Vor 10 Jahren: Treffen mit Polizeipräsident Züfle (3)

Heute der 3. Teil unseres Rückblicks auf die Ereignisse um Stuttgart 21,
speziell das Treffen unsere Initiative mit dem damaligen Stuttgarter
Polizeipräsidenten Thomas Züfle im Nov. 2011 im Waiblinger „Schwanen“.
Wir hatten 15 Themenkomplexe vorbereitet, die wir Herrn Züfle schon
vorab hatten zukommen lassen, damit er sich darauf vorbereiten konnte.
Diese Fragen beschäftigten sich hauptsächlich mit Übergriffen der
Polizei, nicht nur am 30.9.2010, dem „Schwarzen Donnerstag“ im
Schlosspark, sondern auch im „alltäglichen“ Demonstrationsgeschehen vor
dem Hauptbahnhof und beim sogenannten „Grundwassermanagement“. Dieses
war auf dem ehemaligen Fernbusbahnhof östlich des Hauptbahnhofs
eingerichtet worden. Dort kam es nach einer Montagsdemo am 20.6.2011 zu
einer Auseinandersetzung zwischen Demonstrierenden und der Polizei, bei
denen einige Rohre zerstört und Reifen von Baufahrzeugen zerstochen
worden waren. In unserer Bewegung bestand immer der Verdacht, dass diese
Auseinandersetzung von Provokateuren, die von der Polizei in die
Bewegung eingeschleust worden waren, angestiftet wurde, um damit nach
außen Bilder von „gewalttätigen“ Demonstrierenden zu vermitteln. Zumal
an diesem Tag auch noch verschiedene Festnahmeeinheiten der Polizei auf
dem Gelände waren. Von Herrn Züfle wurde dies allerdings kategorisch
zurückgewiesen.
Auf keine Gegenliebe stieß auch unsere Forderung, die Polizisten zur
Verantwortung zu ziehen, die bei dem Polizeieinsatz am 30.9.2010
besonders brutal gegen die Demonstrierenden vorgegangen waren. Lediglich
einer wurde vorübergehend versetzt.
Ein weiterer umstrittener Punkt war der ständige Einsatz von bewaffneten
Zivilpolizisten bei unseren Montagsdemos. Dies sah der Polizeipräsident
durch gesetzliche Vorschriften des Polizeigesetzes gedeckt. (Forts.
folgt)

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Vor 10 Jahren – Treffen mit Poilizeipräsident Züfle


Heute die Fortsetzung unseres Rückblicks auf die Ereignisse um Stuttgart
21, im speziellen das Treffen unsere Initiative mit dem damaligen
Stuttgarter Polizeipräsidenten Thomas Züfle im November 2011 im
Waiblinger „Schwanen“.
Das Treffen war von der grünen Landtagsabgeordneten Petra Häffner aus
Schorndorf vermittelt worden. Sie war damals polizeipolitische
Sprecherin ihrer Fraktion.
Wir hatten im Vorfeld ausgemacht, dass das Treffen ohne Presse
stattfinden sollte. Das hatte zwei Gründe: zum einen sollte ohne Druck
von außen diskutiert werden können, zum anderen war es durchaus
innerhalb unserer Bewegung nicht unumstritten, sich mit einem Vertreter
der Polizei zu treffen, die ja für die in der letzten Woche
beschriebenen Verfolgungsmaßnahmen gegen Demonstrierende verantwortlich
war.
Gekommen waren, neben dem Polizeipräsidenten und den MdLs Petra Häffner
und Willi Halder (ebenfalls Grüne) 22 VertreterInnen der
S21-Widerstandsgruppen aus Kernen, Fellbach, Waiblingen, Winnenden,
Welzheim, Weinstadt, Schorndorf.
Wir hatten 15 Fragen und Themenkomplexe vorbereitet, die wir Herrn Züfle
schon vorab hatten zukommen lassen, damit er sich darauf vorbereiten
konnte. Er hatte dann auch ein 20-seitiges Papier mitgebracht, das wohl
von Beamten seiner Dienststelle ausgearbeitet worden war. Die Fragen
wurden nach und nach abgearbeitet.
Das Gespräch war durchaus spannungsgeladen, ging es doch um viele
Fragen, von denen auch die Anwesenden persönlich betroffen waren, z.B.
willkürliche Festsetzungen von Demonstrierenden mit anschließender
erkennungsdienstlicher Behandlung.
Die von uns gegenüber der Polizei erhobenen Vorwürfe, auch im
Zusammenhang mit dem 30.9.2010, wurden von Züfle allerdings
zurückgewiesen bzw. zum Verantwortungsbereich von Politik und
Staatsanwaltschaft erklärt. (Forts. folgt)

