehr-Symposium in Stuttgart zu Stuttgart 21

Am 21. April 2018 fand in Stuttgart ein Feuerwehr-Symposium statt an dem der Stellvertretende Amtsleiter der Branddirektion Stuttgart – M.Sc. Markus Heber – einen Vortrag hielt mit dem Titel „Stuttgart 21 – Einblicke in den Brandschutz aus Sicht der Stuttgarter Feuerwehr.

Nachfolgend zwei wörtlich übernommene Passagen aus diesem Vortrag:

Brandschutzsimulation bei S21 im laufe der Zeit

2010: Feststellung dass die bisherige Planung mit den neuen Annahmen nicht kombatipel ist und dringend nachgebessert werden muß. 2013: neues Brandschutzkonzept wird vorgestellt. Es erweist sich jedoch als mangelhaft, besonders in den Punkten der Entrauchung und Selbstrettung. 2015: 6. Planänderung wegen der Entrauchung, die es auch erlauben muß,daß ein rauchender Zug in den Bahnhof einfährt, ohne diesen komplett einzurauchen. 2016:Genehmigung des Entrauchungskonzepts, die eine Verlegung der Fluchttreppen vom Dach des Tiefbahnhofes herunter ermöglicht. 2018: 18. genehmigte Planänderung mit verlegter Fluchttreppe, die dann nicht auf das Bahnhofsdach führt. Bis heute steht noch offen: die sicherere Befahrbarkeit der Tunnel durch Rettungsfahrzeuge der Feuerwehr und des Rettungsdienstes, sowie Evakuierungsbusse (laut Konzept reguläre SSB-Linienbusse).

Rettung im Tunnel (Betriebsphase)

Vorgesehen ist ein Rettungssystem mit Zweiröhrenphilosophie. Das bedeutet, daß zwei Tunnelröhren parallel, eingleisig zueinander verlaufen und alle 500m mit Querschlägen versehen sind. So kann bei einem Notfallereignis im Tunnel die betroffene Tunnelröhre verlassen werden während die zweite Tunnelröhre zum Rettungstunnel wird. Dieser Tunnel soll dann zweispurig befahren werden können von Rettungsfahrzeugen der Feuerwehr und der Notfallambulanz, sowie von SSB-Linienbussen, die dann die Personen aus den Tunnel evakuieren sollen.

Bis heute ist allerdings noch nicht abschließend geklärt, wie genau diese angedachte Art der Rettung erfolgen kann.Wo und wie können die Busse in die Tunnelröhre einfahren?  Wo und wie können die Rettungsfahrzeuge und Löschfahrzeuge einfahren? Wie lange würde eine Anfahrt von welchen Stellen aus bis zur möglichen Unfallstelle dauern? Wenn die Feuerwehr ihren Schienenlöschzug einsetzen möchte, wie kommt dieser möglichst schnell von seinem Standort in Kornwestheim dorthin? Wie kann gewährleistet werden, daß die zweite Tunnelröhre nicht noch durch einen oder mehrere Züge belegt ist? Wie können die normal bereiften Fahrzeuge im Rettungstunnel überhaupt auf dem Gleis fahren?

Viele Fragen deren Antworten nach wie vor offen sind und die im Ernstfall viele Leben kosten können.

Soweit ein Auszug aus diesem Vortrag. Er stimmt sehr nachdenklich, wenn man bedenkt wie oberflächlich, sorglos und fahrlässig mit der Sicherheit für Menschen umgegangen wird.

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Querfeldein…………………………………………

Querfeldein zur Stettener Apotheke
Sie kennen sicherlich alle die Situation in der Stettener Klosterstraße: durch die dortige Baumaßnahme ist die zentrale Verbindungsachse zwischen dem östlichen und westlichen Teil des Dorfes blockiert und es müssen zum Teil lange Umwege in Kauf genommen werden. Besonders schwierig ist die Situation für die dort befindlichen Geschäfte, bzw. für die Menschen, die in die diesen Geschäften einkaufen wollen. Insbesondere bei der Apotheke. Der Weg dorthin gleicht einer Querfeldein-Wanderung mit Hindernissen. Und nun stellen Sie sich vor, Sie sind gehbehindert, brauchen einen Rollator, sitzen im Rollstuhl oder kommen mit Kinderwagen. Nicht selten bei Menschen, die in der Apotheke einkaufen. Dann wird es fast unmöglich.
Nun ist zwar so, dass die Baufirma Stahlbrücken aufgestellt und Rampen aus Schotter zur Überwindung der Niveauunterschiede aufgeschüttet hat. Aber die Kanten an den Brücken sind viel zu hoch, die Schotter-Rampen sind zu grob und zu steil, so dass sie für Rollator-FahrerInnen nur mit größter Mühe und Gefahr zu befahren sind. Für Rollstühle: Fehlanzeige. Hier ist das Bauamt dringend gefordert, in Zusammenarbeit mit der Baufirma und unter Einbeziehung von Betroffenen bessere Lösungen zu finden. Zumal sich das Problem auf weitere Geschäfte verlagern wird, je nach Baufortschritt in der Klosterstraße.
Brandschutz bei S 21 – ein Staatsverbrechen
In einem Interview mit der Zeitschrift STERN am 10.6.2018 hat der international renommierte Brandschutzexperte Hans-Joachim Keim (der das Brandunglück von Kaprun untersuchte) die vorgesehenen (und vor allem die fehlenden) Brandschutzmaßnahmen im geplanten Tiefbahnhof als „Staatsverbrechen“ bezeichnet. Zum Nachlesen bitte eingeben in Suchmaschine: „STERN Katastrophe mit Ansage“.
Unsere nächste Sitzung
Mi, 27.6.18, 20 Uhr, TV-Heim. Bitte Termin vormerken
 
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Einfach Expressbuss X20 fahren!!!!

