Feuerwehr-Symposium in Stuttgart zu Stuttgart 21

Am 21. April 2018 fand in Stuttgart ein Feuerwehr-Symposium statt an dem der Stellvertretende Amtsleiter der Branddirektion Stuttgart – M.Sc. Markus Heber – einen Vortrag hielt mit dem Titel „Stuttgart 21 – Einblicke in den Brandschutz aus Sicht der Stuttgarter Feuerwehr.

Nachfolgend zwei wörtlich übernommene Passagen aus diesem Vortrag:

Brandschutzsimulation bei S21 im laufe der Zeit

2010: Feststellung dass die bisherige Planung mit den neuen Annahmen nicht kombatipel ist und dringend nachgebessert werden muß. 2013: neues Brandschutzkonzept wird vorgestellt. Es erweist sich jedoch als mangelhaft, besonders in den Punkten der Entrauchung und Selbstrettung. 2015: 6. Planänderung wegen der Entrauchung, die es auch erlauben muß,daß ein rauchender Zug in den Bahnhof einfährt, ohne diesen komplett einzurauchen. 2016:Genehmigung des Entrauchungskonzepts, die eine Verlegung der Fluchttreppen vom Dach des Tiefbahnhofes herunter ermöglicht. 2018: 18. genehmigte Planänderung mit verlegter Fluchttreppe, die dann nicht auf das Bahnhofsdach führt. Bis heute steht noch offen: die sicherere Befahrbarkeit der Tunnel durch Rettungsfahrzeuge der Feuerwehr und des Rettungsdienstes, sowie Evakuierungsbusse (laut Konzept reguläre SSB-Linienbusse).

Rettung im Tunnel (Betriebsphase)

Vorgesehen ist ein Rettungssystem mit Zweiröhrenphilosophie. Das bedeutet, daß zwei Tunnelröhren parallel, eingleisig zueinander verlaufen und alle 500m mit Querschlägen versehen sind. So kann bei einem Notfallereignis im Tunnel die betroffene Tunnelröhre verlassen werden während die zweite Tunnelröhre zum Rettungstunnel wird. Dieser Tunnel soll dann zweispurig befahren werden können von Rettungsfahrzeugen der Feuerwehr und der Notfallambulanz, sowie von SSB-Linienbussen, die dann die Personen aus den Tunnel evakuieren sollen.

Bis heute ist allerdings noch nicht abschließend geklärt, wie genau diese angedachte Art der Rettung erfolgen kann.Wo und wie können die Busse in die Tunnelröhre einfahren?  Wo und wie können die Rettungsfahrzeuge und Löschfahrzeuge einfahren? Wie lange würde eine Anfahrt von welchen Stellen aus bis zur möglichen Unfallstelle dauern? Wenn die Feuerwehr ihren Schienenlöschzug einsetzen möchte, wie kommt dieser möglichst schnell von seinem Standort in Kornwestheim dorthin? Wie kann gewährleistet werden, daß die zweite Tunnelröhre nicht noch durch einen oder mehrere Züge belegt ist? Wie können die normal bereiften Fahrzeuge im Rettungstunnel überhaupt auf dem Gleis fahren?

Viele Fragen deren Antworten nach wie vor offen sind und die im Ernstfall viele Leben kosten können.

Soweit ein Auszug aus diesem Vortrag. Er stimmt sehr nachdenklich, wenn man bedenkt wie oberflächlich, sorglos und fahrlässig mit der Sicherheit für Menschen umgegangen wird.

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