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Pünktlich wie die Bahn

Die älteren unter uns können sich sicherlich daran erinnern, wie es
früher war, wenn jemand aus Stetten oder Rom in Stuttgart arbeitete.
Mensch fuhr mit dem Bus nach Waiblingen oder Fellbach und fuhr danach
mit dem Vorortzug weiter. Die damaligen Züge mit Dampf- oder Dieselloks
waren pünktlich. Obwohl früher z.B. sehr viel mehr Schnee fiel wie
heute. Es gab sogar das geflügelte Wort „pünktlich wie die Bahn“. Oder
das berühmte Werbeplakat der Bundesbahn: „Alle reden vom Wetter – wir
nicht“.
Das gehört leider der Vergangenheit an. Heute heißt es ironisch (oder
verzweifelt): „Es gibt 4 Feinde der Deutschen Bahn AG – Frühling,
Sommer, Herbst und Winter“.
Wegen Schneefall und umgestürzter Bäume wird regelmäßig der Zugverkehr
eingestellt, so wie jetzt wieder in ganz Norddeutschland. Woran liegt
es? Früher wurden regelmäßig die Bäume entlang der Bahnstrecken gestutzt
und morsche Äste entfernt. Das fiel weitgehend betriebswirtschaftlichen
Sparmaßnahmen zum Opfer. Gut, wir könnten polemisch sagen, wenn ein
gelernter Sozialpädagoge und Kanzleramtsminister Vorstand für
Infrastruktur bei der DB ist, dann kann das ja nichts werden.
Andererseits: Der DB-Oberchef ist Finanzexperte und hat es geschafft,
die Schulden der DB im Verlaufe seiner Amtszeit auf die neue Rekordhöhe
von 35 Mrd. € zu treiben. Dazuhin musste er auch (wieder einmal)
zugeben, dass Stuttgart21 um 1 Mrd. € teurer wird.
Diese erneuten Mehrkosten müssen aus Steuermitteln bezahlt werden. Hier
kommt die Gemeinde Kernen wieder ins Spiel. Wir haben nämlich (über die
Kreisumlage) bisher schon 600.000 € an den Kosten von S21 bezahlt.
Allerdings auf der Kalkulationsgrundlage von 4,5 Mrd. Baukosten.
Gegenwärtig laufen Gerichtsverfahren, wer die Mehrkosten bezahlt. Wenn
es schlecht läuft, sind wir wieder mit dabei und müssen eine weitere
halbe Million bezahlen!

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Endzeitstimmung am 15.02.2012

Wieder mal ein 10-jähriges Jubiläum: vor genau einem Jahrzehnt, am
15.2.2012, wurde – im Rahmen der Auseinandersetzungen um Stuttgart 21 –
der Mittlere Schlosspark beim Hauptbahnhof in einer Nachtaktion geräumt.
S-21 AktivistInnen hatten dort ein Zeltlager des Widerstandes
eingerichtet.
Einer unserer Aktiven, Gerhard Böhm aus Rom, war damals mit dabei und
schildert die Ereignisse jener Nacht: „Ich bin am Abend mit der S-Bahn
zum Hauptbahnhof gefahren. Ungefähr 1000 Leute – enttäuschend wenig –
hatten sich im Park versammelt, einige hatten sich oben in den Bäumen
eingerichtet, einer kettete sich an einen Betonblock. Es war kalt und
nass, am Tag vorher hatte es noch geschneit, der Schnee verwandelte sich
in Matsch. Nach Mitternacht wurden wir von ungefähr 2.500 Polizisten,
die aus ganz Deutschland zusammengezogen worden waren, eingekesselt und
aus dem Park gedrängt. Diesmal allerdings ohne Übergriffe wie noch am
Schwarzen Donnerstag ein halbes Jahr zuvor. Und auch ohne Wasserwerfer.
Bei mir stellte sich – angesichts unserer Machtlosigkeit gegen diese
schiere Übermacht – eine Art Endzeitstimmung ein.“
Am Morgen begannen die Fällarbeiten. Der Baubeginn war allerdings erst
Jahre später. Es war eine Machtdemonstration der politischen Klasse,
deren friedlicher Ablauf von der Presse gelobt wurde. Die harte Linie,
die viele Menschen später vom Demonstrieren abhielt, war ja am
30.9.2010, dem „Schwarzen Donnerstag“, gefahren worden.
Einen ausführlichen Bericht zur Räumung gibt es bei
www.kontextwochenzeitung.de
600. Montagsdemo
Auch bei der Jubiläums-Montagsdemo am 14.2.22 wurde auf die Parkräumung
zurückgeblickt. Es sprachen Volker Lösch und Prof. Monheim, der
Kulturbeitrag kam von Gerhard Polt und den Well-Brüdern. Alle Reden und
Beiträge können nachträglich auf www.parkschuetzer.de/videos angeguckt
werden.

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Die leichte Sprache

Seit gut einem Jahrzehnt beschäftigt sich Kernen21 immer wieder mit dem
Thema Barrierefreiheit, z.B. mit Nullabsenkungen an Überwegen oder der
Zugänglichkeit von Geschäften und öffentlichen Einrichtungen.
Zur Barrierefreiheit gehört aber auch eine für alle Menschen
verständliche Sprache. Sie kennen wahrscheinlich alle dieses Problem:
behördliche Schreiben, Verordnungen und Verträge sind oft so
geschrieben, dass sie nicht richtig zu verstehen sind. Oder in
Zeitungsartikeln und Fernsehsendungen werden viele Fremdwörtern oder
englische Ausdrücke verwendet.
Um dies zu ändern, wurde die Leichte Sprache entwickelt. In kurzen
Sätzen und ohne Fremdwörter wird damit versucht, auch schwierige Themen
zu erklären. Und Formulare werden so gestaltet, dass sie leichter
verständlich sind.
Wenn es mehr Aufmerksamkeit für dieses Problem gäbe, bekämen mehr
Menschen Zugang zu Informationen oder könnten behördliche Formulare
besser verstehen. [Diese Möglichkeitsformen (Konjunktiv) sind übrigens
ein Verstoß gegen die Leichte Sprache. Sie sollten im Text vermieden
werden. Aber es klingt halt so schön].
Auch die Gemeinde Kernen hat lobenswerterweise damit angefangen, ihre
Webseite www.kernen.de zusätzlich in Leichter Sprache zu gestalten. Es
ist allerdings nicht so einfach zu finden: Sie müssen dazu rechts oben
auf die Anzeige „Einstellungen“ gehen, dann werden Informationen in
Leichter Sprache angeboten. Außerdem gibt es dort einen Kurzfilm über
die Gemeinde Kernen in Gebärdensprache, für gehörlose Menschen.
Wie gesagt, ein guter Anfang, der hoffentlich seine Fortsetzung findet.
Auch bei anderen Behörden oder Privatfirmen.
Seit November 2021 gibt es bei der Diakonie ein „Büro für Leichte
Sprache“. Dort wird auch angeboten, Texte entsprechend zu „übersetzen“.
Siehe www.diakonie-stetten.de/leichte-sprache-buero. (Forts. folgt)

