Untersuchungsbericht Brand 2019 ICE Montabaur liegt vor

Deutsche BahnICE-Brand beiMontabaur: Ursache steht fest

Von Michael Bayer, FR 07.04.2016:53Knapp anderthalb Jahre wurde ermittelt. Nun steht fest, warum ICE 511 bei Montabaur im Oktober 2018 Feuer fing.Im Oktober 2018 brennt ein ICE bei Montabaur.Nun steht die Ursache des Brandes fest.Schuld war eine geschnittene statt gewalzte Stange.Montabaur – Die unsachgemäße Anfertigung eines Gewindes ist wahrscheinlich die Ursache für den folgenschweren Brand eines ICE der Deutschen Bahn vor eineinhalb Jahren in der Nähe von Dierdorf (Kreis Neuwied) bei Montabaur. Das ist das Ergebnis eines Untersuchungsberichts, den die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung jetzt im Internet veröffentlicht hat.Am 12. Oktober 2018 war auf der Schnellfahrstrecke zwischen Köln und Frankfurt am Main ein Feuer im ICE 511 ausgebrochen. Mehr als 500 Menschen wurden gerettet, fünf verletzten sich leicht. Der Brand zerstörte den Zug und beschädigte Gleise. Das beeinträchtigte den Fernverkehr nahezu bundesweit für mehrere Wochen. Der Schaden wird mit mehr als 31 Millionen Euro beziffert.ICE-Brand bei Montabaur: Gebrochene Stange war UrsacheDer Untersuchungsbericht sieht eine gebrochene Stange, die einen der beiden Haupttransformatoren zusammenhalten musste, als Ursache.

Deren Gewinde war geschnitten, es hätte aber gewalzt werden müssen. Das macht einen entscheidenden Unterschied: „Dadurch fehlte die Kaltverfestigung, die sich anrisshemmend auswirkt.“An jenem trockenen Herbsttag ist es noch dunkel, als der Triebfahrzeugführer indem ICE der dritten Baureihe um 6.21 Uhr bemerkt, dass kein Strom mehr aus der Oberleitung kommt. Er bremst und fragt beim örtlichen Fahrdienstleiter nach; der wiederum weiß nichts von einer Störung an der Strecke. Mehrmals schaltet ein technischer Automatismus die Hauptsicherung des ICE ein – immer wieder stellt sie sich auf Aus.ICE-Brand bei Montabaur: Fahrgäste hören einen lauten KnallZur gleichen Zeit hören Fahrgäste im vorletzten Wagen 32 einen lauten Knall. Eine Zugbegleiterin nimmt deshalb Kontakt dem Triebfahrzeugführer auf – in dem Moment ruft ihr eine Kollegin zu, es brenne. Der Mann an der Spitze leitet eine Schnellbremsung ein, setzt einen Notruf ab; der Fahrdienstleiter sperrt die Strecke und schaltet die Oberleitung ab. Die Zugführerin und Mitarbeiter des Bordbistros installieren eine Notausstiegsleiter am Wagen 27; Rettungskräfte treffen ein; die Evakuierung beginnt.

Der Knall kommt aus dem Transformator unter dem Zugboden. Dass dort die Stange auseinanderfällt, können die Gutachter „aufgrund der Charakteristik zweifelsfrei einem Ermüdungsbruch“ zuordnen. Das massive Gerät, verbaut unter dem Wagen, beginnt sich unkontrolliert zu bewegen; im Inneren reibt es an der Windungsisolation. Die Folge: ein Kurzschluss.ICE-Brand bei Montabaur: 31 Millionen Euro SchadenNun steigt schlagartig der Gasdruck im Trafokessel, was eine Buchse („Überspannungsableiter“) aus Gießharz brechen lässt. Der Druck entweicht, allerdings auch ein Großteil der 1640 Liter Öl, das als Kühlflüssigkeit dient. Es entzündet sich an einem neuerlichen Kurzschluss. Von Wagen 32 bleibt kaum etwas übrig, auch der folgende letzte Wagen brennt weitgehend aus.

Montabaur: Die Suche nach der Ursache des ICE-BrandsAuf all diese Erkenntnisse kamen die Gutachter, weil sie die Reste des Transformators systematisch auseinanderbauten – und ein zweites, unbeschadetes Modell aus einem anderen Zug ebenfalls.Eigentlich bezeichnet der Hersteller die Trafos als wartungsfrei für die vorgesehene Lebensdauer von 30 Jahren. „Während dieser Zeit ist ein Ausbau oder Öffnen des Haupttransformators nicht vorgesehen“, heißt es in dem Gutachten. Doch schon vor dem verheerenden Feuer im ICE 511 hatte es Vorfälle gegeben, die Zweifel an dieser Vorgabe nährten – unter anderem Brände nach Kurzschlüssen im Haupttransformator im Juni 2005 während einer Betriebspause im Werk Frankfurt-Griesheim und im August 2009 auf der Strecke zwischen Leverkusen und Köln.

ICE-Brand: Gutachter fordern zahlreiche KonsequenzenDie Deutsche Bahn hat laut Gutachten damit begonnen, die falsch hergestellten Stangen in den Transformatoren auszutauschen. Ferner kontrolliert sie unter anderem häufiger den Zustand des Öls und plant, auf eine Sorte umzustellen, die schwerer entflammbar ist.Der Untersuchungsbericht der Bundesstelle fordert weitere Konsequenzen. Allen voran: ein Brandschutzkonzept, das ein Feuer am Haupttransformator überhaupt in Betracht zieht. Brandmeldeeinrichtungen sind in den ICE der dritten Baureihe nicht vorhanden.ICE-Brand: Deutschen Bahn nimmt Stellung zum UntersuchungsberichtDie geborstene Buchse, die die Bahn zunächst in allen Zügen kontrollieren ließ, solle aus einem widerstandsfähigeren Material gebaut werden. Nachteilig sei auch, dass dieser Überspannungsableiter direkt am Trafo montiert ist – abweichend von anderen ICE-Baureihen, bei denen dieses Element auf dem Fahrzeugdach angebracht ist. Das schließe eine potenzielle Gefahrenquelle wie beim ICE 3 aus, sagen die Experten.Auf Nachfrage der Frankfurter Rundschau teilt die Deutsche Bahn allgemein gehalten mit, viele der im Bericht „vorgeschlagenen Maßnahmen“ würden bereits umgesetzt. „Im Rahmen einer Vereinbarung mit dem Fahrzeuglieferanten Siemens ist der Austausch der Transformatoren der Züge bereits weit fortgeschritten.“

ICE-Brand bei Montabaur: Überraschung bei Untersuchung der TrafosBei der gründlichen Untersuchung der Trafos gab es übrigens noch eine Überraschung: Auf und zwischen den einzelnen Windungen im Inneren fanden sich Metallpartikel, die dort nichts zu suchen haben – beim Brandtrafo genauso wie beim Referenzgerät. Die Deutsche Bahn kündigt laut Gutachten an, dieser Sache ebenfalls auf den Grund zu gehen.Die 180-Kilometer-Trasse zwischen Köln und dem Rhein-Main-Gebiet ist einer der wichtigsten Abschnitte im gesamten Netz der Bahn. Die Gleise sind das Bindeglied zwischen Süddeutschland und dem Ruhrgebiet, den Niederlanden und Belgien.Ein Video der Frankfurter Rundschau, entstanden aus einem der ersten wieder verkehrenden ICE, und Bilder im Internet zeigen, wie massiv das Feuer in ICE 511 die Schienen beschädigt hatte.