Gerne erinnern wir an die neue Buslinie X20, den Expressbus von WN nach ES bzw. umgekehrt. Mit Halt in der Karlstraße in Rom und an der Diakonie in Stetten. Die Linie existiert (als Experiment für 3 Jahre) seit Dezember 2016. Eine große Verbesserung des ÖPNV-Angebots für unsere Gemeinde. Nach anfänglich zaghaftem Start wird sie immer besser angenommen. Aber die Fahrgastzahlen sind noch ausbaufähig. Ende 2018 wird wohl überprüft werden, ob die Linie über die Probephase hinaus beibehalten wird. Deshalb wollen wir an dieser Stelle wieder einmal dazu aufrufen, doch diese neue Linie zu benutzen, damit diese tolle Verbindung auch in Zukunft erhalten bleibt. Sie können nach ES oder WN zum Einkaufen oder Bummeln fahren. Bzw. von ES oder WN aus mit der S-Bahn oder dem Regionalexpress weiter nach Stuttgart. Oder mit X20 und Schnellbus 432 nach LB in nur 50 Minuten. Zum Beispiel ins Blühende Barock. Schauen Sie sich doch mal die Verbindungen und Preise an unter www.vvs.de
Neue Buswartehäuschen
In der letzten GR-Sitzung schlug die Verwaltung vor, an allen Bushaltestellen in Kernen einheitliche Buswartehäuschen aufzustellen. An sich keine schlechte Idee. Aus der Mitte des GR wurde vorgeschlagen, diese Häuschen mit Photovoltaik auf dem Dach auszustatten, so dass die Fahrpläne bei Dunkelheit beleuchtet werden können. Außerdem sollten die Fahrpläne 2-fach angebracht werden: auf Sichthöhe Erwachsener. Aber auch auf Sichthöhe eines Menschen im Rollstuhl, so dass auch diese Bevölkerungsgruppe den Fahrplan ohne Mühe lesen kann. Mal sehen, was aus diesen Vorschlägen wird.
Anhörung Bundestag Umstieg 21
Am 11.6. um 14 Uhr findet im Verkehrsausschuss des Bundestags eine öffentliche Anhörung zu unserem Umstiegskonzept für S21 statt. Mit dabei sind u.a. als ExpertInnen: Thomas Bopp (VRS). Und Hannes Rockenbauch von unserer Seite.
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Starkregen und Überflutungen

Viele Ältere werden sich wahrscheinlich noch an den 15. August 1972 erinnern. Da ging ein Starkgewitter/Hagelunwetter über Stuttgart nieder. In wenigen Minuten liefen die zahlreichen Unterführungen in der Stadt voll, z.B. unter dem Charlottenplatz. Die einfahrenden AutofahrerInnen kamen nicht mehr durch, ihre Autos versanken in Eis und Wasser. Sie überlebten nur, indem sie durch die Fenster auf ihre Autodächer kletterten und später mit Schlauchbooten von der Feuerwehr gerettet wurden. 6 Menschen ertranken. Die Schäden betrugen Hunderte Mio DM.
Die StZ veröffentlichte am 30.7.2013 den Artikel „Das Unglück kam aus dem Nichts“ mit einem Rückblick auf die Katastrophe. (Im Internet nachlesbar).
Und nun stellen Sie sich mal vor, was passieren könnte, wenn Wasser in den geplanten Kellerbahnhof von Stuttgart 21 eindränge oder in die 60 km Tunnel, die unter der Stadt gegraben werden sollen. Stuttgart hat das größte Starkregenrisiko unter den deutschen Großstädten. Mit seiner Querlage und den geplanten Dükern blockiert Stuttgart 21 jedoch den Hochwasserabfluss. (Ein Düker, ein Ausdruck aus dem Niederdeutschen, ist eine Druckleitung zur Unterquerung eines Tunnels, eines Abwasserkanals oder von Bahngleisen. Düker hat S21 mehr als genug).
Bei plötzlichem Starkregen (oder auch einem Wasserrohrbruch) würden dann Klett-Passage, Stadt-, S-Bahn und der geplante Tiefbahnhof überschwemmt – und damit für Monate stillgelegt. Die Verantwortlichen verschließen auch hier die Augen vor den Risiken.
Deshalb gibt es am 4. Juni um 19.30 Uhr im Stuttgarter Rathaus einen Vortrag von unseren Experten Hans Heydemann und Christoph Engelhardt unter dem Titel „Überflutungsrisiken durch S 21“. Beide waren auch schon bei K21 zu Gast.
Unsere nächste Sitzung
Mi, 27.6.2018, 20 Uhr, TV-Heim. Bitte vormerken.
Unsere Webseite
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„Hausfrauen-Panzer“

Es scheint eine sich schnell ausbreitende Epidemie zu sein: auf unseren Straßen fahren immer mehr SUVs. Der Ausdruck kommt aus dem Englischen und bedeutet „Sport Utility Vehicle“. Ursprünglich ein geländegängiges Auto, mit dem Jäger und Fischer (die in den USA zu den „Sportlern“ zählen) in die Natur fuhren. Ihr Siegeszug begann vor 25 Jahren in den USA und schwappte dann zu uns rüber. Inzwischen liegen diese „Hausfrauen-Panzer“, wie sie in der Jugendsprache heißen, bei den Neuzulassungen schon bei fast 25%. Was heißt das? Diese „Panzer“ sind ökologisch eine Katastrophe: sie verbrauchen mehr Ressourcen bei ihrer Herstellung, mehr Sprit zum Fahren. Und mehr Platz. So muss die Gemeinde Kernen inzwischen ihre Parkplätze 20-30% größer bauen, damit diese SUVs draufpassen. Ein neu angelegter Parkplatz kostet heutzutage mind. 20.000 € (in Tiefgaragen fast das Doppelte). Die Gemeinde baut pro Jahr Dutzende von Parkplätzen, die Mehrkosten können Sie selbst ausrechnen. Auch der Parkplatz vor dem Haus auf der Straße wird aus Steuergeldern finanziert!
Die Gründe für diesen Boom? Für viele Menschen ist das Auto ein Status-Symbol. Je größer die Karre, desto höher scheint die gesellschaftliche Stellung zu sein. Dann verleihen diese Autos Sicherheit. Aber nur für die, wo drinsitzen. Wenn ein Fahrradfahrer von einem SUV angefahren wird, dann ist dieser einfach nur tot! 2017 erschien ein Buch von Ulrich Brand und Markus Wissen: „Imperiale Lebensweise“. (Oekom-Verlag). Darin beschreiben die Autoren eine weitere, weltumspannende Auswirkung: uns geht es (noch) gut, weil wir unsere Umweltprobleme in die 3. Welt verlagern und deren Bodenschätze ausbeuten, um unsere Lebensweise aufrechtzuerhalten.Was tun? Laufen lassen (die Freiheit des Individuums), höher besteuern, gar verbieten?
Unsere nächste Sitzung
Mi, 23.5., 20 Uhr, TV-Heim

 

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K21 Kernen – Was ist denn das?