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Mobilitätsstation (3)

Die letzten beiden Wochen berichteten wir von der neuen
Mobilitätsstation an der Bushaltestelle Diakonie. Auf unseren Aufruf
haben sich einige NutzerInnen zurückgemeldet, u.a. RollstuhlfahrerInnen,
die verschiedene Verbesserungsvorschläge für die Bedienung und die
Anzeige gemacht haben. Zum Beispiel, dass nicht angezeigt wird, dass der
Expressbus X20 Richtung Esslingen auf der gegenüberliegenden
Straßenseite abfährt und dass es keine Umgebungskarte für die
Haltestelle „Diakonie“ gibt. Diese Anregungen haben wir zusammengestellt
und an den Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) weitergegeben haben, der für
den Betrieb der Säulen verantwortlich ist. Die VertreterInnen des VVS
wollen nun mal zu einem Lokaltermin zu uns rauskommen, um gemeinsam mit
uns unsere Anregungen durchzugehen. Wir werden Sie dann über das
Ergebnis informieren.
Dieselbe Mobilitätssäule wie an der Diakonie in Stetten steht übrigens
auch am Bahnhof in Rommelshausen. Dort gibt es zusätzlich, neben dem
Aufzug, noch ein Video-Reisezentrum der Deutschen Bahn. (Siehe Foto).
Dort können Sie sich mit einem Beratungszentrum der DB verbinden lassen
(über einen Bildschirm) und z.B. Zugfahrkarten kaufen. Wir haben das
noch nicht ausprobiert. Aber vielleicht haben Sie schon Erfahrungen
damit und wollen uns diese mitteilen? Schreiben Sie an
juergenhoran@web.de

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Mobilitätsstation (2)

Letzte Woche berichteten wir (mit Foto) von der neuen Mobilitätsstation an der Haltestelle Diakonie. Sie besteht aus einer Säule, wo auf einem Bildschirm die Abfahrtszeiten der Buslinien 211 (WN), 212 (Fellbach) und X20 (Expressbus WN-ES) angezeigt werden. Hier erreichte uns eine erste Anregung aus der Bürgerschaft: es ist nämlich nicht ersichtlich, auf welcher Straßenseite der Bus abfährt. (Der X20 Richtung ES fährt ja gegenüberliegend ab). Das wäre insbesondere für Ortsfremde wichtig. Wir geben diese Anregung an den VVS weiter.
An der Haltestelle hängt aber auch ein normaler gedruckter Fahrplan. Unter dem Fahrplan befindet sich ein kleines orangenes Kästchen. (S. Foto). Wenn Sie drauf drücken, werden Ihnen die nächsten Busverbindungen von einer netten Computer-Stimme angesagt. Die Einrichtung dieser Möglichkeit vor allem für sehbehinderte Menschen geht auch zurück auf eine Anregung von K21 + PFB.
Probieren Sie es doch einfach mal aus, sowohl die Ansage wie auch den elektronischen Bildschirm für die Busverbindungen (mit dem Finger zu bedienen), z.B. zum Hauptbahnhof Stuttgart. Übrigens: wussten Sie schon, dass Sie (mit dem Expressbus) auch über Esslingen und mit der S1 zum Hbf kommen? Nur unwesentlich langsamer wie über WN/Fellbach. Und eine wunderschöne Strecke hoch zum Katzenbühl.
Probieren Sie es doch einfach mal aus! Gerne dürfen Sie uns Ihre Erfahrungen schreiben, an juergenhoran@gmx.de

