Gespräch von K21 mit Omnibus Schlienz

Vergangene Woche trafen sich 4 Vertreter unserer Initiative und Hermann Kolbe vom Initiativkreis für einen barrierefreien Öff. Personennahverkehr der Diakonie Stetten mit Erhard Kiesel (Geschäftsführer) und Jens Jacobi (Fahrdienstdisponent) von der Fa. Schlienz, zu einem Gespräch über lokale und regionale Verkehrsthemen. Schlienz bedient bei uns den Linienverkehr nach Waiblingen (WN), Fellbach und Endersbach/Esslingen (ES) und ist im Omnibusfernreiseverkehr tätig. Allein in Rommelshausen arbeiten 60 Beschäftigte. Beeindruckend für uns war, dass im Linienverkehr fast ausschließlich Niederflurbusse eingesetzt werden. Diese können auf der Einstiegseite abgesenkt und es kann eine Rampe ausgeklappt werden, die es auch RollstuhlfahrerInnen ermöglicht, ohne Probleme in den Bus zu kommen. Schlienz hat auch einen speziellen Handicap-Bus, in dem bis zu 14 Rollstühle untergebracht werden können (inkl. Behindertentoilette). Wir brachten verschiedene Anregungen vor: 1. Bessere Verbindung von Stetten zur S-Bahn-Station Stetten-Beinstein bzw. nach ES (bisher nur 2 Busse pro Tag). 2. Optimierte Taktung der Omnibusabfahrten in WN und Fellbach mit den Ankunftszeiten der S-Bahn von Stuttgart. 3. Verbesserung der Behindertenfreundlichkeit (z.B. für Menschen, die nicht lesen können) von Fahrplänen und Haltestellen. Der Kontakt soll beibehalten werden und wir bedanken uns für das freundliche und informative Gespräch.

Veröffentlicht unter Mitteilungsblatt | Kommentare deaktiviert für Gespräch von K21 mit Omnibus Schlienz

Gespräche mit Landtagsabgeordneten (2)

Gegenwärtig führen wir Gespräche mit unseren Landtagsabgeordneten. Vor 14 Tagen fand ein Gespräch mit Petra Häffner (Grüne) statt. Da sie im Innenauschuss sitzt, der u.a. für Polizei und Verfassungsschutz zuständig ist, drehte sich das Gespräch vor allem um die damit zusammenhängenden Themen. Wir haben u.a. folgende Fragen an sie gestellt:

  1. Aufarbeitung des „Blutigen Donnerstag“ am 30.9.10: Bei diesem unrechtmäßigen Polizeieinsatz im Schlosspark wurden zahlreiche Demonstrierende verletzt, darunter auch 4 aus Kernen. Bis heute gibt es keine Entschuldigung der Regierung bei den Verletzten und sie erhalten keine Entschädigung. 1 Demonstrant hat fast sein gesamtes Augenlicht verloren. Außerdem laufen noch zahlreiche Verfahren (gg. Polizisten und Demonstrierende). Wie ist hier der Stand?
  2. Aufarbeitung des 20.6.11: Damals wurde nach einer Demo vorübergehend die Baustelle des Grundwassermanagements besetzt. Ein über 70-jähriger Demonstrant aus Cannstatt, der dabei war, erhielt eine Hausdurchsuchung und ein Verfahren wg. Schweren Landfriedensbruch, weil er angeblich eine „Bombe“ geworfen habe. Außerdem erhielt er 8 Klagen von Polizisten auf Schmerzensgeld, weil sie durch seine „Bombe“ ein Knalltrauma erlitten hätten. Wie ist hier der Stand der Verfahren?
  3. Verfassungsschutz: Immer wieder berichten S21-GegnerINnen, dass der Verfassungsschutz sie als Spitzel anwerben will. Was ist hier die Rechtsgrundlage und wieviele Spitzel sind schon aktiv? (Forts. Folgt)
Veröffentlicht unter Mitteilungsblatt | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Gespräche mit Landtagsabgeordneten (2)

Videos, unbedingt anschaun…

1. Joe Bauer, auf der 127. Montagsdemo -> fluegel.tv

2. Christine Prayon, Aufzeichnung vom Prix Panthéon 2012

3. Volker Lösch, auf der 126. Montagsdemo -> fluegel.tv

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Videos, unbedingt anschaun…

Mitteilungsblatt

Treffen mit MdL Jochen Haußmann
Am Mi, 20.6. um 20 Uhr im TV-Heim treffen wir uns mit MdL Jochen Haußmann, um über S21 und lokale und regionale Verkehrsprobleme zu diskutieren. Bericht im nächsten MB.

Unser nächste Sitzung
Das nächste K21 Kernen-Treffen ist am Mi, 4.7. um 20 Uhr im TV-Heim. Gäste sind immer herzlich willkommen. Informationen über unsere Aktivitäten auch auf unserer Webseite.

Kreisweite Koordination
Im Rems-Murr-Kreis gibt es insgesamt 7 Initiativen gegen den Bau des Kellerbahnhofes S21. Und zwar neben Kernen in Fellbach, Waiblingen, Winnenden, Backnang, Weinstadt, Welzheim und Schorndorf. Zur Zeit bereiten wir eine gemeinsame Presseerklärung zum Regionalverkehr vor. Durch die enormen Kosten von S21 wird der Regionalverkehr durch die Deutsche Bahn immer mehr ausgedünnt, sozusagen kannibalisiert. Weitere Informationen auf www.rems-murr-gegen-S21.de

Montagsdemos gehen weiter
Die traditionellen Montagsdemos gegen S21 gehen munter weiter, Treffpunkt jeden Montag 18 Uhr am Stuttgarter Marktplatz mit Kundgebung, anschließend Demo zum Hauptbahnhof. Regelmäßig kommen noch zwischen 2.000 und 3.000 TeilnehmerInnen. Vom Nachlassen des Widerstandes kann also keine Rede sein. Eine Anekdote vom letzten Montag: der CDU-Kandidat für den Stuttgarter OB-Sessel, Sebastian Turner, hat im Internet einen Plakatentwurf zur Abstimmung gestellt mit der Unterschrift: „Ich bin das Volk“. Der Regisseur Volker Lösch hat daraufhin bei der letzten Montagsdemo gesagt: „Turner sagt: ich bin das Volk. Und ich sage: ich bin Volk-er!“ Nachzuhören auf fluegel.tv

