„Hausfrauen-Panzer“

Es scheint eine sich schnell ausbreitende Epidemie zu sein: auf unseren Straßen fahren immer mehr SUVs. Der Ausdruck kommt aus dem Englischen und bedeutet „Sport Utility Vehicle“. Ursprünglich ein geländegängiges Auto, mit dem Jäger und Fischer (die in den USA zu den „Sportlern“ zählen) in die Natur fuhren. Ihr Siegeszug begann vor 25 Jahren in den USA und schwappte dann zu uns rüber. Inzwischen liegen diese „Hausfrauen-Panzer“, wie sie in der Jugendsprache heißen, bei den Neuzulassungen schon bei fast 25%. Was heißt das? Diese „Panzer“ sind ökologisch eine Katastrophe: sie verbrauchen mehr Ressourcen bei ihrer Herstellung, mehr Sprit zum Fahren. Und mehr Platz. So muss die Gemeinde Kernen inzwischen ihre Parkplätze 20-30% größer bauen, damit diese SUVs draufpassen. Ein neu angelegter Parkplatz kostet heutzutage mind. 20.000 € (in Tiefgaragen fast das Doppelte). Die Gemeinde baut pro Jahr Dutzende von Parkplätzen, die Mehrkosten können Sie selbst ausrechnen. Auch der Parkplatz vor dem Haus auf der Straße wird aus Steuergeldern finanziert!
Die Gründe für diesen Boom? Für viele Menschen ist das Auto ein Status-Symbol. Je größer die Karre, desto höher scheint die gesellschaftliche Stellung zu sein. Dann verleihen diese Autos Sicherheit. Aber nur für die, wo drinsitzen. Wenn ein Fahrradfahrer von einem SUV angefahren wird, dann ist dieser einfach nur tot! 2017 erschien ein Buch von Ulrich Brand und Markus Wissen: „Imperiale Lebensweise“. (Oekom-Verlag). Darin beschreiben die Autoren eine weitere, weltumspannende Auswirkung: uns geht es (noch) gut, weil wir unsere Umweltprobleme in die 3. Welt verlagern und deren Bodenschätze ausbeuten, um unsere Lebensweise aufrechtzuerhalten.Was tun? Laufen lassen (die Freiheit des Individuums), höher besteuern, gar verbieten?
Unsere nächste Sitzung
Mi, 23.5., 20 Uhr, TV-Heim

 

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