Chaostage bei der Deutschen Bahn

Da hatten wir doch letzte Woche die Deutsche Bahn (DB) gelobt, weil sie den kaputten Aufzug beim Bahnhof Rom so schnell repariert hat. Wir dachten uns, wir können doch die DB nicht dauernd kritisieren, wir wollen doch, dass die Menschen mit der Bahn statt mit dem Auto fahren. Und was passiert? An demselben Tag, an dem wir unser Lob veröffentlichten, berichtete die WKZ unter der Überschrift „Bahnkunden sehen rot“ über ein beispielloses Chaos im Waiblinger Bahnhof am Mo, 7. Januar. 4½ Stunden ging gar nichts mehr zwischen WN und Cannstatt, das relaisgesteuerte Stellwerk in WN war kaputt. Gut, ein technischer Defekt kann mal eintreten. Aber das Problem liegt darin, dass DB nicht in der Lage ist, das daraus folgende Chaos in den Griff zu kriegen: verschiedene S-Bahnen stehen über 2 Stunden(!) auf freier Strecke, ohne dass die Fahrgäste informiert werden, sie können nicht auf die Toilette, können auch nicht aussteigen. Stellen Sie sich mal vor, sowas passiert Ihnen in einem Tunnel. Beim Tunnelbahnhof S21 will die DB insg. 60 km Tunnel bauen(!). Das andere Problem ist, dass die Bahnmanager in den letzten Jahren, um auf dem Papier den Profit der Bahn zu erhöhen, damit sie börsenfähig wird, systematisch den Unterhalt und die Erneuerung der technischen Anlagen vernachlässigt haben, die alten, erfahrenen Eisenbahner in den Ruhestand geschickt und unfähige Manager eingestellt haben. Und diese Manager sollen in der Lage sein, einen technisch hochkomplizierten Tiefbahnhof zu planen und zu bauen?
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