Seit über 7 Jahren gibt es regelmäßig jede Woche an dieser Stelle einen Beitrag von „K21 Kernen“ zu den Themen ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr, also Bus und S-Bahnen), Stuttgart 21, Verkehr allgemein, Radfahren und Barrierefreiheit.
Unsere Anfänge gehen zurück auf den wöchentlichen „Schwabenstreich“ im Hof der Alten Schule in Stetten, wo sich 2011 jeden Donnerstagabend bis zu 100 Personen trafen, um mit Trillerpfeifen und Lärminstrumenten gegen Stuttgart 21 zu protestieren. Am 16.2.2011 entstand daraus „Kernen 21 – Verein zur Förderung eines zukunftsfähigen Öffentlichen Personennahverkehrs”, wie wir offiziell heißen. Ein ziemliches Wortungetüm, das aber praktischerweise mit „K21“ abgekürzt werden kann.
Der Hauptgrund für die Gründung war der für alle BenutzerInnen des Nahverkehrs täglich erfahrbare Widerspruch, dass für ein unsinniges Projekt Milliarden von Euro ausgegeben werden, während die Bahn es auf der anderen Seite nicht schafft, einen S-Bahnverkehr ohne ständige Verspätungen zu organisieren und sich seit Jahren weigert, die gefährlichen Bahnsteige an den S-Bahn-Haltestellen Rommelshausen und Stetten-Beinstein zu entschärfen. Doch von Anfang beschränkten wir unsere Aktivitäten nicht nur auf S 21, sondern wir sind in allen eingangs beschriebenen Feldern aktiv. Wir organisieren Aktionen, Vorträge, Podiumsdiskussionen (zur Landtagswahl + zur Volksabstimmung), arbeiten in verschiedenen Arbeitskreisen auf Gemeinde- und Landkreisebene mit (z.B. zur Barrierefreiheit), unterstützen die Einführung und den Betrieb des Expressbusses X20 und wir organisieren Ausflüge und Feste. Regelmäßig alle 3-4 Wochen treffen wir uns zu unserer Sitzung im TV-Heim in Stetten, Gäste und Neugierige sind immer gern gesehen. (Nächster Termin: Mi, 23.5.). Weitere Infos unter www.kernen21.de. Kontakt: Jürgen Horan, Tel. 43606, juergenhoran@web.de
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Neue VVS-Tarifstruktur

Gegenwärtig beraten die zuständigen Gremien in Stgt. und den Landkreisen über eine Tarifreform im Verkehrsverbund Stuttgart, die 2019 kommen soll. Statt der bisherigen 52 Zonen wird es nur noch 5 geben. Größte Vorteile für uns: die Fahrt nach Stgt. wird billiger, weil es ab Fellbach nur noch 1 Kernzone gibt. Die Stuttgarter Zonen 20 und 10 werden zusammengefasst. Des weiteren fallen die Sektorengrenzen innerhalb der Ringe um Stgt. herum weg: Unser Außenring, der 1. Ring außerhalb der Kernzone, kann dann mit einer Fahrkarte für 2,40 € von LB über WN und ES bis zum Flughafen befahren werden. Das wäre ein weiteres Argument für den Bau des östlichen S-Bahn-Rings um Stgt. herum von LB bis zum Flughafen. Ein Vorschlag, den wir schon vor vielen Jahren gemacht haben. Oder, zumindest als Zwischenlösung, ein durchgehender Expressbus auf dieser Strecke. Für die Milliarden, die bei S 21 versenkt werden, hätte dieser Ring schon längst gebaut werden können. Siehe dazu unser Foto, mit einem Transparent von Robin Wood auf der Neckarbrücke: „Erst wenn alles zerstört ist, werdet ihr merken, dass sie unfähig sind, einen Bahnhof zu bauen“.
Stabil unpünktlich
Vorletzte Woche musste die Deutsche Bahn mal wieder zum Rapport in den Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart. „Same procedure as every year“ – Jedes Jahr das Gleiche: die Züge sind weiterhin stabil unpünktlich, trotz aller blumigen Versprechungen der DB-Verantwortlichen.
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Verrückt

Eigentlich ist es eine verrückte Sache. Da setzt sich unser Verein seit nunmehr 8 Jahren für einen zukunftsfähigen Öffentlichen (Nah-)Verkehr ein. Das heißt, für eine Veränderung des Verkehrsverhaltens der Menschen, weg vom umweltschädlichen und teuren Individualverkehr, hin zu einer umweltfreundlichen Alternative mit Bussen und Bahnen. Da sollte eine Organisation wie die Deutsche Bahn eigentlich unser natürlicher Verbündeter sein. Leider ist das Gegenteil der Fall. Ständig müssen wir an dieser Stelle die Bahn kritisieren: wegen ihrer unfähigen Manager, die vom Bahnfahren keine Ahnung haben, wegen ihrer Verkehrspolitik, die den Rückzug aus der Fläche bedeutete und einseitig den Bau von extrem teuren (und letztlich auch unwirtschaftlichen) Schnellfahrstrecken förderte, wegen ihrer systematischen Zerstörung des Güterverkehrs, wegen ihrer Weigerung, für barrierefreie Transportmöglichkeiten für alle Menschen zu sorgen. Und wegen ihrer Lügen und Täuschungsmanöver in Bezug auf Stuttgart 21. In fast wöchentlichem Rhythmus kommen neue Skandale ans Licht. Vorletzte Woche berichteten wir über die Abzocke des ehem. Bahnchefs Grube, letzte Woche über die Verzögerungen bei der Herstellung eines barrierefreien Bahnhofs in Rom (seit 25 Jahren vertraglich zugesichert). Und diese Woche ist es ein bahninternes Geheimpapier, das besagt, dass die Bahn für Stuttgart 21 aus Eigenmitteln über 4 Mrd. € aufwenden muss. Wäre sie eine „normale“ Aktiengesellschaft, dann wäre sie jetzt bankrott. Der bekannte Regisseur Claus Peymann sagte vor kurzem dazu: „Stuttgart ist eine vom Autokrebs zerfressene Stadt, mit diesem Schandmal am Bahnhof. Man glaubt nicht, dass es hier eine grüne Regierung gibt. Man denkt, hier sind Nordkoreaner am Werk, die Mitmenschen quälen. Diese Schreckenswüste übersteigt meine Fantasie. Menschen spielen hier keine Rolle.“
Jahreshauptversammlung (JHV)
Am Mi, 2.5., 20 Uhr, findet unsere jährliche Hauptversammlung statt. Mitglieder erhalten die Tagesordnung per Email.
Ebbe Kögel Heidenäcker 1 71394 Stetten im Remstal Tel. 07151.368806 E-Mail: ebbe.kogel@talk21.com
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Barrierefreiheit am Bahnhof Rom in 2021?