Von Michael Bayer. Der Untersuchungsbericht ist auch abrufbar unterFR.de/brandiceDie Deutsche Bahn nannte bereits zwei Monate nach dem ICE-Brand bei Montabaur erste Ergebnisse ihrer Untersuchungen. Damals hieß es, die Werkstätten sollen die Transformatoren der Schnellzüge besser kontrollieren.https://www.fr.de/panorama/montabaur-ice-brand-ursache-untersuchungsbericht-bahn-13642669.html

Der Untersuchungsbericht der Bundesstelle fordert weitere Konsequenzen. Allen voran: ein Brandschutzkonzept, das ein Feuer am Haupttransformator überhaupt in Betracht zieht. Brandmeldeeinrichtungen sind in den ICE der dritten Baureihe nicht vorhanden.ICE-Brand: Deutschen Bahn nimmt Stellung zum UntersuchungsberichtDie geborstene Buchse, die die Bahn zunächst in allen Zügen kontrollieren ließ, solle aus einem widerstandsfähigeren Material gebaut werden. Nachteilig sei auch, dass dieser Überspannungsableiter direkt am Trafo montiert ist – abweichend von anderen ICE-Baureihen, bei denen dieses Element auf dem Fahrzeugdach angebracht ist. Das schließe eine potenzielle Gefahrenquelle wie beim ICE 3 aus, sagen die Experten.Auf Nachfrage der Frankfurter Rundschau teilt die Deutsche Bahn allgemein gehalten mit, viele der im Bericht „vorgeschlagenen Maßnahmen“ würden bereits umgesetzt. „Im Rahmen einer Vereinbarung mit dem Fahrzeuglieferanten Siemens ist der Austausch der Transformatoren der Züge bereits weit fortgeschritten.“ICE-Brand bei Montabaur: Überraschung bei Untersuchung der TrafosBei der gründlichen Untersuchung der Trafos gab es übrigens noch eine Überraschung: Auf und zwischen den einzelnen Windungen im Inneren fanden sich Metallpartikel, die dort nichts zu suchen haben – beim Brandtrafo genauso wie beim Referenzgerät. Die Deutsche Bahn kündigt laut Gutachten an, dieser Sache ebenfalls auf den Grund zu gehen.Die 180-Kilometer-Trasse zwischen Köln und dem Rhein-Main-Gebiet ist einer der wichtigsten Abschnitte im gesamten Netz der Bahn. Die Gleise sind das Bindeglied zwischen Süddeutschland und dem Ruhrgebiet, den Niederlanden und Belgien.Ein Video der Frankfurter Rundschau, entstanden aus einem der ersten wieder verkehrenden ICE, und Bilder im Internet zeigen, wie massiv das Feuer in ICE 511 die Schienen beschädigt hatte.Von Michael BayerDer Untersuchungsbericht ist auch abrufbar unterFR.de/brandiceDie Deutsche Bahn nannte bereits zwei Monate nach dem ICE-Brand bei Montabaur erste Ergebnisse ihrer Untersuchungen. Damals hieß es, die Werkstätten sollen die Transformatoren der Schnellzüge besser kontrollieren.https://www.fr.de/panorama/montabaur-ice-brand-ursache-untersuchungsbericht-bahn-13642669.html

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Der Enkel von Paul Bonatz

Nachruf für Peter Dübbers

Den meisten Kernener BürgerInnen wird der Name Peter Dübbers nichts sagen. Dieser Stuttgarter Architekt, der am Karfreitag im Alter von 82 Jahren verstarb, war der Enkel von Paul Bonatz.

Bonatz (1877 – 1956) war Architekt, Hochschullehrer und Brückenbauer. Sein bedeutendstes Bauwerk ist der Stuttgarter Hauptbahnhof, auch „Bonatz-Bau“ genannt, der zwischen 1914 und 1927 erstellt wurde. Mit seinem Wahrzeichen, dem Bahnhofsturm.

Der Bonatz-Bau geriet vor allem durch die Auseinandersetzungen um Stuttgart 21 in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. In brutalstmöglicher Ignoranz ließen die Planer des neuen Kellerbahnhofes den Nord- und Südflügel des denkmalgeschützten Bahnhofs abreißen und zerstörten so das Gesamtkunstwerk. Das Denkmalamt der Stadt Stuttgart und das Landesdenkmalamt wurden zum Schweigen vergattert oder duckten sich im vorauseilenden Gehorsam einfach weg. So genau wissen wir das nicht.
Die Zerstörung von bedeutsamen Baudenkmälern hat ja in Stuttgart Methode. Erinnert sei hier an den Abriss des Kaufhauses Schocken in der Eberhardstraße in den 1960er Jahren.

Um das Vermächtnis seines Großvaters zu bewahren, klagte Dübbers gegen die Zerstörung. Nachdem ihn die Bahn mit 40.000 € Anwaltskosten überzog und und ihm existenzvernichtende Kosten für mögliche Bauverzögerungen androhte, musste er aufgeben.

Danach arbeitete er bei den „ArchitektInnen für den Kopfbahnhof“ und beim Umstiegskonzept der S21-Bewegung mit. (Nach wie vor lesenswert: www.umstieg-21.de).

Mit ihm verlieren wir einen aufrechten und bescheidenen Kämpfer für eine vernünftige Bau- und Verkehrspolitik, jenseits von architektonischer Geltungssucht und Größenwahn der politischen Klasse.

Montagsdemo im Netz
Jeden Mo ab 18 Uhr (und auch sonst) unter: tinyurl.com/yx2etbs9. Regelmäßig moderiert von unserem Mitglied Michael Becker

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Corona und weiterbauen

Österreich steht – Deutschland baut

Am 21.3.20 schrieb die Fachzeitschrift „Wirtschaftswoche“ unter der Überschrift „Baubranche trotzt Corona“: „Am Mittwoch kündigte der österreichische Baukonzern Strabag an, sämtliche Baustellen in Österreich pandemiebedingt ruhend zu stellen. Weil der Konzern den Mindestabstand zwischen den Bauarbeitern nicht gewährleisten könne, die Lieferketten nicht sichergestellt seien und nicht zuletzt wegen der „gesellschaftlichen Verantwortung“ habe Strabag-Chef Thomas Birtel „diesen drastischen Schritt“ laut Aussendung setzen müssen. Einen Tag später stellte auch Konkurrent Porr aus Wien sämtliche seiner Baustellen in Österreich ruhend. Die Entscheidung der Österreicher sorgt bei manchen Branchenbeobachtern für Fragen: Denn während etwa Strabag sein Geschäft auf dem Heimatmarkt zurückfährt, lässt der Konzern auf seinen rund 2500 Baustellen in Deutschland größtenteils weiterarbeiten. Auch Porrs Baustopp bezieht sich ausschließlich auf den österreichischen Markt.“
Das ist schon komisch. Für alle, die es nicht wissen: Die Porr AG ist einer der größten österreichischen Baukonzerne und ist ganz dicke beim Tunnelbau von Stuttgart 21 drin. Und in Stuttgart wird weiter gebaut. Ja hat die Firma denn in Stuttgart keine „gesellschaftliche Verantwortung“? Und kann im Stuttgarter Untergrund der Mindestabstand gewährleistet werden? Wie schaffen die da in den Betontunneln?

Müssen sie jetzt unbedingt weiterbauen, damit sie zumindest in die Nähe des angekündigten Fertigstellungstermin 2025 kommen? (Den sie im Leben nicht halten können).

Übrigens: Unser „Dr Käs isch gesså“-Minischderpräsident sagt immer, das Projekt könne nun nicht mehr gestoppt werden, wg. Verträge, Baufortschritt usw. Aber was alles auf einmal gestoppt werden kann, zeigt sich ja gegenwärtig in drastischer Weise.

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S-Bahn-Haltestelle Stetten-Beinstein

„d‘Haldschdell“

Der S-Bahn Haltepunkt „Stetten-Beinstein“ wird von den alten StettenerInnen immer noch traditionell als „Haldschdell“ bezeichnet. War es doch bis zum Bau der S-Bahn die Haltestelle für die Züge der 1861 eröffneten Remstal-Eisenbahn. Früher legte mensch zu Fuß oder mit Fahrrad die 3 km bis zum Bahnhof (früher sogar mit Wartesaal und Fahrkartenverkauf), später fuhr auch ein Omnibus der Fa. Wörner. So wie jetzt der Bus 219, der allerdings recht weit entfernt von der „Haldschdell“ hält.