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Mobilitätsstation

Die neue Mobilitätsstation Diakonie
Unser Foto zeigt die neue Mobilitätsstation an der Bushaltestelle
„Diakonie Stetten“. Der farbig umrandete Bildschirm ist Ihnen vielleicht
beim Vorbeifahren oder beim Einsteigen in den Bus schon aufgefallen.
Diese elektronische Fahrplananzeige steht seit einigen Wochen an der
Haltestelle Diakonie in Fahrtrichtung Waiblingen, als eine der ersten im
Verkehrsverbund Stuttgart an einer Bushaltestelle.
Das freut uns sehr, denn Kernen21 (bzw. das PFB im Gemeinderat) hat
schon vor mehreren Jahren das Anbringen dieser Anzeigen vorgeschlagen.
Dort finden Sie zuerst mal auf Kopfhöhe einen Bildschirm, auf dem die
Abfahrtszeiten der nächsten 8 Busse angezeigt werden. Und zwar sowohl in
Fahrtrichtung WN/Fellbach wie auch in Richtung Kelter bzw. Esslingen.
Das Gute ist, dass es sich um eine Echtzeitanzeige handelt, d.h. es wird
auch angezeigt, um wie viele Minuten ein Bus eventuell Verspätung hat.
Des weiteren finden Sie in Hüfthöhe einen Berührungsbildschirm, der mit
der Fingerspitze bedient werden kann. Auf dem Schirm befindet sich eine
Karte und rechts ein Menü für die Fahrplanauskunft. Sie können Ihren
Abfahrtsort und das Endziel bzw. ihre Ankunfts- und Abfahrtszeiten
eingeben (wie unter www.vvs.de) und erhalten dann eine detaillierte
Aufstellung Ihrer Verbindung und der Umsteigemöglichkeiten. Daneben gibt
es noch Infos zu touristischen Zielen und zu Veranstaltungen. (Forts.
folgt)

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Paketzustellung mit Lastenfahrrad

ie kennen sicherlich das Phänomen: täglich sehen Sie farblich
unterschiedliche Lieferwagen, die durch unsere Gemeinde fahren und
Pakete ausliefern. Es sind fast 10 verschiedene Firmen. Die 5 größten
sind der Marktführer DHL (eine Tochter der Deutschen Post) über Hermes,
DPD, GLS bis zu UPS.
Da diese Diesel-Lieferwagen mehr oder weniger alle die gleiche Route
durchs Dorf nehmen und das Paketaufkommen ständig zunimmt (vor allem
auch durch Corona), ist mit diesen Fahrten eine nicht geringe
C0²-Belastung verbunden.
Schon des längeren gibt es Überlegungen, die Auslieferung bis zu den
EndkundInnen (die sog. „letzte Meile“) mit dem Fahrrad zu erledigen. Vor
2 Jahren hat das Bundesumweltministerium dazu in Berlin einen
Modellversuch gestartet. Die oben erwähnten 5 Paket- und Kurierdienste
testen den Einsatz von elektrischen Lastenrädern (auf neudeutsch
„Cargo-Bikes“) in der Berliner Innenstadt. Die Räder stoßen keine
Schadstoffe aus und verursachen kaum Störungen im Verkehr. (Siehe dazu
www.bmu.de/media/letzte-meile-lastenrad).
Bei der letzten Gemeinderatssitzung vor der Weihnachtspause haben wir in
der Bürgerfragestunde den Vorschlag gemacht, dies als Modell für eine
dörfliche Struktur wie in Stetten auszuprobieren. Und zwar nicht mit
Lastenrädern von 5 verschiedenen Firmen, sondern mit einem Depot z.B. in
der ehem. Kreissparkasse (wo ja die Post reinkommen soll), wo alle
Paketdienste anliefern und von wo dann die Pakete mit einem einzigen
Lastenrad im ganzen Dorf verteilt werden. Dies hätte auch den Vorteil,
dass diese Aufgabe jemand übernehmen könnte, wo sich im Dorf auskennt
(und dann auch weiß, wo Pakete deponiert bzw. bei welchen NachbarInnen
abgegeben werden könnten) bzw. sogar Pakete bei Menschen abholen
könnten, die nicht mehr so mobil sind und für die der Weg zur
Paketstation zu weit wäre.

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Jahresrückblick

Licht und Schatten
Unser Verein entstand vor 10 Jahren aus dem Widerstand gegen das
Immobilienprojekt Stuttgart 21. (Dazu später mehr). Wir beschäftigen uns
aber auch mit allen anderen Verkehrs- und Mobilitätsfragen, insbesondere
mit Verbesserungen für FußgängerInnen, Radfahrende und für den
Öffentlichen Personennahverkehr ÖPNV.
So blicken wir auf ein Jahr mit Licht und Schatten zurück.
Grundsätzlich war die Corona-Krise eine Katastrophe für Busse und
S-Bahnen, mit stark zurückgehenden NutzerInnen-Zahlen. Inzwischen ist
der Rückgang gestoppt, aber es wird Jahre dauern (wenn überhaupt), bis
der Vor-Corona-Stand wieder erreicht sein wird. Durch den Rückgang
gefährdet sind „unsere“ seit 5 Jahren existierende Expressbuslinie X20
und der Bus 219 Stetten-Endersbach. (Letzterer allerdings auch wegen
einer falschen Linienführung). Andererseits fährt die S2 jetzt
durchgängig im Viertelstundentakt, der Bahnsteig in Rom soll 2022 erhöht
werden, bei den örtlichen Bussen wurden Fahrplanlücken geschlossen und
ein günstiger Kernen-Fahrschein wurde eingeführt. (Neudeutsch als
„Ticket“ bezeichnet).
Der Fahrradverkehr stand ganz im Zeichen der Diskussionen um den
geplanten Schnellweg Schorndorf-Stuttgart. Begrüßenswert. Leider fanden
unsere Vorschläge für eine veränderte Linienführung kein Gehör. Die
Durchfahrt durch Fellbach ist noch gänzlich ungelöst.
Stagniert hat der Bereich Barrierefreiheit. Hoffentlich geht es hier
2022 wieder voran.
Ein vom Kopf her kranker Patient bleibt der Bahnverkehr. Ständig
steigende Schulden bei der Deutschen Bahn, Manager, wo keine Eisenbahn
können, explodierende Kosten bei S21, ein Kellerbahnhof, der so nie
funktionieren wird und schon vor Fertigstellung milliardenschwere
Nachbesserungen braucht. Und Korruption im dreistelligen
Millionenbereich.
Es bleibt für uns jede Menge zu tun. Auf ein Neues in 2022.