Wir hatten ja schon des Öfteren über die gefährliche Situation am S-Bahnhof in Rom berichtet, die in den letzten Jahren zu vielen Unfällen geführt hat, insbesondere mit älteren Menschen. Dasselbe gilt für Stetten-Beinstein. Wie durch ein Wunder ist bisher außer Knochenbrüchen und Schürfwunden nichts Schlimmeres passiert. In den letzten Jahren hatten verschiedene Akteure (K21 Kernen, Gemeinde, MdL Haußmann) auf diesen Skandal aufmerksam gemacht und die Bahn unter Druck gesetzt, endlich etwas zu tun. Das passierte im letzten Jahr: die Deutsche Bahn (DB) gab nun 2017 bekannt, dass sie eine Vorentwurfsplanung für die Erhöhung der Bahnsteige in Auftrag gegeben habe. Auch der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart gab grünes Licht für einen Kostenzuschuss. (Obwohl die DB das eigentlich alleine finanzieren müsste). Nun kam vor kurzem ein Schreiben vom Regionalen Bahnchef Sven Hantel, dass der Umbau der Bahnsteige (die auf 210 Metern Länge komplett erhöht werden sollen) wegen der langen Planungs- und Genehmigungsverfahren frühestens 2021 fertig werden könne. (Bei dem bei Bauvorhaben der DB üblichen „Bahnsprech“ können wir da getrost noch 1-2 Jahre dazurechnen).
Pressemitteilung
In sehr scharfen Worten hat nun MdL Jochen Haußmann in einer Pressemitteilung die DB wegen dieser langen Planungszeit angegriffen: „Mit diesem Bummelzugtempo dürfen wir die Bahn nicht durchkommen lassen“. Er schreibt weiter: „dass der Verband Region Stuttgart der Bahn die Zügel viel zu locker lässt und die Region ihre Aufgabe als verantwortlicher Betreiber der S-Bahn-Linien nicht im Griff hat“. Wo er Recht hat, hat er Recht. Wir wünschten uns allerdings, dass er den unsinnigen und verkehrstechnisch sinnlosen Bau von Stuttgart 21 ähnlich scharf kritisierte.
Unsere nächste Sitzung
Heute, Mi, 18.4.18, 20 Uhr, TV-Heim
 
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Klimakiller Stahlbeton

Im März war Karlheinz Rößler im „Schwanen“ in WN zu Gast. Sein Beratungsunternehmen Vieregg-Rössler wurde bekannt, als es die Kosten für den Stuttgarter Kellerbahnhof bereits 2010 auf fast 10 Mrd. € berechnete.
Bei dieser Veranstaltung sprach er nicht nur über die Fehlplanungen bei S21, sondern über die Klimakiller Beton und Stahl. Denn deren Herstellung ist eine Ursache für die Entstehung von Treibhausgasen. Rösler schätzt ihren Anteil auf 20%. Vor allem Stahlbeton wird als Klimakiller unterschätzt. 6 Mio Tonnen Stahlbeton werden für die 60 km Tunnel im Stuttgarter Untergrund verbaut. Bau, Unterhalt und Betrieb von S21 macht Rößler für 1,9 Mio Tonnen Treibhausgase verantwortlich. Das ist die Menge CO², die alle Stuttgarter Autos in 6 Jahren in die Luft blasen. S21 ist nicht der einzige „Sündenfall“. Die Gotthard- und Fehmarnbelt-Tunnel und die ICE-Strecke Bamberg-Halle sind weitere Klimakiller – Stahlbeton, soweit das Auge reicht.
Woran liegt das? Die Macht der Stahl-, Bau- und Zementwirtschaft ist zu groß. Der weltweit zweitgrößte Zementhersteller HeidelbergCement und die weltgrößte Tunnelbohrfirma Herrenknecht sind in Baden-Württemberg ansässig. (Inzwischen mit Ex-Bahnchef Grube als Berater). Stuttgart ist die einzige Stadt, wo tatsächlich ein Kellerbahnhof gebaut wird. Geplant waren viele. Doch es gibt Alternativen zu Beton: Ziegelsteine waren früher der Baustoff schlechthin. Die Göltzschtal-Brücke zwischen Zwickau und Hof ist 600 m lang und 80 m hoch – und 170 Jahre alt. Noch heute rattern schwere Züge darüber. (www.goeltzschtalbruecke.de).
Außerdem wissen wir inzwischen: Stahlbeton ist kein Material für die Ewigkeit. Die 1976 gebaute ICE-Strecke Stgt-Mannheim (15 Tunnel, 90 Brücken aus Stahlbeton) muss 2010 generalsaniert werden.
Nächste Sitzung
Mi, 18.4., 20 Uhr, TV-Heim. Gäste herzlich willkommen.
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Lemuren in der Unterwelt

Im Jahre 1973 schrieb der Schriftsteller Gerhard Zwerenz (1925 – 2015) den Roman „Die Erde ist unbewohnbar wie der Mond“. Darin beschreibt er die moderne Stadt aus Glas und Beton mit ihrem Oben und Unten, A- und B-Ebenen, Banken, Konzernen und Behörden. Im Vorspann des Buches heißt es: „Mitten in der Stadt höhlen sie die Erde aus, Platz zu schaffen: oben den Kraftfahrzeugen und Menschen und unten den U-Bahn-Zügen und Menschen. Der oberen A-Ebene fügt die untere B-Ebene sich bei, die immer riesiger anwachsende Untergrundschlucht, wo Winter und Kriege sich überdauern lassen und die Internationale des Umsatzes neue Phantasiereiche erschließt. Sehr nur, im bunten Neonlicht der Unterwelt erstrahlt euer Zukunftsreich, vor dem alle Metaphern [bildhafte Vergleiche] erblassen. Die Metropole gräbt einen Schacht ins Erdinnere, ihren apokalyptischen [dem Untergang entgegenstrebenden] Wünschen einen geografischen Ort zu geben: Heimat B-Ebene. In den Katakomben [unterirdische Räume] von St. Urbania [Bild für die moderne Stadt] leben Lemuren aus Fleisch und Blut.“
Lemuren“ waren in der Vorstellungswelt der Römer vor 2.000 Jahren die Schattengeister der Verstorbenen. Ohne es zu wissen, schrieb Zwerenz damit vor fast 50 Jahren einen bildhaften Vergleich für Stuttgart 21. Hier wird der seit Jahrzehnten gut funktionierende oberirdische Kopfbahnhof, in dem die Reisenden ankommen, in einen unterirdischen Durchgangshalt verwandelt, in dem die Menschen im Reich der Lemuren aussteigen.
Ist Ihnen dieses Bild zu hochgestochen? Nun, schon die Bibel beschreibt in der Genesis die menschliche Selbstüberhebung durch den Turmbau zu Babel. Nur dass unser Stuttgarter Turm nicht nach oben geht, sondern nach unten.
Unsere nächste Sitzung
Mi, 18.4., 20 Uhr, TV-Heim („s’Burgstüble“). Bitte Termin vormerken.
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In Memoriam – Prof. Dr. Ferdinand Rohrhirsch