Corona-bedingt ist die „Haldschdell“ gerade ziemlich verwaist. Auch der sonst rappelvolle Parkplatz ist fast leer. Züge fahren nur noch im Halbstundentakt. (Der VVS hat es allerdings bisher nicht fertiggebracht, durch einen Aushang die Fahrgäste auf diese Änderung hinzuweisen. (Nicht kundenfreundlich!).
Gebaut wird allerdings weiterhin an den Aufzügen zur Unterführung, für einen barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen. Seit Jahrzehnten von der Bahn versprochen, wird dies nun tatsächlich wahr. (Siehe Foto des imposanten Überführung über die Gleise).
Nichts gemacht wird allerdings für einen barrierefreien Zugang zu den Zügen. Nach wie vor Einstiegshöhe + Spalt von 20-30 cm. Obwohl sich das eigentlich angeboten hätte – wenn schon gebaut wird. Ob das wieder 20 Jahre dauert?

Wir hoffen, dass mit dem Ende der Bauarbeiten dort dann auch eine Station für einen pedelec-Verleih errichtet wird. Das wäre für die Weiterfahrt nach Stetten sehr hilfreich.

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Corona

Corona: Gefahr für den ÖPNV

Die angesichts der Corona Pandemie von der Regierung erlassenen Vorschriften und Verbote haben schwerwiegende Auswirkungen auf den ÖPNV. Vor allem für die Firmen, wo unsere Buslinien betreiben. Sie sehen es bestimmt, wenn Sie selbst den Bus nutzen oder wenn ein Bus an ihnen vorbeifährt: meistens sind sie leer oder mit nur wenigen Personen besetzt.

Andererseits sind die Busunternehmer verpflichtet, die Busse weiter fahren zu lassen, schließlich gibt es auch noch Menschen, die zur Arbeit müssen. (Nur die Schulbusse wurden inzwischen eingestellt). So wie es aussieht, wird aber noch diese Woche auf einen ausgedünnten Samstag- oder Sonntagfahrplan umgestellt.

Insbesondere auf die privaten Busunternehmer kommt ein großes Problem zu: sie fahren nämlich seit einigen Jahren eigenwirtschaftlich. Das heißt, sie bekommen keine staatlichen oder kommunalen Zuschüsse mehr für ihren Betrieb. (Außer für Sonderfälle wie Schüler- oder Behindertenbeförderung).

Wenn die Wirtschaft brummt, kann dies durchaus eine sich lohnende Konstruktion sein. (Obwohl in den Monaten vor Corona schon einige private Busunternehmen pleite gegangen sind). Aber was passiert, wenn die Wirtschaft fast auf Null heruntergefahren wird? Keine Fahrgäste – keine Einnahmen.

Hier braucht es dringend Überlegungen von Seiten der Politik, wie damit umgegangen werden soll. Nicht dass wir nach überstandener Krise ohne Busverbindungen dastehen.

Montagsdemo im Netz

Wegen Corona können keine Montagsdemos vor Ort mehr stattfinden. Deshalb wird seit 2 Wochen so eine Art Kundgebung (wenn auch ohne Publikum) im Internet übertragen. Das „Oben Bleiben TV“ beginnt jeden Montag pünktlich um 18 Uhr – zur offiziellen Zeit des Demo-Beginns – mit verschiedenen RednerInnen sowie Musik oder Kabarett.

Die Webadresse ist https://tinyurl.com/yx2etbs9

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Güterverkehr auf der Schiene (Schluss)

Die Zunahme des Güterverkehrs hängt natürlich auch mit unseren Konsumgewohnheiten zusammen. Wir kaufen zum Beispiel immer mehr Gebrauchs- und Konsumgegenstände. Statistisch kauft jeder Deutsche 60 Kleidungsstücke im Jahr. (Das kann mensch sich schier nicht vorstellen, das sind 5 neue Kleidungsstücke pro Monat!).

Alle diese Waren müssen dann auch als Güter von den Herstellern in die Läden oder direkt zu den KonsumentInnen transportiert werden. (Es spielt also keine Rolle, ob sie im Laden oder übers Internet gekauft werden). In der Regel passiert dieser Gütertransport per Lkw oder Lieferwagen auf der Straße, zum kleinsten Teil auf der Schiene.
Der Bundesverband Paket + Expresslogistik erwartet, dass bis 2023 pro Jahr 4,4 Milliarden (!) Paket-, Express- und Kuriersendungen verschickt werden. Dagegen etwas zu tun kann nur heißen, weniger zu konsumieren. Und langlebige Güter zu kaufen. Ob das funktioniert?

Ab sofort: Montagsdemo im Netz

Vom Montag, 16. März an werden bis auf Weiteres die keine Montags-Kundgebungen mehr stattfinden, sondern die für die Kundgebungen geplanten Beiträge pünktlich abends um 18 Uhr – zur offiziellen Zeit des Demo-Beginns – als „Oben Bleiben TV“ im Internet präsentiert.
„Dies beschlossen die OrganisatorInnen der Montagsdemos zum Schutz von TeilnehmerInnen und Öffentlichkeit“, sagt Martin Poguntke, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen S21.
Auf diese Weise soll auch während der Corona-Krisenzeit der große Zusammenhalt in der Stuttgart21-Bewegung und der Informationsaustausch so weit wie möglich aufrechterhalten werden. „Oben Bleiben TV“ ist  abrufbar unter https://tinyurl.com/yx2etbs9. Jeden Montag ab 18 Uhr.

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Im Netz finden Sie uns unter www.kernen21.de. Unter anderem aktuelle Ereignisse und unsere Beiträge fürs Mitteilungsblatt

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Güterverkehr auf der Schiene

Letzte Woche zeigten wir ein Schaubild, das die dramatischen Veränderungen beim Gütertransport aufzeigte. Der Anteil der Schiene ging von 1950 bis heute von 55 auf 20% zurück, der Lkw-Anteil stieg auf 70%. Das Ergebnis: überlastete Autobahnen, Staus, ständig steigende CO₂ Werte.

Nun gibt es seit vielen Jahren politische Absichtserklärungen für eine Verkehrswende beim Gütertransport. Es sollen wieder mehr Güter auf der Schiene transportiert werden. Leere Versprechungen. Das Gegenteil ist der Fall. Bei der Bahn wurden Transportkapazitäten abgebaut, das Schienennetz vernachlässigt, das bestehende Wagenmaterial ist veraltet und viel zu laut (zum Leidwesen der AnwohnerInnen von Bahnstrecken). Trotz bestehender jahrzehntealter Verträge mit der Schweiz wurden die Zulaufstrecken zum Brenner nicht gebaut. Der Brenner-Basistunnel ist fertig, aber von Deutschland her fehlen die Transportkapazitäten. Überall wurden Güterbahnhöfe geschlossen. Nicht nur in Waiblingen, sondern z.B. auch in Schorndorf werden die Gütergleise überbaut. Niemand denkt daran, dass dies eines Tages wieder rückgängig gemacht werden könnte. Dann stehen aber diese Flächen nicht mehr zur Verfügung. Oder die Gleise müssen für teures Geld unter die Erde.

Übrigens: wg. der Gütergleise in Waiblingen haben wir alle Fraktionen in Gemeinderat Waiblingen angeschrieben. Keine einzige hat geantwortet. Nur der ebenfalls angeschriebene OB Hesky hat zurückgeschrieben (wir berichteten).

Weiteres Problem: die Menge der zu transportierenden Güter nimmt ständig zu. (Amazon lässt grüßen). Die 10 in Deutschland existierenden Paketdienste haben steigende Zuwachsraten. Ihre Lieferwagen verstopfen die Innenstädte und durchfahren jeden Tag auch unsere Wohnstraßen.(Forts. folgt).

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Und das zum Jahresende – eine vernichtende Kritik

Am 4.12.2019 hat Kay Scheller, der Präsident des Bundesrechnungshofes in einem Interview mit dem ARD-Magazin „Plusminus“ vernichtende Kritik an der Bahnreform und am Milliardengrab Stuttgart 21 geübt. Nachzuhören auf www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/videos/sendung-vom-04-12-2019-video-102.html.