Veröffentlicht unter Mitteilungsblatt | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Mitteilungsblatt

Vergleich zwischen Bahnhof Zürich und Stuttgart

Der Parkschützer H. Hanslmeier hat vor kurzem den Zugverkehr der beiden Hauptbahnhöfe (Hbf) Stgt. und Zürich bzw. die Bahn-Transportleistungen in der jeweiligen Region miteinander verglichen und kommt (unter www.parkschuetzer.de/statements/130761) zu folgendem Ergebnis: Zürich mit ca. 400.000 EinwohnerInnen ist um 1/3 kleiner wie Stgt. mit ca. 600.000. Nimmt man die jeweiligen Regionen mit dazu,  sind es 1,4 (Zürich) zu 2,7 Mio (Stgt.), also sogar nur ca. die Hälfte. Die Anzahl der Reisenden im Hbf Zürich beträgt dagegen 400.000 täglich, in Stgt sind es 240.000. In Zürich fahren fast 3.000 Züge pro Tag, davon 2607 Personenzüge (incl. S-Bahn), in Stgt rund 1.240 Züge täglich (incl. 650 S-Bahn). Fazit: In Zürich Hbf verkehren tägl. 2½ mal so viele Züge wie in Stgt. Zürich Hbf hat aktuell 22 Kopf- und 4 Durchfahrtsgleise = 26. Künftig sollen es 18 + 8 = 26 Gleise sein. Stgt Hbf hat aktuell 16 Kopf- und 2 Durchgangsgleise = 18 Gleise. Künftig sollen es nur noch 8 + 2 = 10 Gleise sein. Das wesentlich größere Stgt muss also schon jetzt mit recht wenigen Gleisen auskommen, nach dem S21-Rückbau aber steigt es mit seiner Bahninfrastruktur leistungsmäßig gänzlich in die Kreisliga ab. Zürich zeigt, was möglich ist, wenn man in der Bahn-Championsleague spielt und der Bahn-Regionalverkehr systematisch ausgebaut wird. Aber unsere Autolobby hat das in den letzten Jahrzehnten gezielt verhindert und mit dem Bau des Kellerbahnhofs einen weiteren Erfolg erzielt.

Unsere nächsten Termine
Nächste K21 Sitzung: Mi, 13.6., 20 Uhr, TV-Heim.
Mi, 20.6., 20 Uhr, TV-Heim, Gespräch mit MdL Haußmann über S21 und lokal-regionale Verkehrsprobleme.

Veröffentlicht unter Mitteilungsblatt | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Vergleich zwischen Bahnhof Zürich und Stuttgart

ZÜRICH UND STUTTGART –EIN AUFSCHLUSSREICHER VERGLEICH

(1) DIE EINWOHNERZAHLEN IM VERGLEICH:

– Zürich: ca. 391.000 Einwohner
– Stuttgart: ca. 607.000 Einwohner

Zürich ist also gut ein Drittel kleiner als Stuttgart.
Und nimmt man die jeweiligen Regionen noch mit dazu, ist der Unterschied sogar noch viel gravierender:

– Region Zürich ca. 1,4 Mio. Einwohner
– Region Stuttgart: 2,7 Mio. Einwohner

Die Region Zürich ist also an Einwohnern sogar nur halb so groß wie die Region Stuttgart.

Ganz anders aber sieht es aber beim Eisenbahnverkehr aus:

(2) DIE HAUPTBAHNHÖFE IM VERGLEICH:

(a) ANZAHL REISENDE IM HAUPTBAHNHOF PRO TAG:

– in Zürich: ca. 400.000 täglich
– in Stuttgart: ca. 240.000 täglich

Obwohl Zürich sehr viel kleiner ist, liegt die Zahl der täglichen Bahnfahrten ab/zum Hauptbahnhof dort also um zwei Drittel höher als in Stuttgart. Das sind pro Tag ca. 160.000 Bahnreisende mehr.

Die Gründe hierfür liegen auf der Hand, wenn man den Vergleich fortführt:

(b) ANZAHL ZÜGE IM HAUPTBAHNHOF PRO TAG:

– in Zürich: fast 3.000 Züge pro Tag, davon 2607 Personenzüge (incl. S-Bahn)
– in Stuttgart: rund 1.240 Züge täglich (incl. 650 S-Bahn)

Obwohl Zürich sehr viel kleiner ist, verkehren im dortigen Hauptbahnhof also täglich zweienhalb mal so viele Züge wie in Stuttgart.

Und diese aktuelle Zahl berücksichtigt noch nicht die in Stuttgart und Zürich geplanten Veränderungen in der Spitzenstunde. – Spätestens da zieht es jedem anständigen Menschen die Socken aus:

(c) ANZAHL ZÜGE IN DER SPITZENSTUNDE UND KÜNFTIGE VERÄNDERUNG:

– in Stuttgart läßt man derzeit nur 36 Züge in der Spitzenstunde (Fern- und Nahverkehrszüge) ankommen. Und diese geringe Zahl soll als Folge von S21 sogar auf künftig nur noch 30 Züge reduziert werden. Die Zahl der S-Bahnzüge in der Spitzenstunde soll gleich bleiben.
Dies bedeutet für Stuttgart dann incl. S-Bahn statt der bislang 83 Züge künftig nur noch 77 Züge in der Spitzenstunde.

– in Zürich beträgt die Anzahl der ankommende Züge in der Spitzenstunde zwischen 7:00 und 8:00 (inkl. der S-Bahn und SZU) aktuell 95 Züge und soll bis 2018 laut Netzgrafik der SBB (wo eventuell noch Einzelzüge fehlen) auf mindestens 107 Züge in der Spitzenstunde gesteigert werden.

Das wesentlich größere Stuttgart liegt also heute schon in der Spitzenstunde um 12 ankommende Züge zurück (aktuell 83 zu 95 Züge). Und dieser Rückstand wird sich in den kommenden Jahren auf 30 Züge ausweiten (künftig 77 zu 107 Züge).