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Volksabstimmung 10 Jahre

Vor 10 Jahren: Volksabstimmung zu Stuttgart 21 (2)
Letzte Woche berichteten wir über die Hintergründe der Volksabstimmung über S21, die am 27.11.2011. in ganz Ba-Wü stattfand. Eigentlich eine Abstimmung über den Ausstieg aus der Projektfinanzierung. So mussten die BefürworterInnen eines Weiterbaus mit „Nein“ stimmen, die GegnerInnen mit „Ja“. (s. Foto Plakat in Endersbacherstr.)
Bei einer Wahlbeteiligung von 48,3% gab es eine Mehrheit von 58,9 zu 41,1% der gültigen Stimmen für den Weiterbau.
In Kernen sah es ähnlich aus, mit interessanten Abweichungen: Es stimmten 60,06% mit Nein, 39,94 mit Ja. Auf Ortsteile runtergebrochen: In Rom 62,06% für Weiterbau (bis zu 66% in einzelnen Wahllokalen), 37,94% für Stopp.
In Stetten sah es a bissle anders aus: 57,52 zu 42,48%. Interessant die Ergebnisse in den Wahllokalen HHO-Heim (52,24 zu 47,76%) + Kindergarten Grüntorstr. (54,08 zu 45,92%) aus. Aber in keinem Wahllokal gab es Mehrheiten für die GegnerInnen.
Diese beiden Lokale hatten auch die besten Ergebnisse der GegnerInnen im ganzen Rems-Murr-Kreis.
„Gewonnen“ wurde allerdings mit der Behauptung, die S21-Gesamtkosten betrügen max. 4,1 Mrd €. Inzwischen sind wir bei 10 Mrd € (Bundesrechnungshof). MP Kretschmann dazu: „Mehrheit schlägt Wahrheit“. Von den damaligen engagierten Befürwortern ist niemand mehr im Amt (MdB Pfeiffer, MdL Paal, OBs Schuster + Hesky, Landrat Fuchs).
Wir sind noch da. Wenn auch weniger geworden.
Wir machen weiter.

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Volksabstimmung 10 Jahre

Vor 10 Jahren: Volksabstimmung zu Stuttgart 21 (1)
Am Sonntag, 27. November 2011 fand in ganz Baden-Württemberg eine
umstrittene „Volksabstimmung“ über das Projekt Stuttgart 21 statt, die
die im März 2011 neu gewählte rot-grüne Regierung auf den Weg gebracht
hatte. Umstritten deshalb, weil es einiger juristischer Winkelzüge bei
der Formulierung bedurfte und deshalb eigentlich nicht über das Projekt
abgestimmt wurde, sondern über den Ausstieg aus der Finanzierung durch
das Land. Rechtlich sind die Deutsche Bahn und der Bund Bauträger. Das
Land (übrigens auch Kernen mit 600.000 €) gibt nur einen Zuschuss. Alle,
die für den Weiterbau waren, mussten mit „NEIN“ stimmen, die GegnerInnen
stimmten mit „JA“, siehe Foto Plakat in Endersbacherstraße.
Innerhalb der Bewegung war die Teilnahme an der Abstimmung umstritten.
Zum einen wegen des hohen Quorums: eine Mehrheit der am Wahlsonntag
abgegebenen Stimmen reichte nicht zum Erfolg bei der Abstimmung, sondern
es mussten außerdem insgesamt 33,3% aller Wahlberechtigten mit JA oder
NEIN stimmen. Dann die Tatsache, dass landesweit abgestimmt wurde,
obwohl die meisten BürgerInnen nur indirekt vom Projekt betroffen waren.
Und nicht zuletzt die Ungleichheit der zur Verfügung stehenden Mittel.
Wir hatten weder die personellen, noch die finanziellen und
publizistischen Mittel, z.B. die Menschen am Bodensee oder im
Schwarzwald zu erreichen. Trotzdem entschied sich eine Mehrheit fürs
Teilnehmen. (Forts. folgt)