Er sagte u.a.: „25 Jahre Bahnreform. Keine Trendwende. Nicht mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene. Der Bund ist offensichtlich gefordert, hier einzugreifen. Für den Bereich der Investitionen in die Infrastruktur ist eine Kontrolle durch Regierung und Parlament notwendig. Das passiert nicht. Die Bahn setzt auf Verschleiß und unterlässt die notwendige Instandhaltung“

Und zu S 21: „Alle Herausforderungen mit dem Bau von S21 hätten seinerzeit transparent gemacht werden müssen. Wir sind bei der Kostenentwicklung jetzt bei mindestens 8,2 Mrd. €. Ein gewaltiger Aufwand für ein Prestigeprojekt, das ursprünglich auf 2,3 Mrd € eingeschätzt wurde. Dieses Geld fehlt jetzt woanders. Man muss sich fragen: warum muss das so sein? Diejenigen, die das zu verantworten haben, müssen sich dafür rechtfertigen. Das Projekt hat erhebliche Risiken. Aus heutiger Sicht würde das Projekt nicht mehr starten. Das haben die Verantwortlichen auch so gesagt.“
Der Bundesrechnungshof prüft die Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Haushaltsführung des Bundes. Als unabhängiges Organ der Finanzkontrolle ist er nur dem Gesetz unterworfen und nicht der Bundesregierung unterstellt.

Auch in 2020 sind wir weiterhin vor Ort. Sie finden die Aktiven aus Kernen jeden Montag um 18 Uhr auf der Montagsdemo. Auch im neuen Jahr. Demnächst mit der Nummer 500!

Jahresabschlussfeier

So, 22.12.2019, 16 Uhr, Vereinsheim Musikverein Stetten, Frauenländerstraße. Für Essen und Trinken ist gesorgt. Interessierte herzlich willkommen.

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Das 3. Gleis

Wo bleibt das 3. Gleis?

Bei vielen Gesprächen mit den Verantwortlichen der Deutschen Bahn (DB) in den letzten 10 Jahren geisterte immer wieder – meistens beiläufig erwähnt – ein drittes Gleis auf der Rems-Strecke durch den Raum.

Bekanntlich hat die Rems-Strecke zwischen Waiblingen und Endersbach (und auch im weiteren Verlauf bis Schorndorf) überwiegend nur 2 Gleise zur Verfügung. Darauf muss dann der S-Bahn Verkehr (jetzt im Viertelstundentakt), der Fernverkehr und auch noch der Güterverkehr abgewickelt werden. Da liegt es auf der Hand, dass es hier immer wieder zu Engpässen und Verspätungen kommt. Wer des öfteren mit der S-Bahn Richtung Schorndorf fährt, kennt die Situation: die S-Bahn muss an einem Bahnhof auf der Strecke warten, um einen (an sich schnelleren) Fernverkehrszug vorbeizulassen. Sehr ärgerlich für die Fahrgäste.

Wenn es nun ein 3. Gleis zwischen Waiblingen und Schorndorf gäbe, könnte ein Großteil dieser „Staus“ auf der Strecke vermieden werden.

Nun wurde dieses 3. Gleis schon beim Bau der S-Bahn vor 40 Jahren mit eingeplant. Und die entsprechenden Flächen mussten bzw. müssen bei den Planungen des Bahnhofsumfeldes, z.B. jetzt beim Bau der beiden Aufzüge in Stetten-Beinstein, freigehalten werden.

Die Frage ist nun, warum dieses 3. Gleis bei den jetzigen Umbauten in Stetten-Beinstein und bei den zukünftigen Planungen für die Bahnsteigerhöhung in Rom keine Rolle spielt. Es hätte sich doch angeboten, wenn schon beide Stationen umgebaut werden, dies 1. in einem Schwung zu machen, und 2. dabei auch gleich den Bau des 3. Gleises zwischen Waiblingen und Endersbach mitzuplanen. Warum ist da niemand drauf gekommen? Wir haben eine entsprechende Frage an die DB geschickt.

Unsere nächste Sitzung
Mi, 18.12., 18:30 Uhr (!), TV-Heim Stetten

Jahresabschlussfeier
So,. 22.12., 16 Uhr, Musikvereinsheim. Bitte Termin vormerken

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Park-Chaos an der „Haldschdell“

Die letzten Wochen berichtete die WKZ schon mehrere Male über das Parkchaos an der „Haldschdell“, wie der S-Bahnhof Stetten-Beinstein auch genannt wird. Hervorgerufen durch eine steigende Zahl von S-Bahn-NutzerInnen, die aus Beinstein, den Weinstädter Stadtteilen, dem Schurwald und aus Stetten mit dem Auto zum dortigen Parkplatz fahren. Verschärft wird die Situation gegenwärtig noch durch die Baustelle der DB für die neuen Aufzüge.

Dazu folgende Überlegungen: Als vor 1 Jahr die Planungen für die neue Buslinie 219 von Stetten nach Endersbach starteten, haben wir sowohl dem Busunternehmen Schlienz, dem Landratsamt und der Stadt Weinstadt mehrere Male vorgeschlagen, die Linienführung des 219ers an der Linienführung der alten Linie 116 zu orientieren, die in unmittelbarer Nähe der S-Bahnstation hielt. Und die Abfahrtszeiten des Busses mit der S-Bahn zu takten. Leider wurde diesem Vorschlag nicht gefolgt, die Haltestelle ist jetzt 400 Meter weg vom Bahnhof. Also keine wirkliche Alternative für Fahrgäste aus Stetten, wo bisher mit dem Auto nach Stetten-Beinstein fahren.

Weitere Idee: Die Gemeinde Kernen könnte einen provisorischen Parkplatz (z.B. neben der Bäckerei Wohlgemuth) einrichten. Dann könnten die PendlerInnen vom Schurwald dort parken, direkt in den 219er einsteigen und mit einer 5-minütigen Busfahrt zur S-Bahn gelangen. Da müssten die Verantwortlichen halt mal miteinander reden.

Schade ist auch, dass Weinstadt versäumt hat, ausreichend Druck auf die DB auszuüben, damit mit der Errichtung der neuen Aufzüge auch gleich die Bahnsteige erhöht werden. Denn auch die „Haldschdell“ ist, genauso wie Rom, wegen des großen Spalts und der Einstiegshöhe ein sehr gefährlicher Bahnhof. Ein 80-jähriger Mann, der Ende 2015 dort schwer verunglückte, starb 1 Jahr später an den Spätfolgen des Unfalls.

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Mobilität im Fluß

Mit „Mobilität“ bezeichnen wir die Beweglichkeit von Personen im öffentlichen Raum. Mit Auto/Lkw/Bus oder Schiff/Flugzeug, aber auch mit dem Fahrrad oder zu Fuß.

Unsere Mobilität ändert sich. Der Autowahn der letzten Jahrzehnte kommt an seine Grenzen. Beispiel: Sie wollen in der Hauptverkehrszeit mit dem Auto nach Stuttgart. Stau garantiert. Wenn Sie später fahren, ist der Stau weg, aber sie finden keinen Parkplatz. Oder müssen teuer dafür bezahlen, 3 Stunden im Parkhaus: 6,30 €.

Der Umstieg vom Diesel/Benziner auf Elektroautos ist dabei keine Lösung. Denn E-Autos haben denselben Platzbedarf. Dieser Platz wird immer knapper. Fragen Sie mal die Feuerwehr, wie schwierig es ist, mit dem Feuerwehrauto die Dorfstraßen zu befahren.

Wir sind es gewohnt, dass wir in Wohngebieten (sofern wir keinen Platz auf dem Grundstück haben) mit unserem Auto (fast) direkt vor unserer Wohnung parken können. Ja wieso eigentlich? Die Straßen vor unseren Häusern werden ja von der Gemeinde gebaut. Die Fläche, wo dabei mein Privatauto auf der Straße einnimmt, kostet die Allgemeinheit ca. 10.000 €. Jetzt rechnen Sie das mal hoch bei insg. 9.000 Haushalten in der Gemeinde. Von denen (geschätzt) ca. 5.000 ihr Auto auf der Straße stehen haben. Dann kommen sie locker auf 50 Mio €. Gut, über Jahrzehnte verteilt. (Die Straßen wurden ja nicht alle gleichzeitig gebaut). Von den sonstigen Kosten des Autoverkehrs (Tausende von Toten, Zehntausende Verletzte, die z.T. jahrelang behandelt werden müssen) und der Luftverschmutzung ganz zu schweigen.