Während in Stuttgart durch das Wahnprojekt S21 Bahninfrastruktur zerschlagen wird, baut man sie in Zürich zielstrebig weiter aus.

Dies zeigt unser letzter Vergleich:

(d) ANZAHL GLEISE IM HAUPTBAHNHOF UND KÜNFTIGE VERÄNDERUNG

– in Zürich: aktuell 22 Kopf- und 4 Durchfahrtsgleise = 26 Gleise (künftig 18 und 8 = 26 Gleise)
– in Stuttgart: aktuell 16 Kopf- und 2 Durchgangsgleise = 18 Gleise (künftig nur noch 8 und 2 = 10 Gleise)

Das wesentlich größere Stuttgart muß also schon jetzt mit recht wenigen Gleisen auskommen, nach dem S21-Rückbau aber steigt es mit seiner Bahninfrastruktur leistungsmäßig gänzlich in die Unterliga ab.

Und während man so in Stuttgart alle Chancen des Bahnverkehrs buchstäblich begräbt, arbeitet man in Zürich, das uns schon jetzt um Längen voraus ist, bereits an der nächsten Erfolgsgeschichte: durch die sogenannten „Vierten Teilergänzungen“ der Zürcher S-Bahn sollen im Großraum Zürich – so die bescheidene SBB – „die dringendsten Kapazitätsprobleme, insbesondere in den Hauptverkehrszeiten am Morgen und Abend, gelindert werden.“

NICHTS VERRÄT DEUTLICHER DEN QUALITÄTSUNTERSCHIED ZWISCHEN EINER VERNÜNFTIGEN BAHNPOLITIK UND DER HIESIGEN VERBRECHERBANDE, ALS EIN VERGLEICH DIESER ZAHLEN.

MIT MILLARDENAUFWAND WOLLEN SIE UNS IN STUTTGART IM INTERESSE DER BAUMAFIA EIN LÄCHERLICHES SCHMALSPURBAHNHÖFCHEN BAUEN.

UND DIESEN TROSTLOSE WITZ WOLLEN SIE UNS DANN NOCH IN BETRÜGERISCHER ABSICHT ALS „DAS NEUE HERZ EUROPAS“ VERKAUFEN.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für ZÜRICH UND STUTTGART –EIN AUFSCHLUSSREICHER VERGLEICH

Gespräche mit unseren Landtagsabgeordneten (1)

Vor einigen Wochen hatten wir unseren Landtagsabgeordneten (MdL) Claus Paal (CDU) zu einem Gespräch mit unserer Initiative über S21 und regionale Verkehrsprobleme (z.B. Zustand S-Bahn Haltestelle Rom) eingeladen. Wir erhielten eine Absage. Seine Mitarbeiterin schrieb am 14.5.: „Herr Paal sieht mittlerweile davon ab, an Terminen mit Gesprächsinhalt S21 teilzunehmen… Die S-Bahn ist ein Thema für den Verband Region Stuttgart (VRS)“. In unserer Antwort steht u.a.: „Wir halten es für unverschämt, wie sich der Staatskonzern Deutsche Bahn (DB) seinen Finanzierungspartnern und den zuständigen Parlamenten gegenüber verhält: ständige Verschleierung der Kosten, Geheimhaltung der Pläne für die Fertigstellung. Was hier passiert, darf sich im Grunde genommen kein Parlamentarier gefallen lassen. Das steht in ihrem Eid auf die Verfassung, nämlich „Schaden vom Volk“ zu wenden …Was die regionalen Verkehrsprobleme betrifft, ist es leider so, dass außer
 leeren Versprechungen auch (fast) nichts passiert, weil die DB sich taub stellt und der notwendige Druck vom VRS fehlt … Wir haben die parlament. Demokratie immer so verstanden, dass die MdLs unserer Wahlkreises für  a l l e  BürgerInnen zuständig sind. Von daher ist es außerordentlich bedauerlich, dass Sie nicht mit uns reden wollen.“ Berichte über die Gespräche mit den MdLs Häffner (Grüne) und Haußmann (FDP) folgen.
Termine: Die bekannte Journalistin Petra Reski, die seit langer Zeit in Italien lebt, hat ein Buch geschrieben über die Tätigkeit der Mafia in Deutschland und kommt zum Ergebnis, dass diese in unserer Region vor allem in der Bauwirtschaft tätig ist. Da sind wir mal gespannt, was dies mit S21 zu tun hat. Lesung am Di, 5.6. um 20 Uhr ins Kulturhaus Schwanen in WN. Unsere nächste Sitzung: Mi, 13.6., 20 Uhr, TV-Heim

Veröffentlicht unter Mitteilungsblatt | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Gespräche mit unseren Landtagsabgeordneten (1)

Utopische Ideen zur S-Bahn

Die Älteren werden sich noch daran erinnern. Am 1.10.1978 wurde nach einer 25-jährigen Planungs- und Bauzeit die erste S-Bahn der Region Stuttgart eröffnet. Auf 6 Linien mit einem Streckennetz von 177 km und 71 Stationen werden heute täglich 336.000 Menschen befördert. Die einst utopische Idee eines leistungsfähigen Nahverkehrsnetzes für die Region hat aber einen schwerwiegenden Nachteil: da alle 6 Linien durch einen Tunnel am Hauptbahnhof (Hbf) fahren, kann aus Sicherheitsgründen der Taktabstand von gegenwärtig 2,5 Minuten zwischen einer Bahn und der nächsten nicht verkürzt werden. Nehmen wir mal an, in 10 Jahren wollten 3 Mal so viele Menschen wie heute mit der S-Bahn fahren, z.B. wg. eines Benzinpreises von 5 Euro pro Liter. Aber wg. der Taktfrequenz im Tunnel des Hbf wäre das gar nicht möglich, das System ist fast an seiner Grenze angelangt. Nun kommt unsere Idee ins Spiel: nämlich eine Ringbahn um Stuttgart herum zu bauen, mit der das
 Nadelöhr Hbf entlastet werden könnte. Stellen wir uns den Ost-Ring vor: Von Ludwigsburg über Waiblingen, Esslingen bis zum Flughafen. Dann wären wir von Kernen aus tatsächlich in 20 Minuten am Flughafen. Zugegebenermaßen utopisch. Aber das war die S-Bahn auch, als sie in den 1950er Jahren als Idee entstand. Die Ringbahn wäre eine sinnvolle Investition in die Zukunft, nicht ein kropfunnötiger Kellerbahnhof, der auf Jahrzehnte alle Investitionsmittel auffrisst und das Zugangebot in der Region zudem noch verschlechtert. Und die Fa. Herrenknecht könnte einen Tunnel durch den Schurwald bauen.
Terminhinweis: Di, 5.6., 20 Uhr, Kulturhaus Schwanen in WN. Vortrag der Journalistin Petra Reski über die Mafia in der Bauwirtschaft. (Auch bei S21!).