Professor Rohrhirsch hat 2011 in einem Buch seine Gedanken zum Bahnprojekt Stuttgart 21 niedergeschrieben. Es trägt den Titel Erklärung „Philosophie, Eisenbahn und Stuttgart 21“   —- Erklärungsversuch meiner Zuneigung zu einem gegenwärtig umstrittenen Kopfbahnhof“.   Erschienen ist es im Verlag Uwe Siedentop   ISBN  978 3 925887 31 4

Der Autor: Ferdinand Rohrhirsch (geb. 1957 in Offingen an der Donau) war selbständiger Führungskräfteberater und wohnte mit seiner Familie in Esslingen am Neckar. Der habilitierte Theologe (Dr. theol. habil.) und Philosoph (M.A.) war außerplanmäßiger Professor für Philosophie an der Theologischen Fakultät der Katholischen Universität Eischstätt. Er stammt aus eine Eisenbahnerfamilie. Bei der Deutschen Bundesbahn absolvierte er eine Ausbildung im mittleren nichttechnischen Dienst (Bf Ulm, Hbf BD Stuttgart) und arbeitete anschließend im Ulmer Hauptbahnhof.

Am 16.03.2018 ist er für uns alle überraschend verstorben. Bestattet wurde er am 27.03.2018 auf dem Friedhof Esslingen-St. Bernhard.

Nachfolgend zitieren wir das Vorwort aus dem vorgenannten Buch:

Vorwort

„Was regst du dich auf? Es ist doch nur ein Bahnhof!“ Als ob ich das nicht wüßte. Und doch, seit Sommer-Herbst 2010 ist nichts mehr wie vorher.  Ich schlafe schlechter, wache gelegentlich auf, gehe Gleisbelegungspläne durch, analysiere Gutachten, frage nach dem Wesen einer Stadt und dem Sinn von Zeitersparnis. Ich rede auf Demonstrationen und nehme an ihnen teil. Ich werde als Berufsdemonstrant und wohlstandsverwöhnter, fortschrittsfeindlicher Bürger bezeichnet. Was ist los mit mir? Was ist los, mit so vielen Bürgern aus Stuttgart und Umgebung? Was andere bewegt, das weis ich nicht. Der Text ist das Resultat meines Nachdenkens. Warum ist es beim Stuttgarter Kopfbahnhof nicht so wie immer? Warum bin ich nicht auch dieses Mal, wie schon so oft, in der Lage, mir beruhigend zuzureden und zu mir zu sagen: Was regst Du Dich so auf, es ist doch nur ein Bahnhof?

Ferdinand Rohrhirsch

Ein sehr lesenswertes Buch.

 

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ÖPNV und Remstalgartenschau

Vor 3 Jahren haben Ebbe Kögel von K21 und Margret Thumm-Jorge vom BUND einen mehrseitigen Vorschlag für ein ÖPNV-Konzept für die Remstalgartenschau im Jahr 2019 an die Gartenschau-GmbH in Schorndorf geschickt. Kern dieses Vorschlages war, die S-Bahn zur zentralen Transportachse für die BesucherInnen zu machen. (In Verbindung mit entsprechenden Bus-Zubringern). Dann geschah erstmal – gar nichts. 2 Jahre lang. Trotz mehrmaligem Nachfragen. Schließlich kam es Ende letzten Jahres auf unsere Initiative zu einem Gespräch mit der neuen ÖPNV-Beauftragten in Schorndorf, Frau Gallego. Ein weiteres Treffen folgte im März. Dort haben wir u.a. den Vorschlag gemacht, dass der X20-Expressbus zum zentralen Zubringer für die Gäste wird, die aus dem Neckartal ins Remstal kommen. U.a. durch halbstündige Fahrten an den Höhepunkt-Wochenenden in Kernen, Weinstadt und Waiblingen. (Forts. folgt)
Nachruf für Prof. Ferdinand Rohrhirsch
Im September 2011 war Prof. Rohrhirsch aus Esslingen bei uns zu Gast. Er stammte aus einer alten Eisenbahnerfamilie, arbeitete lang im Ulmer Hauptbahnhof und wurde schließlich Philosophieprofessor an der Kath. Universität Eichstätt. Titel seines damaligen, engagierten Vortrages: „In einem Durchgangsbahnhof steigt man aus, in einem Kopfbahnhof kommt man an“.
Ferdinand Rohhirsch ist letzte Woche im Alter von gerade mal 60 Jahren gestorben. Zur Erinnerung an diesen engagierten Eisenbahner ein Zitat aus seiner Rede bei der 166. Montagsdemo am 25.3.2013: „Dieser Tiefbahnhof ist die degenerierte [missratene] Ausgeburt einer Kreuzung von technischem Größenwahn mit nicht vorhandener Kompetenz, gepaart mit einer neoliberalen Liaison [Verbindung] aus städtebaulich-spekulativer Profitmaximierung mit politisch-ökonomischem Filz auf Kosten einer funktionierenden Eisenbahn.“ Dem ist leider nichts hinzuzufügen.
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Expressbus zum Blühenden Barock