Was wäre die Alternative? Z.B. kostenlose Busse und Bahnen. Oder zumindest ein 365 €-Ticket fürs ganze Jahr. Für den gesamten VVS. Das gibt’s z.B. schon in Wien. Auch verschiedene dt. Kommunen sind am Überlegen, ob sie dies einführen. Und Kernen?

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Verstoßen Bahn-Miliarden gege EU-Recht?

Von Thomas Wüpper10. November 2019 -17:52 Uhr

Die Wettbewerber des größten deutschen Staatskonzerns warnen die Koalition vor einer rechtswidrigen Beihilfe. Derweil fährt die größte Güterbahn Europas weiter in die Krise.

Die Bahn wird für die Bundesregierung zusehends zum Problemfall. Foto:

-Die Deutsche BahnAG wird für die Bundesregierung zusehends zum massiven Problemfall. Neben der Eskalation in der Führungskrise droht nun eine EU-Klage wegen beabsichtigter Finanzhilfen von elf Milliarden Euro für den klammen Staatskonzern. Zudem fährt Europas größte Frachtbahn DB Cargo weiter tief in denroten Zahlen. Allein im Oktober fielen fast 6000 planmäßige Güterzüge aus.

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1.Dramatische AufsichtsratssitzungFührungskrise bei der Bahn eskaliert

2.Neue Frau im Vorstand der DB AGBVG-Chefin übernimmt Doppelfunktion bei der Bahn

Von den im Klimapaket der Bundesregierung festgelegten Milliarden für die Deutsche Bahn darf aus Sicht der Wettbewerber nicht ausschließlich der Staatskonzern profitieren. Das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) sowie der Interessenverband Mofair wollen deshalb die EU-Kommission darüber informieren. Die Wettbewerber der Bahn sehen die Eigenkapitalhilfe des Bundes von elf Milliarden –jährlich 1000 Millionen bis 2030 –als massive Wettbewerbsverzerrung, die gegen EU-Recht verstoße. Das bestätigt ein Rechtsgutachten, das die Bahnverbände Mofair und NEE in Auftrag gegeben haben, das unserer Zeitung vorliegt und an diesem Montag in Berlin vorgestellt wird. DasUrteil der Juristen: „Die geplante Kapitalerhöhung ist nicht vereinbar mit dem Binnenmarkt.“ Die spezialisierte Anwaltskanzlei CMS Hasche Sigle stellt fest, dass bereits der beabsichtigte Beschluss des Bundestags zum Nachtragshaushalt 2020, in dem die erste DB-Milliarde enthalten ist, problematisch wäre.

Konkurrenten sprechen von Wettbewerbsverzerrung

Die Finanzspritzen für den Ex-Monopolisten würden den Wettbewerb massiv und unfair verzerren, warnen die DB-Wettbewerber im Güter-, Regional-und Fernverkehr. Verkehrsminister Scheuer habe Schreiben nicht beantwortet, was genau geplant sei. Die Branche und Bahnexperten fordern, die Finanzhilfen nur streng zweckgebunden und kontrolliert für die Modernisierung der Infrastruktur zu vergeben, was allen Anbietern nutze. Eine Kapitalspritze dagegen könne der Konzern auch verwenden, um neue Züge zu kaufen, während DB-Konkurrenten ihre Fahrzeuge selbst bezahlen müssen und keine Hilfe vom Staat bekommen.

DB-Wettbewerber könnten daher Beschwerde wegen der Beihilfe bei der EU-Kommission erheben, heißt es in dem Rechtsgutachten. Zudem könne bei Gericht auf Unterlassung geklagt werden. Dem Vernehmen nach werden in der Branche bereits Klagen vorbereitet. In der Koalition von Union und SPD sorgen weitere Entwicklungen für Unruhe. Das operative Geschäft bei DB Cargo läuft weiter mehr als holprig. Allein im Oktober fiel die Rekordzahl von 5855 Zügen aus. Das bestätigte die Bundesregierung dem FDP-Abgeordneten Christian Jung in einer Stellungnahme, die unserer Zeitung vorliegt. Demnach standen an 15 Tagen jeweils mehr als 200 Züge still, Ziel sind nicht mehr als 70 bis 80 abbestellte Transporte. Am 31. Oktober fiel gar die Rekordzahl von 356 Zügen aus, wie der Bahn-Beauftragte Enak Ferlemann schreibt. Sondersitzung des DB-AufsichtsratsDie Ausfälle seien noch schlimmer als befürchtet und eine „ökonomische und ökologische Katastrophe“, sagte FDP-Verkehrsexperte Jung unserer Zeitung. Die DB verliere immer mehr Kapazität und Kundenvertrauen. Der Lkw-und Schiffsverkehr könne die fehlenden Züge kaum noch kompensieren. Die Folge könnten Versorgungsengpässe bei Gütern und Rohstoffen sein wie schon bei der wochenlangen Sperrung der Rheintalstrecke bei Rastatt. In einer weiteren Sondersitzung des DB-Aufsichtsrats will die Bundesregierung am 18. November die Abberufung von Finanz-und Logistik-Vorstand Alexander Doll durchsetzen. Vorigen Donnerstag war die Entlassung amWiderstand der Arbeitnehmervertreter im mitbestimmten Kontrollgremium gescheitert. Doll wird dafür verantwortlich gemacht, dass sich der Verkauf der britischen Bustochter Arriva verzögert, der mehrere Milliarden Euro bringen und die riesigen Finanzlöcherverringern soll. Scheuer und Aufsichtsratschef Michael Odenwald forderten den langjährigen Investmentbanker, der erst vor zwei Jahren zum Konzern kam, persönlich zur Unterzeichnung des vorgelegten Aufhebungsvertrags auf, was Doll beide Male ablehnte. Der 49-jährige Manager will seine Arbeit fortsetzen, offen ist, ob er auch ein erhöhtes Abfindungsangebot verweigert.Gewerkschaften stärken Manager den RückenBei den Gewerkschaften EVG und GDL hält man die Vorwürfe gegen Doll für vorgeschoben, viele sehen ihn als Mann der Zukunft. Der Manager leiste gute Arbeit, habe als Finanzvorstand neue Hybridanleihen für den mit 25 Milliarden Euro hoch verschuldeten Staatskonzern organisiert und stelle die lange von DB-Chef Richard Lutz geführte Sparte neu auf. Zudem habe er in seiner erst kurzen kommissarischen Zuständigkeit für die komplexe Fracht-und Logistiksparte der Regierung die eigentlichen Probleme beim Güterverkehr auf der Schiene aufgezeigt.
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Stuttgart21 – Oberirdische Gleise erhalten