Veröffentlicht unter Mitteilungsblatt | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Utopische Ideen zur S-Bahn

Die CDU redet nicht mehr… über S21 / mit uns!!!

Wir von Kernen21 sehen es als unsere Aufgabe an in unregelmäßigen Abständen mit unseren Landtagsabgeordneten über die aktuelle Lage zu diskutieren. Das es dabei nicht nur um Stuttgart21 gehen kann ist nach dem abgeholzten Schlosspark und dem plattgemachten Südflügel eigentlich klar. Dennoch wird uns in Baden-Würtemberg speziell aber auch in ganz Deutschland das Thema Stuttgart21 die nächsten 20 jahre wohl mehr oder weniger begleiten. So wollten wir also auch mit unserem Landtagsabgeordneten Claus Paal von der CDU zur akuellen Lage diskutieren und haben Ihn um einen Gesprächstermin gebeten. Darauf hin kam folgende Antwort:

„Sehr geehrter Herr …,

bezüglich der Anfrage Ihrer K21 Initiative hinsichtlich eines Termins mit Herrn Paal möchte ich nun auf Sie zurückkommen.

Herr Paal sieht mittlerweile davon ab, an Terminen, Podiumsdiskussionen oder Ähnlichem mit Gesprächsinhalt Stuttgart 21 teilzunehmen. Eine öffentliche Diskussionsrunde über dieses Thema fördert keine neuen Sachverhalte mehr zu Tage,  zumal das Projekt seit November ja entschieden ist.

Herr Paal bittet Sie, dies zu akzeptieren und wünscht Ihnen viel Erfolg bei der Suche nach einem Diskussionsgast.

Das zweite von Ihnen angesprochene Thema S-Bahn und die baulichen Voraussetzungen zwischen Bahnsteig und Wagen an mehreren Bahnhöfen ist ein Thema für den Verband Region Stuttgart. Hier kann Herr Paal gerne Kontakte vermitteln, bittet Sie jedoch, sich der Zuständigkeit halber direkt an den Verband zu wenden.

Viele Grüße nach Kernen“

Die Antwort von Kernen21 auf diese Absage war dann folgende Mail:

„Sehr geehrter Herr Paal,
Ihre Mail mit der Absage des Gespräches haben wir erhalten, vielen Dank.
Es ist schade, dass Sie sich nicht mit uns treffen wollen.
Wir wollten uns nicht mit Ihnen treffen, um über das Für und Wider von S21 zu diskutieren. Die Argumente sind ja ausgetauscht, die Standpunkte klar. Uns geht es um etwas ganz anderes: wir halten es für unverschämt, wie sich der Staatskonzern Deutsche Bahn seinen Finanzierungspartnern und den zuständigen Parlamenten gegenüber verhält: ständige Verschleierung der tatsächlichen Kosten, Intransparenz bei Vergabe der Bauarbeiten und Geheimhaltung der Zeitpläne für die Fertigstellung. Was hier passiert, darf sich im Grunde genommen kein Parlament und kein Parlamentarier gefallen lassen. Das steht in ihrem Eid auf die Verfassung, nämlich „Schaden vom Volk zu wenden“.
Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie von der DB „umfassend und ausreichend“ informiert werden, dann ist das sehr bedauerlich.
Und diese Informationspflicht der DB besteht nicht nur gegenüber den VertreterInnen der Regierung, sondern auch gegenüber den gewählten VertreterInnen der Opposition. Siehe oben.

Was die regionalen Verkehrsprobleme betrifft, so finden wir es auch sehr bedauerlich, dass Sie hier auf den Verband Region Stuttgart verweisen. Weil hier ist es doch leider so, dass hier außer leeren Versprechungen auch (fast) nichts passiert, weil die DB sich taub stellt und der notwendige Druck vom VRS fehlt. (Siehe Einsatz von „rollendem Antiquariat“ auf der Remsschiene). Im Regionalparlament hat Ihre Partei im Gegensatz zum Landesparlament ja durchaus mehr Einfluss.
Außerdem hätten wir gerne noch weitere Verkehrsprobleme bzw. Ideen mit Ihnen diskutiert, z.B. eine Direktbusverbindung von WN nach ES oder eine Stadtbahn-Ringbahn um Stuttgart herum. Oder die Schurwaldquerung für Lastwagen. Der Themen gäbe es genug.
Wir haben die parlamentarische Demokratie eigentlich immer so verstanden – und wir meinen, uns auch an dementsprechende Wahlaussagen erinnern zu können – dass die Landtagsabgeordneten unseres Wahlkreises für  a l l e   BürgerInnen zuständig sind.
Von daher ist es außerordentlich bedauerlich, dass Sie nicht mit uns reden wollen.
Mit freundlichen Grüßen
K21 Kernen“

Veröffentlicht unter Schriftverkehr | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Die CDU redet nicht mehr… über S21 / mit uns!!!

