20 Jahre Deutsche Bahn – eine Erfolgsgeschichte?

Vor 2 Wochen hat die Deutsche Bahn in Berlin 20 Jahre Bahnreform gefeiert. 1994 wurde, nach dem Anschluss der DDR, die ehemalige Reichsbahn in die Bundesbahn eingegliedert. Der ehemalige Staatsbetrieb wurde in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Für Rüdiger Grube, Chef der AG, eine Erfolgsgeschichte. Viele Fahrgäste und Verbände ziehen dagegen eine andere Bilanz, wie das ARD-Magazin „Plusminus“ am 5.2. in einem Beitrag von Hermann Abmayr berichtete. Heinz Dürr, 1994 Bahn-Chef, fasst die drei Ziele der Reform wie folgt zusammen: Mehr Verkehr auf die Schiene, weniger Belastung für den Bundeshaushalt und mehr Investitionen, um die Bahn auf einen neuen technologischen Stand zu bringen. Keines der Ziele wurde erreicht. Massiv wurde Personal und Infrastruktur abgebaut, ein Viertel der Bahnhöfe ist verschwunden. Außerdem wurden die Preise ständig erhöht. Vor der Reform hatte die Bahn beim Personenverkehr einen Anteil von sieben Prozent. Jetzt sind es 7,5 Prozent. Und beim Güterverkehr wurden aus 16,8 gerade mal 17,4 Prozent. Kein Wunder, im Remstal z.B. gibt es keinen einzigen Güterbahnhof mehr, Dutzende von Industriegleisanschlüssen wurden stillgelegt, um Kosten zu sparen und die freiwerdende Fläche zu verscherbeln. Gleichzeitig wurden Überholgleise und Weichen abgebaut. Das heißt, wenn eine S-Bahn fährt und dahinter liegt ein ICE, dann kann der sie nicht überholen, weil es keine Überholgleise mehr gibt. Auch das passiert täglich im Remstal. Und jetzt will Grube 30 Mrd Euro aus Steuergeldern, um die marode Infrastruktur zu sanieren.
Der Bahnexperte Winfried Wolf wird demnächst ein Buch zum Thema veröffentlichen: „Bitte umsteigen! 20 Jahre Bahnreform“. Er kommt am So, 23.3. um 11 Uhr zu einem Lesung nach Stetten. Bitte Termin vormerken.

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