Umwelt-, Verkehrsverbände und Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 einig:Oberirdisch müssen Gleise erhalten bleiben -Gäubahnunterbrechung vermeidenAngesichts des drohenden vollständigen Abbaus der oberirdischen Gleisanlagen sowie einer langjährigen Unterbrechung der Gäubahnzufahrt zum Stuttgarter Hauptbahnhof haben die Landesverbände von VCD und PRO BAHN mit dem Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21, deren Wege beim Thema Stuttgart 21 sich 2014 getrennt hatten, zu einer gemeinsamen Initiative zusammen gefunden. Nachdem inzwischen sogar aus Sicht der Bundesregierung zum Erreichen der Klimaziele der Verkehrsverlagerung auf die Schiene eine Schlüsselrolle zukommt, sei auch die Kapazität des Eisenbahnknotens Stuttgart darauf auszulegen, fordern die Verbände.Bundesweit sollen nach den Plänen der Bundesregierung bis 2030 die Fahrgastzahlen verdoppelt werden, dazu soll stufenweise der Deutschlandtakt im Bahnverkehr mit guten Anschlüssen und kurzen Umsteigezeiten eingeführt werden. Beides sei aber mit „nur“ Stuttgart 21 nicht zu schaffen, stellen die Verbände fest. „Die zuletzt vom Bundesverkehrsministerium vorgelegten Zielfahrpläne für Stuttgart 21 zeigen teilweise lange Umsteigezeiten aufgrund unzureichender Infrastruktur“, stellt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb fest. Weder einem verdoppelten Fahrgastaufkommen noch einer verdoppelten Anzahl der Züge wäre der Tiefbahnhof Stuttgart 21 gewachsen.„Auch eine Untersuchung des Landes für das Jahr 2030 bestätigt die Überlastung der im Bau befindlichen Stuttgarter Eisenbahninfrastruktur“, erklärt Stefan Buhl, Landesvorsitzender des Fahrgastverbandes PRO BAHN.Eine Schlüsselfunktion für einen leistungsfähigen Verkehrsknoten kommt aus Sicht der Verbände dem dringend erforderlichen Ausbau der Zulaufstrecken zwischen Stuttgart Hbf und Zuffenhausen zu. Erfreulicherweise werde diese Erweiterung jetzt von fast allen Parteien gefordert -allerdings erklärten alle Gutachten dann auch die Notwendigkeit zusätzlicher Bahnhofsgleise in Stuttgart, wie ein Blick in die Planfeststellungsunterlagen zeige, so die Verbände.Wenn Klimapolitik ernst gemeint sei, müssten daher oberirdische Gleisanlagen bestehen bleiben, zumindest teilweise, meinen VCD und PRO BAHN, vollständig meint das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21. Wohnungspolitische Ziele müssten ernst genommen werden, dürften aber nicht zu Lasten einer umweltverträglichen Verkehrsinfrastruktur realisiert werden. „Wohnungsbau ohne diesen Kollateralschaden ließe sich viel zeitnäher auf

dem C-Areal, das derzeit noch mit Baulogistik belegt ist, realisieren oder etwa durch Umnutzung städtischer Parkhausflächen“, erklärt Dr. Eisenhart von Loeper, Sprecher des Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21.Angesichts eines funktionsfähigen oberirdischen Gleisvorfelds halten es die Beteiligten für nicht zielführend, diese für einen zukunftsfähigen Schienenverkehr benötigten Gleisanlagen zunächst abzubauen und später wieder mit hohem Kosten-, Ressourcen und Zeitaufwand unterirdische Kopfbahnhofgleise zu ergänzen. Die Umwelt-und Verkehrsverbände sowie das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 lehnen eine vermutlich mindestens 5-jährige Unterbrechung der direkten Zugverbindung von Südwesten (aus Zürich, Konstanz, Singen/Htwl., Rottweil, Horb) über die Gäubahn-Panoramastrecke strikt ab. Die Beteiligten schließen sich dem kritischen Votum der Fahrgastbeiräte des Landes und des VVS an, das die Belastungen durch Umstiege und Zeitverluste für Reisende, besonders Pendler*innen, Fernreisende, Behinderte, Radler*innen, als unzumutbar bezeichnet. Eine so lange Streckensperrung sei durch die Planfeststellung, die lediglich eine 6-monatige Sperrung am Ende der Bauzeit erlaubt, nicht gedeckt. Vielmehr sei durch ein abweichendes Bauverfahren die Bahnverbindung von Stuttgart Hbf Richtung Süden auch während der Bauzeit aufrecht zu erhalten, fordern die Verbände.Angesichts der absehbaren Überlastung der Filderbahn und des Filderaufstiegstunnels sprechen sich die Verbände sogar für den dauerhaften Erhalt der Gäubahn im Stadtgebiet Stuttgart bis zum Hauptbahnhof aus
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Radschnellweg im Remstal

Vor kurzem stellten im Gemeinderat VertreterInnen des Landratsamtes die Pläne für den Bau eines Radschnellweges (RSW) von Schorndorf nach Waiblingen bzw. Fellbach vor.
Ein RSW ist eine asphaltierte Straße, die rechtlich einer Landesstraße gleichgestellt ist und ausschließlich für Radfahrende zur Verfügung steht. Er ist mindestens 4 Meter breit, so dass Rad-Begegnungsverkehr möglich ist. Und noch überholt werden kann.

Finanziert werden diese Wege überwiegend vom Land Baden-Württemberg, teilweise vom Landkreis und den betroffenen Gemeinden.

Die RSWs werden kreuzungsfrei geführt (hier großteils entlang der B 29), so dass die Radfahrenden eine hohe Durchschnittsgeschwindigkeit erzielen können. Dadurch werden sie tatsächlich zur Alternative zum Auto und auch zum ÖPNV, insbesondere im Berufsverkehr, weil die Fahrt zur Arbeit eventuell schneller ist (vor allem mit Elektrofahrrädern). Damit wäre tatsächlich eine Entlastung unserer immer stärker befahrenen Straßen möglich. Allerdings ist das Ganze nicht ganz billig, die Ausbaukosten pro km betragen ca. 1,5 Mio €. (1 km Autobahn kostet 6 bis 20 Mio €).

K21 hatte schon vor Jahren (im Rahmen der Planungen für die Gartenschau) vorgeschlagen, einen RSW zu bauen. Damals vergeblich.

Sehr wichtig wäre, dass der RSW über Fellbach hinaus nach Stuttgart weitergeführt wird, für alle RemstälerInnen, wo dort arbeiten, einkaufen oder Kulturveranstaltungen besuchen. Dafür müsste allerdings intensiv mit Stuttgart zusammengearbeitet werden. Die bisherige Planung über die alte B14 von Fellbach nach Cannstatt ist keine so gute Idee.

Ungeklärt ist bisher auch, wie Stetten und der südliche Teil von Rom an den RSW angebunden werden sollen. Da steht uns noch eine große Aufgabe bevor. Aber ein wichtiger Anfang ist gemacht.

Unsere nächste Sitzung
Mi, 20.11., 18:30 Uhr (!), TV-Heim.

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Gehalt Bahnmanager!

Unverschämte Gehaltserhöhung für Bahn-Manager

Dieser Tage machte die Meldung die Runde, dass sich ein Teil der Vorstände der Deutschen Bahn (DB) eine Gehaltserhöhung genehmigen will. Und zwar von 400.000 auf 585.000 €/Jahr. Der normal verdienende Mensch (die Mehrheit der Bevölkerung) fragt sich da: was sind das für Menschen, die eine derartig unverschämte Erhöhung für sich beanspruchen? Und das womöglich auch noch für gerechtfertigt halten? Die Bahn schreibt Verluste, die Züge sind ständig verspätet oder fallen ganz aus, die Gütersparte haben sie gegen die Wand gefahren, die Probleme bei Stuttgart 21 kriegen sie nicht in Griff, die Kosten haben sich in den letzten Jahren vervierfacht, der Fertigstellungstermin wird ständig nach hinten verschoben. Und dann wollen sich die Herren ihr Gehalt um 46% erhöhen? Wir fahren diese Woche wieder zur Aufsichtsratssitzung der DB nach Berlin. Und protestieren gegen unfähige und unverschämte Manager.

Mehr dazu auch im neuen Buch von Winfried Wolf und Bernhard Knierim „Abgefahren – Warum wir eine neue Bahnpolitik brauchen“, erschienen bei PapyRossa. Hier insbesondere Kapitel 16 „Der Fisch stinkt vom Kopf her“: Wie ehemalige Auto- und Flugzeugmanager an der DB-Spitze systematisch die Bahn kaputtmachen.

Schulbus Waldorfschule

Wir haben schon mehrfach berichtet: seit dem neuen Schuljahr fahren (Schul-) Busse der neuen Linie 219 von Stetten nach Endersbach und bringen die Stettener SchülerInnen zum Schulzentrum Benzach. Und von dort weiter zur Waldorfschule auf dem Engelberg. Seit dieser Woche ist es nun auch so, dass der Schulbus vom Engelberg auf der Rückfahrt den Endersbacher Bahnhof ansteuert, so dass die Stettener SchülerInnen dort in den Bus nach Stetten umsteigen können. Ein Dank an dieser Stelle an die Busfirmen Dannenmann und Schlienz sowie an das Landratsamt, wo dies möglich gemacht haben.