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Bahnsteigerhöhung

Bahnsteigerhöhung in Rom kommt!
K21 Kernen gibt es nun seit über 10 Jahren. Und fast von Anbeginn an
berichteten wir über die mangelnde Barrierefreiheit am Bahnhof in Rom
und bei weiteren Stationen Richtung Schorndorf. Vor allem die
Einstiegshöhe und der Spalt zwischen Bahnsteigkante und Zug von bis zu
30 cm erschweren die Fahrt von Menschen mit Gehbehinderungen, mit
Rollatoren, Rollstühlen, Kinderwägen. Dies führte auch zu zahlreichen
Unfällen und Verletzungen von Fahrgästen, die wir seit 2013
dokumentierten und über Zeitungsartikel bzw. Radio- und Fernsehberichte
an die Öffentlichkeit brachten und skandalisierten. Zusammen mit
Betroffenen und Unterstützung aus der Politik (insbesondere unser MdL
Jochen Haußmann) und Kernener Gemeindeverwaltung wurde nach 7 Jahren
erreicht, dass die S-Bahnsteige in Rom nun umgebaut werden.
Rom ist erst der zweite (!) von insgesamt 30 Bahnhöfen in der Region,
deren Bahnsteige noch so ähnlich aussehen wie bei uns und erhöht werden
müssten. Andere Kommunen, die keine entsprechende Öffentlichkeits- bzw.
Lobbyarbeit gemacht haben, werden noch Jahre oder Jahrzehnte darauf
warten, dass dort was passiert. Leider gehört dazu auch die
„Haldschdell“, der Bahnhof Stetten-Beinstein, Gemarkung Weinstadt.
Vergangene Woche haben 2 VertreterInnen der Deutschen Bahn im
Gemeinderat die Umbaupläne vorgestellt. Beide Bahnsteige werden um 20 cm
erhöht, außerdem wird die Neigung (= Gleisüberhöhung) der in der Kurve
liegenden Schienen verringert. Wegen dieser Kurvenlage wird leider kein
ganz ebener Einstieg möglich sein (vor allem Richtung Schorndorf), aber
es ist eine ganz erhebliche Verbesserung. Außerdem kommen neue
Aufzuganlagen und Wartehäuschen. Nach dem Ende der Umbaumaßnahmen im Mai
2023 wird Rom den schönsten S-Bahn-Halt in der Region haben und eine
lange Geschichte fände einen befriedigenden Abschluss.

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Lärmbelastung in der Esslingerstraße (1)

Lärmbelastung in der Esslingerstraße (1)
Vor kurzem fand in unserer Gemeinde das Herbsttreffen der landesweiten
„Initiative Motorradlärm“ statt. Dies ist ein Zusammenschluss von
inzwischen über 160 Gemeinden in Baden-Württemberg, auf deren Gemarkung
sich Straßen befinden, die besonders stark von MotorradfahrerInnen
befahren werden und wo die AnwohnerInnen z.T. extrem unter der damit
verbundenen Lärmbelästigung leiden.
Bei diesem Treffen war auch die zuständige Staatssekretärin Elke Zimmer
dabei. Bei einem Termin vor Ort in der Esslingerstraße – am Ortsausgang
Stetten Richtung Esslingen, wo sich das sog. „Lärmdisplay“ befindet – zu
dem auch die Presse eingeladen war, hieß es, dass diese elektronische
Anzeige gewisse positive Effekte habe, da sie zu rücksichtsvollerem
Fahren auffordere.
K21 berichtet schon mehrere Jahre über diese Problematik, hat die Klagen
der AnwohnerInnen gesammelt und darüber u.a. in den MB 21-23/2020
berichtet. Wir können diese positiven Effekte so nicht bestätigen. Gut,
diesen Sommer gab es tatsächlich weniger Motorrad-Ausflugsverkehr.
(Wegen verregnetem Sommer oder andere Strecken waren „in Mode).
Was aber zugenommen hat, ist der „Spaßverkehr“ von Motorrad- und vor
allem AutofahrerInnen, die die Esslinger Straße als Rennstrecke oder zum
Ausprobieren ihrer aufgemotzten Fahrzeuge benutzen. Und das oft bis spät
in der Nacht. Denen ist das Display sowas von egal. Anrufe bei der
Polizei oder die direkte Ansprache der „Rennfahrer“ durch die
AnwohnerInnen blieben wirkungslos.
Dies wurde in der Berichterstattung nicht erwähnt. Es ist schade, dass
K21 bzw. die AnwohnerInnen zu diesem Treffen nicht eingeladen wurden,
damit sie dieses neue Phänomen hätten beschreiben können. Und ihre
Lösungsvorschläge für dieses Problem hätten vorbringen können.
Was meinen Sie? Schreiben Sie uns: juergenhoran@web.de. (Forts. folgt)

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Nachruf für Raimund Thum

Am 28. Oktober verstarb unser K21-Aktiver Raimund Thum.
Raimund war seit vielen Jahren Mitglied von Kernen21 und nahm jede Woche
an den Montagsdemos gegen den geplanten Tiefbahnhof Stuttgart21 teil.
Er wuchs in Waiblingen auf. Nach einer Lehre als Elektromechaniker bei
Höfliger & Karg und anschließendem Elektrotechnikstudium zog er Mitte
der 1970er Jahre nach Stetten in den Römmelesweg. Bis zur Rente
arbeitete er als Handelsvertreter für elektronische Bauteile.
Neben den Montagsdemos besuchte er regelmäßig die Vortrags- und
Diskussionsveranstaltungen der Allmende und des PFB. Er hatte
vielseitige politische, literarische und kulturelle Interessen.
Der passionierte Radler und Ducati-Motorradfahrer war regelmäßig zum
Mittagessen im „Burgstüble“ anzutreffen.
Raimund wurde 72 Jahre alt.
Die Trauerfeier am Wiesengrab findet am Dienstag, 16. November 2021 um
13:30 Uhr auf dem Alten Friedhof in Stetten statt.

Ich habe dem Bruder von Raimund, Ludwig, übrigens angeboten, dass er
sich an uns wenden kann, wenn er Hilfe braucht. Z.B. beim Ausräumen der
Wohnung oder so. Ich hoffe, das ist in eurem Sinne.