Am vergangenen Wochenende hat das Blühende Barock in Ludwigsburg seine Pforten wieder geöffnet. Wussten Sie schon, dass Sie von Stetten oder Rom aus mit dem Expressbus die Gärten und das Schloss in LB bequem in 50 Minuten erreichen können? Ohne Parkplatzprobleme!
Z.B. X20 ab Stetten um 10.31 Uhr (Karlstr. um 10.36 Uhr). Übergang am Bhf WN in den Schnellbus 432 (Haltestelle gleich ums Eck) Richtung LB. In Neckargröningen Umstieg in den Bus 431, der Sie direkt zum Blühenden Barock bringt. Sie sind 10 Minuten schneller wie wenn Sie mit der S-Bahn über den Hauptbahnhof in Stuttgart fahren. Sie können auch mit dem Bus 432 bis LB Bahnhof durchfahren und dann zu Fuß zum Blühenden Barock gehen.
Der Fahrschein Stetten-Ludwigsburg kostet so nur 2,90 statt 5,30 € (Fahrt über Hauptbahnhof Stuttgart). Beim Vorzeigen Ihres Fahrscheins erhalten Sie beim Blühenden Barock noch 1 € Ermäßigung auf den Eintritt. Zugegeben, das Wetter lädt gerade nicht dazu ein, allzu viele Pflanzen werden noch nicht blühen. Aber der Frühling kommt. Sie könnten jetzt aber auch das Ludwigsburger Schloss besichtigen oder einen Stadtbummel machen. Einziger Nachteil unseres Vorschlages: der Schnellbus 432 fährt nicht am Wochenende. Aber das ändert sich vielleicht im nächsten Jahr. Wahrscheinlich gibt es dann auch die lang diskutierte Tarifzonenreform und Sie können dann für den Preis einer Zone (2,50 €) von Kernen nach LB fahren. Gerne können Sie uns Ihre Erfahrungen mitteilen, wenn Sie unseren Vorschlag ausprobieren: ebbe.kogel@talk21.com oder Tel. 42866.
Unsere nächste Sitzung
Heute, Mi, 21.3.2018, 20 Uhr, TV-Heim Stetten („s‘ Burgstüble“). Wir sprechen über das ÖPNV-Konzept für die Gartenschau, über die geplante Mobilitätsstation am Bahnhof in Rom und über weitere Werbemaßnahmen für den Expressbus. Gäste sind immer herzlich willkommen.
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Fahrverbote kommen

Wie schon angekündigt, wollen wir auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zur Luftverschmutzung und zu Fahrverboten für einen Großteil der heute fahrenden Diese-Autos zurückkommen. Im Grunde genommen wurden diese Fahrverbote von den Richtern in Leipzig als grundsätzlich rechtmäßig und notwendig anerkannt. Die Frage ist eigentlich nur, wann sie in Kraft treten sollen.
Die Fahrverbote wären nur zu umgehen, wenn alle Diesel unterhalb der Klasse 6 umgerüstet würden. Hier ist nun interessant, was die einzelnen Teilnehmer an diesem „Milliardenspiel“ zu dieser Umrüstung sagen: Ein ganz klares „Nein“ kommt von der Autoindustrie und ihren Lobbyorganisationen. Das sei nicht machbar und zu teuer. Unterstützt werden die Konzernbosse (Jahresgehalt von Daimler-Boss Zetsche: 8,6 Mio Euro im Jahr) von willfährigen Politikern aus allen Parteien, außer der LINKEN. Als besonders williger Erfüllungsgehilfe erweist sich leider unser grüner Ministerpräsident Winfried „I brauch a kscheids Audo“ Kretschmann, der den Bossen nach dem Mund redet. Ganz andere Töne kommen vom ADAC und von Harry Brambach, dem Präsidenten des Verbandes des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg. Sie sagen, dass die Umrüstung technisch mach- und bezahlbar ist. Kosten: 1500 bis 3000 Euro pro Auto. Und dass die Konzerne bezahlen sollen. (Daimler-Gewinn 2017: fast 15 Mrd. €). In dasselbe Horn stößt die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger. Sie schlägt außerdem 2 verschiedene Plaketten für die besonders belasteten Städte wie Stuttgart vor: eine hellblaue für nachgerüstete Euro-5-Diesel. Und eine dunkelblaue für Diesel mit Euro 6d Norm. Noch wehrt sich das Bundesverkehrsministerium mit Händen und Füßen dagegen.
Unsere nächste Sitzung
Mi, 21.3.18, 20 Uhr, TV-Heim. TOP: ÖPNV Verkehrskonzept für Gartenschau, Werbemaßnahmen für Expressbus.
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Neuausschreibung unserer Buslinien

Für den Betrieb der Kernener Buslinien (211, 212,116) ist sowohl organisatorisch wie finanziell der Landkreis Rems-Murr zuständig. (Mit Ausnahme des Expressbus X20, der vom Verband Region Stuttgart betrieben wird). Seither wurden die Lizenzen zum Betreiben einer Buslinie für 8 bis 10 Jahre an einen Busunternehmer vergeben, die entstehenden Kosten wurden durch Zuschüsse aus den Fahrgeldeinnahmen des VVS bzw. aus Steuermitteln gedeckt.
Seit einigen Jahren haben die marktradikalen Strategen der EU in Brüssel neue Regelungen durchgesetzt. Bei einer Neu-Lizensierung wird der Busbetrieb zuerst eigenwirtschaftlich ausgeschrieben. Das heißt, Busunternehmen können sich dann bewerben und diese Busverkehre auf eigenes Risiko betreiben, ohne öffentliche Zuschüsse. Erst wenn sich hier niemand bewirbt, greift das oben beschriebene Verfahren.
Im September 2017 wurde nun vom Landkreis im Amtsblatt der EU das „Linienbündel 1 Fellbach-Kernen“ neu ausgeschrieben. In diesem Bündel sind folgende Linien beinhaltet:
211 WN-Stetten, 212 Fellbach-Stetten, 214 Neckargröningen-Öffingen-Fellbach (eine neue Linie) und die Stadtbuslinie 215 in Fellbach.
Der Startzeitpunkt für die neue Lizenz ist der 1.08.2019, sie läuft dann für 8 Jahre.
Wir sind gespannt, ob es Busunternehmen (im Grundsatz aus ganz Europa) gibt, die sich für diese eigenwirtschaftliche Variante beworben haben. Bewerbungsschluss war am 15.12.2017. Die Vergabe der Lizenz erfolgt durch das Regierungspräsidium, eine Entscheidung erwarten wir für die nächsten Wochen. Wir sind gespannt wie es ausgeht und werden Sie an dieser Stelle wieder informieren.
Fahrverbote!
Es kam wie vorhergesagt: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat im Grundsatz Fahrverbote für Diesel-Autos beschlossen. Demnächst dazu mehr.
Unsere nächste Sitzung
Mi, 21.3., bitte Termin vormerken Burgstüble (TV-Heim) 20 00 Uhr

 

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Sensationelle Enthüllungen zum Juchtenkäfer im Rosensteinpark

Peter Grohmann der Lüge überführt

Um die Wahrheit über die Überreste von Juchtenkäfern im Stuttgarter Rosensteinpark
herauszufinden, die nach den Baumfällungen am 14.2.2018 von der Bahn präsentiert wurden und die Weltöffentlichkeit beschäftigt haben, wurde die Taskforce „Juchti-Fake-News“ gegründet. Diese wartet jetzt mit sensationellen Enthüllungen auf. Bekanntlich hatte der Stuttgart 21-Projektsprecher Jörg Hamann behauptet, Gegner von Stuttgart 21 hätten die Überreste deponiert, um das Projekt zu stoppen. Man werde sie auf Millionen Euro Schadenersatz verklagen. Die Medien hatten diese Erklärung bereitwillig verbreitet.