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Bahnstrecke Stuttgart – Ulm

Tiefbahnhof immer näher am Scheitern – trotz fertig gebohrtem NBS-Tunnel
Neubaustrecke an den Kopfbahnhof anbinden
Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 sieht darin, dass die beiden Röhren der Neubaustrecke (NBS) nach Ulm fertig gebohrt sind, nur einen sehr relativen Fortschritt. Bündnissprecher Martin Poguntke: „Die Feierlichkeiten sollen wohl darüber hinwegtäuschen, dass Tiefbahnhof und Flughafenbahnhof in immer weitere Ferne rücken.“ Das Berliner Verkehrsministerium habe zu Beginn des Monats schließlich gemeldet, die Fertigstellung des Tiefbahnhofs drohe sich „um mindestens ein halbes Jahr zu verzögern“. Poguntke: „Dass das in Wahrheit frühestens 2027 bedeutet, weiß jeder, der die vergangenen Zeitangaben der Bahn verfolgt hat“.
Noch schlimmer steht es um den geplanten Flughafen-Bahnhof: Dessen Planungen wurden Ende September von den Filder-Kommunen rundweg abgelehnt. Vermutlich wird es gar keinen Flughafenbahnhof geben. Dann kann auch die für die NBS nach Ulm vorgesehene Trasse sinnvoll für eine Verbindung der Filder-S-Bahn mit dem Neckartal genutzt werden.
Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 warnt davor, sich von Jubelmeldungen der Bahn blenden zu lassen: Immer wenn das Projekt in Schwierigkeiten gerät, lenkt die Bahn mit Meldungen über Baufortschritte davon ab. Die Schwierigkeiten sind aber inzwischen so groß, dass selbst Vertreter der Pro-S21-Parteien im Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestags das Kontrollversagen des Verkehrsministeriums beklagen und feststellen, das Projekt müsse jetzt „neu bewertet“ und der Umfang, „soweit möglich, verringert“ werden.
Möglichkeiten, den Projektumfang zu verringern sind im Konzept „Umstieg 21“ einer Arbeitsgruppe des Bündnisses zur Genüge vorgestellt (www.umstieg-21.de). Nicht zu vergessen, dass es zurzeit auch für die Tunnel nach Ober- und Untertürkheim wegen des noch immer nicht gestoppten Wassereinbruchs bislang nicht gelöste technische Probleme gibt. Und nicht zu vergessen, dass es für den in Untertürkheim geplanten Abstellbahnhof erst seit einem Jahr überhaupt Pläne gibt, die jetzt erst im langwierigen Genehmigungsverfahren sind.
Angesichts all dieser Anzeichen eines absehbaren Scheiterns sowohl des Flughafen- als auch des Tiefbahnhofs, macht das Aktionsbündnis darauf aufmerksam, dass es sinnvoll, notwendig und möglich ist, eine zweigleisige Verbindung von der NBS aus Ulm nach Wendlingen–Plochingen zu bauen. So könnte die NBS – bei gleicher Fahrzeit wie über die Filder – über das Neckartal an den bestehenden Kopfbahnhof angeschlossen werden. Poguntke: „Das wäre die ideale Übergangsregelung – die sogar als krisenfeste Dauerlösung fast aller S21-Probleme taugt.“

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Bahngipfel am Bahnhof Rommelshausen

Letzte Woche berichteten wir über den „Bahngipfel“, der auf Veranlassung einer Römer Familie am 16.9. stattfand. Mit hochrangigen Vertretern der Deutschen Bahn (DB), angeführt von Thorsten Krenz (Bahnbevollmächtiger Baden-Württemberg).

Dieser sagte bei dieser Gelegenheit zu, dass der Römer Bahnhof im Jahr 2022 umgebaut wird. Das notwendige Genehmigungsverfahren beim Eisenbahnbundesamt ist eingeleitet, die Finanzierung scheint gesichert.

Baubeginn soll im Mai 2022 sein. Bauzeit 6 Monate. Die Bahnsteige werden komplett abgebrochen und auf eine Höhe von 97 cm neu gebaut. Die Substanz ist zu schlecht, um „nur“ zu erhöhen. Außerdem hat sich bei den Voruntersuchungen herausgestellt, dass die Bahnsteigkante unterschiedlich hoch ist. Beim Umbau wird auch der Kurvenradius leicht begradigt und die Gleisneigung um 110 mm verringert. Dadurch wird der Spalt zwischen Bahnsteigkante und S-Bahn Tür geringer. Er verschwindet jedoch nicht ganz, sondern muss dann mit einem Schiebetritt überbrückt werden. Allerdings sind erst 38 S-Bahnzüge vom Typ E 430 mit einem Schiebetritt ausgerüstet. Der große Rest soll nach und nach umgerüstet werden.

Der barrierefreie Zugang zum Bahnsteig ist dann, so die DB, auch vom Vorplatz her gewährleistet.

Rom ist damit (nach Feuerbach) der zweite Bahnhof im VVS-Gebiet, wo umgebaut wird. (Von insg. 83 VVS-Bahnhöfen müssen noch 31 auf die richteige Bahnsteig-Höhe gebracht werden).
Der nun zugesagte Umbau ist ein Erfolg des ständigen Drucks und der Öffentlichkeitsarbeit durch Betroffene, Gemeinde, unsere Landtagsabgeordneten und durch K21 Kernen.

Diesen Druck müssen wir auch bis 2022 aufrechterhalten. Denn bekanntlich sind ja (zeitliche oder bauliche) Zusagen der DB mit Vorsicht zu genießen (wir erinnern an Stuttgart 21). Aber wir sind mal geneigt, der Zusage vom Bahngipfel zu glauben.

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Stuttgart21 – Nachilfe für den Bundesverkehrsminister Scheuer durch Bürger Müller