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5 Jahre Expressbus X20 (4)

Vor 5 Jahren wurde 3 Expressbuslinien in der Region eingeführt, darunter
„unser“ X20. Hier der letzte Teil unseres Rückblicks.
Nach seinem Start im Dezember 2016 tat sich der X20 schwer. Wie bei der
Einführung neuer Linien üblich, dauerte es Jahre, bis die seine
möglichen NutzerInnen die neue Linie und ihre Vorteile für sich entdeckt
hatten. (Wir haben damals mit Fahrplantipps kräftig die Werbetrommel
gerührt). Erschwerend kam hinzu, dass die Stadt Esslingen (und ihre
Verkehrsbetriebe) den Expressbus als ungeliebtes Kind anguckten und
wenig bis gar nicht machten, um ihn zu fördern. Beispiel gefällig?
Schauen Sie sich mal die Bushaltestellen in der Flandernstraße in ES an.
Bis heute, nach 5 Jahren, haben die immer noch keinen Hochbord (zum
barrierefreien Einsteigen) und die Haltestellen sind sehr schlecht
ausgeleuchtet. Auch am Busbahnhof in ES ist die Verkehrsführung für den
ausfahrenden Bus suboptimal. In Kernen war es besser, da wurde vor 2
Jahren die Haltestelle Karlstraße ausgebaut.
Trotz dieser Widrigkeiten verzeichnete der X20 dann nach dem 1. Jahr
ständig steigende Fahrgastzahlen, belegte gar den ersten Platz im
Vergleich mit den beiden anderen neu eingeführten Linien von Leonberg
bzw. von Kirchheim zum Flughafen.
K21 hat sich auch viele Gedanken gemacht, wie die Expressbusse weiter
ausgebaut werden könnten. Z.B. mit einer durchgehenden Linie von
Ludwigsburg über WN und ES bis zum Flughafen. (Bisher leider ohne
Erfolg).
Und dann kam die ÖPNV-Katastrophe Corona. Die Fahrgastzahlen fielen im
letzten Jahr fast auf Null. Jetzt erholen sie sich langsam wieder, aber
in den Randzeiten kann mensch doch des öfteren leere Busse beobachten.
Der Expressbus-Betrieb ist für weitere 2 Jahre gewährleistet. Aber was
dann? Um seinen Fortbestand zu sichern, braucht es eine konzertierte
Aktion und intensive Anstrengungen aller Beteiligten.

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5 Jahre Expressbus X20 (3)

Vor 5 Jahren wurde 3 Expressbuslinien in der Region eingeführt, darunter
„unser“ X20. Hier die Fortsetzung unseres Rückblicks.
Nach dem Beschluss des Verkehrsausschusses des Verbands Region Stuttgart
(zuständig für den Expressbus-Betrieb) im Nov. 2014 wurde der Betrieb
der 3 Linien Anfang 2015 europaweit und für einen eigenwirtschaftlichen
Betrieb ausgeschrieben. (Dieses Verfahren wurde von den Marktradikalen
in der EU vor einigen Jahren für alle öffentlichen Vergaben eingeführt).
Niemand meldet sich.
In Kernen werden Fahrtroute und Haltestellen festgelegt. Ein Problem
dabei stellen die vielen Parkplätze in der Langestraße in Stetten dar.
Einige werden wegfallen. Ein Antrag von PFB + OGL für Werbemaßnahmen
nach Einführung des X20 und für einen Umbau der Haltestelle „Diakonie“
in eine Mobilitätsstation wird von der GR-Mehrheit abgelehnt. Diese
Mehrheit beschließt ebenfalls die Einstellung der Buslinie 116
(ES-Stetten-Endersbach).
Die Firma Schlienz in Kernen gewinnt im Sommer 2016 die Ausschreibung
für alle 3 Expressbuslinien.
Eine Einladung von K21 an die OBs von ES, WN und den BM von Kernen auf
eine gemeinsame Premierenfahrt wird von diesen aus zeitlichen Gründen
abgelehnt. Daraufhin organisiert K21 am 11. Dezember 2016 eine
Premierenfahrt mit dem X20 zum Weihnachtsmarkt in ES, in Zusammenarbeit
mit der Ortsgruppe ES des VCD (Verkehrsclub Deutschl.). (Siehe Foto).
120 Personen fahren mit. (Forts. folgt).

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5 Jahre Expressbus X20 (2)