Wesentlichen Anteil an der gelungenen Aufklärung haben zwei für ihre Anträge auf Akteneinsicht bekannte Pensionäre, die Einblick in die sogenannten Mappus-Mails nehmen konnten. Darüber hinaus kam unerwartete Unterstützung vom Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg und dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg, die ihre aufgrund des Rahmenbefehls zu Stuttgart 21 gesammelten Erkenntnisse zur Verfügung stellten. Letzten Aufschluss brachten vom
russischen Geheimdienst überlassene geheime Unterlagen des Bundesverkehrsministeriums.

Die Spur beginnt in den Mappus-Mails, in denen eine Anweisung des damaligen
Ministerpräsidenten Stefan Mappus an seine Umweltministerin Tanja Gönner entdeckt wurde. Demnach sollte sie die nach den illegalen Baumfällungen im Stuttgarter Schlossgarten vom 30. September/1.Oktober 2010 in eine Aufzuchtstation verbrachten und dort verhungerten Juchtenkäferlarven schnellstens beseitigen. Die entsprechende E-Mail stammt vom 27.3.2011, 20:37 Uhr, als dem damals amtierenden Ministerpräsidenten klar wurde, dass er in der am selben Tag abgehaltenen Landtagswahl abgewählt worden war. Durch Auswertung der geheimen Aufnahmen eines amerikanischen Spionagesatelliten konnte festgestellt werden, dass die Übergabe dieser Larven von Tanja Gönner an Stefan Mappus bei einem Treffen auf einem abgelegenen Autobahnparkplatz noch in derselben Nacht erfolgte. Stefan Mappus, der wegen der delikaten
Umstände auf die Dienste seines Chauffeurs verzichtet hatte und selbst die Karosse lenkte, fuhr sodann auf direktem Weg mit den tierischen Überresten sowie einem Kasten Bier zum Stuttgarter Rosensteinpark. Zu Fuß begab er sich mit dem Putzeimer, in dem sich die Käferlarven und sonstige Käferüberreste befanden, in den Park. Dort ertränkte er zunächst seinen Kummer über die verlorene Landtagswahl in Bier. In schuldunfähigem Zustand kam er dann auf die Idee, sich sofort der verräterischen Beweismittel zu entledigen. Deswegen füllte er die tierischen Überreste in einige der zuvor leer getrunkenen Bierflaschen. Die insgesamt acht von ihm gefüllten Bierflaschen versteckte
er in verschiedenen Baumhöhlen des Parks. Anschließend begab er sich zu seinem Wohnsitz in Pforzheim. Hinsichtlich einer eventuell begangenen Trunkenheit im Verkehr ist mittlerweile Strafverfolgungsverjährung eingetreten.

Bei den Baumfällungen am 14.2.2018 wurde eine dieser Flaschen gefunden. Das
Landeskriminalamt Baden-Württemberg hat inzwischen eine Suchaktion nach den noch fehlenden weiteren sieben Flaschen gestartet. Es ist geplant, im Falle künftiger Baumfällungen oder erneuter Kostenerhöhungen bei dem Projekt Stuttgart 21 der erstaunten Öffentlichkeit jeweils eine weitere gefüllte Flasche als Nachweis der verbrecherischen Energie der Projektgegner zu präsentieren.

Auch für die in einer gefällten Robinie sowie am Stamm eines anderen gefällten Baumes
gefundenen Käferkotpillen konnten die Zusammenhänge aufgedeckt werden. Es geht um eine Verschwörung des früheren SPD-Fraktionsvorsitzenden Claus Schmiedel und des früheren Bundesverkehrsministers Alexander Dobrindt (CSU). Seit Jahren litt Schmiedel unter der Angst, Gott, dessen Segen auf dem Projekt Stuttgart 21 ruht, könne ihn strafen, weil er behauptet hatte, das Projekt schaffe im Ländle mehrere 10.000 neue Arbeitsplätze. Bekanntlich werden die schleppend  verlaufenden Arbeiten tatsächlich in der Hauptsache durch wenige hundert österreichische und Schweizer Tunnelbauer sowie durch als Schwarzarbeiter fungierende Subunternehmer aus ganz Europa durchgeführt. Um wenigstens vor seinem Schöpfer nicht als wortbrüchig zu gelten, sorgte
Schmiedel persönlich für die versprochenen Arbeitsplätze, indem er den Plan entwickelte, ein Ameisenvolk mit Zehntausenden von Mitgliedern zu beschäftigen. Dieses sollte, um Übeltaten der Stuttgart 21-Gegner vorzutäuschen, Kotkugeln von Juchtenkäfern und anderen seltenen Käfern anlässlich der bevorstehenden Baumfällungen im Rosensteinpark verteilen.

Die Kotkugeln wurden heimlich aufgrund einer Anweisung des Landwirtschaftsministers Peter Hauk (CDU) beim Abschießen von illegal eingewanderten Wölfen in verschiedenen Jagdrevieren eingesammelt und dem gottesfürchtigen SPD-Politiker per Kurier zur Verfügung gestellt. Da erste Versuche wenig Erfolg versprechend verliefen, fanden die Ameisen doch den richtigen Weg nicht, nahm Schmiedel Kontakt zu dem damals noch im Amt befindlichen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt auf und erwirkte die Förderung eines Forschungsprojekts. Dieses wurde als solches der Bahn getarnt mit dem Vorwand, es sollten Lichtschienen für den Cannstatter Bahnhof
entwickelt werden, damit Fahrgäste die Türen der S-Bahn schneller fänden. Eine zusätzliche Rolle spielte die Ankündigung des Bahnvorstands Richard Lutz, er sei finster entschlossen, das Projekt Stuttgart 21 zu Ende zu bauen. Die neu entwickelten Lichtschienen sollten deshalb auch dabei helfen, Licht in seine Finsternis zu bringen. Zunächst jedoch dienten die Lichtschienen als Anleitung für das Ameisenvolk, mit den bereit gelegten Kotkugeln den richtigen Weg an und in Bäume zu finden. Unter dem Kommando des Feuerwehrmannes Reinhold Gall (SPD), ehemaliger
Innenminister des Landes, der zusätzlich zu den Lichtschienen auch Zuckerwasser einsetzte, gelang das Vorhaben, sodass nach den Fällungen die von den Ameisen transportierten Kotkugeln der Weltpresse präsentiert werden konnten.