Die Tricks der Deutschen Bahn (4)

Am 12.5.12 berichtete die Stuttgarter Zeitung (StZ) über eine Sitzung des Kreistages in Göppingen, bei dem es zum wiederholten Male darum ging, ob das bestehende S-Bahn Netz bis Göppingen erweitert werden kann. Für dieses Vorhaben wurde 2009 von 2 Ingenieurbüros eine 125.000 Euro teure Machbarkeitsstudie erstellt. Diese wird aber von der DB Netze (das ist eine Tochter der Bahn, die neue Strecken plant) nicht anerkannt. Die DB Netze will eine eigene Studie erstellen, für die sie 45.000 Euro verlangt. Die StZ kommentiert dazu: „Würde ein Handwerksbetrieb so seine Kostenvoranschläge vermarkten, dürfte er schnell der Insolvenz entgegenrauschen. Für die Bahn handelt es sich hingegen um ein lukratives Nebengeschäft. Allein für die Planung der Neubaustrecke von Wendlingen nach Ulm streicht sie 460 Millionen Euro an Planungskosten vom Bund ein. Und offenbar hält sie auch im Kleinen die Hand auf.“
Was in diesem Kommentar nicht gesagt wurde: Die Planungskosten werden immer in einem Prozentsatz von den Gesamtkosten verrechnet. Das heißt, bei bisher angenommenen Baukosten von 2,89 Mrd Euro bekommt die Bahn für die Planung 16%, also 460 Mio Euro. Steigen die Baukosten aber, wie von vielen ExpertInnen befürchtet, auf das Doppelte oder Dreifache, bekommt die Bahn entsprechend mehr: bei 5 Mrd. bekäme sie 800 Mio, bei 7,5 Mrd. wären es 1,2 Mrd. Euro Planungskosten. Was glauben Sie nun, wie groß das Interesse der Bahn ist, die Baukosten niedrig zu halten? Dasselbe gilt natürlich auch für den Kellerbahnhof.
Unsere nächste Sitzung: Mi, 23.5., 20 Uhr, TV-Heim

Veröffentlicht unter Mitteilungsblatt | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Die Tricks der Deutschen Bahn (4)

Kannibalisierung des Regionalverkehrs durch S21 – Forts.

Letzte Woche berichteten wir, dass das Land der Deutschen Bahn (DB) weit überhöhte Trassenpreise für den Regionalverkehr und zusätzlich weitere 300 Millionen Zuschuss für S21 zahlt – Geld, das für die Verbesserung oder gar nur den Erhalt des gegenwärtigen Zustandes des Regionalverkehrs fehlt. Die DB investiert in überteuerte ICE-Rennstrecken, die nur von 5% aller Reisenden benutzt werden. Die Bedürfnisse derer, die jeden Tag mit dem Zug zur Arbeit fahren, sind der DB egal. (Siehe den Skandal mit den Uralt-Waggons auf der Remsschiene, den wir letzte Woche beschrieben). Es kommt noch doller: Seit 1999 wurden, insbesondere durch die Abschaffung der IR = Interregio-Züge, insgesamt 110 deutsche Mittel- und Großstädte vom Fernverkehr abgehängt, bei zahlreichen anderen wurden die Fernanschlüsse erheblich verringert. Report Mainz berichtete am 27.3.12 unter dem Titel „Abgehängt von der Bahn“ über den DB-Rückzug aus der Fläche. Der SWR hat dabei die Fernverkehrsabfahrten pro Woche der DB für 368 Bahnhöfe abseits der Hauptachsen untersucht, im Vergleich der Jahre 1999 und 2012. Beispiele aus unserer Region: Esslingen: Verringerung der Abfahrten von 248 auf 137. Schwäbisch Gmünd: von 119 auf 98. Böblingen: von 98 auf 0. Ludwigsburg: von 28 auf 14. Schorndorf: von 34 auf 22. Backnang: von 48 auf 0. Schwäbisch Hall: von 48 auf 0. Nur Nürtingen hat eine Steigerung von 0 auf 14. Und das alles bei einem Konzern, der aus unseren Steuergeldern bezahlt wird, der sich aber längst der öffentlichen Kontrolle entzogen hat.

Veröffentlicht unter Mitteilungsblatt | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Kannibalisierung des Regionalverkehrs durch S21 – Forts.

Die Kannibalisierung des Regionalverkehrs durch S21

In den letzten Wochen berichteten die örtlichen Zeitungen über einen Skandal im Regionalverkehr auf der Rems-Bahn: dort werden uralte Waggons aus den 1960er Jahren eingesetzt, z.T. ausgemusterte DDR-Züge, die normalerweise für den Transport von PilgerInnen dienen. (Offensichtlich eine Fahrt in höherem Auftrag, bei der nach Meinung der Bahn der Komfort keine so große Rolle spielt). Was hat das alles mit Stuttgart 21 zu tun? Nun, 1993 verabschiedete die Kohl-Regierung (mit Stimmen von SPD und Grünen!) das Gesetz zur Bahnreform. Diese ebnete den Weg für eine Privatisierung der Bahn (DB). Die Verantwortung für den Schienennahverkehr ging vom Bund auf das Land über. 2003 schloss deshalb unsere schwarz-gelbe Landesregierung einen bis 2016 (!) laufenden Verkehrsvertrag ab, mit dem die im Regionalverkehr von der DB erbrachten Leistungen vom Steuerzahler abgegolten werden. In diesem Vertrag wurden der DB weit überhöhte Trassenpreise zugestanden, die
z.T. doppelt so hoch sind wie in anderen Ländern. Und es wurde zusätzlich vereinbart, aus diesem Topf fast 300 Mio Euro für die (zukünftigen) Baukosten von S21 abzuzweigen. Folge für die KundInnen: Diese 300 Millionen fehlen für die Verbesserung des Regionalverkehrs! Durch die lange Laufzeit des Vertrages fehlt jede Druckmöglichkeit auf die DB und die nutzt das weidlich aus, indem sie längst ausgemusterte Waggons einsetzt – zum Schaden der KundInnen, für den Profit der DB, die in ihren Bilanzen satte Gewinne ausweist, die wir alle bezahlen!
Unsere nächste Sitzung: Mittwoch, 9.5., 20 Uhr, TV-Heim

Veröffentlicht unter Mitteilungsblatt | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Die Kannibalisierung des Regionalverkehrs durch S21

Die Tricks der Deutschen Bahn (3)

