Klassenkämpfer Brüderle

Leserbrief zum Bericht über Rainer Brüderle „Die Welt beneidet Deutschland“
WKZ vom 15. August 2013

„Erfolge, Erfolge, Erfolge“ meldet Rainer Brüderle von der FDP bei einer Wahlkampfveranstaltung für den Mittelstand in Grunbach. In der Tat sind die Erfolge schwarz-gelber Regierungspolitik enorm – alle Landes- und Bundesämter für Statistik melden es gebetsmühlenartig jedes Jahr aufs Neue: die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer, in einem gewaltigen Umverteilungsprozess von unten nach oben. Dass er dafür Beifall von den von ihm als vorbildlich gepriesenen Mittelständlern bekommt, spricht nicht unbedingt für die Anwesenden. Wo bleibt denn deren sozialen Verantwortung für den ärmeren Teil der Bevölkerung, der durch Niedriglöhne und 400-Euro-Jobs in die (Alters-)Armut getrieben wird? Und dass er nun auf Bahnchef Grube einhaut wegen dessen Missmanagement im Mainzer Bahnhof (und übrigens auch bei Stuttgart 21, das Brüderle ja vehement befürwortet) kann nur als Schaumschlägerei bezeichnet werden. War doch die FDP mitverantwortlich für die Privatisierung der Bundesbahn, die Entlassung Zehntausender MitarbeiterInnen (die jetzt fehlen) und die Einsetzung gewissenloser und unfähiger Auto- und Flugzeugmanager bei der Deutschen Bahn, alles ursächlich für die gegenwärtige Misere. Übrigens: im Aufsichtsrat der DB sitzen auch zwei FDPler: der von Brüderle ins Wirtschaftsministerium geholte Bernhard Heitzer sowie FDP-Generalsekretär Patrik Döring. Sind das dieselben Schnarchzapfen wie die von Brüderle als „Lachsbrötchenesser“ verunglimpften Aufsichtsratsvertreter der Gewerkschaften? Wie gesagt – er mag Beifall bekommen haben in Grunbach – ich find es zum Kotzen, diesen Klassenkampf von oben.

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