Soweit S 21-Gegner schwerwiegende Vorwürfe gegen den Projektsprecher Jörg Hamann erhoben hatten, weil dieser sie verdächtigt hatte, Bierflasche und Kotkugeln zur Verhinderung von Baumfällungen platziert zu haben, erbrachte ein medizinisches Gutachten, dass Hamann bezüglich etwaiger Verleumdungen als schuldunfähig anzusehen ist. Bekanntlich hatte der Sprecher, der mit ständigen Verspätungen und Zugausfällen bei der Deutschen Bahn AG äußerst unzufrieden war, darauf bestanden, sich mit einer dienstlichen Luxuskarosse chauffieren zu lassen. Aus deren Auspuff werden erhebliche Mengen giftigen Feinstaubs geblasen. Dabei gelangen jedoch große Mengen dieses Feinstaubs direkt ins Fahrzeuginnere und können zu Bewusstseinstrübungen führen.
Dem medizinischen Sachverständigen zufolge kann nicht ausgeschlossen werden, dass Hamann an die Richtigkeit seiner Behauptungen glaubte. Hinzu kommt, dass auch dessen Vorbringen, ein Floh habe ihm während des Büroschlafes die später verbreiteten Behauptungen ins Ohr geflüstert, nicht widerlegt werden konnte. Ohnehin wird Hamann seinen Posten demnächst aufgeben, da ihn USPräsident Donald Trump in Anerkennung seiner Verdienste zum Pressesprecher des Weißen Hauses ernannt hat.

Erhebliches Aufsehen hatte die in einem Fernsehinterview geäußerte Behauptung des Kabarettisten Peter Grohmann erregt, er habe gegen Bezahlung im Auftrag der Bahn die Käferüberreste im Rosensteinpark deponiert. Die Deutsche Bahn AG hatte deswegen damit gedroht, ihn auf die derzeit geschätzten Projektkosten von 10 Milliarden Euro zu verklagen. Nach einer Überprüfung der bescheidenen finanziellen Verhältnisse des Kabarettisten kam es nun zu einer außergerichtlichen Einigung. Die Bahn ist zur Überzeugung gekommen, sie könne ihre Meldungen zum weiteren Verlauf des Projekts nur noch durch einen Kabarettisten unters Volk bringen, weil ihre Ankündigungen sowieso keiner mehr ernst nehme. Mit dieser Aufgabe wird Peter Grohmann ab
dem 1. April betraut werden. Angesichts seines Alters von 80 Jahren soll sich die Zusammenarbeit auf zunächst 20 Jahre beschränken. Weil abzusehen ist, dass die Bahn jedoch auch danach einen

Komödianten benötigen wird, soll die Stelle anschließend europaweit ausgeschrieben werden. In einem geheim gehaltenen Zusatz verpflichtet sich Grohmann, der als führendes Mitglied der  Anstifter e.V. dafür bestens geeignet ist, künftig die Mitglieder des Bahnaufsichtsrats bei Bedarf
jeweils zur Genehmigung von weiteren Kostenerhöhungen und zeitlichen Verschiebungen der Fertigstellung von Stuttgart 21 anzustiften.

Auf Nachfrage erklärte Jochen Stopper, Mitglied der Grünen-Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat, die neue Entwicklung überrasche ihn nicht. Allerdings habe das Volk, auch ohne die Einzelheiten zu kennen, bei der Volksabstimmung im Jahre 2011 über die Ausrottung der Juchtenkäfer mit abgestimmt. Daran lasse sich nichts mehr ändern. In seiner Funktion als Berater der Landtagsfraktion der Grünen, der an der Universität Landau zu Fragen der politischen Steuerung geforscht habe, werde er aber seine Verbindungen nutzen, um der berühmten gefüllten Bierflasche einen zentralen Platz im Stuttgarter Haus der Geschichte zu sichern.

In einer leidenschaftlichen Erklärung nahm Ministerpräsident Winfried Kretschmann Stellung zu der Frage, ob er sich angesichts der neuen Erkenntnisse für die Wiederherstellung der Ehre von verleumdeten Projektgegnerinnen und -gegnern einsetzen werde. Auch Kretschmann berief sich auf die Volksabstimmung, die ihm die Hände binde. Die Beachtung der Landesverfassung lasse keinen
Spielraum, sich ins Tagesgeschehen einzumischen. Für die Wahrheit habe er keine parlamentarische Mehrheit. Als Träger bedeutender Faschingsorden sei er ohnehin berechtigt, das ganze Jahr über Narreteien zu begehen. Mit Volksverdummung habe das nichts zu tun. Sein Stellvertreter Thomas Strobl (CDU) äußerte, nachdem soeben die SPD-Parteimitglieder seine Vorsitzende Angela Merkel zur alten und neuen Bundeskanzlerin gewählt hätten, bleibe ihm nur das Statement „Weiter so“.

Gut informierte Kreise erwarten allerdings nach einer Ankündigung des Oberstaatsanwalts a.D. Bernhard Häußler eine Vertuschung der Wahrheit. Häußler hatte in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung erklärt, das sogenannte Restbündnis gegen Stuttgart 21 agiere unsachlich und unseriös und stelle in seinen Augen eine kriminelle Vereinigung dar. Er traue sich zu, dies als Sonderermittler aufzudecken und die Verantwortlichen des Aktionsbündnisses hinter Schloss und Riegel zu bringen. Sobald ihm vom Projektsprecher Hamann eine kostenlose Jahreskarte für den Verkehrsverbund Stuttgart ausgehändigt worden sei, werde er seine höchst objektiven Ermittlungen
beginnen.

Häußler äußerte den Verdacht, zur Verhinderung des Projekts würden fanatische Gegnerinnen und Gegner nicht davor zurückschrecken, umgesiedelte Eidechsen dazu einzusetzen, in bereits gegrabenen Bahntunneln zu urinieren und so den Anhydrit zum Quellen und damit das Projekt zum Scheitern zu bringen. Er schlug daher vor, sämtliche Angehörige des Widerstandes gegen Stuttgart 21 vorbeugend in Gewahrsam zu nehmen. Deren genaue Personalien seien ja bereits in den aufgrund des erwähnten Rahmenbefehls erstellten Listen aufgeführt. Justiz- und Tourismusminister
Guido Wolf (CDU) hat dem Vernehmen nach bereits eine wohlwollende Prüfung zugesagt.

Dieter Reicherter
4.3.2018

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