Letzte Woche veröffentlichte die Stuttgarter Zeitung (StZ) ein bisher geheim gehaltenes Papier der DB Netze (die Tochter der Deutschen Bahn (DB), die für die Planung der Neubauprojekte verantwortlich ist), in dem steht, dass die Neubaustrecke (NBS) Wendlingen-Ulm frühestens Ende 2021 fertig wird. Ursprünglich hatte die Bahn behauptet, das Gesamtprojekt (NBS + Tiefbahnhof) wäre 2019 fertig. Mitte März hatte die DB eingeräumt, dass es erst 2020 fertig wird. Nun sind wir schon bei 2021. Und es ist kein Ende abzusehen. Die StZ schreibt am 23.4.: „Die Datumsangaben der vorliegenden Papiere belegen, dass der Staatskonzern Öffentlichkeit, Projektpartner und Aufsichtsrat Mitte März falsch informiert hat.“ Die Tricksereien der DB gehen also weiter. Die Frage ist, wie lange sich die Politik dieses Vorgehen des Staatskonzern, der aus unseren Steuermitteln (!) finanziert wird, eigentlich noch gefallen lassen will? Verkehrsminister Hermann hat zum
wiederholten Mal gefordert, dass bei diesem vom Land mitfinanzierten Projekt von der DB „Offenheit und Transparenz“ gewährleistet werden müssten. Das hat er in der Vergangenheit schon ein halbes Dutzend Mal gesagt. Aber nichts ist passiert. K21 Kernen hat Kontakt aufgenommen mit den Landtagsabgeordneten unseres Wahlkreises, um bei einem Gespräch mit ihnen zu diskutieren, wie sie die Kontrollpflicht des Landtages für die öffentlichen Ausgaben, die in unserer Verfassung verankert ist, auch gegenüber der DB nachkommen wollen. Wir sind gespannt auf die Antworten.
Unsere nächste Sitzung: Mittwoch, 9.5., 20 Uhr, TV-Heim

Veröffentlicht unter Mitteilungsblatt | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Die Tricks der Deutschen Bahn (3)

Di, 24.4, Lesung: S21 – Das große Unbehagen

Gegen «Stuttgart 21» wird demonstriert, gesungen, gedichtet, gemalt, prozessiert, informiert, polemisiert. Die AktivistInnen sind Architekten, Arbeitslose, Ärzte, Behinderte, Bürger ohne festen Wohnsitz, Gewerkschafter, Hausfrauen, Ingenieure, Juristen, Lehrer, Professoren, Richter, Schüler, Studenten, Theologen, Unternehmer und viele andere. Die Protestbewegung hat 2 neue Zeitungen, 1 Fernsehsender, mindestens 5 Fernsehfilme, Romane, Krimis und Sachbücher und Theaterstücke hervorgebracht. Sie hat eine Landesregierung gestürzt und eine Volksbefragung erzwungen. Ein «Kulturdenkmal» der Bewegung, der künstlerisch besetzte Bauzaun, steht bereits im Haus der Geschichte. Bleibt die Frage nach den Beweggründen. Warum kommt in Stuttgart ein solch großes Unbehagen zum Ausdruck, ausgerechnet heute, gegen einen Bahnhofsumbau? Lehnt sich hier ein traditionsverhafteter Mittelstand gegen unbegriffene Veränderungen auf oder zeigt sich in den Protesten ein neues bürgerliches Selbstbewusstsein? Hat die Bewegung geschichtliche Vorbilder in der langen Geschichte der Proteste gegen technische Großprojekte? Kommt in den Protesten ein Bewußtsein zum Ausdruck, das im typisch schwäbisch-pietistischen Verhältnis zur Arbeit (Arbeitsethik) begründet ist? Diesen Fragen geht die Autorin Annette Ohme-Reinicke nach. Sie ist Jahrgang 1961, Soziologin und Lehrbeauftragte an der Universität Stuttgart. Ihr Buch ist im Schmetterling-Verlag Stuttgart erschienen, www.schmetterling-verlag.de. In Zusammenarbeit mit der Allmende. Eintritt: 5 Euro

Treffen der Rems-Murr-Gruppen gegen S21

Bereits um 18.30 Uhr am Di, 24.4. findet im TV-Heim ein öffentliches Treffen der Rems-Murr-Gruppen gegen Stuttgart21 statt. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Veröffentlicht unter Mitteilungsblatt, Veranstaltung | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Di, 24.4, Lesung: S21 – Das große Unbehagen

Avanti Dilettanti

Vorletzte Woche wurde von der Deutschen Bahn (DB) bei Abrissarbeiten für den Südflügel das Hallendach des Hbf beschädigt. Die Abbrucharbeiten wurden gestoppt, Gleis 15 und 16 gesperrt. Wir sagen voraus: das wird nicht die letzte Panne gewesen sein. Interessant die Verlautbarung der DB: „es gibt keine nennenswerten Verspätungen, die Züge werden auf andere Gleise umgeleitet“. Sowas kann nur ein Kopfbahnhof, in einem Kellerbahnhof bräche bei der Sperrung von 2 Bahngleisen das ganze System zusammen.

Hier die Forts. des Vortrages von Bahnaktivist Klaus Gietinger: 1920 gab es in Deutschland 70.000 km Schienennetz, 2010 waren es nur noch 33.000 km. Seit der Bahnreform 1993 wurden 6.000 km Schiene abgebaut. Seit 1999 wurden durch die Abschaffung der Interregio-Züge 110 deutsche Groß- und Mittelstädte vom Fernverkehr abgehängt. Nur 5% aller Transportbewegungen der Eisenbahn entfallen auf Fernstrecken, 95% sind Nah- und Regionalverkehr . Dieser wird systematisch ausgedünnt, die DB setzt auf ihre Neubaustrecken (NBS) mit 300 km-Spitzen. Diese NBS sind aber so teuer, sie werden nie wirtschaftlich sein. 1995 fuhr der IC von Stgt. nach München in 2.01 Stunden. 2012 fährt der ICE die Strecke in 2.24 Std., also 23 Min. länger (wg. Vernachlässigung der Schieneninfrastruktur). Die NBS Wendlingen-Ulm soll gegenüber heute eine Zeitersparnis von 26 Min. bringen, also 3 Min. weniger wie 1995. Bei von der DB für die NBS angegeb. Kosten von 2,9 Mrd. kostet 1 Min. Ersparnis also rd. 1 Mrd. Euro. Unabhängige Gutachter nehmen bis zu 4-fach höhere Kosten an, also bis 4 Mrd. Euro pro Min. Ersparnis. Verrückt!

