Einsatz für Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen

Anfang 2012 gründete sich auf Initiative des Vorstandsvorsitzenden der Diakonie Stetten, Rainer Hinzen und des Bereichspsychologen im Wohnbereich, Herrmann Kolbe,  die Initiative für einen barrierefreien öffentlichen Personennahverkehr im Rems-Murr-Kreis. Der Initiativkreis, der sowohl aus Menschen mit Behinderungen, als auch aus  Vertreterinnen und Vertretern von „K21 Kernen – Verein zur Förderung eines zukunftsfähigen Öffentlichen Personennahverkehrs“ besteht,  setzt sich seither dafür ein, dass konkrete Verbesserungen der Zugangsmöglichkeiten für Busse und Bahnen geschaffen werden, um eine Teilhabe am Alltagsleben zu ermöglichen. So sollen für Menschen mit Behinderungen und Mobilitätseinschränkungen die Wege zur Arbeit, zum Einkaufen oder für Aktivitäten in der Freizeit erleichtert werden.

Der Initiativkreis trifft sich regelmäßig alle vier bis sechs Wochen und hat in der kurzen Zeit seines Bestehens bereits einige Aktivitäten gestartet: So fand 2012 ein Gespräch mit dem örtlichen Busunternehmer statt und im Januar 2013 eine Testfahrt mit der S-Bahn von Grunbach nach Schorndorf mit einem blinden Mann und zwei Rollstuhlfahrern. „Das Testergebnis war niederschmetternd: Weder die Zugänge zu den meisten Bahnhöfen noch die Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten der S-Bahn sind behindertengerecht“, erzählt Ebbe Kögel, der sich beim Initiativkreis und bei K21 engagiert.  Insgesamt entstanden bei dem Test fünf Minuten Verspätung.

Bei einer weiteren Aktion organisierte die Initiative einen Ortsrundgang in Stetten, bei dem auch Vertreter des Seniorenrates und ein Gemeinderatsmitglied der OGL (Offenen Grünen Liste) teilnahmen. „Dabei ging es darum zu erkunden, ob in Stetten die Fußgängerüberwege und Zugänge zu öffentlichen Gebäuden und Einkaufsmöglichkeiten barrierefrei bzw. der Übergang vom Gehweg zur Straße plangleich ist, wie es im Fachjargon heißt“, sagt Ebbe Kögel. Insgesamt wurden 25 Punkte (Übergänge von Gehweg zur Straße, Fußgängerüberwege, Eingänge zu Geschäften und öffentlichen Gebäuden) fotografisch und mit detaillierten Beschreibungen dokumentiert. Das Ergebnis der Ortsbegehung war eher niederschmetternd. Daher schlug die Initiative bei einem gemeinsamen Gespräch mit dem Bauamtsleiter der Gemeinde Kernen, Horst Schaal, vor, dass „zumindest im Rahmen laufender Baumaßnahmen konkrete Verbesserungen eingeplant werden“, so Herrmann Kolbe, und dass bei zukünftigen (Straßen-)Baumaßnahmen die Bedürfnisse von RollstuhlfahrerInnen und Menschen mit Gehbehinderungen mit einbezogen werden.
Eine deutliche Absenkung des Randsteins wird es am Ausgang der Diakonie Stetten zur Tannäckerstraße (Ausgang Rosenstraße) und am Zebrastreifen in der Frauenländerstraße zur Kirchstraße hin geben. Leider keine Plangleichheit. Behindertengerecht soll auch der Umbau der Klosterstraße ausfallen. „Die Verwaltung und die Fraktionen sind jetzt für das Thema sensibilisiert, aber unser ständiges Nachfragen wird weiterhin nötig sein“, betont Ebbe Kögel. So sei der Weg zu einer wirklichen Barrierefreiheit immer noch lang.

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