Wie findet ein Blinder die Einstiegstür der S-Bahn?

 Seit fast 2 Jahren gibt es in der Diakonie Stetten einen Initiativkreis für Barrierefreiheit im Öffentlichen Personennahverkehr im Remstal (kurz IK), in dem auch unsere Gruppe K21 Kernen mitarbeitet. Der IK war entstanden, weil durch den Umzug in Außenwohngruppen (Inklusion) immer mehr Behinderte und RollstuhlfahrerInnen mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und dort z.T. auf massive Probleme stoßen. Vorbildlich ist hier nur die Fa. Schlienz, die fast ausschließlich Niederflurbusse einsetzt, die am Einstieg so abgesenkt werden können, dass ein Rollstuhl mit oder ohne Hilfe reinfahren kann. Aber schon bei der S-Bahn hört die Vorbildlichkeit auf. Um darauf aufmerksam zu machen, unternahm der IK am 11.1.13 mit Rolli-Fahrern und Sehbehinderten eine Probefahrt mit der S-Bahn von Grunbach nach Schorndorf. Das Ergebnis: katastrophal. Z.T. war der Bahnsteig nicht erreichbar bzw. die Einstiegshürde der S-Bahn zu hoch. Zwischen Bahnsteig und Einstiegkante des Zuges gibt es einen Höhenunterschied von 20 cm, den kein Rollstuhl überwinden kann. Wenn der Zug keine Rampe mitführt, um diese Hürde zu überwinden, müssen Rolli-FahrerInnen eine Rampe mitbringen, wenn sie mitgenommen werden wollen. Oder wie soll ein Blinder, der alleine auf dem Bahnsteig steht, den Knopf zum Öffnen der Eingangstüre finden? Sie denken, das geht Sie nichts an? Ein Trugschluss. Es gibt immer mehr Menschen, die behindert oder aufgrund ihres Alters auf Bewegungs-Hilfsmittel angewiesen sind. Durch einen Unfall oder eine Krankheit können Sie da ganz schnell dazugehören. Zur Verbesserung der Situation besteht dringender Handlungsbedarf. Wenn S21 nicht kommt, hat die Bahn dann vielleicht Geld für solche Investitionen, statt ständiger leerer Versprechungen!
 

Termine: Fr, 22.2., 19 Uhr: Vereinsvollversammlung K21 Kernen. 19.30 Uhr: Wir feiern 2-jähriges Jubiläum, mit Dias, Sketchen, Kabarett. Gäste willkommen.

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