Termine: Nächste K21-Sitzung: Mi, 18.4., 20 Uhr, TV-Heim + Di, 24.4., 20 Uhr, TV-Heim: Vortrag von A. Ohme-Reinicke: S21-Das große Unbehagen.
Veröffentlicht unter Mitteilungsblatt | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Avanti Dilettanti

Die Tricks der Deutschen Bahn

Großmundig hatte die Deutsche Bahn (DB) 2011 nach dem sog. Stresstest verkündet, dass der neue Kellerbahnhof gegenüber dem jetzigen Kopfbahnhof eine 30%ige Leistungssteigerung bringe. Nun stellt sich immer deutlicher heraus, dass die DB bei diesem Test massiv getrickst hat. Zum einen wurde die jetzige Leistungsfähigkeit des Hbf mit nur 37 Zügen angenommen, obwohl er tatsächlich mind. 50 Züge in der Stunde schafft. Des weiteren hat nun ein Informatikstudent nachgewiesen, dass die DB bei ihrem Test eine fehlerhafte Software verwendet hat. Und die Ingenieure 22, eine Gruppe von Fachleuten, die die DB-Planung kritisch begleiten, haben inzwischen Unterlagen aus dem Jahre 1997 gefunden, die beweisen, dass die DB von Anfang einen Rückbau des bestehenden Bahnknotens beabsichtigte, da sie nur mit 30 Zügen in der Spitzenstunde plante. Auch der Kosten- und Zeitplan kann von der Bahn nicht eingehalten werden, wie sich letzte Woche bei einem Gespräch des
 sog. „Lenkungskreises“ von DB und Projektpartnern herausstellte. Die Bahn führt ihre Projektpartner wie Bären an der Nase durch den Zirkusring und diese lassen sichs gefallen. Ein Skandal.
Bei einem Gespräch am Freitag hat Verkehrsminister Hermann den GegnerInnen zugesagt, dass der Stresstest aufgrund der erhobenen Vorwürfe nochmals überprüft werden soll. Da sind wir mal gespannt, denn außer Ankündigungen kam vom Herrn Minister bisher nicht viel, was auf „kritische Begleitung“ des Projekts schließen ließe.
Termine
heute, Mi, 28.3., 19 Uhr, Künkelinhalle Schorndorf: Vortrag von Klaus Gietinger über S21 Frankfurt. Anschl. 21 Uhr, Treffen der Rems-Murr Gruppen gg. S21. Nächste K21 Kernen Sitzung: Mi, 4.4., 20 Uhr, TV-Heim.

Veröffentlicht unter Mitteilungsblatt | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Die Tricks der Deutschen Bahn

Motorsäge für die Grünen

Unser K21 Kernen-Aktivist Michael Becker hat, nach den Baumfällungen im Schlossgarten, unseren grünen Landtagsabgeordneten Petra Häffner und Willi Halder einen Brief geschrieben: „Ein Trauerspiel, wie Ihr für Machtoptionen und Koalitionsfrieden alte Ideale geopfert habt. Für Euren veritablen Anteil am Baumfrevel im Schlossgarten bekommt Ihr von mir die goldene Kettensäge am grünen Bändel verliehen. Bewahrt sie gut auf! Wenn ihr im Schlossgarten fertig seid, könnt Ihr sie gleich für die zweite Startbahn am Flughafen verwenden, nur legt bitte in meinen Briefkasten keine Wahlwerbung mehr ein.“ Der Brief war begleitet von einer in China hergestellten Motor-Spielzeugsäge, die im Äußeren dem Produkt eines bekannten schwäbischen Herstellers sehr ähnlich ist. Das Retoure-Paket enthielt die Notiz: „Wir danken Ihnen für Ihre kreative Kommunikationsidee zum Thema S21. Die Säge geben wir anbei zurück und regen an, diese an den Verursacher und Bauherren, die Deutsche Bahn AG, weiterzureichen“. Nun ist M. Becker am Überlegen, was er denn Herrn Grube schicken könnte.

Ausstellung des Bauzauns vom Stuttgarter Bahnhof

Im Stuttgarter Haus der Geschichte läuft bis zum 1.4. die Ausstellung mit dem Bauzaun, der einst vor dem Nordflügel des Hbf stand und über und über mit Sprüchen und Zeichnungen Pro und Contra Tiefbahnhof bedeckt ist. Zum Beispiel: „Paris hat 8 Kopfbahnhöfe, London 16. Schwäbisch Gmünd hat einen Durchgangsbahnhof. Wolfgang Schuster war OB in Schwäbisch Gmünd“.

Veröffentlicht unter Mitteilungsblatt | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Motorsäge für die Grünen

Lesung mit Annette Ohme-Reinicke aus ihrem Buch „Das große Unbehagen – Die Protestbewegung gegen Stuttgart 21“