Sehr geehrter Herr Minister,
der Plan der Bundesregierung, bis 2030 die Zahl der Bahnreisenden zu verdoppeln, findet meine vollste Zustimmung. Ich bin mir nur nicht so ganz sicher, ob sich die deutsche Autoindustrie mit ihren Ikonen Daimler, Audi, BMW und Porsche (die Reihenfolge ist zufällig gewählt) dieses Unterfangen widerstandslos bieten lassen wird.
Bei Porsche und Daimler zeigt sich das bereits jetzt in der Befürwortung des Rückbaus des Stuttgarter Hauptbahnhofs.
Mittlerweile berichten  aber viele Medien über die negativen Folgen von STUTTGART 21 für den Schienenverkehr in Deutschland und vor allem im Südwesten.
Zum Beispiel meldet der SWR unter https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/Stuttgart-21-nicht-fuer-Deutschlandtakt-geeignet,s21-nicht-fuer-deutschlandtakt-geeignet-100.html, dass Stuttgart 21 den geplanten 30-Minutentakt für Fernverbindungen nicht halten kann. Die STUTTGARTER ZEITUNG meldet unter https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-bund-weitere-verzoegerung-bei-s-21-moeglich.f91edecc-3dee-4479-990e-faa4bd21cb61.html, dass es bereits beim Bau des Milliardengrabes STUTTGART 21 erhebliche Probleme gibt.
Dabei zählen beide genannten Medien mit Sicherheit nicht zu den Projektkritikern. Besonders die STUTTGARTER ZEITUNG rühmte sich ja mehrfach damit, dass ohne ihre Berichterstattung STUTTGART 21 wahrscheinlich nie gebaut worden wäre.
Vom Bundesverkehrsministerium wird nun vollmundig verkündet, dass mit dem Deutschlandtakt 30 deutsche Großstädte im 30-Minutentakt miteinander verbunden werden sollen.
Bei der eher provinziell anmutenden Politik unserer Regierenden in Stadt und Land könnte man ja bezweifeln, dass Stuttgart eine Großstadt ist aber die Einwohnerzahl spricht eine deutliche Sprache: Stuttgart ist eine deutsche Großstadt!
Demnach müssten also nach den Plänen der Bundesregierung und speziell Ihres Ministeriums auch aus der unterirdischen Stuttgarter Haltestelle heraus die Fernzüge in alle Richtungen halbstündlich verkehren. Dabei sollten aber auch die Regionalbahnen als wichtiger Zubringer für die Fernzüge im gleichen Takt verkehren, damit das Ganze überhaupt Sinn macht.
Schließlich wäre es nicht gerade sinnvoll, wenn die Reisenden aus der Region Stuttgart mit dem eigenen Auto, womöglich sogar einem SUV zur Stuttgarter Haltestelle fahren und da auch noch einen Parkplatz suchen müssten, den es kaum gibt.
Und Zubringerbusse zur Stuttgarter Tiefhaltestelle scheiden auch aus, da die politisch Verantwortlichen im Interesse der Automobilindustrie den ZOB (Zentraler Omnibusbahnhof) bereits vor vielen Jahren vom Stuttgarter Hauptbahnhof auf drei kleinere Anlagen aufgesplittet haben, die weit weg vom Stadtzentrum und damit dem Bahnhof und sogar außerhalb der Stadtgrenzen liegen.
Das gibt es in keiner deutschen Großstadt!
Übrigens gesteht inzwischen die Deutsche Bahn AG selbst ein, dass es „eventuell“ Bedarf für Erweiterungsoptionen gibt, was nichts anderes heißt, als dass STUTTGART 21 zu klein geplant wurde (Siehe http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/de/projekt/stuttgart-filder-s21/erweiterungsoptionen/).
Allerdings beschränken sich diese Optionen auf Baumaßnahmen abseits des Tiefbahnhofs, was bedeutet, dass zusätzliche (notwendige!!!) Züge den Hauptbahnhof umfahren würden und es somit keine günstigen Umsteigemöglichkeiten gäbe.
Der sogenannte Hauptbahnhof, der laut DB eine Haltestelle mit dem Charakter einer S-Bahn-Haltestelle ist, kann auf keinen Fall um zusätzliche Gleise erweitert werden und bleibt somit eine gravierende Fehlplanung!
Wie also soll die Großstadt Stuttgart Nutzen aus den Plänen der Bundesregierung zum Deutschlandtakt ziehen?
Es gibt reichlich Bahnexperten (SMA, Vieregg & Rössler …), die das längst erkannt haben. Leider aber werden diese Erkenntnisse von den Regierenden ignoriert.
Da die Bundeskanzlerin diesen dummen Satz „An STUTTGART 21 entscheidet sich die Zukunftsfähigkeit Deutschlands“ von sich gegeben hat, wird nun für unendlich viel Steuergeld dieser Wahnsinn vollendet und das auf Kosten der Steuerzahler.
Politiker sind da fein raus – die zahlen keine Steuern!
Zum Schluss möchte ich noch kurz eine Parallele zum Berliner Großflughafen BER ziehen: Auch der BER war genehmigt und wurde gebaut. Dann bekam er jedoch aus Sicherheitsgründen keine Betriebserlaubnis.
Derzeit ist man bemüht, die Sicherheitsmängel zu beheben und den Flughafen irgendwann doch noch zu eröffnen.
Ähnlich wird es bei STUTTGART 21 kommen.
Aber wie beseitige ich bei fertig gebauten Tunneln die Brandschutzmängel (Fluchtwege)? Wie korrigiere ich die unzulässige Gleisneigung von mehr als 15 Promille?
Ich schreibe Ihnen, weil ich auf diese Fragen (und viele mehr!) keine Antwort habe und nicht einmal Vermutungen, wie das funktionieren soll.
Daher hoffe ich, dass Sie mir sinnvolle Antworten auf all meine Fragen geben können.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Müller
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Bus fahren? (2)

Auto stehen lassen – Bus fahren? (2)

Letzte Woche schrieben wir, dass wir, um die Verkehrs- und Umweltprobleme der Zukunft zu lösen, den Vorrang des ÖPNV (Bus/Bahn) vor dem Auto brauchen. Das geht aber nur mit Einschränkungen für den Individual-Autoverkehr.

Was hieße das? Nehmen wir ein konkretes Beispiel, die Waiblinger Straße in Rom. Dort kommt es im Begegnungsverkehr immer wieder zu Problemen und Staus. Da dort aus Platzgründen keine extra Busspur möglich ist, gäbe es folgende Lösung: Wenn sich der Bus 211 (Richtung WN) der Haltestelle Karlstraße nähert, dann wird z.B. über eine funkgesteuerte Signalanlage die Waiblinger Straße unten beim Bahnhof gesperrt, so dass keine Autos mehr Richtung Zentrum fahren und der Bus ungehindert durchfahren könnte. Das hieße Vorrang für den ÖNPV! Aber: Würden das die AutofahrerInnen akzeptieren? Würde unsere Lokalpolitik den Mut haben, den Beschluss für eine solche Lösung zu fassen?

Zur Beschleunigung des Busverkehrs bräuchten wir auch Vorrang für den Bus an allen Ampelanlagen. Was heißt das? Wenn sich ein Bus einer Ampel nähert, dann kann der Busfahrer über Funk die (rote) Ampel vor ihm auf Grün schalten, um zügig durchzufahren. Die Autos aus anderen Richtungen bekämen dann Rot. Diese sog. Grünanforderung gälte dann auch für Fußgängerüberwege (FGÜ). Das hieße z.B. für den FGÜ in der Karlstraße, dass auch die FußgängerInnen dort warten müssten, bis der Bus durchgefahren ist und erst dann Grün bekommen. Würden das die Menschen, die entsprechend länger warten müssten, um die Straße zu überqueren, akzeptieren?

Gerne wiederholen wir hier auch einen unserer uralten Vorschläge: nämlich eine Ringbahn um Stuttgart (LB-WN-ES-Flughafen) herum zu bauen. Schienengebunden. Das ist die Elektromobilität der Zukunft!

Unsere nächste Sitzung

 Mi, 16.10., 20 Uhr, Burgstüble (TV-Heim). Gäste willkommen.

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Bus fahren?

Auto stehen lassen – Bus fahren?

Wir alle machen die Erfahrung täglich: es sind immer mehr Autos auf den Straßen. Wer im Berufsverkehr nach Stuttgart muss, steht fast jeden Tag im Stau. Es kann durchaus sein, dass mensch 10 Min. nach einem Parkplatz suchen muss. Oder eben bereit ist, ein sündhaft teures Parkhaus zu bezahlen. Auch in unserer Gemeinde sind abends, wenn die Berufstätigen wieder zuhause sind, alle Nebenstraßen zugeparkt. Tendenz steigend. Durch die rasant steigende Zahl von SUVs wird das Problem noch verschärft. Oft fragt mensch sich, wie da im Notfall die Feuerwehr noch durchkommen soll.

Die Folgekosten des Autoverkehrs sind enorm. (WKZ vom 27.8.19: 141 Mrd. € jährlich). Überlegen Sie mal, was es kostet, wenn ein junger Mensch mit dem Auto schwer verunglückt: Vielleicht 100.000 €, um ihn im Krankenhaus wieder zusammenzuflicken. Millionen €, wenn er/sie ein Leben lang schwerbeschädigt ist. Jeder neue Parkplatz, den die Gemeinde baut, kostet zwischen 10- und 30.000 € (Tiefgarage).

Bei der kürzlichen Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl kam natürlich auch das o.g. Verkehrsproblem zur Sprache. Dabei rief BM Altenberger die Menschen dazu auf, das Auto stehen zu lassen und mit dem Bus zu fahren. Gute Idee. Inzwischen haben wir in unserer Gemeinde ein gut ausgebautes Bus-System in Richtung WN/Fellbach/Endersbach/Esslingen. Ungefähr im Viertelstundentakt fährt ein Bus. Das Problem ist nur: der Bus steht dann auch im Stau. Und die Situation anschließend in der S-Bahn, die an ihrer Kapazitätsgrenze fährt, erinnert oft an eine Sardinenbüchse.

Was also tun? Es wird in Zukunft nur mit Einschränkungen für den Autoverkehr gehen. Unbedingte Vorfahrt für den ÖPNV heißt dann z.B., dass der Bus an alle Ampeln bevorrechtigt wird. Und dass in bestimmten (engen) Straßen die Autos warten müssen, bis der Bus durch ist. (Forts. folgt).

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