8 Jahre ist es nun her, dass erstmals über Expressbusse in der Region
diskutiert wurde, vor 5 Jahren wurden sie eingeführt. Hier die
Fortsetzung unseres Rückblicks.
Die entscheidende Sitzung des Verkehrsausschusses des Verbands Region
Stuttgart (zuständig für den Betrieb der Expressbusse) war am 19.11.14.
Hier gelang es tatsächlich (durch unsere vorherige Lobbyarbeit), die
Verbindung WN-ES auf den 3. Platz der neu einzuführenden Linien zu
bringen. „In Anbetracht der starken Unterstützung der Lokalpolitik“, wie
es in der Vorlage heißt. Ursprünglich war „unser“ Expressbus nur unter
„ferner liefen“ aufgeführt.
Die weiteren neu zu schaffenden Linien waren Kirchheim – Flughafen und
Leonberg – Flughafen.
Wir bemühten uns auch intensiv (und vergeblich) darum, die geplante
Linienführung von Waiblingen nach Esslingen zu verändern. So machten wir
den Vorschlag, den X20 vom Bahnhof WN aus nicht über Rommelshausen,
sondern über Stetten-Beinstein zu führen und dort an die S-Bahn
anzubinden. Das hätte 2 Vorteile gehabt: zum einen hätten wir eine
schnelle Verbindung von Stetten zur S-Bahn gehabt (auch eine alte
Forderung von K21). Zum anderen wäre so eine schnelle Verbindung von der
S2 aus Richtung Schorndorf nach Esslingen geschaffen worden. (Und
umgekehrt). Vor der X20-Einführung mussten Fahrgäste aus dem Remstal,
die nach Esslingen wollten, mit der S2 bis Cannstatt fahren und dort in
die S1 Richtung Plochingen umsteigen. Oder, wie es bei der jetzigen
Linienführung ist, bis zum Bahnhof in Waiblingen fahren und dann in den
X20 umsteigen. Das ist zwar bequemer (und eine schönere Strecke), aber
nur unwesentlich schneller.
Außer für die Remstäler Studierenden der Hochschule Esslingen in der
Flandernstraße. Die sparen tatsächlich Zeit, da sie nicht mehr den Umweg
über den Bahnhof in ES fahren müssen. (Forts. folgt)

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5 Jahre Expressbus (1)

8 Jahre ist es nun her, dass erstmals über Expressbusse in der Region
diskutiert wurde, vor 5 Jahren wurden sie eingeführt. Wir wollen deshalb
daran erinnern, wie diese Verbindung zustande gekommen sind.
Schon 2007 stellt die Allmende in ihrem Papier „Stetten 2020“ die Idee
vor, um Stuttgart herum einen S-Bahn-Ring LB-WN-ES-Flughafen-LEO zu
bauen, zur Entlastung der S-Bahn-Stammstrecke im Hbf Stuttgart.
Ersatzweise durch die Einführung von Bussen. Der Vorschlag verpufft
wirkungslos.
Im Juni 2013 stellen Grüne, SPD und FDP im Verkehrsausschuss (VA) des
Verbands Region Stuttgart (VRS) erstmals Anträge für die Einführung
regionaler Expressbuslinien.
Im Mai 2014 werden im VA 11 mögliche Expressbuslinien in der Region
vorgestellt, vorgeschlagen wird die Einführung von erstmal nur 5 Linien.
Waiblingen-Esslingen ist allerdings nicht mit dabei.
Kurz danach, im Juni 2014 schreibt K21 Kernen einen Offenen Brief an
Bürgermeister, Gemeinderat und Landtagsabgeordnete, mit der
Aufforderung, sich mit aller Kraft für eine Expressbuslinie WN-ES
einzusetzen. Diese Lobby-Arbeit wird in den darauffolgenden zwei Jahren
fortgesetzt, mit Briefen und Telefonaten mit den Mitgliedern des
Verkehrsausschusses. Immer mehr AkteurInnen beteiligen sich daran. Die
Diakonie Stetten schildert in einem Brief an den VRS die Vorteile der
Linie für BewohnerInnen und Beschäftigte. Ebenso das Ordnungsamt Kernen
(zuständig für den ÖPNV) und unsere örtlichen Kreistagsabgeordneten von
CDU und SPD.
Sehr verhalten reagieren anfangs Bürgermeister und Landrat. Das ändert
sich erst vor der entscheidenden Sitzung des VA am 19.11.2014, wo es
tatsächlich gelingt, die Verbindung WN-ES auf den 3. Platz der neu
einzuführenden Linien zu bringen. „In Anbetracht der starken
Unterstützung der Lokalpolitik“, wie es in der Vorlage heißt. (Forts.
folgt).

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Druckknopfampel L2021 – eine Chronologie (4 – Schluß)

Der Schluss unseres Berichtes über die neue Druckknopfampel an der L1201:
Im Herbst 2019 lief die Genehmigungsmaschinerie für die Ampel an, zahlreiche Behörden waren daran beteiligt. Diese entschieden schließlich, 200 Meter weiter Richtung Westen zu bauen, nähe Haldenbach. (Dort war früher schon der Übergang).
Grund: die Stromzuleitung. Sie war ursprünglich von der Seemühle her geplant, wurde dann aber im Durchschussverfahren unter dem Haldenbach vom Aussiedlerhof her verlegt, von dem dort befindlichen Trafo (Mittel- auf Niederspannung). Die Bürgerinitiave (BI) wurde zu dieser Änderung übrigens nicht gehört.
Es entstanden Gesamtkosten von 112.000 €, davon entfielen allein 78.000 € auf die Stromzuleitung.
Nach einer einjährigen, corona-bedingten Verzögerung wurde die Druckknopfampel schließlich am 9. September 21 offiziell eingeweiht. Mit dabei: Tanya Kasa von der BI, Herr Hein von Landratsamt, der Weinstädter OB Scharmann, zahlreiche Mitarbeiter der beteiligten Technikfirmen und die Presse. Die BI organisierte für den 11.9. schließlich eine Fahrrad-Einweihungsfahrt, siehe Foto.
Glückwunsch an Tanya Kasa und ihre MitstreiterInnen. In erstaunlich kurzer Zeit haben sie ihr Ziel erreicht. Auch dank des engagierten Einsatzes der beteiligten Behördenmitarbeiter.
Nun gilt es, Erfahrungen zu sammeln, wie die Ampel funktioniert. Schreiben Sie an: sichererschulweg-kernen@gmx.de

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