Gegen «Stuttgart 21» wird demonstriert, gesungen, gedichtet, gemalt, prozessiert, informiert, polemisiert. Die AktivistInnen sind Architekten, Arbeitslose, Ärzte, Behinderte, Bürger ohne festen Wohnsitz, Gewerkschafter, Hausfrauen, Ingenieure, Juristen, Lehrer, Professoren, Richter, Schüler, Studenten, Theologen, Unternehmer und viele andere. Die Protestbewegung hat zwei neue Zeitungen, einen Fernsehsender, mindestens fünf Fernsehfilme, einige Romane, verschiedene Krimis, etliche Sachbücher und mindestens zwei Theaterstücke hervorgebracht. Sie hat eine Landesregierung gestürzt und eine Volksbefragung erzwungen. Ein «Kulturdenkmal» der Bewegung, der künstlerisch besetzte Bauzaun, steht bereits im Haus der Geschichte.
Bleibt die Frage nach den Beweggründen. Warum kommt in Stuttgart ein solch großes Unbehagen zum Ausdruck, ausgerechnet heute, gegen einen Bahnhofsumbau? Lehnt sich hier ein traditionsverhafteter Mittelstand gegen unbegriffene Veränderungen auf oder zeigt sich in den Protesten ein neues bürgerliches Selbstbewusstsein? Hat die Bewegung geschichtliche Vorbilder in der langen Geschichte der Proteste gegen technische Großprojekte? Kommt in den Protesten ein Bewußtsein zum Ausdruck, das im typisch schwäbisch-pietistischen Verhältnis zur Arbeit (Arbeitsethik) begründet ist?
Diesen Fragen geht die Autorin nach und unternimmt den Versuch, die Bewegung gegen S21 in einen größeren geschichtlichen und theoretischen Zusammenhang einzuordnen.
Annette Ohme-Reinicke, Jahrgang 1961, ist Soziologin und Lehrbeauftrage an der Universität Stuttgart. Ihr Buch ist vor kurzem im Schmetterling-Verlag Stuttgart erschienen, www.schmetterling-verlag.de.
Eine Veranstaltung der Reihe „Allmende Communale“ in Zusammenarbeit mit K21 Kernen. Eintritt: 5 Euro

Veröffentlicht unter Veranstaltung | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Lesung mit Annette Ohme-Reinicke aus ihrem Buch „Das große Unbehagen – Die Protestbewegung gegen Stuttgart 21“

Schon vieles gelernt – und es geht munter weiter

So betitelte die Züricher Wochenzeitung (WOZ) einen Artikel in der Ausgabe 3/12 über den S21-Widerstand, in dem auch unser K21-Aktivist Jürgen Horan zitiert wird. Hier Ausschnitte: Einer von 300 AktivistInnen, die in Zwei-Stunden-Schichten rund um die Uhr die Mahnwache betreuen, ist Jürgen Horan. Horan argumentiert offen, schickt Fragende auch zur schicken Pro-S21-Infostelle im Hauptbahnhof („damit Sie die Gegenargumente hören“) und kennt Sachverhalte, die nicht so oft in den Medien stehen. Vielleicht ist es dieser Sachverstand, gepaart mit der schwäbischen Sturheit, der Leute wie ihn weitermachen lässt. Denn Horan hat ja recht. Den bestehenden Kopfbahnhof mit seinen 16 Gleisen haben schon vor 40 Jahren 47 Züge in der Stunde verlassen; er könnte problemlos und für wenig Geld ausgebaut werden. Es stimmt auch, daß die DB beim sogenannten Stresstest im letzten Sommer die Vorgaben so lange veränderte, bis das gewünschte Ergebnis (49 Züge zwischen 7 und 8 Uhr morgens) erreicht war. Laut fundierten Analysen, die in den letzten Wochen bekannt wurden, schafft S21 aber bei realem Betrieb max. 32 bis 38 Zugabfahrten (im Züricher Hbf sind es in derselben Morgenstunde 94) … Aber was ist mit dem Volksentscheid? Hatte sich da nicht eine Mehrheit der Baden-WürttembergerInnen für S21 ausgesprochen? „Der Fortschrittsglaube ist hier weit verbreitet“, sagt Horan, „viele halten alles, was neu ist, für gut.“ Und überhaupt: „Ein wirklich demokratischer Entscheid kann nur am Anfang eines Projektes getroffen werden und nicht erst, wenn mit dem Bau schon begonnen wurde. Und er setzt auch voraus, daß alle Fakten auf den Tisch kommen“. VollständigerArtikel unter www.woz.ch/1203
Nächste K21 Sitzung: heute, Mi, 14.3., 20 Uhr, TV-Heim. Weitere Termine: Ratschlag über die Fortsetzung des Widerstandes, Sa, 17.3., 10 Uhr, Rathaus Stgt. Di, 24.4., TV-Heim: Vortrag der Soziologin Annette Ohme-Reinicke.

Veröffentlicht unter Mitteilungsblatt | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Schon vieles gelernt – und es geht munter weiter

K21 Hauptversammlung

An alle K21 Kernen Mitglieder ergeht die Einladung zu unserer Hauptversammlung am Fr, 17.2. um 18.30 Uhr im Sängerheim. Tagesordnung: Begrüßung und Feststellung Beschlussfähigkeit, Bericht Vorstand und Kassiererin und Entlastung, Neuwahlen, Sonstiges.
Anschließend folgt ab 19 Uhr ein Bunter Abend, zu dem die Bevölkerung herzlich eingeladen ist.
„Unverständlich“ – Kommentar der Stuttgarter Zeitung
Am 2.2. schrieb Thomas Braun unter der Überschrift „Unverständlich“ in einem Kommentar der StZ u.a.: „Mit dem Ergebnis der Volksabstimmung im Rücken müsste es der Bahn eigentlich leichtfallen, bei S21 ein Maximum an Tranparenz herzustellen. Doch der Konzern tut genau das Gegenteil: Zwar weist Bahn-Chef Grube Land und Stadt stets auf ihre „Projektförderpflicht“ hin, aber mit der Informationspflicht gegenüber ihren Finanzierungspartnern nimmt es die Bahn nicht so genau.
Und was tun die Projektpartner? Während Stuttgarts OB öffentliche Kritik an der Bahn seit jeher scheut wie der Teufel das Weihwasser und sich die SPD in ihrer Begeisterung über S21 von niemanden übertreffen lässt, blieben auch Ministerpräsident Kretschmann und sein Verkehrsminister seltsam stumm. Insbesondere an der Stuttgarter Grünen-Basis stößt diese von vielen als devot [unterwürfig] empfundene Haltung gegenüber der Bahn und der SPD zunehmend auf Unverständnis. Das könnte sich für die Grünen bei der OB-Wahl im Herbst rächen.“
Unsere nächste Sitzung; Mi, 22.2., 20 Uhr, TV-Heim
Veröffentlicht unter Mitteilungsblatt | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für K21 Hauptversammlung