Schaden an der Oberleitung (2)

Die Fortsetzung unseres Berichts über das neue Buch von Arno Luik, der
im Sept. 2019 bei uns zu Gast war.
In seiner Analyse der Zustände im Bahnverkehr kommt Luik zu dem Schluss,
dass der Fehler im System besteht: unfähige Manager, die vom Bahnfahren
nichts verstehen, so wie z.B. der aus der Politik in den Vorstand der
Deutschen Bahn (DB) gewechselte ehemalige Kanzleramtsminister Ronald
Pofalla. Eine DB, die Firmen in 140 Ländern dieser Welt zusammengekauft
hat (nicht nur im Eisenbahnsektor), um zum weltweiten „Spieler“ zu
werden. Obwohl sie nicht in der Lage ist, in ihrem Stammland einen
zuverlässigen Bahnverkehr zu gewährleisten. Im November 2020 meldet die
Agentur Reuters, dass die DB bis 2023 einen Schuldenstand von über 32,3
Milliarden Euro aufweisen wird. Fast so viel wie 1994, als sie von den
Steuerzahlenden entschuldet wurde und bei Null anfing.
Die Tragik dieser Situationsbeschreibung besteht darin, dass sowohl Luik
wie auch wir begeisterte BahnfahrerInnen sind, die eigentlich wollen,
dass der Bahnverkehr ausgebaut wird und gut funktioniert. Das Gegenteil
ist leider der Fall, sehr zur Freude der Autoindustrie.
Unser großes Vorbild: die Schweiz, wo ein staatliches (!)
Bahnunternehmen einen beispielhaften Bahnverkehr hinkriegt: Taktverkehr
(Anschluss alle Stunde) bis in das hinterste Schweizer Gebirgstal.
Laokoon soll bleiben
Schon öfters berichteten wir über die Skulptur „S21 – Chronik einer
grotesken Entgleisung“ des Konstanzer Künstlers Peter Lenk, auch als
„schwäbischer Laokoon“ bezeichnet. Sie wurde am 25.10.20 – auch mithilfe
von vielen Spenden aus Kernen – vor dem Stadtmuseum in Stuttgart
aufgestellt und ist seither ein Publikumsmagnet. Nach den Plänen von OB
Nopper soll sie von dort wieder verschwinden. Wir unterstützen eine
Kampagne für ihren Verbleib, siehe www.lenk-in-stuttgart.de

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.